…Der entscheidende Wendepunkt war, aufzuhören, die Ursachen im Außen zu suchen, und stattdessen Verantwortung für mich selbst zu übernehmen. Gerade beim Thema Alkohol war das für mich der Schlüssel: Niemand anderes konnte mir die Freiheit geben, die ich gesucht habe. Der Schlüssel steckte die ganze Zeit in mir.
Abstinenz war für mich kein großer, heroischer Schritt, sondern ein ehrlicher Prozess. Aushalten lernen. Still werden. Mir selbst wieder zuhören. Jeder nüchterne Tag hat etwas in mir stabilisiert, das vorher immer gefehlt hat.
Vor einem Jahr schrieb mir mein Therapeut zum Abschied einen Satz ins Tagebuch:
„Genießen Sie weiter, was Sie haben und gut. Punkt!“
Damals konnte ich damit noch nicht viel anfangen. Heute verstehe ich ihn. Ich habe aufgehört zu suchen und angefangen zu bewahren.
Es geht mir nicht darum, dass alles …

