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.. die letzten paar Tage war ich nicht im Forum, weil ich mit "leben" beschäftigt war. Freunde treffen, schwimmen gehen - es ging mir super. Nicht mal einen Gedanken an Alkohol verschwendet. Gestern hatte ich Termin bei meiner P.A.S.S. Therapeutin, erzähle ihr von diesem Forum, von Gaby und den lieben Leuten, die sich hier herumtreiben. Zeige auf, dass ich offenbar eine Art Konkurrenz brauche, sprich Tage zählen, wie lange man schon trocken ist. Anschliessend gehe ich zum Spar, um Milch für den Milchreis zu kaufen. Alkoholika -25%. Ich schaue weg, möchte nicht in Versuchung gebracht werden. Vor der Kassa eine Schlange. Tja, und neben der Kasse kleine Sektdosen. Es ging automatisch. Ich nahm 4, trank sie auf dem Weg nach Hause, fühlte mich gut. Es kam, was kommen musste - daheim angekommen, bildete ich mir ein "Ein bissl geht noch, bevor ich Nachhilfe habe". Während der Nachhilfe hatte ich dann schon leicht einen sitzen, aber wenn man mich nicht gut kennt, merkt man das nicht. Dann brach ich zum Katzensitten auf. Und dort war eine Flasche Sekt im Kühlschrank... Kommentar überflüssig. Ich habe sie auf dem Nachhauseweg getrunken. Mein Mann natürlich stinksauer, weil ich es gerade mal eine Woche nüchtern geschafft habe. Er hat mir heute erklärt, "dass er mich nicht mehr mag" und dass er den Schritt, mich zu heiraten, bereut. Ich sei eine Enttäuschung durch und durch. Muss ich betonen, wie es mir geht? Ich war jetzt schnell Katzensitten, eigentlich sollte mich ja Stephan mit dem Auto hinbringen, aber ich hab das Aufstehen um 5h nicht geschafft, bin sehr verkatert und groggy. Im Bus habe ich bemerkt, dass sowohl mein T-Shirt als auch meine Jeans dreckig sind - bin ich gestern gefallen? Langsam schaue ich wirklich aus wie die saufenden Obdachlosen... Ich habe mich dann zusammengerissen, bin mit den Öffis zu den Katzen gefahren - gottseidank fand ich den Verschluss der Flasche noch, sodass ich weiss, welcher Sekt es war und ich ihn nachkaufen kann. Aber erst am allerletzten Tag - sonst geht die Sektflasche in die zigste Generation, wenn die Katzenmama nächsten Mittwoch wieder kommt... Ich habe gewusst, dass Katzensitten ein Risiko birgt, weil es nicht das erste Mal ist, dass es mich währenddessen oder auf dem Weg dorthin erwischt... Ich war nicht achtsam genug... Jetzt musste ich mich irrsinnig heimbeeilen, weil ich heute zwischen 8 und 12h einen Anruf vom Arbeitsamt bekomme. Anschliessend Nachhilfe (Maturant) - da muss ich den Kopf frei bekommen!
Ich bin irrsinnig traurig über mich. Gestern war ich noch so stolz! Wieder von Neuem anfangen...
Das das Schxxx ist, braucht man Dir nicht zu erzählen. Wovon ich aber ausgehe ist, dass die wenigsten es gleich auf Anhieb schaffen. Ich jedenfalls nicht.
Also: Fehler analysieren, und wieder loslegen. Anders geht das nicht. Und es lohnt sich.
Ich habe es ja schon so oft versucht, bevor ich auf dieses Forum gestossen bin... Zwei Jahre hatte ich mal durchgehalten, aber im letzten Jahr war es echt heftig. Nach meiner Hochzeit im Juni hat es mich "erst" wieder Anfang August in Schwetzingen erwischt. Nach einem heftigen Krach mit meinem Mann verzog ich mich ins Schwimmbad, wo ich eine Mengel Grauburgunder leerte - bis sie mich aus dem Bad geschmissen haben und ich fast von einem Auto überfahren worden wäre, weil ich auf der Strasse lag. Zwischen Anfang August und 13. Oktober war dann Pause - da fuhr mein Mann nach D zurück, um zu übersiedeln - und ich fuhr simultan mit der Rettung mit 3 Promille ins Krankenhaus. ... Das war knapp. Man hätte meinen können, dass das heilsam sein würde - war leider nicht der Fall, die Abstürze kamen in immer kürzeren Zeiträumen....
