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Ich werde bald 62 und bin Angestellter in leitender Position. Meine ersten Alkoholerfahrungen machte ich als Jugendlicher mit 15 Jahren im Sportverein. Als Student hatte ich dann eine Phase mit fast täglichem Bierkonsum über mehrere Jahre. Bis zu dem Punkt, an dem ich dachte: „Jetzt machst du erst einmal dein erstes Examen und dann dein zweites und wenn du dann immer noch Alkoholiker werden willst, wer sollte dich daran hindern?“ So kam es dann auch und ich habe über 20 Jahre keinen Alkohol mehr getrunken.
Über einige Gläser Wein bin ich dann wieder auf den Geschmack gekommen. Es kam vieles zusammen. Die Kinder waren aus dem Haus, beruflich gab es einen Arbeitgeberwechsel verbunden mit mehr Verantwortung, … Die Unsicherheit, ob ich der neuen Aufgabe gewachsen bin, ließ mich nur schwer in den Schlaf kommen. Da war der Alkohol eine willkommene Entspannung. Mir wurde schnell klar, dass ich kein Genusstrinker bin. Bier hat mir noch nie geschmeckt und Wein ist zwar geschmacklich besser, aber es ging mir nur um den Rauschzustand. Ich konnte erst aufhören, wenn ich einen bestimmten Pegel erreicht hatte. Da meine Frau keinen Alkohol trinkt, habe ich immer heimlich im Arbeitszimmer am PC getrunken. Anfangs noch aus Weingläsern. Als das auffiel, weil die Gläser im Schrank fehlten, bin ich auf Wassergläser ausgewichen. Zum Schluss habe ich direkt aus der Flasche getrunken und immer wieder neue Verstecke gesucht. Morgens war dann der erste Weg zum Glascontainer, um das Leergut zu entsorgen. Auf dem Rückweg von der Arbeit wurde dann Nachschub gekauft und ins Arbeitszimmer geschmuggelt. Im Laufe der Zeit habe ich mich von wenigen Gläsern pro Woche auf zwei Flaschen am Abend gesteigert. An manchen Tagen, wenn meine mal Frau verreist war, konnten es auch schon mal drei Flaschen werden.
Dass ich Alkoholiker bin, wurde mir schnell klar. Meine Widerstandskräfte waren nicht sehr groß. Ich konnte mal ein paar Tage nichts trinken, fiel aber schnell in alte Gewohnheiten zurück. Als ich dann anfing höhere Risiken einzugehen (Trinken schon während der Arbeitszeit, angetrunken Auto fahren …) wurde mir deutlich, dass ich dringend Hilfe brauche. Ich war kurz davor, mich über Anonyme Alkoholiker und Suchtberatung zu informieren, als ich auf das Buch „Alkohol-ade“ aufmerksam wurde. Ich habe es in zwei Tagen durchgelesen, habe die NEM bestellt und bin jetzt mit dem zweiten Monat gestartet. Für mich funktioniert das Programm außerordentlich gut. Bis auf einen Tag in der ersten Woche mit Übelkeit und Kopfschmerzen gab es keinerlei Entzugserscheinungen. Die Gedanken kreisen nicht mehr nur um Alkohol, das Verlangen nach dem Rausch tendiert gegen Null und körperlich fühle ich mich auch besser.
Nach wie vor bin ich auf der Hut vor Alkoholfallen. Aus Erfahrung weiß ich, dass es besonders dann gefährlich wird, wenn ich glaube alles im Griff zu haben (Zustand der unbegründeten Sicherheit).
Zum Glück habe ich gute Rahmenbedingungen: An Feiertagen und bei Familienfeiern gibt es selten Alkohol. Bei Betriebsfesten werden Nichtalkoholiker akzeptiert. Sie bleiben in der Regel nicht ganz so lange, weil irgendwann keine vernünftige Unterhaltung mehr möglich ist.
Ich habe immer viel Sport getrieben (Handball, Marathonlauf) und möchte wieder an alte Trainingsgewohnheiten anknüpfen.
Insofern sehe ich der Zukunft positiv entgegen. Es ist auch ermutigend im Forum zu lesen, wie viele Schwierigkeiten andere überwunden haben, um ein Leben ohne Alkohol zu führen.
Insofern herzlichen Dank für eure Recherchen und dieses wunderbare Buch sowie für die vielen hilfreichen Tipps aus dem Forum! Für mich war es sehr hilfreich!
Ja, wow, was für eine tolle Vorstellung. Herzlich Willkommen hier bei uns. Auch wenn Du ja - wie Du selbst schreibst - schon eine Weile dabei bist.
Mir persönlich bedeutet es immer sehr viel, wenn ich solch Erfolge lese. Jedes mal bedeutet das, dass wir ein wenig helfen konnten.
Schreib gerne mehr, vor allem vielleicht über Deine erste Zeit, die ja nun schon erfolgreich hinter Dir liegt. Wie Du auch lesen viele erstmal lange mit - denen hilfst dann auch Du.
Meine konkrete Frage wäre: Hast Du Dir für die ersten Tage frei genommen?
Fühl Dich weiter wohl bei uns
Liebe Grüße
Gaby
@trockendock Herzlich willkommen und Glückwunsch! Ich erkenne viele Facetten von mir wieder, außer dass ich den Weg in die Psychoklempnerei schon mehrfach erfolglos gegangen bin, bis ich das Buch erhielt und hier im Forum ganz zu Anfang als Betatester schon mitmachen durfte. Mit dem Programm bin ich augenblicklich und dauerhaft raus, so wie Du und ohne Suchtdruck o.ä.
