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Interessante Themen der letzten Tage | 30.11.23
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Erzähle ich dem Chef vom Alkohol – was würdet Ihr tun?

charlesdeluvio-rRWiVQzLm7k-unsplash ‌

Mancher weiß, dass ich vieles in den letzten Monaten an mir verändert habe. Man bemerkt, dass ich ruhiger geworden bin etc; vom Alkohol weiß keiner was. Ich sehe zwei Optionen jetzt: die Fassade aufrecht erhalten oder meinen beiden Chefs von meiner Alkoholgeschichte zu erzählen, um auf Verständnis zu hoffen. Mir ist mittlerweile bewusst, dass ich mich aufgrund der Sucht Thematik nicht als kranker sehen muss, auch nicht als schwach.

Aber im Kern geht es mir bei diesen Personen genau darum: ich möchte nicht, dass sie mir meine Stärke aberkennen. Aber ich bin mental auch nicht bereit, nun noch stärker kämpfen zu müssen. Wichtiger Hintergrund: ich bin auch Betriebsrat. Ich muss auf Augenhöhe oft schwierige Themen mit Chef besprechen, ihm auch oft Paroli bieten.

Was würdet ihr tun?

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Meine Alkoholsucht läuft in Zyklen ab. Einfach immer mehr bis täglich 10 Bier.

‌ aliagha-shirinov-LnxU1eVmH6k-unsplash

Outen und andere an meinem Leben/meinen Problemen teilhaben lassen ist eigentlich nicht mein Ding. 
Aber irgendwie fühle ich, dass es an der Zeit ist meine bisherigen und künftigen Erfahrungen zu teilen. Weil mich die Erfahrungsberichte von alkohol-ade ansprechen und mir Hilfestellung geben. Wie hilfreich, wird man/werde ich erst sehen. Es würde mich freuen, wenn meine Schilderungen auch für andere hilfreich sind.

Ich trinke (seit langer Zeit; mehr als 40 Jahren) zu viel Bier, bin 60 Jahre alt und ordne mich als “funktionierenden Alkoholiker” ein. Aktuell keine akute Gefährdung von Familie und/oder Job. Aber trotzdem sehr belastend für meine Familie, meine Gesundheit, mein Körpergewicht, meine Energie, meine Intelligenz.

Meine Alkoholsucht läuft in Zyklen ab: …

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An der Idee des “kontrollierten Trinkens” bin ich bislang gescheitert

maddi-bazzocco-waNAJOI7Jz8-unsplash ‌

Ich werde mein derzeitiges Trinkverhalten vorerst auch nicht ändern. Erst wenn ich mich wirklich bereit dazu fühle starte ich den nächsten Anlauf. Einen fixen Termin gibt es auch: Mitte Jänner 2024, geplante 3 Wochen auf Kur, verbringe ich auf jeden Fall ohne Alkohol. Hoffentlich klappt’s auch schon davor. Und danach.

Mir ist bewusst woran alle bisherigen Versuche gescheitert sind: An der Idee des “kontrollierten Trinkens”. 
Egal wie lange ich meinen Alkoholkonsum “kontrolliert” halten konnte, das Trinken (ohne Kontrolle und ohne Limit) ist immer wieder durchgebrochen. Immer wieder im Laufe der letzten 40 Jahre.

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Gestern war Vollmond – da hat mich der Alk-Traum erwischt!

‌ night-3129908_640

Jetzt hat es mich auch erwischt…. Ich habe schon so oft darüber gelesen und es von anderen Betroffenen gehört, war aber bisher nicht betroffen. Gemeint sind Trink-, Rauch- und Drogenträume! Ja, ich hatte heute Nacht mein volles Programm! Im ersten Moment war es schon schwierig. Aber, nach dem Aufwachen und sortieren, habe ich mich sogar etwas darüber gefreut.

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Die Vorstellung ist naiv, dass nach zwei Wochen der Schlaf wieder gut ist

pexels-cottonbro-studio-6951523 ‌

Das mit dem guten Schlaf hat bei mir gedauert, so circa 1 Jahr. Ist aber auch kein Wunder wenn man über 40 Jahre jeden Abend mit Alkohol und Cannabis oder auch anderen Drogen eingeschlafen ist. Die Vorstellung das nach 2 Wochen der Schlaf wieder gut ist , ist naiv, das war mir schon im Vorfeld klar. Vor 2,5 Jahren gab es noch den Sandmans Schlaftrunk, mittlerweile nicht mehr produziert, der mir in den ersten Wochen sehr geholfen hat. 4 gr GABA und ordentlich Glycin, sowie viele anderen Zutaten, waren schon ganz ordentlich.

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Der Alkohol wird immer mich kontrollieren

‌ sivani-bandaru-bczrpU9n8f4-unsplash

Mir ist bewusst woran alle bisherigen Versuche gescheitert sind: An der Idee des “kontrollierten Trinkens”.

Diese Erkenntnis ist schon mal Gold wert. Das Buch wird dir helfen zu verstehen, warum Menschen wie wir, das leider nie schaffen werden. Ich bin auch erst am Anfang. Der Gedanke vielleicht bald mal ein Gläschen bewusst trinken zu können, kommt bei mir auch immer wieder hoch. Dann fühle ich mich erleichtert, weil ich doch nicht ganz aufhören muss …
Dann lese ich deinen Beitrag und denke, Scheisse, ich werde den Alkohol auch nie kontrollieren können, sondern er wird immer mich kontrollieren. 
Plötzlich fühle ich mich irgendwie erleichtert, weil mir einfällt, dass ICH jetzt über mich bestimmen kann und ich keine Angst mehr haben brauche wieder zu viel zu trinken. Das ist ein verdammt gutes Gefühl, das ich nie wieder missen möchte. …

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Wenn schon kein glückliches Leben – dann wenigstens ein glückendes Leben

‌ ian-stauffer-bH7kZ0yazB0-unsplash

Wenn ich meine vergangenen eineinhalb Jahre Revue passieren lassen, liegt auch in dieser Sache einer der Hauptschlüssel meiner Veränderung zu einer dauerhaften Abstinenz. Ich habe mich innerlich von der fast zwanghaften Suche nach dem Glück im Leben verabschiedet. Und mich stattdessen auf den Weg gemacht, mein Leben eben als “geglückt” betrachten zu können. Ohne diesen o. g. Ausdruck gekannt zu haben. Durch den Alkohol wollte ich immer den “perfekten Moment” erleben, ins Maximale steigern. Bei jeder meiner Beschäftigung. Dass es nicht von “Erfolg” gekrönt war, haben die Meisten von uns hier ja auch erlebt.

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