Einer der Sätze, der mich früher fast gelähmt hat, war: „Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker.“ Heute weiß ich, dass dieser Satz nicht meine Realität beschreibt. Er hat mich lange davon abgehalten, Hilfe anzunehmen, weil ich glaubte, damit eine lebenslange Identität akzeptieren zu müssen. Doch so ist es nicht. Ich lasse mich nicht von einem Etikett definieren. Und genau deshalb nehme ich mir das Recht, mich nicht mit dieser Vokabel zu behängen.
Vielleicht liegt genau darin der Kern: Wenn schon ein einziger Begriff so wuchtig aufgeladen ist, macht es selbst die vorsichtige Annäherung an das Thema schwierig. Menschen fürchten, etwas Falsches zu sagen. Und bevor sie diese belastete Bezeichnung aussprechen, schweigen sie lieber. So entsteht Sprachlosigkeit – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Unsicherheit.
Was mich heute besonders beschäftigt, ist …