Danke für die nette Rückmeldung.
Ich bin am Dienstag, den 30.09.21 mit dem Programm gestartet, weil ich da erst alle NEM vorrätig hatte. Den Zeitplan konnte ich gut ins Arbeitsleben integrieren. Den Kollegen habe ich erzählt, dass ich eine Kur mit Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln mache, weil meine Blutwerte nicht in Ordnung sind. Meine Frau ist natürlich informiert und unterstützt mich. Ab dem ersten Tag war erstaunlicherweise kein Suchtdruck mehr zu spüren. Es war kein Problem auf dem Rückweg am Supermarkt vorbeizufahren, ohne Wein zu kaufen. Im Laufe des dritten Tages entwickelten sich immer stärker werdende Kopfschmerzen verbunden mit Übelkeit und einmaligem Erbrechen. Von den Symptomen eher wie ein Migräneanfall, wäre aber der erste in 61 Jahren? Ich habe dann einen Tag mit den NEM pausiert. Interessanterweise keimte an diesem Tag dann der Gedanke auf, ich könnte doch heute ein wenig Wein trinken und dann morgen wieder erneut mit dem Programm starten. Es war aber nicht weiter schwierig, diesen Gedanken wieder zu verwerfen. In der ersten Woche hatte ich Probleme mit dem Schlafrhythmus. Ich konnte nicht so leicht einschlafen und wurde nachts in den frühen Morgenstunden wach. Weil Mr. Sandman‘s Magic Cocktail nicht zu bekommen war, habe ich noch Melatonin und Passionsblume bestellt und schlafe seitdem wunderbar. Durch den straffen Zeitplan des Protokolls blieb nur wenig Zeit über Alkohol nachzudenken und die ersten 30 Tage waren schnell vorüber. Jetzt bin ich seit zwei Tagen mit dem Programm für den zweiten Monat gestartet und brauche zusätzlich noch einige Reste aus dem ersten 30 Tagen auf.
Es ist schon erstaunlich, welche Parallelen sich erkennen lassen, wenn ich die Erfahrungsbericht im Forum lese. Im Moment habe ich das Gefühl, den Anfang vom Ausstieg geschafft zu haben. Auch wenn ich weiterhin achtsam sein muss, bin ich doch zuversichtlich, dass ich es schaffe ohne Alkohol ein erfülltes Leben (im Gegensatz zu einem abgefüllten Leben) führen zu können.
@trockendock Die Entspannung und dann das Abrutschen ins Regelmäßige scheint ein starkes Motiv zu sein, siehe sicherlich auch @rumpelheinzchen, @cairni oder @soberebel, um nur einige zu nennen. War es bei mir sicher auch.
@trockendock toll wie du das machst, ich finde so viele Ähnlichkeiten auch in meinem Leben, heute ist übrigens mein erster seit langem alkoholfreies Silvester, hat wunderbar geklappt, ausser dass ich schon früher zu Bett ging, das hab ich mir ausbedungen, mit Wein sitze ich gerne länger.
So wünsche ich dir weiterhin so viel Erfolg beim alkoholfreien Leben
Herzlich willkommen und danke für die Vorstellung. Auch ich habe gegen Erschöpfung, Angst, nicht zur Ruhe kommen und vieles andere angetrunken und ebenso wie du oft 2 Flaschen Wein getrunken. Ich bin froh, daß deine Frau dich unterstützt und du es ihr erzählt hast. Ich dachte nach deinem ersten Beitrag, du hättest es auch vor deiner Frau verheimlicht. Wenn man nahe ist und zusammen lebt bekommen das die anderen ohnehin mit. Ich merke es jetzt sofort wenn jemand was getrunken hat und so ging es den anderen wohl auch mit uns.
Fein, dass es dir so gut geht und du den ersten Monat schon hinter dir hast.
Halte uns auf dem laufenden wie es dir geht
Nina
@trockendock Herzlich Willkommen und herzlichen Glückwunsch zu deinem Erfolg . Ich habe nach 40 Jahren aufgehört zu trinken, mit Hilfe des Konzeptes war es erstaunlich einfach. Das mit dem Sport ist eine gute Idee, ich habe nach 4 Wochen Abstinenz angefangen mein Programm durchzuziehen, abgesehen von 12 kg Gewichtsverlust ist es für Geist und Körper das beste was du zur Unterstützung machen kannst. Viel Erfolg weiterhin.
@niki, @harley, @soberrebel, @ninafisch
Vielen Dank für eure aufmunternden Rückmeldungen und Glückwünsche. Wenn ich lese, wie lange ihr schon dabei seid, macht mir das Mut. Bei aller Ernsthaftigkeit der Problematik gelingt es mir sogar dem Programm eine lustige Seite abzugewinnen. Dass mein Urin sich durch überschüssige B-Vitamine neongelb färbte hat mich sehr amüsiert. Ich konnte nur noch nicht testen, ob er auch im Dunkeln leuchtet. Wenn ich im Stehen pinkle und dann auch noch im Dunkeln mit eingeschränkter Treffsicherheit, bekomme ich Ärger mit meiner Frau 😉





