Stammt der Durst aus dem Darm?

Eine neue Studie förderte etwas sehr Ungewöhnliches zu Tage: Das Craving von Alkoholikern lässt sich durch bestimmte Bakterien lindern, die man im Darm der Betroffenen ansiedelt.

Forscher untersuchten dazu 20 schwere Alkoholiker, die auch bereits an Leberzirrhose litten. 10 von ihnen ließen sie Bakterien vom Stamm Lachnospiraceae und Ruminococcaceae schlucken, die anderen erhielten einen Placebo.

Erstaunliches Ergebnis: Bei quasi allen Teilnehmern, die die Bakterien erhielten, sank das Craving und sie tranken auch wirklich deutlich weniger. Nicht nur das: Die Betroffenen konnten sich besser konzentrieren, hatten mehr Lebensqualität und fühlten sich insgesamt wohler. An der Studie hatten zwar nur 20 Menschen teilgenommen, ihr Studiendesign aber ist doppelblind und randomisiert. Das sind in der Forschung hohe Standards.

Keime vom Stamm Lachnospiraceae sind schon länger bekannt. Sie produzieren im Darm kurzkettige Fettsäuren, die unter anderem Entzündungen hemmen und deshalb vor Darmkrebs schützen sollen. Unter anderem produzieren sie auch Buttersäure – ein Grundbaustein für den beruhigenden Neurotransmitter GABA, also die Gammaaminobuttersäure.

Kleiner Hinweis in eigener Sache: Wir haben bereits im Buch einen kleinen Abschnitt „Stammt der Durst aus dem Darm?“. Diese Studie ist ein weiterer Hinweis darauf, dass wir uns hier vielleicht erst ganz am Anfang der Forschung befinden, die völlig neue Therapieansätze beim Alkoholismus erbringen könnte.

Die Studie erschien in der Fachzeitschrift „Hepatology“.

Auch bei anderen Erkrankungen wie Depressionen oder sogar Schizophrenie mehren sich die Hinweise darauf, dass die so genannte Darmökologie hier eine entscheidende Rolle spielt. Wissenschaftlich Interessierte finden mehr zur Schizophrenie und Darm hier (über 200 wissenschaftliche Arbeiten).

Zu Depression und Darmökologie hier (über 900 wissenschaftliche Arbeiten) 

Bild von Alicia Harper auf Pixabay

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