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Warum Ex-Trinker oft müde, nervös und gereizt bleiben – die unterschätzte Rolle von Vitaminmangel

Halb-symbolische Darstellung: Ein Kopf in Seitenansicht, dessen Gehirn als leuchtendes Geflecht dargestellt ist. In dieses Netz fließen bunte Linien oder Lichtströme, die aus Obst, Gemüse und Kapseln stammen.

Wer mit dem Trinken aufhört, erwartet meist, dass sich Körper und Kopf schnell erholen. Doch viele kämpfen monate- oder sogar jahrelang mit Erschöpfung, innerer Unruhe, Schlafstörungen oder Stimmungstiefs – obwohl sie seit Langem trocken sind. Der häufige (und oft übersehene) Grund: massiver Nährstoffmangel durch jahrelangen Alkoholkonsum. Gezieltes Auffüllen von Vitaminen (vor allem B1, B6, B12, Folsäure, Magnesium & Co.) kann Gehirn, Nerven und Psyche spürbar schneller regenerieren helfen. Kein Rückfall, sondern Biologie – und die lässt sich reparieren.

Von Dr. med. Bernd Guzek

Nährstoffdefizite beeinflussen das Denken, Fühlen und Handeln bei Alkoholabhängigkeit

Wer lange trinkt, schädigt nicht nur Leber und Nerven, sondern entzieht seinem Körper schleichend die Stoffe, die er zum Denken, Fühlen und Regenerieren braucht. Der Alkohol ersetzt Mahlzeiten, stört die Aufnahme im Darm und erhöht gleichzeitig den Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Das Resultat ist ein körperliches Defizit, das sich bis in die Psyche hinein bemerkbar macht – oft lange, bevor organische Schäden sichtbar werden.

Viele Betroffene erleben dann eine Mischung aus Erschöpfung, innerer Unruhe, Stimmungsschwankungen oder Antriebslosigkeit. Was wie „Depression“ oder „Post-Entzugs-Blues“ aussieht, ist häufig die direkte Folge eines entgleisten Stoffwechsels: Dem Gehirn fehlt schlicht das biochemische Rüstzeug, um klar zu funktionieren. Thiamin, Folsäure, Vitamin B12, Niacin und Vitamin C sind an zahllosen Schaltstellen beteiligt – von der Energiegewinnung bis zur Bildung von Serotonin und Dopamin.

Das erklärt auch, warum sich nach dem Alkoholstopp so vieles erst bessert, wenn die Speicher wieder gefüllt sind: Zahnfleischbluten verschwindet, Schlaf und Stimmung stabilisieren sich, die Konzentration kehrt zurück. Die körperliche Basis ist damit wieder so weit hergestellt, dass die sprechende Medizin greifen kann – Therapie, Coaching oder Selbsthilfe werden plötzlich wirksam, weil das Gehirn wieder reagiert.

Unser Ansatz folgt dieser einfachen, aber oft übersehenen Logik:

Wenn man den Körper ernährt, erreicht man die Seele besser.

Im Folgenden stellen wir Euch einige der wichtigsten Nährstoffe und ihren Einfluss bei Alkoholabhängigkeit vor.

Thiamin (Vitamin B1) – Energie für Gehirn und Herz

Thiamin ist das bekannteste Mangel-Vitamin bei Alkoholabhängigkeit. Der Körper kann es kaum speichern, Alkohol hemmt die Aufnahme, es wird bei der Entgiftung verbraucht, und viele Betroffene nehmen zu wenig davon über die Nahrung auf. Fehlt B1, funktioniert der Zuckerstoffwechsel in Nervenzellen nicht mehr richtig – das Gehirn läuft sprichwörtlich auf den Felgen.

Die Folgen beginnen bei Müdigkeit und Reizbarkeit, setzen sich über Schlafstörungen fort und enden, wenn niemand eingreift, mit massiven neurologischen Ausfällen wie bei der Wernicke-Enzephalopathie oder dem Korsakow-Syndrom. Die Ursache: Der Mangel an Vitamin B1 stört den Kohlehydrat-Stoffwechsel im Gehirn. In der Folge kommt es zu Wassereinlagerungen, später kommt es zu Einblutung und der Bildung kleiner Gefäße an einigen Stellen des Gehirns (Kapillaren) – diese Gehirnteile werden dadurch unwiderbringlich zerstört.


