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genauso war das
wieso kann ich 4 Wochen, 15 Wochen ebenso nicht einmal an Alkohol denken und bin ich nicht mehr unter Kuratel , fange ich sofort wieder an zu saufen.
Ich habe jetzt noch Nachsorge.
Eine Freundin hat gefragt : „Warum tust Du Dir das noch mal an „
Hat sie recht?
Machen wir es uns nicht ein wenig zu einfach, in dem wir allein der Therapieeinrichtung die Schuld geben? Nach meiner Auffassung ist Sucht individuell, der Sucht-Grad ist individuell, es kommt nicht nur auf die Angebote in der Klinik an, sondern auch, ob sich die Klienten abgeholt fühlen. Und natürlich ist die eigene Motivation sehr wichtig, mit der jemand in eine solche Therapie geht. Aber es kommt auch darauf an, wie weit sich die Klienten einlassen auf die Therapieangebote, und das wiederum liegt auch daran, wie die TherapeutInnen ihre Arbeit machen, die zum Teil auch darin besteht, in den Klienten Motivation hervorzurufen bzw. zu verstärken.
@rumpelheinzchen Ok. Ein befreundeter Arzt von mir war dort. Äußerst niedrige Rückfallquote.
@rumpelheinzchen lieber Rumpel, entschuldige bitte erstmal, ich sitze hier zu lachen! Nicht ob Deines Beitrags, der ist wie immer sehr wertvoll, eher in Bezug auf Deine echt originelle, treffende Beschreibung. Genau so hab ich es in der letzten abgebrochenen LT erlebt, nicht persönlich aber bei etlichen Mitpatienten. Je näher der Entlassungstermin rückte, desto zappeliger wurden sie. Im Nachhinein denke ich, sie hatten ähnliche Gedankengänge wie Du sie beschreibst. Der erste Gang nach Therapieende, das Glas, die Flasche in der Hand waren fast sichtbar.
Im Gegensatz zu Dir habe und leide ich noch immer unter meinem Alkoholkonsum; war krank, scheintot, was auch immer. Hätte ich den Alkoholkonsum mit Spaß, Freude, was positivem verbinden können, würde ich mir die Rückfälle evtl. nicht gar so übel nehmen.
Wie hast Du mit dieser Portion an Valium in einem solch verantwortlichen Beruf überhaupt noch arbeiten können? Ich staune immer wieder...
Liebe Grüße Antje
@rumpelheinzchen In Bad Zwischenahn? Hättest ja fast Kaffee trinken kommen können...😉. Ich schätze mal in der BW Klinik. Nein, mittlerweile hat auch sie ihren ehemals guten Ruf verloren.
Frage für mich. Wusste die Klinik bei Aufnahme, außer von Deinem Alkoholproblem von Deiner Medikamentenabhängigkeit? Durch mein tgl. notwendiges Morphium war die Auswahl an Kliniken, die bereit waren mich mit der Medikation aufzunehmen, sehr, sehr eingeschränkt. Ist letztendlich erstmal ebenfalls ein Suchtmittel, egal ob krankheitsbedingt oder nicht. Und somit bin ich bei der letzten LT in einer Klinik gelandet, die ich mir niemals selbst ausgesucht hätte.
@ladida Da bin ich ganz bei dir, unabhängig von der Qualität der Therapie ist die Eigenmotivation der Schlüssel zum Erfolg. Das kann durch eine gute Therapie natürlich gefördert werden, aber letztlich muss der Impuls aus einem selber kommen. Man muss letztlich diesen Weg alleine gehen um eine Sucht zu überwinden, das heißt aber nicht, daß man keine Hilfe in Anspruch nehmen sollte, da ist wohl jeder anders gestrickt, viele hier schaffen es alleine, andere mit Unterstützung, nur das Ergebnis zählt.
@ladida absolut bei Dir!!! Das wäre zu einfach. Ob man es glaubt oder nicht, ich habe mich auf meine 15 Wochen Therapie gefreut, war nach dem 6 wöchigen Entzug mehr als motiviert. Der vorherige 6 wöchige Entzug war genial, kaum zu überbieten. Gefüllt mit Programm von morgens bis abends, so sollte es auch sein. (Danach hätte für mich Schluss sein müssen!)
Die anschließenden 15 Wochen, lange Zeit, aber tatsächlich hoch motiviert haben leider alles wieder zunichte gemacht. Wir befinden uns nach wie vor in Coronazeiten, ist mir klar. Das nicht alles an Therapie ausgeführt werden kann wie vorher ebenfalls. Wenn ich nach nicht mal 2 Wochen Therapie, bereits da hatte ich schon meine Bedenken vorgebracht, von meiner Therapeutin zu hören bekomme..."Abbruch? Nein, daran dürfen sie nicht einmal denken. Sie stützen die Gruppe doch massiv, merken sie das nicht?", dann kann das nicht korrekt sein. Meine Therapeutin war wirklich gut, hätte so viel mehr machen wollen, wurde von der Klinikleitung jedoch ausgebremst.
Therapie steht und fällt nicht nur mit den TherapeutInnen, sondern mit den Gruppen! Da sitzt die eigentliche Krux. Wir hatten, und das ist bitte nicht wertend gemeint, trotzdem zu viele §35er, wie man sie nennt, in den Gruppen, (Entzug statt Strafe), zu viele vom Arbeitgeber oder wem auch immer mehr oder weniger gezwungene PatientInnen dabei. Wo bitte soll da etwas wie wirkliche Motivation herrühren? Entweder habe ich für mich erkannt ein Problem zu haben, oder nicht. Was hat mein Opi immer gesagt...."Mit Zwang kann man vielleicht die Ziege zum Bock bringen, aber keinen Menschen zur Einsicht!"
Ich will absolut nicht die Therapieeinrichtung für mein eigenes Versagen verantwortlich machen, immer noch, immer wieder allein meine Verantwortung. Doch meine Motivation (15 Wochen immer noch gefühlt ein Geschenk für mich als Erwerbsunfähige), die eigene Motivation der MitpatientInnen hab ich vergeblich gesucht. Irgendwie gefühlt, haben viele (nicht alle) MitpatientInnen lediglich "ihre Zeit" abgesessen. Das hat mich so unendlich wütend und auch traurig gemacht, dass ich mich mit vielen tatsächlich angelegt habe, was überhaupt nicht meine Art ist.
Therapie steht und fällt natürlich mit der Einrichtung, selbstverständlich mit den TherapeutInnen, vor allem aber mit der Motivation innerhalb der Gruppen. Wenn man dort so absolut nichts, aber so rein gar nichts an Feedback bekommt, mal Fragen, Meinungen geäußert werden, kann ich mich auch vor den Spiegel setzen und einen Monolog führen.
Ansonsten bin ich völlig Deiner Meinung. Wir dürfen es uns nicht zu leicht machen, aber...... Es spielen mehrere Faktoren ins Ganze als nur der, der Einrichtung.
Guter Denkanstoß, danke.
@rosine123 danke





