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Corona: Immer mehr Klinikpatienten rutschen in den kalten Entzug

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Alkoholiker, die aufgrund einer anderen Erkrankung wie etwa einer Verletzung ins Krankenhaus kommen, rutschen dort leicht in ein Entzugssyndrom. In den USA ist ihre Zahl geradezu durch die Decke gegangen, fand jetzt eine Studie heraus.

Um satte 34 Prozent schnellte dieses Phänomen nach oben. Besonders deutlich war der Effekt jeweils zum Ende der Lockdown-Phasen und noch einige Zeit darüber hinaus.

Als mögliche Gründe nennen die Forscher einen erhöhten Alkoholkonsum aufgrund von Stress und Zukunftsängsten in diesen Corona-Perioden. Hinzu kämen auch allgemeine Probleme mit der eigenen Gesundheitsversorgung. Viele Amerikaner konnten aufgrund der Krise ihre Krankenversicherungen nicht mehr bezahlen und sich deshalb keine Hilfe gegen ihren Alkoholkonsum suchen.

Die Autoren der Studie warnen, dass dieses Phänomen sich noch weiter verschlimmern könnte und drängen Krankenhausärzte, verstärkt auf Anzeichen eines Alkoholentzugssyndroms bei ihren Patienten zu achten. Denn dies sei nicht immer gegeben, aber gefährlich für die Betroffenen.



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Alcohol Withdrawal Rates in Hospitalized Patients During the COVID-19 Pandemic

Bild von Parentingupstream auf Pixabay

14 Gedanken zu „Corona: Immer mehr Klinikpatienten rutschen in den kalten Entzug“

    1. @harley Das passiert. Mehr als einmal erlebt, dass Patienten unauffällig zu geplanten Eingriffen in die Klinik kommen, kein Wort zu ihrem Alkoholproblem sagen, sie auch vom Habitus keinen Grund zum Verdacht geben. Und dann läuft der geplante Eingriff ganz anders ab, bzw. erst einmal gar nicht.

      Auch dass eine Alkoholvorrat im Nachtschrank oder sonstwo auffällt kommt vor …

       

      Viele Grüße, Bernd

      1. @admin DAS genau ist auch eine befreiende Begleiterscheinung derAbstinenz.
        Was hatte ich früher immer einen Schiß, mal spontan ins Krankenhaus zu müssen, und dann alles auffliegt…alleine schon wegen der Leberwerte und so.
        Das ist jetzt nicht mehr so. Und das ist einfach schön!
        LG, Josefin

        1. @josefin
          Wie gut, dass du mich daran erinnerst. Das war auch eine meiner Horrorvorstellungen. Vor jeder geplanten Operation (und da gab es einige) legte ich ein paar Wochen Abstinenz ein. Aber dann der Gedanke, es käme was überraschend und die Narkose wirkt nicht richtig? Mit was für Ängsten haben wir uns rumschlagen müssen. Und das fällt weg! Jipp jpp hurra!

  1. ich hatte da wohl immer Glück gehabt… Vor meiner Schulteroperation mit unfallbedingt 3 abgerissenen Sehnen, vor allem aber vor meiner Bypassoperation in der Bonner Uniklinik hatte ich dermaßen Schiss, daß ich mir RICHTIG Mut angetrunken habe. Zusätzlich hatte ich mir eine Medikation mit Dormikum gegönnt, was im Volksmund ja auch unter der Scheißegalspritze bekannt ist… das nahm ich auch gern vor einem Zahnarztbesuch (da allerdings immer nur einmalig und nicht wie vor der Herz-OP für 2 Wochen.
    Erstaunt war der Anästhesist allerdings schon über den Verlauf der Narkose, weil ich wohl ständig den OP-Tisch verlassen wollte, und die wohl jede Menge Narkosemittel in mich reinschütten mussten. Von daher war mein künstliches Koma, was eigentlich 24 Stunden dauern sollte auch schon nach 8 Stunden beendet, da ich mich wohl in der Nacht in einem unbeobachteten Moment selbst extubiert habe. Aber danach war ich dann unauffällig und bin auch in kein Delir gerutscht…

  2. Wer eine robuste trainierte Leber hat, wird mit dem Abbau mancher Gifte vermutlich schneller fertig, wenn Du Dir die Leber bereits kaputt gesoffen hast und vor der Zirrhose stehst ist das Gegenteil der Fall, deshalb fragt der Anästhesist in der Regel auch nach. Ich hätte NIE etwas zugegeben, was man nicht an den Blutwerten oder im Ultraschall sieht.

    1. @rumpelheinzchen hm, das weiß ich gar nicht, vor der Entgiftung war mein GGT auf knapp 700 urgs.,
      wenn jetzt Blutwerte und co. nochmal normal sind, muß ich also nix sagen? Sorry für die blöde Frage, aber so habe ich das jetzt verstanden?