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Auch das Herz ist betroffen: Thiaminmangel kann an der Entstehung einer alkoholischen Kardiomyopathie mitwirken – also einer durch Alkohol und Mangelernährung geschwächten Herzmuskulatur. Die Muskelzellen verlieren dabei ihre Kraft, das Herz wird träge und pumpt weniger effektiv. Manche Betroffene bemerken das zuerst an schneller Ermüdung, Kurzatmigkeit oder Schwindel. In schweren Fällen kann sich zusätzlich eine sogenannte Myopathie entwickeln – eine allgemeine Muskelschwäche, die nicht nur das Herz, sondern auch Arme und Beine betrifft.

In der Entzugsbehandlung gilt Thiamin als Pflichtbaustein, idealerweise schon vor der ersten Glukoseinfusion. Auch ambulant sollte es in den ersten Monaten nach Abstinenzbeginn regelmäßig ergänzt werden. Wer noch trinkt, sollte B1 unbedingt nehmen, bevor Schäden auftreten. Wernicke-Enzephalopathie oder dem Korsakow-Syndrom sind alles andere als harmlos, aber meist zu vermeiden.

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Wenn Du noch trinkst: Diese Vitamine können trotzdem wichtig für Dich sein

Klar, das Beste ist, den Alkohol ganz wegzulassen. Nicht jeder schafft das aber sofort. Wenn Du dazu gehörst, kann es sinnvoll sein, Dich mit dem Thema Nährstoffe zu beschäftigen. Einige Vitamine – besonders Vitamin B1 (Thiamin) – sind auch dann wichtig, wenn Du noch trinkst. Ein schwerer Mangel kann bleibende Schäden verursachen: Beim Wernicke-Korsakow-Syndrom werden Hirnareale zerstört, die sich nicht wiederherstellen lassen. Sprich mit Deinem Arzt. Vitamin B1 früh zu ergänzen kann bleibende Schäden verhindern.


Folsäure und Vitamin B12 – die stillen Stimmungsmacher

Folsäure (Vitamin B9) und Vitamin B12 sind unentbehrlich für die Zellteilung, Blutbildung und die Herstellung von Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin. Beide Mängel treten bei Alkoholabhängigkeit häufig gemeinsam auf, weil sie über ähnliche Stoffwechselwege laufen und durch Entzündungen im Darm oder Lebererkrankungen schlecht aufgenommen werden.

Die Symptome sind oft unspezifisch: Antriebslosigkeit, Reizbarkeit, depressive Verstimmung, Vergesslichkeit oder eine auffallende geistige Verlangsamung. Viele angeblich „depressive“ oder „kognitive“ Beschwerden im Entzug oder auch schon vorher bessern sich deutlich, wenn die Speicher wieder gefüllt sind.

Besonders wichtig ist die Kontrolle von Homocystein, das bei B12- oder Folsäuremangel ansteigt und sowohl Gefäße als auch Nerven belastet. Für die Substitution genügen meist niedrige Dosen, entscheidend ist die Kombination beider Vitamine.


Niacin (Vitamin B3) – der vergessene Schlüssel zur Klarheit

Schon der Gründer der Anonymen Alkoholiker, Bill W., setzte Vitamin B3 beim Alkoholentzug ein – hier findest Du einen eigenen Beitrag nur dazu. Niacin ist die Vorstufe von NAD/NADH, also jenen Coenzymen, die den Energiestoffwechsel jeder Zelle antreiben. Alkohol verbraucht bei der Entgiftung große Mengen davon, bei chronischem Konsum kann es zu einem Niacinmangel kommen, der Energiestoffwechsel der Zellen läuft nur noch auf absoluter Sparflamme.

Klassisch ist Pellagra mit ihren drei Symptomen Hautveränderungen, Durchfällen und Demenz. In der modernen Medizin begegnet man eher den milderen Formen: Gereiztheit, Konzentrationsstörungen, Schlafprobleme, Angst oder depressive Symptome.

Niacin stabilisiert die Zellatmung und reduziert oxidativen Stress im Gehirn. Auch wenn eine voll ausgebildete Pellagra selten ist, profitieren viele Betroffene von einer Substitution – besonders in der frühen Regenerationsphase nach Entzug.


