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Nunja 6 Monte geschafft,
aber dass ich, wie beneidenswerter Weise einige von euch schreiben, alles super und toll finde und ich mich so auch fühle, kann ich nicht bestätigen
Klar stelle ich auch viele positive Veränderungen fest, wie zBsp wirklich wieder gut schlafen zu können, ohne Alk natürlich auch keine Probleme habe jederzeit für und mit dem Hund rauszugehen u.s.w, u.s.w.
Aber wie gesagt, das ich jetzt total happy bin, kann ich gar nicht bestätigen. Ich bin auch nicht depressiv, glaube eher realistisch, wenn’s z.Bsp. um meine neue Stellung im Freundes- und Bekanntenkreis geht.
und schreibt mir jetzt nicht, dann habe ich die falschen Freunde.
Ich denke ihr oder einige von euch spüren das doch auch, als Nichttrinkender bist du für viele suspekt/ merkwürdig oder einfach nur anders.
Vlt. bekommen ja einige auch einfach Angst den Spiegel vorgehalten zu bekommen.
Sich also nur noch mit anderen Nichttrinkenden zu treffen ist auch doof. Ich komme nämlich aus dem Sportlerumfeld, habe Handball Marathon und Triathlon gemacht, da wird auch gerne und mindestens teilweise auch schon mal viel getrunken.
Entsprechende wirklich guten Freunde habe ich also, die Nichttrinken auch nicht verteufeln.
Aber und das ist momentan mein Gefühl, dauerhaft nichts trinken macht auch irgendwie einsam.
Würde mich wirklich freuen zu hören, wie ihr mit ähnlichen Problemen umgeht.
Liebe Grüße
@alex7 Bin voll bei Dir. Hab mich oft gefragt, wie es Menschen schaffen, welche trotz Krankheit mit schlechter Prognose nie Aufgaben und tapfer weiter gingen. Ich nenne sie heute noch meine Vorbilder! L.G. 🌻🍃Mina
Habe nun Monat 4.
Ich danke den Göttern jeden Morgen für den frischen Tag den ich erleben darf. Die wiedergewonnene Energie und Lebensfreude. Ich versuche mir jeden Tag etwas Gutes zu tun. Meine Freunde und die Familie freuen sich für mich.
Leider kann ich nichts negatives berichten. Mein Schlüssel für diese sprudelnde Lebenslust ist Dankbarkeit. Und das Wissen, gewaltig an Stabilität gewonnen habe um die Wellen des Lebens zu surfen. Ich hab auch einen tiefen spirituellen Anker, der mir hilft eine Haltung zu unserer Welt und zu unserem Dasein zu finden... so dass ich mich ins grosse Ganze eingebunden fühle.
Das sollte nun keine Schlaumeierei werden. Einfach eine andere, ergänzende Zustandsbeschreibung.
@forevergreen Von den mehr als 6000 Menschen hier im Forum schreibt ja nur ein ganz geringer Anteil aktiv, dass verzerrt sicherlich auch den Eindruck einer vermeintlichen Begeisterung. Ich würde meine Abstinenz auch nicht mit dem Begriff Begeisterung in Verbindung bringen, eher mit Erleichterung ,aber auch mit im wahrsten Wortsinne, Ernüchterung. Mein Leben ist ja auch nicht einfacher geworden, manchmal auch anstrengender, in schwierigen Situationen gibt es eben keinen Schmierstoff mehr, keine Flucht, ich muss das Leben so annehmen wie es ist, dass fällt auch mir nicht immer leicht. Was ich allerdings so gar nicht empfinde, ist das Gefühl des Verlustes, bei mir greift die Formel : Großer Leidensdruck erzeugt bei Abstinenz große Erleichterung, von daher auch keine Wehmut. Und ja, meine Gefühlswelt ist auch " sachlicher" geworden. Ich habe die ersten Jahrzehnte immer gerne getrunken, liebte den Rausch, die (künstliche) Leichtigkeit, die Überhöhung. Im Nachhinein empfinde ich diese auch gefühlsmäßige Überhöhung, heute als unecht und unreif. Meine Gefühle sind heute klarer und auch sachlicher, ich empfinde das als großen Vorteil. Ich bin ernster geworden, aber auch glücklicher.
