Nur dass es bei mir halt eben so war, dass die Henne-Ei-Frage geklärt war: Ich hatte Depressionen schon lange vor meinem Start in das Trinkerdasein.
Der Alkohol half mir, den Zustand „zwischendrin“ erträglicher zu machen. Er nahm mir anfangs Druck von der Seele, brachte mich in diesen scheinbar angenehmen Zustand der geistigen und seelischen Leichtigkeit; mit Alkohol sah die Welt für ein paar Stunden rosiger aus. Aber der Preis, den ich dafür zahlte, war hoch.
Bei der ehrlichen Aufarbeitung meiner Trinkphasen bin ich durch meine strukturierte, chronologische Aufarbeitung darauf gestoßen, dass der Konsum auch immer dann zunahm, wenn es mir schlecht ging. Hier waren wir nicht mehr bei Henne und Ei, sondern bei sich selbst verstärkenden Negativschleifen. Doch es dauerte Jahre, bis ich das erkannte. Vor allem im Spätwinter trank ich viel, wenn der Winter gefühlt kein Ende nehmen wollte. …

