Die Szene, in der deine Frau unter die Dusche geht und du „schnell noch mal eben“ nachfüllst … ganz ehrlich: Das lief bei mir mehrmals die Woche genau so ab. Mein Gott, was habe ich gelogen, es bogen sich die Balken. Und der Einfallsreichtum, mir immer neue Trinkgelegenheiten zu bauen, kannte wirklich keine Grenzen. Es hat eine ganze Zeit gedauert, bis ich damit aufgeflogen bin. Am Ende war es gar nicht mal so sehr das direkte „Erwischtwerden”, sondern mein körperlicher Zustand, der meinem Umfeld die Wahrheit auf dem Silbertablett serviert hat.
Viel zu lange hat mir mein Körper das alles durchgehen lassen, bis zu diesem einen Tag im Herbst ’23. Es ist aus heutiger Sicht erschreckend zu sehen, wie viel Energie damals in diesen ganzen Schwachsinn geflossen ist. Zeit für Experimente, wie man den Alkohol vielleicht doch noch irgendwie in das Leben integrieren könnte, hatte ich damals nicht mehr. Bis zum nächsten Januar hätte ich es definitiv nicht mehr geschafft. Ich musste mich entscheiden: Leben oder Sterben. Und wie du habe auch ich mich fürs Leben entschieden. …