Vitamin C – der unterschätzte Reparaturfaktor

Vitamin C ist bei Alkoholabhängigen oft drastisch erniedrigt. Schlechte Ernährung, entzündete Magenschleimhaut, Entgiftung und oxidative Belastung zehren die Speicher rasch auf. Dabei ist Ascorbinsäure für Gehirn und Psyche weit mehr als ein Antioxidans: Sie wird für die Bildung von Noradrenalin benötigt, schützt Nervenzellen vor oxidativem Stress und beeinflusst die Stresshormon-Achse.

Ein Mangel macht sich früh durch Müdigkeit, Stimmungstiefs, Zahnfleischbluten oder schlechte Wundheilung bemerkbar. In ausgeprägteren Fällen entzündet sich das Zahnfleisch, die Haut wird empfindlich, und kleine Blutungen treten leichter auf – klassische Zeichen eines beginnenden Skorbut, der alten Seefahrerkrankheit. In Studien besserten sich nach Vitamin-C-Gabe nicht nur körperliche, sondern auch emotionale Symptome.

In der Praxis genügt es meist, den Mangel konsequent zu beheben – ob durch Ernährung oder Ergänzung. Viele berichten schon nach wenigen Tagen über mehr Energie und ein klareres Empfinden.


Vitamin D – das unterschätzte Sonnenvitamin

Vitamin D war lange nur für Knochenstoffwechsel und Immunsystem bekannt, rückt aber zunehmend auch bei Suchterkrankungen in den Fokus. Menschen mit Alkoholabhängigkeit haben auffallend häufig niedrige Vitamin-D-Spiegel. Das liegt einerseits an mangelnder Ernährung, Leberfunktionsstörungen und wenig Sonnenexposition, andererseits an biochemischen Wechselwirkungen: Vitamin D steuert im Gehirn Gene, die für Dopamin- und Serotoninsignalwege wichtig sind – also genau jene Systeme, die auch bei Sucht, Stimmung und Motivation eine Rolle spielen.

Ob ein Mangel selbst suchtfördernd wirken kann, ist wissenschaftlich noch offen. Einige Forscher sehen darin eine mögliche Mitursache, andere halten ihn eher für eine Folge des Alkoholkonsums. Sicher ist aber: Ein ausgeglichener Vitamin-D-Status verbessert das allgemeine Wohlbefinden, reduziert Entzündungen und stabilisiert die Stimmung – alles Faktoren, die den Weg aus der Abhängigkeit unterstützen können.


Mangel erkennen, Speicher auffüllen – einfache Schritte mit großer Wirkung

Die meisten dieser Defizite lassen sich leicht erfassen: Blutbild, Thiamin- und Folsäurestatus, Vitamin B12, Vitamin D und ein einfacher Vitamin-C-Wert geben einen guten Überblick. Bei schweren oder langen Abhängigkeitsverläufen lohnt es sich, diese Parameter regelmäßig zu kontrollieren – besonders in den ersten Monaten der Abstinenz.

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Ergänzungen müssen nicht hochdosiert sein, wichtiger ist die Kombination und die Dauer. Bei Thiamin wird in der Akutphase hoch dosiert, danach reicht meist eine Erhaltungsdosis. Folsäure, B12 und Vitamin C können parallel eingenommen werden, Vitamin D nach Spiegelbestimmung. Entscheidend ist, dass die körperliche Regeneration den psychischen Heilungsprozess trägt – nicht umgekehrt.


Fazit

Mangelzustände sind bei Alkoholabhängigkeit keine Nebensache, sondern oft der unsichtbare Motor vieler Beschwerden. Sie beeinflussen Stimmung, Antrieb, Schlaf und Wahrnehmung – und damit genau jene Bereiche, in denen Rückfälle entstehen. Wer sie erkennt und gezielt ausgleicht, stärkt Körper und Psyche zugleich.

FAQ – häufig gestellte Fragen


Welche Blutwerte sind bei Alkoholabhängigkeit besonders wichtig?

Thiamin (Vitamin B1), Folat, Vitamin B12, Vitamin D und Vitamin C gehören zu den wichtigsten Parametern. Bei längerem Konsum sollte auch Homocystein überprüft werden, da es auf funktionelle Mängel hinweist.

Wie schnell bessern sich Symptome nach Substitution?

Oft innerhalb weniger Tage: Vitamin C steigert die Energie, Thiamin hellt Stimmung und Konzentration auf, Folsäure und B12 stabilisieren das psychische Gleichgewicht. Bei chronischen Defiziten kann die vollständige Regeneration Wochen dauern.