  3. vor einer Narkose wird Rauchen Alkohol und Medikamente eigentlich immer abgefragt da sollte man auch ehrlich sein. Ich hatte aus irgendwelchen Gründen in den letzten 15 Jahren nie eine Gamma GT von höher als 66 (grade nochmal nachgeguckt), von daher hatte ich auch nur 1-2 Flaschen Wein am Wochenende zugegeben, weil das plausibel war (und nicht meine moderaten 3 Flaschen von mittags 12 bis abends 10 pro Tag) aber ICH hatte ja auch gelogen. Eigentlich soll man das nicht, aber mir war das wichtig mich nicht zu outen und den Schein zu wahren. Kann ja nicht sein, dass ein Arzt säuft- müsste der doch besser wissen- vor allen Dingen durfte mich ja keiner auf mein Trinkverhalten ansprechen, das hätte ich nie geduldet -auch kein Arzt, kein Freund, keins meiner Kinder nicht einmal meine liebe Frau.
    Aber IHR müsst selbstverständlich immer ehrlich bleiben -erwarte ich von meinen Patienten ja auch…  🤗 

    1. @rumpelheinzchen meine Leberwerte waren immer im Idealbereich, ich habe wohl nicht lang genug getrunken oder einfach eine tapfere Leber. Ich hätte also auch nichts gesagt, bei mir stand zum Glück keine OP an. Zigaretten habe ich immer zugegeben auch bei der Gesundenuntersuchung. 
      Als ich der Hausärztin dann gestand, dass ich 6 Jahre zuviel getrunken habe und damit aufhören möchte hat sie das ganze nicht wirklich ernst genommen und ich musste sie regelrecht darum bitten, in der ersten Woche zwei mal den Blutdruck zu messen. Erst die Suchthilfe hat mich dann unterstützt,  die psychische Abhängigkeit ernst genommen, ich hatte zwar noch keine körperlichen Entzugserscheinungen kam aber trotzdem vom Alkohol nicht los und konnte vor allem nicht aufhören zu trinken, wenn ich mal begann. 
      Gut, dass du die OP überstanden hast. Im Nachhinein kann man vielleicht darüber lachen und es ist eine wilde Geschichte, aber sowas kann auch daneben gehen, was du sehr viel besser weisst als ich. 
      Ich nehme an, dass sich die Leber binnen ein paar Monaten regeneriert, wenn sie noch keinen manifesten Schaden hat. Ich habe was von 3 Monaten gelesen, bin aber nicht sicher, ob das stimmt. 
      Auch mir war es immer wichtig, den Schein zu wahren, ich fürchte auch die Stigmatisierug, die das Thema mit sich bringt und gerade im beruflichen Kontext ist das für viele fatal. Es war daher eine meiner Ängste, den Zeitpunkt des Aufhörens zu übersehen und den Berufskollegen in der Klinik zu begegnen. Ich könnte in meiner Stadt nicht unauffällig zur Entgiftung oder stationären Therapie gehen. Ich bin heilfroh, dass dieser Kelch an mir vorüber ging im wahrsten Sinn des Wortes. 
      Alles Gute 
      Nina 

  4. Verfasst von: @rumpelheinzchen
    Aber IHR müsst selbstverständlich immer ehrlich bleiben -erwarte ich von meinen Patienten ja auch…  🤗 

    *lach* genau… mein Weltbild über Ärzte ist sowieso bereits ins wanken geraten.. tatsächlich auch nur Menschen…
    War zwar vorher (vor Alkohol ade) mir auch klar, nun ist es mir noch bewusster geworden. Das ist vollkommen ok.
    Wie schwierig dieser Grad ist, zwischen den Extremen zu wandeln, möchte nicht in “Eurer” Haut stecken.

  5. Ärzte sind deshalb auch meine schwierigsten Patienten. 
    Ärzte und Lehrer. 
    Ärzte, weil sie immer Alles besser wissen, 
    und Lehrer, weil sie immer Alles besser wissen. 

  6. Ich habe hier mal eine Erklärung dafür, weshalb man ehrlich sein sollte, wenn vor der OP nach dem Alkoholkonsum gefragt wird: Bei starkem Alkoholmissbrauch reicht der normale Abbauweg der Leber über die ADH (Alkoholdehydrogenase) einfach nicht mehr aus um mit der Vergiftung fertig zu werden. In diesem Fall (ich glaube man geht von einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 bis 1‰ über mehrere Tage aus) kann in der Leber ein Enzymkomplex namens MEOS (Mikrosomal Ethanol oxidierendes System) aktiviert werden, das den Abbau unterstützen und beschleunigen soll.Von diesem Zeitpunkt an erfolgt ein Teil des Alkoholabbaus über eben dieses MEOS. Was sich erstmal positiv anhört (Alkohol kann schneller abgebaut werden), bringt leider auch etliche Nachteile für den Betroffenen mit sich. Das giftige Zwischenprodukt des Abbaus Acetaldehyd (verantwortlich für den Kater und letztlich auch für die Entzugssymptome) selbst kann nicht schneller angebaut werden. Somit wird die Belastung des Körpers erhöht und die Entstehung einer körperlichen Abhängigkeit begünstigt.Das MEOS kann sich in seiner Leistung entwickeln und ist daher zumindest mitverantwortlich für die Toleranzentwicklung bei einem Alkoholiker (ich brauche mehr Alkohol um die gleiche erwünschte Wirkung zu erreichen). Eben dieses MEOS ist auch in der Lage andere Substanzen (wie die angesprochenen Narkosemittel) schneller als gewöhnlich abzubauen. Das erklärt weshalb Abhängige oftmals eine höhere Dosierung benötigen um die gleiche Betäubung zu erreichen.Leider bildet sich dieser Enzymkomplex nicht mehr zurück, sprich, hat man MEOS einmal ausgebildet, bleibt es einem das restliche Leben lang. 
     

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