@soberrebel Danke, besonders Dein letzter Satz ist sehr interessant. Stoff zum Nachdenken für mich. 🤔
@jpo Ich empfinde das ähnlich wie @soberrebel. Bin von Herzen dankbar, dass ich dieser bedrückenden Suchtspirale entkommen bin, die mich im Griff hatte, und nun selbstbestimmt leben kann. Darüber freue ich mich. 😊
Da ich vor allem zu Hause getrunken habe und auf geselligen Anlässen nur wenig, hat sich diesbezüglich nichts für mich geändert, seit ich gar keinen Alkohol mehr trinke.
Bei allen Unternehmungen/Festen etc. der letzen 2,5 Jahre war mein Nichttrinken auch kein großes Thema. Bei "Saufgelagen" war ich früher nicht und bin es heute sowieso nicht.
hallo brigitta
Ich weiß ja nicht, ob du das nicht verstehen willst oder nicht kannst.
In diesem Thema das ich eröffnet habe, geht es mal NICHT um diejenigen die mit der Abstinenz super toppy umgehen können, sondern Probleme haben.
Allen Anderen danke ich für Ihre Rückmeldungen, Denkansätze und die Unterstützung.
Liebe Grüße
Bin ich unglücklich? Nein.
Ich sehe mein Leben, von A bis Z, als einen riesigen Glücksfall. Das ganze Leiden in der Welt und die objektive Sinnlosigkeit des Lebens neutralisieren meinen persönlichen Glücksfall und erlauben mir nicht, mein Leben unbeschwert zu genießen. Das hat im Grunde nichts mit Alkohol oder Abstinenz zutun. Dieser Charakterzug liegt einfach in meinem Wesen und ich weiß auch halbwegs, wo er seinen Ursprung hat.
Die meisten Menschen interessieren sich nicht groß für den Sinn des Lebens. Sie geben oder sehen in ihrem Leben einen gewissen Sinn und hinterfragen das ganze Dilemma nicht weiter.
Für mich persönlich ergibt sich aus der Sinnlosigkeit des Daseins eine unglaubliche Gelassenheit und Selbstzufriedenheit - die totale kontemplative Bedürfnislosigkeit, Meister Eckhart 2.0
Ob ich im Garten sitze oder eine abenteuerlich Fernreise mache, beides ist gleichermaßen sinnlos. Im Garten sitzen ist nur viel kostengünstiger, klimaneutral und garantiert stressfrei. Ob ich beruflich riesige Projekte stemme, ganze Unternehmen lenke oder meine Tage als Sachbearbeiter verbringe, beides ist am Ende des Tages gleichermaßen sinnlos. Wozu soll ich mich also auf beruflichen Stress mit einem prall gefüllten Terminkalender einlassen? Um mich von der Sinnlosigkeit des Daseins abzulenken und nicht mitzubekommen, dass fast alles, was für wichtig gehalten wird garnicht wirklich wichtig ist?
Der fernreisende Abenteuerurlauber und der umtriebige Wirtschaftsboss haben sicherlich viele Erfahrungen gesammelt, spannende Leute kennengelernt, können viel erzählen und von einem erfüllten Leben berichten, doch am Ende sind wir alle tot.
Über diese Überlegungen ist mir aufgefallen, dass man sich auch über die kleinen vermeintlich profanen Dinge des Lebens, die sich im häuslichen Rahmen abspielen, mit Außenstehenden lebhaft austauschen kann. Ich muss mich nicht über meine kommende oder vergangene Urlaubsreise unterhalten. Ich kann mich auch gut darüber unterhalten, wieso ich so gut wie nie verreise. Bei dieser Unterhaltung lege ich natürlich viel mehr von meiner Persönlichkeit offen, als wenn ich von meiner Unterkunft und dem reichhaltigem Buffet auf den Malediven berichte. Ich bilde mir allerdings ein, dass es immer gut ankommt und auf Interesse stößt, wenn ich von mir etwas erzähle und nicht von der berauschenden Servicequalität eines vier Sterne Hotels.