Kann man diese Vitamine einfach selbst einnehmen?

Bei leichten Mängeln ja – am besten nach Rücksprache mit Arzt oder Therapeut. Wichtig ist eine gute Grundversorgung und die Beobachtung, ob sich Befinden und Schlaf verbessern. In schweren Fällen, besonders bei Entzug oder Lebererkrankung, sollte die Substitution ärztlich begleitet werden.

Was ist die wichtigste Regel bei Entgiftung und Ernährung?

Erst den Körper ernähren, dann die Seele erreichen – das ist der Kern. Wenn Nährstoffspeicher wieder gefüllt sind, arbeitet das Gehirn klarer und die sprechende Medizin kann wirken.


Literatur zum Thema Vitaminmangel bei Alkoholkrankheit

  1. Ham BJ, et al. Psychiatric Implications of Nutritional Deficiencies in Alcoholism (2005). Link
    Umfassender Überblick zu Mikronährstoffmängeln bei Alkoholabhängigkeit und deren psychiatrischen Folgen. Beschreibt Thiamin, Folat, B12, Niacin und Vitamin C als zentrale Knotenpunkte. Betont, dass Mangelernährung psychische Symptome verstärken oder imitieren kann. Dient als historische Basis und Vergleichsfolie für neuere Arbeiten.

  2. Lim DJ, et al. Vitamin C and alcohol: a call to action (2019). Link
    Review zur hohen Prävalenz von Vitamin-C-Mangel bei Menschen mit Alkoholgebrauchsstörung. Diskutiert Mechanismen über oxidativen Stress und Neurotransmission. Plädiert für systematisches Screening und Substitution. Setzt damit einen stärkeren Fokus auf Vitamin C jenseits klassischer B-Vitamine.

  3. Marik PE, et al. Vitamin C deficiency is common in alcohol use disorders (2019). Link
    Prospektive Daten mit hoher Rate an Vitamin-C-Unterversorgung bei AUD-Patienten. Zeigt Zusammenhänge zu kognitiver Beeinträchtigung und Delirrisiko. Liefert klinische Argumente für frühe Substitution. Praktisch relevant für Akutversorgung und Entzugsphase.

  4. Wiley KD. Thiamine Deficiency (StatPearls, 2023). Link
    Aktuelle Übersicht zu Ursachen, Klinik und Therapie des Thiaminmangels. Erklärt Pathophysiologie von Wernicke-Enzephalopathie und Korsakow. Unterstreicht das Prinzip Thiamin zuerst in der Akutmedizin. Nützlich für klare Behandlungspfade.

  5. Koike H. Myopathy in thiamine deficiency: Analysis of a case (2006). Link
    Fallbeschreibung einer Thiaminmangel-Myopathie mit neurologischen Begleitsymptomen. Zeigt gute Ansprechbarkeit auf Thiamintherapie. Verknüpft Herz- und Skelettmuskelaspekte mit Energiestoffwechsel. Liefert anschauliches klinisches Beispiel.

  6. Stotts MJ, Peterson BD. Treating Nutritional Deficiencies of Alcohol Withdrawal (2021). Link
    Praxisnahe Empfehlungen zur Nährstoffgabe im Alkoholentzug. Betonung von Thiamin vor Glukose sowie Folat und Mineralstoffen. Geht auf Laborzeiten und realistische Abläufe ein. Gut geeignet für Checklisten und Protokolle.

  7. Sandoval C, et al. Vitamin Supplements as a Nutritional Strategy against Alcohol-Induced Deficits (2022). Link
    Betrachtet mehrere Vitamine als Gegenstrategie zu alkoholbedingten Defiziten. Diskutiert antioxidative und antiinflammatorische Effekte. Liefert biochemische Plausibilität für kombinierte Substitution. Nützlich für den übergreifenden Ernährungsblock.

  8. Banjac Baljak V, et al. Association between Vitamin D and Cognitive Deficiency in Alcohol Dependence (2022). Link
    Fall-Kontroll-Studie mit niedrigeren Vitamin-D-Spiegeln bei kognitiv beeinträchtigten AUD-Patienten. Zeigt eine statistische Assoziation, keine Kausalität. Stützt den kurzen Exkurs zu Vitamin D und Kognition. Weist auf potenzielle Relevanz in der Nachsorge hin.

