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Hallo an Alle,
ich bin seit 2,5 Wochen stille Mitleserin. Wie viele hier, beschäftige ich mich seit Jahren mit dem Thema "Aufhören". Höre Podcasts, lese Bücher zum Thema, schaffe aber den Ausstieg nicht.
Ich trinke seit über 25 Jahren. Ausschließlich Bier, mittlerweile täglich 3 Flaschen 0,5 l, am Wochenende 4-5, auf Feiern zähle ich gar nicht mit. Angesichts vieler trauriger Geschichten hier im Forum weiß ich erst recht nicht, warum ich trinke. Ich hatte eine schöne Kindheit, bin erfolgreich selbständig, glücklich verheiratet und eigentlich mit einem festen Willen ausgestattet. Vor 25 Jahren habe ich es aus unbegründeter Angst vor einer bösartigen Erkrankung geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören (bis zu 60 Zigaretten täglich). Da hatte ich auch einen Helfer - Nikotinkaugummis. Zu dieser Zeit habe ich begonnen, mehr zu trinken, damit ich schneller einschlafe, um nicht ans Rauchen zu denken. Meine Gedanken kreisten ständig um Zigaretten und häufig habe ich vom Rauchen geträumt. Anfangs hatte ich nachts sogar Schweißausbrüche. Nachdem ich das erste Mal bemerkt hatte, dass ich ca. eine Stunde nicht ans Rauchen gedacht hatte, konnte ich es kaum fassen. Rauchen ist jetzt überhaupt kein Thema mehr. Komplett vorbei. Wird es mit Alkohol mal genauso sein?
Ich habe Gaby bei "Tanzen kann man auch auf Brause" gehört und war wie elektrisiert. Es erscheint mir alles so logisch. Ich habe mir direkt das Buch bestellt und schon mal das Coaching-Programm gebucht. Aber bevor ich starte, möchte ich mir mehr Hintergrundwissen aneignen und mich noch weiter in das Thema einlesen. Gestern habe ich mir bei amazon die NEMs schon mal angeschaut. Puh, das ist ja ziemlich kompliziert. Auch sind einige zurzeit leider nicht erhältlich. Aber das will ich mir heute Abend näher ansehen.
Bei meinen jährlichen medizinischen Check-Ups waren die Werte bisher immer ok. Ich habe mir geschworen, wenn mich mein Arzt auf einen bedenklichen Blutwert anspricht, höre ich auf. Hat er aber (noch) nicht. Obwohl ich nicht sagen würde, dass ich mich krank fühle, verspüre ich manchmal bis zum späten Vormittag leichte Übelkeit. Manchmal habe ich Sodbrennen, Durchfall, bin müde, kann mich schlecht konzentrieren und habe Heißhungerattacken. Manchmal (meist nach dem Wochenende) habe ich eine diffuse Angst vor drohendem Unheil (welches aber nicht eintritt). In Trinkpausen schlafe ich schlecht, sonst merke ich nichts. Oder doch: tagsüber keine der vorgenannten Beschwerden.
Mein Mann (MS-Patient - leichter Verlauf) trinkt auch - wie ich. Wir legen ab und zu Trinkpausen ein, halten es aber nie lange durch. Ich denke, gerade für ihn ist der Stopp noch wichtiger als für mich. Aber im Moment will er noch nicht mitziehen. Er meint, es sei nur eine blöde Angewohnheit, keine Sucht. Ich bin anderer Meinung. Im letzten Jahr haben wir es immer mal einige Wochen geschafft, nur freitags bis sonntags zu trinken. Aber das ist mittlerweile wieder hinfällig. Trinkgründe finden wir immer.
In Trinkpausen habe ich manchmal ein starkes Verlustgefühl, fast so, als wenn ich einen lieben Menschen verloren hätte. Die Vorstellung, nie wieder zu trinken, macht mir Angst. Habe ich je wieder Spaß? Unter der Woche trinken wir ab 18.30 Uhr, am Wochenende auch schon mal ab 16.30 h. Warum vermisse ich den Alkohol eigentlich tagsüber kein bisschen, aber abends geht es los? Ich verstehe das nicht. Tagsüber würde ich noch nicht einmal trinken, wenn ich es bezahlt bekäme.
Ich hoffe so sehr, die NEMs werden mich unterstützen. Im Buch bin ich erst bis Seite 57 gekommen. Ich frage mich, ob alle das volle Programm an NEMs nehmen sollen oder reicht eventuell eine abgespeckte Version? Je nachdem, welche Beschwerden man hat?
