Heute ist der erste Tag danach. Kein Programmpunkt, kein Kalenderfeld, kein „jetzt beginnt etwas Neues“. Und genau das macht ihn wichtig. Denn Veränderung zeigt sich nicht am Höhepunkt, sondern im Danach.
Vielleicht fühlt sich heute vieles erstaunlich normal an. Vielleicht auch ungewohnt leer. Beides ist in Ordnung. Der Körper hat gelernt, der Kopf hat nachgezogen, und nun sortiert sich das Ganze ein. Nicht spektakulär, sondern leise.
Was Du in den letzten Wochen erlebt hast, war kein Ausnahmezustand. Es war ein realistischer Blick darauf, wie sich Dein Alltag ohne Alkohol anfühlen kann. Mit Klarheit, mit Reibung, mit Momenten von Ruhe und mit Momenten, in denen alte Muster kurz anklopfen. Das gehört dazu.
Heute geht es nicht darum, eine Entscheidung zu treffen. Die hast Du längst getroffen. Heute geht es darum, Dir selbst zuzutrauen, mit dem umzugehen, was kommt. Nicht perfekt, nicht endgültig, sondern aufmerksam. Wenn Du magst, halte kurz fest, was bleibt. Nicht als Bilanz, sondern als Erinnerung. Ein Gedanke, ein Satz, ein Gefühl. Etwas, das Du wiederfinden möchtest, wenn der Alltag lauter wird.
Und wenn Du teilen willst, tu das. Im Forum oder auf Facebook. Nicht, weil Du etwas beweisen musst, sondern weil Erfahrungen an Gewicht gewinnen, wenn man sie ausspricht. Für Dich. Und für andere.
Dry January 2026 ist vorbei.
Die Auseinandersetzung nicht.
Du weißt jetzt mehr über Dich als vor vier Wochen. Das ist kein Versprechen. Das ist eine Tatsache.
Wenn Du Dich weiter mit dem Thema beschäftigen willst – hier findest Du eine Leseprobe aus unserem Buch “Alkohol adé“

Dr. med. Bernd Guzek
Arzt, Autor, Angehöriger & Mitbegründer von Alkohol adé
Beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den biochemischen Grundlagen von Sucht und Hirnstoffwechselstörungen sowie deren Beeinflussung durch Nährstoffe.