  9. Neupane SP. Vitamin D deficiency in alcohol-use disorders and its relation to liver disease (2013). Link
    Zeigt eine hohe Prävalenz von Vitamin-D-Mangel bei AUD und den Bezug zum Leberstatus. Ordnet Vitamin D als Marker für Schweregrad ein. Unterstützt Screeninggedanken auch ohne direkte psychiatrische Endpunkte. Ergänzt den Systemblick auf Mangel.

  10. Koike H. The Significance of Folate Deficiency in Alcoholic and Nutritional Neuropathies (2012). Link
    Fallbasierte Evidenz für die Rolle von Folatmangel in Neuropathien bei Alkoholkranken. Beschreibt klinische Besserung unter Folatgabe. Verbindet hämatologische mit neurologischen Parametern. Praktisch für den Abschnitt zu Folat/B12.

  11. Uździcki AW, et al. The role of vitamin and microelement supplementation in alcohol misuse (2022). Link
    Überblick zur Häufigkeit von Vitamin- und Spurenelementdefiziten in stationären Settings. Berichtet hohe Raten für Folat und relevante Anteile für B12. Diskutiert Supplementationsstrategien in der Praxis. Hilfreich für den Screening- und Therapieabschnitt.

  12. McLean C, et al. Malnutrition, Nutritional Deficiency and Alcohol (2024). Link
    Aktuelle Übersicht aus der Allgemeinmedizin mit Fokus auf früher Erkennung. Betont, dass Mängel schon vor manifester Lebererkrankung auftreten. Liefert klare Empfehlungen für Hausärzte und Erstkontakt. Gute Basis für patientennahe Kommunikation.

  13. Ahmed A, et al. Beyond the Bottle: Niacin Deficiency and Chronic Alcoholism (2023). Link
    Zeigt, wie Alkohol langfristig einen funktionellen Niacinmangel begünstigt. Diskutiert neurologische, dermatologische und psychische Symptome einer Pellagra. Hebt die diagnostische Bedeutung von Niacin im Kontext von Alkoholismus hervor. Liefert klinische Plausibilität für die Integration in die Mangel-Diagnostik.

  14. Yogi TN, et al. Alcoholic Pellagrous Encephalopathy: A Case Report (2024). Link
    Beschreibt eine seltene, aber schwerwiegende Niacinmangel-Enzephalopathie bei Alkoholabhängigkeit. Symptomatik mit Halluzinationen, kognitiver Störung und Hautveränderungen. Zeigt, dass Pellagra-ähnliche Zustände auch heute noch vorkommen. Unterstreicht die Notwendigkeit frühzeitiger Vitaminprüfung.

  15. Domínguez F, et al. Alcoholic cardiomyopathy: an update (2024). Link
    Umfangreicher Review zur alkoholischen Kardiomyopathie. Diskutiert neben der direkten Alkoholtoxizität auch den Beitrag von Thiaminmangel. Betont präventive Bedeutung von Ernährung und Substitution. Starke Grundlage für den Herz-Abschnitt im Blogtext.

  16. Ritorto G, et al. The Pivotal Role of Thiamine Supplementation in Cardiovascular and Metabolic Protection (2025). Link
    Aktueller Review zu Thiamin in Herz- und Stoffwechselprozessen. Zeigt, wie B1 antioxidativ, gefäßschützend und metabolisch regulierend wirkt. Liefert biochemische Argumente für präventive Gabe bei Risikogruppen. Ideal zur Ergänzung des Kardiomyopathie-Themas.

  17. Dong Z, et al. L-shaped association of thiamine intake and risk for peripheral artery disease (2024). Link
    Beobachtungsstudie zur Beziehung zwischen Thiaminaufnahme und Gefäßgesundheit. Zeigt ein erhöhtes Risiko bei sehr niedriger B1-Zufuhr. Bestätigt die systemische Bedeutung von Thiaminmangel. Stützt die Verbindung zwischen Ernährung, Gefäßen und Alkoholschäden.

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Arzt, Autor, Angehöriger & Mitbegründer von Alkohol adé

Dr. med. Bernd Guzek

Arzt, Autor, Angehöriger & Mitbegründer von Alkohol adé

Beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den biochemischen Grundlagen von Sucht und Hirnstoffwechselstörungen sowie deren Beeinflussung durch Nährstoffe.


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