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Promillerechner – wie viel Promille habe ich wirklich?

Wie viel Promille habe ich aktuell im Blut? Diese Frage stellen sich viele Menschen – nach einem Abend mit Freunden, nach einem Glas Wein oder aus Sorge um die eigene Fahrtüchtigkeit. Ein Promillerechner kann hier eine grobe Orientierung geben.

Der hier angebotene Rechner basiert auf der sogenannten Widmark-Formel. Er berücksichtigt Körpergewicht, biologisches Geschlecht, konsumierte Alkoholmenge und die Zeit seit Trinkbeginn. Das Ergebnis ist jedoch immer nur eine rechnerische Schätzung. Individuelle Faktoren wie Trinkgeschwindigkeit, Magenfüllung, Leberfunktion oder Medikamente können den tatsächlichen Blutalkoholwert deutlich beeinflussen.

Wichtig: Dieser Rechner dient der Einordnung, nicht der Konsumplanung. Er kann weder eine Atem- oder Blutmessung ersetzen noch Aussagen über die individuelle Fahrtüchtigkeit treffen.

Wenn Du Dich häufiger fragst, wie viel Promille Du „gerade hast“, lohnt sich neben der Zahl vielleicht auch eine andere Frage: Welche Rolle spielt Alkohol in Deinem Alltag? Auch dafür hätten wir einen Test für Dich.

Hinweis: Dieser Rechner liefert eine grobe Schätzung. Er ersetzt keine Atem- oder Blutmessung.

Dieses Tool dient der Einordnung von Alkoholkonsum. Es ist nicht dazu gedacht, Konsum zu planen oder zu optimieren.


Wenn Du mit dem Test fertig bist: Wie Alkohol im Körper wirkt – medizinisch erklärt

Wenn Du Alkohol trinkst, gelangt Ethanol rasch über die Schleimhäute von Magen und Dünndarm ins Blut. Die Aufnahme beginnt bereits im Magen, der Hauptteil erfolgt jedoch im Dünndarm. Je leerer der Magen, desto schneller steigt der Blutalkoholwert. Kohlensäure beschleunigt die Resorption zusätzlich.

Verteilung im Körper

Alkohol ist wasserlöslich. Er verteilt sich daher überwiegend im Körperwasser, nicht im Fettgewebe. Genau hier liegt der Grund für unterschiedliche Blutalkoholwerte bei gleicher Trinkmenge: Wer weniger Körperwasser besitzt, erreicht bei identischer Alkoholmenge höhere Konzentrationen.

Nach etwa 30 bis 90 Minuten wird der maximale Blutalkoholspiegel erreicht. Ab diesem Zeitpunkt überwiegt der Abbau.

Abbau in der Leber: ADH, ALDH und Acetaldehyd

Rund 90 Prozent des Alkohols werden in der Leber metabolisiert. Die entscheidenden Enzyme sind:

  • Alkoholdehydrogenase (ADH) – wandelt Ethanol in Acetaldehyd um
  • Aldehyddehydrogenase (ALDH) – wandelt Acetaldehyd in Acetat um

Acetaldehyd ist hochreaktiv und und ein starkes Gift. Es verursacht einen erheblichen Teil der akuten Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerz, Herzklopfen und Gefäßerweiterung. Acetaldehyd wirkt zellschädigend und wird als krebserregend eingestuft. In der chemischen Industrie diente es u.a. als Lösungsmittel und zur Herrstellung von Sprengstoffen …

Der Abbau erfolgt weitgehend konstant. Durchschnittlich sinkt der Blutalkoholwert um etwa 0,1 bis 0,15 Promille pro Stunde. Dieser Wert ist individuell unterschiedlich und lässt sich nicht durch Kaffee, Duschen oder Bewegung beschleunigen.

Stoffwechselverschiebung: NADH/NAD⁺-Ungleichgewicht

Beim Alkoholabbau entsteht vermehrt NADH. Dadurch verschiebt sich das intrazelluläre Verhältnis von NADH zu NAD⁺. Diese Verschiebung hat mehrere Folgen für den Stoffwechsel:

  • Hemmung der Neubildung von Glukose → Risiko für Unterzuckerung
  • Förderung der Fettsynthese → Fettleber
  • Hemmung des Citratzyklus → reduzierte ATP-Produktion, Ergebnis: Den Zellen fehlt der Brennstoff und damit die Energie.
  • Laktatanstieg → Stoffwechsel-Belastung

Alkohol ist also kein „neutraler Kalorienlieferant“. Er greift aktiv in zentrale Stoffwechselwege ein.

Herz, Elektrolyte und Rhythmusstörungen

Akut erweitert Alkohol die Gefäße. Puls und Herzzeitvolumen steigen. Gleichzeitig beeinflusst Alkohol die Elektrolytverteilung und die Erregungsleitung im Herzmuskel.

Höhere Blutalkoholwerte erhöhen das Risiko für:

  • unnatürlich schneller Herzschlag
  • Vorhofflimmern („Holiday-Heart-Syndrom“)
  • Extraschläge der Herzkammern

Gerade bei vorgeschädigtem Herzen oder Elektrolytstörungen kann das wichtig werden.

