… Als Therapieziel hat meine Familie sogar den Wunsch geäußert, dass ich in Zukunft nüchtern mehr so sein soll wie betrunken – offen, zugänglich, kommunikativ, lustig, teilnahmsvoll usw. also nicht so introvertiert und eigenbrötlerisch. Letzten Endes ließ ich mich auf die Idee des Therapeuten ein, von der Therapie vorerst zu lassen und abzuwarten. Meine anfängliche Therapie-Euphorie ist sowieso etwas abgeebbt und ich fand den Gedanken eher nervig an zwei Tagen in der Woche beim Therapeuten und in einer Gruppe vorstellig zu werden. Meine Frau hätte sich allerdings gewünscht, dass ich das Angebot nutze, um mich charakterlich (in ihrem Sinne) zu optimieren. Ich finde es aber ungerecht, dass ich mich mühevoll optimiere, während und sie einfach auf ihren Macken sitzenbleiben darf. Der Therapeut hat die Diskussion, mit dem Hinweis, dass wir in Sachen Paartherapie bei ihm an der falschen Adresse sind, abgewürgt. …
Meine anfängliche Therapie-Euphorie ist sowieso etwas abgeebbt
