Ich habe mehr als 10 Jahre an sehr beeinträchtigenden Angst- und Panikstörungen gelitten, bis mir der Schritt in die Nüchternheit gelang. Tatsächlich, obwohl vom Fach, war es mir nicht möglich diese schwerwiegenden Störungen, verbunden mit stark depressiven Zuständen, in Zusammenhang mit meinem entgleisten Alkoholkonsum zu sehen. Ich war absolut betriebsblind.
Nun gut, nachts um 3 Uhr, zur Leberzeit, war die körperliche Unruhe, das Herzrasen und die Angst, einfach zu verstehen. Hier war es eindeutig, dass der Körper kämpfte. Die Leber versuchte verzweifelt zu entgiften, der Kreislauf lief auf Hochtouren und die Seele, überfordert vom vom chaotischen Geschehen in dunklen Stunden, schrie um Hilfe.
(…) Nun, mit dem Alkoholstop begannen die guten, ruhigen Nächte. Erholsamer Schlaf, frisches Aufwachen, ein ungezwungenes morgendliches Lächeln kehrte in meinen Alltag zurück. Die nächtlichen Panikattacken wurden Geschichte. Je mehr ich mich erholte, je kräftiger, lebendiger und unternehmungslustiger ich wurde, um so mehr fielen mir meine Beeinträchtigungen auf. Irgendwann wollte ich wieder Autofahren, auch alleine auf die Autobahn, meine Unabhängigkeit zurück erobern. Zunächst stand mir die grosse Meisterin GABA bei, die …

Verbesserung von Angst und Panik durch Abstinenz: Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Können Alkoholentzug und Alkoholstopp Angststörungen oder nächtliche Panikattacken tatsächlich auslösen oder verstärken?
Chronischer Alkoholkonsum verändert das Gleichgewicht hemmender und aktivierender Neurotransmitter im Gehirn. Besonders das GABA-System wird durch Alkohol dauerhaft stimuliert, während aktivierende Systeme wie Glutamat gegenregulieren. Setzt der Alkohol abrupt aus, entsteht ein neurobiologisches Ungleichgewicht, das innere Unruhe, Herzrasen und nächtliche Angst- und Panikattacken begünstigen kann. Viele Betroffene interpretieren diese Symptome zunächst als primäre Angststörung. Erst mit stabiler Abstinenz normalisieren sich die Regulationsmechanismen schrittweise, wodurch Schlaf, Stimmung und vegetative Stabilität zurückkehren können.
Ja. Chronischer Alkoholkonsum verändert die Balance von GABA und Glutamat im Gehirn. Dadurch können Angst, innere Unruhe und Panikattacken verstärkt oder sogar neu ausgelöst werden.Kann Alkohol Angststörungen auslösen oder verschlimmern?
In der zweiten Nachthälfte sinkt der Alkoholspiegel stark ab. Das Gehirn reagiert auf das fehlende Sedativum mit vegetativer Aktivierung: Herzrasen, Schwitzen und Angst sind typische Folgen.Warum treten Panikattacken häufig nachts gegen 3 Uhr auf?
Kurzfristig ja. In der frühen Entzugsphase ist das Nervensystem übererregbar. Mit stabiler Abstinenz normalisiert sich diese Überreaktion in vielen Fällen.Wird Angst nach dem Alkoholstopp zunächst schlimmer?
