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Hallo alle miteinander.

96 Beiträge
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2,898 Ansichten
(@dorothea02)
Mitglied
Nüchtern: 6 monate
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 62
Topic starter  

Hallo, ich bin Doro, 42 Jahre alt und habe wohl ein Problem mit dem Thema Alkohol sowie Angststörungen. Letzte Woche bin ich auf das Buch gestoßen und zum ersten Mal habe ich davon gelesen, dass es nicht meine Schuld ist, so schwach zu sein und nicht aufhören zu können. Heute kommt ein Teil meiner bestellten Nahrungsergänzungsmittel, seit letzten Samstag habe ich nichts mehr getrunken und möchte nun sehen wohin die Reise geht. Hoffentlich in die ewige Abstinenz. 



   
1
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gaby_guzek
(@gaby_guzek)
Illustrious Member Admin
Beigetreten: Vor 7 Jahren
Beiträge: 4333
 

@dorothea02 

Sei nicht so hart mit Dir. Du fängst nicht bei Tag 0 an. Du hast das ganze Wissen, die ganzen Erfahrungen aus der Abstinenz mit im Gepäck und Du hast auch bereits analysiert, wie es zu diesem einen Glas kam. 

Spätdiagnostiziert zu werden ist für viele Erwachsene mehr als ein Schlag in die Magengrube. Immer wieder das, was Du schreibst: "Endlich fügt sich ein Puzzle" gepaart mit der Wut "warum nicht früher?" und der Trauer "wie hätte mein Leben laufen können, wenn ...." 

Ich habe unter meinen Klienten viele mit ADHS. So einige habe ich erst drauf gebracht, sie haben sich auf meinen Rat hin testen lassen. 

Aus meiner Erfahrung kann ich Dir auch sagen: Der Kampf "gegen den Alkohol" ist nicht das, was jetzt vor Dir liegt. Vor Dir liegt jetzt, Dich ganz intensiv mit dem Thema ADHS zu beschäftigen und mit sogenannten Coping-Strategien (incl. eventuell Medikation, für viele ist Methylphenidat nun mal ein echter Game Changer, nicht für alle, aber viele). 

Wenn Du Dein ADHS wirklich verstehst, wenn Du verstehst, wie Du im Alltag damit umgehst und wie Du Dich selbst am besten handeln kannst, dann wird auch der Wunsch zu trinken nachlassen. Denn ADHSler trinken vor allem aus zwei biochemischen Gründen: Dopamin hochjubeln (daran hakt es) und Entspannung (weil der Kopf den ganzen Tag brummt und völlig überfordert ist, weil er die Reize nicht filtern kann). 

Du bist (auch damit) nicht allein! Such Dir am besten eine Selbsthilfegruppe und staune, wie sich auch beim Thema ADHS die Geschichten gleichen. Das ist nicht anders als hier beim Thema Alkohol. 

Alles Liebe

Gaby



   
🖐
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birgitta
(@birgitta)
Mitglied
Nüchtern: 1 jahr
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 612
 

@dorothea02 

Liebe Doro,

ich freu mich einfach dolle, dass Du wieder da bist🤗

Ich bin auch felsenfest überzeugt, dass Du Deinen Weg gut und gefestigt weiter gehen wirst! 

Halt mit mehr Wissen und Erfahrungen im Gepäck.

Herzlich Willkommen zurück, Birgitta🤗



   
1
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(@dorothea02)
Mitglied
Nüchtern: 6 monate
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 62
Topic starter  

@gaby_guzek  genau dass ist es eigentlich. Ich habe immer getrunken entweder um ein Gefühl zu verstärken oder um runterzukommen. Dass hat mein Mann z.b. auch nie verstanden, wir hatten einen total schönen entspannten Tag manchmal inklusive Ausflug und es ist nichts vorgefallen, ich muss aber um mich wirklich darüber freuen zu können etwas trinken. Umgekehrt ist es genauso, Stress gehabt, der Kopf ist voll, was hilft jetzt vermeintlich, trinken. 

Dann bin ich ja auch schon 3 x wegen der Hypochondrie in Therapie gewesen und wunderte mich immer, wieso eine kognitive Verhaltenstherapie so rein gar nichts bringt und niemand mal auf die Idee gekommen ist, warum sie nicht anschlägt. Weil es vermutlich der falsche Ansatz war und man ja nichts therapieren kann, was eigentlich nicht das Problem ist.

Und ich denke halt viel über meine Kindheit nach. Die Anzeichen war nicht nur latent und unterschwellig da sondern blinkten eigentlich wie eine Leuchtreklame neongelb und kreischend hervor.....Und niemand hat auch nur im Ansatz mal reagiert. 

