Nachdem ich nochmal hier geschrieben habe, da ich gemerkt habe, dass es mir im Urlaub und bei Freizeit noch schwerer gefallen ist, zu verzichten, habe ich es mir höherer Dosis GABA versucht. Das hat mir dann wirklich geholfen, die Ruhe kam mehr und das Verlagen ging zurück. Es ist derzeit als wurde ein Schalter umgelegt und ich bin gut auf mich fokussiert, mache mehr Sport, höre auf meine inneren Zeichen wie Hunger oder erstmal ein großes Glas Wasser trinken. Auch im Job nehme ich mein Gaba und achte auf Pausen. Mein Kopf ist meist noch unruhig, aber damit gehe ich nun in die ADHS Diagnostik, worauf Gaby mich brachte. …
Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Kann GABA tatsächlich das Craving bei Alkoholsucht dämpfen – und was steckt medizinisch hinter diesem Effekt?
GABA (Gamma-Aminobuttersäure) ist der wichtigste hemmende Neurotransmitter im Gehirn. Alkohol wirkt unter anderem deshalb so verführerisch entspannend, weil er das GABA-System künstlich stimuliert – und das Gehirn sich im Laufe einer Abhängigkeit daran gewöhnt. Im Alkoholentzug fällt dieser Effekt weg, das Nervensystem bleibt überaktiviert. Ergänzendes GABA kann bei manchen Menschen dazu beitragen, diesen Überhang an Erregung zu dämpfen und damit das Craving zu reduzieren. Wichtig zu wissen: Oral eingenommenes GABA überwindet die Blut-Hirn-Schranke nur in begrenztem Maß, weshalb die individuellen Reaktionen sehr unterschiedlich ausfallen. Dass der Autor gleichzeitig auf körpereigene Signale wie Hunger und Pausen achtet, ist medizinisch betrachtet kein Zufall – strukturierte Selbstwahrnehmung stärkt die Impulskontrolle und ergänzt biochemische Maßnahmen sinnvoll.
Häufig gestellte Fragen zu GABA und Craving bei Alkoholsucht (FAQ)
Kann GABA das Verlangen nach Alkohol wirklich reduzieren?
GABA wirkt als hemmender Neurotransmitter und kann das überaktivierte Nervensystem im Entzug beruhigen. Da oral eingenommenes GABA die Blut-Hirn-Schranke aber nur begrenzt überwindet, sind die Effekte individuell sehr verschieden. Einige Betroffene berichten von deutlicher Wirkung, andere merken kaum etwas.
Warum ist Craving im Urlaub und bei Freizeit oft stärker?
Freizeitkontexte sind häufig mit früheren Trinksituationen verknüpft – das Gehirn ruft über das Suchtgedächtnis automatisch alte Verhaltensmuster ab. Fehlende Tagesstruktur und Entspannung können diesen Effekt verstärken, weil gewohnte Ablenkungen wegfallen.
Was hat ADHS mit Alkoholabhängigkeit zu tun?
ADHS und Alkoholsucht treten häufig gemeinsam auf. Unerkannte ADHS kann dazu führen, dass Alkohol unbewusst zur Selbstmedikation eingesetzt wird – etwa um innere Unruhe zu dämpfen oder die Konzentration zu verbessern. Eine ADHS-Diagnostik im Rahmen der Abstinenz ist deshalb medizinisch sinnvoll.