Es ging automatisch.
Liebe xadres,
automatisch? Nein. Wir sind keine Roboter. Wie Du sagst, Du warst nicht achtsam. Ich möchte Dich mal was fragen und denke bitte mal ganz gut drüber nach. Jeder Rückfall kündigt sich an. Immer. Und zwar deutlich vorher, also bevor man trinkt. Das ist nie spontan und auch nie "automatisch." Bist Du ganz, ganz sicher, dass es die Milch für den Reis gebraucht hat? Wie war die Zeit, bevor Du losgelaufen bist? Ich bin mir fast zu 100 Prozent sicher, dass Du vorher bereits in irgenwelche Muster zurückgefallen bist, dass die Weinhexe sich bereits angeschlichen hatte. Du hast sie aber ignoriert. Deine Herausforderung liegt wirklich darin, diese Fallen klar zu identifizieren und Gegenstrategien zu entwickeln.
Ganz insgesamt - ich beziehe jetzt auch mit ein, was Du in anderen Postings geschrieben hast - glaube ich ehrlich gesagt nicht, dass Du es ohne professionelle Hilfe schaffst. Du steckst zu tief drin.
@cairni schrieb von Langzeittherapie. Ich halte das für sehr erwägenswert. Du musst raus aus Deiner gewohnten Umgebung, rein in die Käseglocke, in die beschützte Umgebung. Du brauchst im realen Leben Support. Ein solcher Schritt würde auch Deinem Mann zeigen, dass Du es Ernst meinst. Er leidet. Sehr. Das weisst Du. Nun können wir nie für andere trocken werden. Du kannst aber vielleicht mal drüber nachdenken, wie es Dir ergeht, wenn er sich aus Selbstschutzgründen von Dir trennt. Wie es sich anhört, dauert das nicht mehr lange.
Ich schlage Dir vor, Dich schleunigst an eine Suchtberatungsstelle zu wenden. Die sollen Dir einen Platz erst in einer Entzugsklinik besorgen und dann direkt im Anschluss eine Langzeittherapie klar machen.
Deine Suchtgeschichte ist sehr lang, Deine Abstürze teilweise ja sehr heftig, wie Du schreibst.
Es gibt Hilfe, nimm sie an.
Liebe Grüße
Gaby
Ich habe jetzt von A bis Z und wieder zurück die gestrige Causa analysiert - um Deine Frage zu beantworten, Gaby - und meine ehrliche Antwort ist "Nein, ich erkenne kein Muster. Ich hatte um 8h meinen Termin mit der Suchtberaterin, ich präsentierte ihr stolz, dass ich offenbar "den Stein der Weisen" gefunden habe, nämlich Dein Buch, dieses Forum und dass ich weit vom Alkohol entfernt sei. Ich erwähnte aber auch, dass das Sitten, das gestern Abend anfing, einen Krisenherd darstellen könnte, weil ich mich in solchen Situationen schon des öfteren "bedient" habe. Dh ich war mir dessen vollkommen bewusst, dass eine Gefahr auf mich zukommt. Aber ich war auf den Abend fixiert, nicht auf die 5 Minuten nach der Session. Ich hatte 10 Euro, kaufte Katzengras und wollte am Abend Milchreis kochen, weil den der Stephan so gern hat - ausserdem wusste ich, dass der Spar das Kefir - das wir beide lieben - im Angebot hat. Da war NULL Gedanke an Alkohol. Ich war nicht im Alkoholikabereich, weil ich den immer meide. Was mich umgebracht hat, war die Wartezeit an der Kassa und der Umstand, dass der Sekt gleich daneben stand... Ich werde in Zukunft nicht mehr allein einkaufen gehen! Ich muss jeglichen tatsächlichen und potentiellen Trigger meiden wie der Teufel das Weihwasser!
Ich weiss, dass ich auf dem besten Weg bin, Stephan zu verlieren. Er hat heute auch gesagt, dass er nicht mehr leben möchte (und er hat eine Historie bei Suizidversuchen), dass er es nicht mehr aushält. Er ist jetzt in der Arbeit und es tut mir so weh, zu wissen, welche Angst er aussteht. Ich liebe diesen Mann so sehr - und vice versa - und ich trete diese Liebe mit den Füssen.