Weil ich gar nicht zählen kann, wie häufig ich schon davon gesprochen habe, aufzuhören bzw. mich einzuschränken, habe ich mich entschieden, diesmal keinem etwas zu erzählen. Stattdessen werde ich eine Magengeschichte vorschieben. ABER: Für den 11. und 24. Juni haben wir Hochzeitseinladungen. Da habe ich schon ein paar Bedenken.
Trotzdem freue mich auf die nächste Zeit und bin gespannt, wie es wird.
Liebe Grüße
Gobi
@gobi liebe Gobi, ich erkenne mich gut an einigen Stellen wieder. Habe vor vielen Jahren mit dem Rauchen aufgehört und dachte, mein Leben wrde nie wieder schön. Das geht mir jetzt überhaupt nicht so, mit den NEMs (zugegebenermaßen komplizierter Einnahmeplan--vielleicht für sich selbst schriftlich als Plan in den Küchenschrank kleben?--) ist die meiste Zeit richtig einfach. Wie gesagt, die meiste Zeit! ( Ich habe iÜ einige NEMs in einer Apotheke kaufen können, war ne super Beratung, nachdem ich eine gute gefunden habe). Gegen 'Feier'Abend wirs dann schwieriger oder kann schwieriger werden, aber immer nur punktuell. Die restliche Zeit ist viel besser, und viel einfacher als beim Aufhören zu Rauchen.
Vor 2 Jahren habe ich schon einmal einige Zeit nicht getrunken, 2 größere Feste überstanden ( mit schlechten alkolholfreien Cocktails und literweise Wasser), bin natürlich viel früher müde gewesen als im Normalfall, und habe mich am nächsten Morgen jeweils über mich selbst einfach nur gefreut.
Mein Mann ist ebenso der Meinung, dass er nur gerne trinkt, aber absolut nicht abhängig ist. Ist für mich aber nicht wichtig derzeit. Es geht grad um mich!
Viel Glück 🙂
Das ist Selbstbetrug. Du fährst volle Kante an die Wand. Deine Bauchspeicheldrüse und Leber melden sich übrigens auch schon...
Die Vorstellung, nie wieder zu trinken, macht mir Angst. Habe ich je wieder Spaß?
Hallo, Gobi!
Die Vorstellung, nie wieder zu trinken, war so grauenhaft, so unvorstellbar für mich, dass ich mehr als 40 Jahre getrunken habe. Nach meiner Vorstellung wäre die Welt über mich zusammengebrochen ohne Alkohol und das Leben eine einzige Ödnis, ja, einfach nicht schaffbar.
Irgendwann, mit 61 Jahren, hatte ich das Ganze dann aber so satt, dass ich aufgehört habe, mit einem Riesenbammel im Bauch. Und oh Wunder, es war nicht im Entferntesten so schrecklich, wie ich es mir jahrelang ausgemalt hatte.
Seitdem ist mein Leben lebenswert. Spaß habe ich nicht sehr oft, das kann auch am Alter liegen. Am meisten noch zusammen mit meinen Tieren und Enkelkindern. Entscheidend ist eher, was ich nicht!!! mehr habe:
die Angst, die Lügen, die Depression, den Selbsthass, den Kampf, die Würdelosigkeit, die Scham, das Versteckspielen, die Ausreden und, und , und...
Was für ein Gewinn!
Ich wünsche dir sehr, dass du das auch so erfährst. Die Angst vor einem Leben ohne Alkohol ist unbegründet, trau dich, ich drücke dir ganz fest die Daumen.
Liebe Grüße
Isabel
Ich hoffe so sehr, die NEMs werden mich unterstützen. Im Buch bin ich erst bis Seite 57 gekommen. Ich frage mich, ob alle das volle Programm an NEMs nehmen sollen oder reicht eventuell eine abgespeckte Version? Je nachdem, welche Beschwerden man hat?
Herzlich willkommen! Ich denke, wenn du das Buch ganz gelesen hast, ist auch diese Frage beantwortet 😊 Wünsche dir gutes Gelingen!
@gobi Herzlich willkommen und viel Erfolg! Es lohnt sich und man vermisst den Sch... nach kurzer Zeit überhaupt nicht mehr, auch wenn man es sich vorher nicht vorstellen kann. Nach etlichen vergeblichen Versuchen auf der psychologischen Schiene bin ich mit den NEM vor zwei Jahren endlich auf Anhieb rausgekommen - und nehme davon schon lange gar nichts mehr, bis auf ein Multivitaminpräparat.