Ich bekomme noch keine Medikamente habe mir aber L Tryptophan bestellt, dass wirkt ähnlich wie GABA oder Melatonin, hat aber den Nebeneffekt, dass es nicht nur beruhigt sondern auch die allgemeine Stimmung aufhellt (hat mir jemand aus einer ADHS Gruppe auf FB empfohlen). Mal gucken was es bringt und ich den Weg nun weitergestalte.



   
👏
1
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(@dorothea02)
Mitglied
Nüchtern: 6 monate
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 62
Topic starter  

@birgitta  danke Dir. Obwohl es ja eigentlich besser gewesen wäre, wenn ich es geschafft hätte abstinent zu bleiben.



   
😎
1
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gaby_guzek
(@gaby_guzek)
Illustrious Member Admin
Beigetreten: Vor 7 Jahren
Beiträge: 4333
 

@dorothea02 

Tryptophan wird Dir nichr so wahnsinnig viel bringen. Es wirkt auch nicht "ähnlich wie GABA oder Melatonin." Tryptophan ist die Vorstufe von Serotonin. Das beruhigt nicht. Und: Damit haben ADHSler nur sekundär ein Thema. Wenn überhaupt.

GABA hingegen ist für ADHSler häufig ein Segen, weil dieses "Brummen im Kopf" vom Glutamat kommt, das bei Euch überschießt. GABA ist der Gegenspieler. 

Und Melatonin ist ein schlaf-anstoßendes Hormon. Wieder was ganz anderes. Da geht einiges durcheinander ...

Ansonsten ist bei ADHS Fischöl (hoch dosiert), Cholin, Taurin, Magnesium und Theanin eine super Kombi. 

Liebe Grüße

Gaby



   
🖐
👏
2
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(@elfriede)
Mitglied
Nüchtern: 9 monate
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 43
 

Liebe Dorothea, 

sei dankbar dafür, besser spät als nie. Ich gehöre auch dazu. Ich bin selbst durch die Diagnose bei meiner Tochter darauf gestoßen. Sie hat ADHS vom Träumertyp. Das ist über 20 Jahre her. Damals wurden 1. Der Träumertyp überhaupt gar nicht wahr genommen. Man hatte nur ADHS wenn man hyperaktiv war und ein Junge. 2. hieß es im Alter verwächst es... völliger Blödsinn und 3. Gab es deswegen für Erwachsene keine verschreibungspflichtigen Medikamente die von den Kassen bezahlt wurden. 4. Kaum Ärzte oder Therapeuten die Erwachsene behandelt haben. Ich bin damals 1,5 Std zu meinem Therapeuten gefahren, also hin und zurück jedesmal 3 Stunden. Ich wollte damals unbedingt meine Ausbildung schaffen. Als ich damit fertig war bin ich nicht mehr hin und hab gedacht das kriege ich jetzt auch so hin. Hab dann auch erstmal wg.der Kinder in Teilzeit gearbeitet. Mich holt das aber jetzt wo ich keinen Alkohol mehr trinke alles wieder ein. Vorher mit Alkohol vieles "weggetrunken" Ich habe mehrere Hörbücher gehört die mich da wieder drauf aufmerksam gemacht haben und das gehe ich gerade an. Ich konnte mir meine Unterlagen zukommen lassen und habe jetzt vor Ort meinen Therapeuten wieder aktiviert. Er hat damals kein ADHS behandelt. Ich kann dir das Hörbuch Hirngespinste von Lisa Vogel und Weibliche AD(H)S von Astrid Neuy-Lobkowicz an Herz legen. Mir hat es viele AHA Momente gebracht und geholfen es als Chance und positiv zu sehen. Ich habe viele Suchtprobleme Alkohol,  Internet und Einkaufen. Das hängt alles miteinander zusammen. Ich warte noch auf meinen Termin im Oktober. Ich hoffe auf unterstützende Medikamente um mit mir und meinem Kaos leben zu können. Ich bin völlig ausgebrannt weil mein Kopf immer so voll ist. Deswegen auch immer der Griff zum Alkohol. Ich drücke Dir die Daumen. Lass Dich behandeln und hör Dich mal um. ADHS haben so viele und leider auch oft nicht behandelt. Man kann leider auch nicht mit jedem offen darüber reden, ist fast wie mit dem Alkohol wo behauptet wird es ist alles eine Willens oder Erziehungssache. Hier im Forum geht es Gott sei dank.

Fühl Dich gedrückt.


Dieser Beitrag wurde geändert Vor 6 Monaten durch elfriede

   
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