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Guude aus Mittelhessen!
Sehr schön, dass es solche Foren gibt und man so nicht ganz alleine ist. Zu mir:
57 Jahre, männlich und seit dem 21.12.2021 nüchtern mit einem 3 tägigen Vorfall im Oktober 2023.
Ich hab seit frühster Jugend regelmäßig und eigentlich immer auch bis zum Absturz getrunken. Motto war „Halb besoffen ist raus geschmissenes Geld“. Partys ohne Alk waren unmöglich, wenig Alk einigermaßen und wenn alle sich abschießen war die Party richtig gut. Ebenso hab ich die Menschen-wenn auch unbewusst- so eingeteilt. Die, die nichts trinken hab ich gar nicht wahrgenommen oder für langweilig gehalten, die, die mal einen getrunken waren ganz OK und die, die ordentlich zugelangt haben und auch am nächsten Tag einen Frühschoppen gemacht haben, waren voll in Ordnung. Ich hab vierzig Jahre viel getrunken und auch gern getrunken, es hat funktioniert. War immer an der Arbeit und hab Alkbedingt nie gefehlt. Manchmal wäre es aber besser gewesen, wenn ich zuhause geblieben wäre.
Ab 2019 kippte das ganze dann aber. Gemerkt hab ich das zuerst im Urlaub, wo der Alk viel wichtiger war als das ganze drumherum. Und das war so schade! Das war in Alaska und Yukon und ich Depp hab mich nur um den Alk gesorgt. Dann kam Corona und Homeoffice und das gab den nächsten Schub. Ich hab zuletzt ungefähr 10 Kisten (20 x 0,5l) Bier im Monat getrunken. Ich hab mir überlegt, Wodka zu kaufen um die Logistik einfacher zu machen und um nicht Sonntagmorgen die Tankstellen abzuklappern und Bier zu kaufen. Körperlich wurde es da schlimmer, Herzrasen, Herzhämmern, Schwitzen, fahrig sein, Trockenkotzen und Galle erbrechen. Morgens zwei Bier reinpressen um auf Normallevel zu sein. Morgens Bier aber nur wenn ich frei hatte.
Ende 2023 bin ich zur Suchtberatung und hatte 2024 eine ambulante Therapie. Ich bin nüchtern, aber weit weg von glücklich. Immer wieder führe ich innere Diskussion mit mir „Alk ja oder nein. Vor und Nachteile“. Ich vermisse schon die Tage und Nächte mit meinen Freuden und den Spaß den wir definitiv hatten mit Alk. Das fehlt mir. Und meine Bekannten sind keine groben Alkoholiker, sonder trinken noch so, wie ich es auch 40 Jahre eigentlich ganz gut hinbekommen habe. Ich will auch nicht mehr zurück zum Alk, aber bißchen mehr Freude, Motivation und Spaß im Leben hätt ich schon gern. Alles in meinen Leben hatte immer mit Alk zu tun. Beide Bücher von Frau Guzek habe ich gelesen und viel daraus gelernt, aber der sog. Gamechanger war es leider auch nicht.
Das war nun doch viel mehr Text als ich eigentlich schreiben wollte. Vielen Dank fürs durchlesen.
Grüße
Marcus
@paterfelix ich denke das ist wirklich sehr individuell, bei jedem....es ist schwierig wenn alle auf der " rosa Wolke " schweben, die kann man aber nicht erzwingen und man versteht die " Welt " nicht mehr....JETZT zu diesem Zeitpunkt nach über 2 Jahren kann ich es sagen,seid einem Jahr.
Bei mir waren es aber auch 2 Jahrzente wo ich es gelinde gesagt" übertrieben" habe, vielleicht braucht das Gehirn einfach,bei manchen Menschen ,länger,um das " erlebte" zu verarbeiten.





