Ich koche häufiger mit Alkohol. Triggert mich nicht an. Fürs Kochen habe ich meist Weiß-, Rot- und Portwein in der Küche. Ich hatte aber auch immer noch Zigaretten in der Tasche, nachdem ich mit dem Rauchen aufgehört habe. Ist für mich so etwas wie eine Sonderprüfung, …

Abstinenz und Alkohol in der Küche – Fachliche Einordnung durch Dr. med. Bernd Guzek
Warum reagieren manche Menschen in der Abstinenz auf Alkohol beim Kochen gar nicht mit Craving – und was sagt das über das Suchtgedächtnis aus?
Was dieser Bericht beschreibt, ist medizinisch gut erklärbar: Nicht jeder Kontakt mit Alkohol löst automatisch einen Trigger aus. Entscheidend ist, ob das Gehirn eine bestimmte Situation als Trinksignal abgespeichert hat. Wer Alkohol nie primär mit dem Kochen verbunden hat, besitzt dort schlicht keine konditionierte Reaktion. Das Suchtgedächtnis arbeitet hochspezifisch: Es reagiert auf jene Reize, die es in der Trinkphase als belohnungsrelevant gelernt hat – und nicht auf alle Situationen, in denen Alkohol vorkommt. Der Vergleich mit den Zigaretten in der Tasche ist treffend: Das bewusste Dulden eines Reizes ohne Konsum kann eine Form der Exposition sein – wirksam, aber nur dann, wenn das Craving dabei tatsächlich ausbleibt. Wer merkt, dass sich das ändert, sollte das ernst nehmen.
Häufig gestellte Fragen zu Triggern und Abstinenz (FAQ)
Warum löst Alkohol beim Kochen bei manchen keinen Trinkreiz aus?
Das Gehirn verknüpft Suchtdruck mit Situationen, die in der Trinkphase als Belohnungssignal gelernt wurden. Wer Alkohol nie mit dem Kochen verbunden hat, hat dort keine konditionierte Reaktion gespeichert – der Reiz bleibt neutral.
Ist es sicher, als abstinente Person mit Alkohol zu kochen?
Das hängt von der individuellen Geschichte ab. Für manche ist es problemlos, für andere ein unterschätztes Risiko. Wer beginnt, den Geruch oder Anblick von Alkohol als angenehm wahrzunehmen, sollte das als Signal werten und die Situation meiden.
Was bedeutet es, einen Trigger bewusst auszuhalten?
Das gezielte Aushalten eines Reizes ohne Konsum nennt sich Expositionsübung. Sie kann hilfreich sein – aber nur unter der Bedingung, dass kein Verlangen entsteht. Wer dabei Druck spürt, sollte diese Strategie nicht alleine anwenden.