Gehirn und Neuroadaptation

Alkohol wirkt zentral dämpfend über eine Verstärkung der Wirkung des Neurotransmitters GABA und einer Hemmung der Rezeptoren des GABA-Gegenspielers Glutamat. Kurzfristig führt das zu Enthemmung und angstlösender Wirkung.

Bei wiederholtem Konsum passt sich das Gehirn an:

  • GABA-Rezeptoren werden weniger gebildet oder weniger empfindlich
  • NMDA-Rezeptoren für das Glutamat werden vermehrt gebildet oder empfindlicher
  • veränderte Dopaminantwort im Belohnungssystem

Diese Anpassung erklärt:

  • Toleranzentwicklung
  • steigende Trinkmengen
  • Entzugssymptome
  • erhöhte Reizbarkeit ohne Alkohol: GABA beruhigt, Glutamat regt an (oder auf).

Das System verschiebt sich. Alkohol wird nicht mehr nur konsumiert – er wird benötigt.

Blackouts und Gedächtnislücken

Gedächtnislücken entstehen durch eine akute Störung der Hippocampus-Funktion. Die Informationsübertragung ins Langzeitgedächtnis wird unterbrochen. Entscheidend ist nicht nur der absolute Promillewert, sondern auch die Trinkgeschwindigkeit.

Blackouts sind kein harmloses „Partyphänomen“, sondern ein neurologisches Warnsignal. Sie zeigen, dass zentrale Hirnfunktionen bereits vorübergehend dysreguliert sind.

Warum Promille nicht alles ist

Ein Promillerechner arbeitet mit Durchschnittswerten. Er kann nicht berücksichtigen:

  • individuelle Enzymvarianten
  • Leberfunktion
  • Medikamenteninteraktionen
  • chronische Toleranz
  • Trinkgeschwindigkeit
  • Magenfüllung
  • hormonelle Einflüsse

Deshalb ist der errechnete Wert immer eine Näherung.

Was der Rechner jedoch leisten kann: Er macht sichtbar, in welchen physiologischen Bereichen Du Dich bewegst. Und er kann helfen, wiederkehrende hohe Werte nicht zu bagatellisieren.

Der entscheidende Punkt

Ein einzelner erhöhter Wert ist ein Ereignis.

Regelmäßig hohe Werte sind ein Muster.

Und Muster sind medizinisch relevant.

Wenn Du Dich häufiger fragst, wie viel Promille Du gerade hast, lohnt es sich, nicht nur den Zahlenwert zu betrachten, sondern auch das dahinterliegende Verhalten.

Genau hier setzt der Selbsttest an.

Häufig gestellte Fragen zum Promillerechner (FAQ)

Wie genau ist ein Promillerechner?

Ein Promillerechner liefert nur eine rechnerische Schätzung auf Basis standardisierter Formeln. Individuelle Faktoren wie Trinkgeschwindigkeit, Magenfüllung, Körperzusammensetzung, Leberfunktion oder Medikamente können den tatsächlichen Blutalkoholwert deutlich verändern. Eine Atem- oder Blutmessung kann dadurch nicht ersetzt werden.

Wie baut der Körper Alkohol ab?

Alkohol wird überwiegend in der Leber durch die Enzyme Alkohol-Dehydrogenase (ADH) und Aldehyd-Dehydrogenase (ALDH) abgebaut. Durchschnittlich sinkt der Blutalkoholwert um etwa 0,1 bis 0,15 Promille pro Stunde. Dieser Wert ist individuell unterschiedlich und lässt sich nicht beschleunigen.

Kann ich mit dem Rechner meine Fahrtüchtigkeit bestimmen?

Nein. Die Fahrtüchtigkeit hängt nicht nur vom rechnerischen Promillewert ab, sondern auch von individueller Toleranz, Ermüdung, Medikamenten und situativen Faktoren. Bereits unterhalb gesetzlicher Grenzwerte können Reaktionszeit und Risikoeinschätzung eingeschränkt sein.

Warum unterscheidet der Rechner zwischen Männern und Frauen?

Der Unterschied beruht auf der unterschiedlichen durchschnittlichen Körperzusammensetzung. Frauen haben im Mittel einen höheren Fettanteil und weniger Körperwasser, sodass sich Alkohol bei gleicher Trinkmenge stärker konzentriert.

Ist es gefährlich, wenn ich regelmäßig hohe Werte errechne?

Regelmäßig hohe Blutalkoholwerte sind ein medizinisches Warnsignal. Sie erhöhen das Risiko für Leberschäden, Herzrhythmusstörungen, neurologische Störungen und Abhängigkeit. Wenn hohe Werte zur Gewohnheit werden, sollte das ernst genommen werden.


Arzt, Autor, Angehöriger & Mitbegründer von Alkohol adé

Dr. med. Bernd Guzek

Arzt, Autor, Angehöriger & Mitbegründer von Alkohol adé

Beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den biochemischen Grundlagen von Sucht und Hirnstoffwechselstörungen sowie deren Beeinflussung durch Nährstoffe.


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