Über 26 Monate ist es nun her, dass ich mich von meinem vermeintlichen Freund verabschiedet habe. Wobei „verabschiedet“ eigentlich viel zu höflich klingt. In Wahrheit habe ich ihn in die Wüste geschickt: meinen ehemaligen Begleiter Alkohol. Und ganz ehrlich – ich war froh, als er weg war. (…)
Doch irgendwo auf diesem Weg, fast unbemerkt, trat jemand Neues an meine Seite. Keine spektakuläre Erscheinung, keine große Geste, kein Feuerwerk: meine Abstinenz.
Sie drängte sich nicht auf. Sie war keine laute Reform, keine strenge Instanz. Sie war einfach da – sanft, ruhig, fast schüchtern. Sie nahm mich an die Hand, nicht um mich zu ziehen, sondern um mit mir zu gehen. Ihr Griff war keine Forderung, sondern eine leise Einladung: „Lass uns heute zusammen gehen. Und morgen schauen wir weiter.“ (…)