Gruß Matthias
@trosinette Guten Morgen Matthias, das was du als "objektive Sinnlosigkeit des Lebens" beschreibst und wahrnimmst ist ja eher Ausdruck radikaler Subjektivität: Natürlich kann ich mir jeden Tag die Sinnlosigkeit menschlicher Existenz vor Augen führen, es gibt genug Denkmodelle und Konstrukte die das unterstützen. Tipp für dich: Das Werk des rumänischen Philosophen Emil Cioran dürfte in etwa deiner Geisteshaltung entsprechen. Aber ich kann mir natürlich auch jeden Tag die Sinnhaftigkeit und Schönheit menschlicher Existenz vor Augen führen, beides sind nur subjektive Wahrheiten, jeder nimmt die Welt so wahr wie er kann. Es sind alles nur Modelle und Konstrukte.Ich bin eher bei der zweiten Variante gelandet. Die zentrale Frage ist eher, ob ich einen freien Willen habe zwischen den Varianten zu wählen oder nicht. Ich bin mir da nicht sicher und schließe mit einem Zitat von Cioran:
@trosinette Lieber Mathias, Deine Nachricht hat mich sehr berührt, eine solche Offenheit ist bei weitem nicht selbstverständlich! Die Frage nach dem Sinn des Lebens, stelle ich mir schon seit meiner Jugendzeit. Vielleicht haben wir da einen Punkt gemeinsam. Ich denke meine Berufswahl war stark an diese Frage geknüpft. Hab mich nach Antworten gesucht auf ein Warum, Weshalb, Wozu? Kriege, Hungersnöte, Gewalt, Korruption, Arbeitslosigkeit, Krankheit, Behinderungen etc..
Ich betrachte mein Leben inzwischen als Privileg: hab ein Dach über dem Kopf, 3 liebe Söhne mit ihren Lebensgefährtinnen, bin weder arm noch reich und das ist schon sehr viel. Brauch auch nicht immer neue Stimulationen um mich lebendig zu fühlen. Wie ich in einem anderen Thread beschrieben habe, bin ich eher contemplatif, also kein Macher! Das mag sich todlangweilig anhören, ist es aber nicht. Ein Spaziergang im Wald, oder auf dem Lande sind immer ein Abendteuer. Die Jahreszeiten faszinieren mich und beim Anblick eines Neugeborenes erlebe ich Gott. Liebe Grüsse 🙋♀️🌻🙏🏾Mina
@forevergreen (und die anderen 😉 Gibt es so viele "begeisterte" Beiträge? Wird permanent die "rosa Wolke" beschrieben? Ich empfinde es nicht so.
Ich persönlich habe nie dieses massive Hochgefühl erlebt und ich habe mir - mehr oder weniger bewusst - stetig vor Augen gehalten, was sich alles positives für mich verändert hat. Gab/gibt es auch mal unschöne Situationen? Ja, klar. Tatsächlich habe ich mich entschieden, nicht darüber nachzugrübeln. Das hilft mir sehr, in ein Gedankenkino zu fallen, wo mir nur die schlechten Dinge auffallen.
Mir gefällt, dass die Gespräche mehr "Verstand" erhalten haben, habe mich z.B. aus einem Urlaub zurückgezogen, der sich zu sehr in Richtung Alkohol entwickelt hat. Ich habe es festgestellt und gut. Für mich haben sich viele neue Aktivitäten entwickelt, weil ich es wollte, ich habe gesucht. Dadurch empfinde ich persönlich keine Langeweile. Bin auch früh müde, gehe schlafen, knicke sogar bei einem Abendessen um 23:30 Uhr ein, weil es nicht mehr ging, und zucke da nur mit den Schultern - und mein Gegenüber auch 😉
Wenn ich mir die Frage stelle, was habe ich damals erwartet, als ich aufgehört habe zu trinken, ist meine Antwort: Nichts.
Außer, das ich mein Leben wieder in der Hand habe.
Das habe ich geschafft. Und damit fühlt es sich für mich an, wie große Erleichterung,Dankbarkeit und ich darf mein Leben genießen.
1-2 x habe ich auch daran gedacht, wie es wäre, eine Anstrengung wie früher nicht mehr spüren zu müssen, in Gedanken an die ausgelassene oft übertriebene Fröhlichkeit. Dann habe ich mich an den Tag danach erinnert und den Gedanken weggeschoben. Ich will das nicht denken und deshalb schreibe/kommuniziere ich das auch nicht.
Das ist nur meine persönliche Art des Umgangs mit diesem weiteren Weg. Mir hilft es.





