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Ein ganz liebes und hoffnungsvolles Hallo an alle hier,
ich trage mittlerweile seit vielen Jahren den innigen Wunsch mit mir endlich "frei" zu sein von dieser Droge Alkohol. Versucht habe ich es unzählige Male mich und den Alkohol zu kontrollieren indem ich ein paar Tage nicht getrunken habe und mich dadurch bestätigt fühlte, doch noch nicht ganz schlimm abhängig zu sein. Ein fataler Trugschluss.
Ich habe mit etwa 16 Jahren angefangen regelmäßig zu trinken, nicht viel und hauptsächlich Weinschorle oder Sekt, aber es gab seither kaum Trinkpausen. Heute bin ich 40 Jahre alt, habe zwei Kinder im Alter von 20 und 16 - allein die Schwangerschaften und Stillzeiten habe ich ohne ausgehalten. Im Laufe der Zeit begann ich mehr und mehr zu trinken, nicht nur abends sondern auch bereits nachmittags - heute kann ich schon am frühen Morgen das erste Glas Sekt trinken um die übermächtigen Schmerzen, die sich zunehmend mit Scham, Ekel und Hass mischen, nicht mehr ertragen zu müssen.
Ich wüsste heute nicht mehr wie ich einen einzigen Tag, vermutlich selbst einen halben, ohne Alkohol überstehen könnte. Währenddessen spiele ich ein andauerndes Versteckspiel mit meinem Umfeld indem ich tagsüber demonstrativ Tee, Kaffee oder Saft trinke wenn jemand in meiner Nähe ist. Dabei weiss ich mittlerweile, dass jeder weiss!
Ich werde gemocht und geschätzt und kaum jemand spricht mich konkret auf dieses Problem an, aber ich habe angefangen darüber zu sprechen, weil ich diese unfassbar großen Einschränkungen, die diese Sucht mit sich bringt, nicht mehr länger ertragen kann. Ich fühle mich gefangen in meinem eigenen Gefängnis und finde den ersten Schritt nicht. Ich suche nach Suchtkliniken, entsprechenden Ärzten, stelle mir vor, dass ein "reguliertes Trinken" doch möglich sein kann(muss!), recherchiere im Internet und höre mir Berichte über diejenigen an, die es endlich geschafft haben. Nie wieder trinken zu dürfen, ist für mich noch immer ein großer Verlust und der Gedanke nicht mehr trinken zu wollen will sich nicht manifestieren.
Ich weiss, dass dieses Leben, wie ich es jetzt führe ziemlich bald zu Ende sein wird, wenn ich jetzt nicht die notwendigen Schritte einleite und ich habe unfassbar große Angst vor der Schwere der Krankheit und was sie mir bereits angetan hat, wenn ich mich ihr stelle.
Ich bitte euch mir zu beschreiben, wie euer erster Schritt war?
Spreche ich zuerst mit meinem Hausarzt? Rufe ich meine Krankenkasse an? Wende ich mich an die Suchtberatung? Suche ich selbst eine Suchtklinik? Etc...
Meine größte Angst ist nicht durchzuhalten, wenn ich jetzt beginne diesen Weg zu gehen. Ich wohne in einer Kleinstadt und möchte zum jetzigen Zeitpunkt nicht, dass mein Thema öffentlich wird.
Über jede einzelne Antwort und auch gerne über einen direkten Austausch würde ich mich so sehr freuen und ich danke euch schon jetzt!
Ganz herzliche und kraftvolle Grüße,
Eos
Wow, was darfst Du stolz auf Dich sein!!!
Du hast was verdammt großartiges geleistet - und das wissen wir alle hier im Forum!
Und Deine Ärztin ist toll, dass Sie Dich super aufgefangen hat und mit Dir an einem Strang zieht.
Ich gratuliere Dir von Herzen.
Lies mein Protokoll. s.o.
Ich hab alles genauso mitgemacht, so wie es Dir jetzt bevor steht.
Herzlichen Glückwunsch!
Ich bin sehr stolz auf Deine Leistung.
Haben hier eigentlich viele von euch Erfahrung mit einem qualifizierten Entzug? Denn mir scheint, als hätten einige von euch das ganz alleine geschafft.
Setze Dich nicht unter Druck, bei jedem ist es so, wie es passt. Für Dich ist es der richtige Weg, so, wie Du ihn eingeschlagen bist.
Manche schaffen es auch so. Es ist, wie es ist.
Nehme es zur Kenntnis und werte nicht.
Du machst es richtig - für DICH.
Ich wünsche dir für deine qualifizierte Entgiftung alles Gute. Bei deinen Zeilen dachte ich auch, dass das der richtige Weg sein könnte v.a. Da du Spiegeltrinkerin bist und es da auch besser ist, wenn du medizinisch überwacht und unterstützt wirst. Das ist keine Schande sondern ein mutiger Schritt. Sehr viel besser, als alleine herumzuwurschteln und Misserfolge zu sammeln.
Viel Zuversicht schicke ich dir
Nina
Ich bin ziemlich verwirrt, aber auch schon wieder "im Spiegel". Es ist so scheußlich. Heute früh bin ich mit ganzem Mut aufgewacht und habe mir meine Welt angesehen und gedacht, "ja, diese Welt ist schön, auch die Menschen, meine Menschen sind schön - ich schaffe das und noch viel mehr als das. Es wird ZEIT!" Ich hatte mich etwas vorbereitet auf die Klinik, meine Liste angefangen abzuarbeiten und zusammen mit meinem Partner vieles besorgen können für die Klinik und die Zeit danach.