Meine Säuferlaufbahn hat das 13. Jahr beendet - und jetzt lasse ich mich von ihr scheiden. Für immer und ewig.
Mal ne ganz blöde Frage: Kann es sein, dass Dein Blutzucker Dir Streiche spielt? Wenn am Vormittag noch alles gut war, Du nur kurz einkaufen warst, um Essen zu holen - ist es vielleicht möglich, dass es daran liegt? Du wärst nicht die erste.
Nur mal so eingeworfen.
Liebe Grüße
Gaby
Für immer und ewig.
Ein gut gemeinter Rat: Lass diese Schwüre. Sie bringen nichts. Außer noch mehr Selbsthass, sollte es noch mal schief gehen. Ich weiß, wovon ich spreche.
Deinem Mann könntest Du raten, sich vielleicht selbst Hilfe zu holen. Es gibt auch Al-Anon, also Gruppen für Angehörige. Und noch eine Idee: Es wäre auch nicht das erste Mal, dass unser Buch auch einem Angehörigen hilft. Wenn der nämlich versteht, wie brutal die Hirnchemie Dich treibt.
Wäre das nicht einen Versuch wert?
Liebe Grüße
Gaby
Hab jetzt gleich Englischnachhilfe - melde mich nachher. Nicht, dass Ihr glaubt, ich hätte mich jetzt beleidigt verzogen...
Es tut mir sehr leid für dich, dass du rückfällig geworden bist. Mir drängt sich der Gedanke auf, dass du aufhören willst, um deinen Mann nicht zu verlieren aber es für dich noch nicht so ganz verankert hast. Ich vermute, ihr tut euch da gerade gegenseitig nicht gut und er braucht Hilfe, da Suizidwünsche schon auch ein Warnsignal sind. Ich kann mich Gaby nur anschließen, ich würde eine Langzeittherapie anstreben, weg von zuhause, Hilfe im Alltag, geschützte Umgebung und mal nur um dich kümmern. Bitte fühle dich von meinen Gedanken nicht bevormundet oder belehrt, es muss ohnehin jeder seinen eigenen Weg finden.
Alles Gute und viel Kraft!
Danke fürs Kümmern! Mir geht es physisch überraschend gut. Ich habe ja nicht Unmengen gesoffen - bei mir ist es sehr oft die Kombination mit Medikamenten, weswegen es so einschlägt (Krebsmedikamente, Antidepressiva). Ich hatte überlegt, ob ich die Nachhilfe absage - aber ich habe mich dann zusammengerissen und es ist super gegangen. Zu Mittag war ich schon wieder vollfit. Als Stephan von der Arbeit heimgekommen ist, haben wir lange geredet - er ist irrsinnig traurig über die Situation. Versteht sie aber bis zu einem gewissen Grad, weil er - mit Unterbrechungen - seit seinem 16. Lebensjahr gesoffen hat und 2013 von einer Sekunde auf die andere aufgehört hat (mit nur 2 Rückfällen). Ich lese übrigens schon brav Teil 3 Deines Buches - mein "Monster" heisst Rudolf. Finde ich eine Spitzenidee, weil ich jetzt gegen jemand anderen kämpfe und nicht gegen meinen inneren Schweinehund.
So traurig die Angelegenheit ist, so witzig ist ein Teilaspekt - ich hab mich ja gestern beim Katzensitten an einer Sektflasche vergriffen. Leider an einer "falschen". Als ich heute recherchiert habe, wo es den gibt, hat sich herausgestellt, dass es sich um eine limitierte Sonderedition handelt, die 2012 rauskam. Ich habe ihn jetzt Gottseidank aufgetrieben - auf einer österr. Verkaufsplattform, die "willhaben" heisst - und wir holen ihn am Wochenende vom anderen Ende von Wien ab...Stephan meinte, im Suff kommt meine Verhaltensoriginalität noch stärker raus als im nüchternen Zustand... Blöderweise gibt es den Sekt nur im Paket mit drei anderen - die sicher morgen sofort konfisziert werden, damit ich nicht auf dumme Ideen komme. Somit kostet mich das Ganze mehr als eine Nachhilfestunde - nur damit ich weiss, für welchen Zweck ich es mache...