Mit meiner Mutter (74 und selbst seit ich sie kenne alkoholabhängig, aber das wurde niemals thematisiert und auch heute möchte sie nicht "dazugehören" (ihr Vater hatte sich übrigens ob seines Alkoholismus erhängt)) habe ich vor einigen Tagen über mein Vorhaben gesprochen, seither gibt es nur noch tränenreiche Telefonate ihrerseits und keineswegs plausible, rationale und logische Gespräche. Sie be- und verhindert meinen Weg! Gleichzeitig weiss ich, dass ich ihr Spiegel bin! Sie sieht sich in mir so deutlich und das betrifft sämtliche Lebensbereiche. Ich möchte diese Misere loswerden, ich bin es Leid all die faulen, verlogenen, manipulativen und fiesen `Spielereien` weiterhin mitzutragen.
Vielleicht bin ich nicht mehr allzu klar in meinem Schreiben, aber genau das sind meine Angstmomente für die nahe Zukunft. Geht es hier um Abgrenzung und wie kann ich das moralisch verknüpfen mit einem guten Gefühl für mich und mein Umfeld.
Es ist nicht nur der Alkohol, der mich im Griff hat, es ist meine Mutter, die Geister meiner Vergangenheit und so vieles mehr. Ich fühle mich gewiss nicht einzigartig in dieser Wahrnehmung - deshalb so froh bei euch zu sein - aber ich bin mehr als strategienlos, ideenlos, vor allem erfolglos wenn es darum geht diese Mauer zu durchbrechen.
Ich habe einfach nur Angst!
Es wird wieder besser, ich weiss. - morgen!
Kleine Schritte für kleine Füße. Das soll Dein Motto sein für die nächste Zeit.
Ich möchte gerne, dass Du Dir diese Zeilen auch noch mal durchliest, wenn Du morgen aufwachst. Was Du empfindest, ist völlig normal. Du bist überfordert, allein aufgrund der Tatsache, dass Du demnächst ohne Alkohol leben willst/wirst. In Momenten der Klarheit blitzt durch, was u.a dazu geführt hat, dass Du da stehst, wo Du stehst.
Aber.
Es ist völlig unmöglich, diese Themen jetzt zu bearbeiten, zu verarbeiten, überhaupt klar darüber nachzudenken.
Also.
Es hat Jahre, Jahrzehnte gedauert, bis Du da angekommen bist, wo Du heute stehst. Es ist unmöglich, jetzt binnen weniger Tage oder sogar Wochen da komplett befreit herauszukommen. Du überforderst Dich selber damit und verhedderst Dich.
Kleine Schritte für kleine Füße, sagen die AA. Und sie haben Recht. Guck nicht so weit, guck nicht auf Dein Umfeld, guck nicht auf Deine Vergangenheit. Schau nur auf heute. Auf jetzt, vielleicht auf morgen. Der Alkohol muss aus Dir raus, körperlich. Allein das wird viel mit Dir machen. Dann schaust Du weiter. Deine Kraft wird wachsen. Tag für Tag, Schritt für Schritt.
Geh Deinen Weg, aber überfordere Dich nicht. Als nächstes habe die Entgiftung im Blick. Nur die. Dort findest Du Hilfe und jeden Tag geht es bergauf.
Liebe Grüße
Gaby
Liebe Gabi,
gibt es hier kein "Liebeslike"? Hier hast du es. 😍 (gefunden)
Es ist seltsam, dass es immer wieder dieser "Tätscheleien" bedarf, sodass es weiter geht. Ich würde mich so gerne an euch festhalten - ich tue das jetzt einfach mal, obwohl mir das alles fremd ist.
Danke für heute... Ich melde mich wieder!
@eos ich kann all den Worten von Gaby nur beipflichten, nichts ist hinzuzufügen!
Gib Dir Zeit, das Gift ist ein Angsttreiber, glaube mir.
Ist das Gift raus aus Deinem Körper wird Dein Denken klarer.
Tag für Tag.
genau was Du beschreibst, hab ich auch gefühlt.
Der Tag Deiner Entgiftung naht.
Wenn Du in der Klinik bist, lass Dich fallen, lass Dich treiben, da bist Du sicher, Safe und wirst umsorgt.
🙏🏻
Du kannst dich gerne an uns hier festhalten. Auch mir gibt dieses Forum immer noch halt und das wertvolle Gefühl der Gemeinschaft.
Vielleicht möchtest du etwas Abstand von deiner Mutter gewinnen, dich auf dich konzentrieren und in kleinen Schritten von Tag zu Tag gehen ? Du wirst deine Mutter nicht ändern aber du kannst drin leben ändern, mit der Entgiftung ist ein erster Schritt getan, dann kannst du weiterführende Therapie machen, wenn die Familienthemen unaufgearbeitet sind oder in Gruppen gehen etc. Es gibt viele unterstützungsmöglichkeiten, aktuell ist dein Kopf noch vernebelt und die Emotionen sausen herum. Versuche dich zu beruhigen. Du bist nicht alleine und du hast Zeit.
Herzlichen Gruß
Nina





