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Hallo zusammen,
ich kämpfe schon länger mit dem Thema und bin auch sehr vorbelastet. In der Familie sind bereits mehrere an Leberzirrhose gestorben oder aktuell noch hochgradig süchtig. Lebe zudem auf dem Land, wo man halt Abends zusammensitzt und trinkt.
Die letzten Jahre habe ich zumeist am Wochenende was getrunken und manchmal auch unter der Woche ein paar Bier. Mittlerweile ist das aber doch zu sehr ausser Kontrolle geraten. Ich trinke fast täglich (5x die Woche normal..) und mein "5 Bier Limit" zählt für mich schon seit einem Jahr nicht mehr. Wenn es 10 werden (0,5l wohl gemerkt), dann ist das halt so - ist aber die Ausnahme. Ich funktioniere dennoch, habe eine glückliche Familie, Job etc.. aber meine Figur leidet derart darunter, dass ich psychisch völlig daran zerbreche. Ich kann mich kaum noch im Spiegel sehen. Habe die letzten Monate trotz bewusster Ernährung auch mehrere Kilo zugenommen und fühle mich maximal unwohl. So wie gerade. Früher hat 1kg zuviel gereicht, dass ich einfach mal 2 Wochen Diät gemacht habe, und keinen Alkohol mehr konsumiert habe. Das hat mir mein Kopf einfach verboten. Das ist nun nicht mehr so, und ich schippere schön langsam auf einen gewaltigen Eisberg. So Alkohol-getrieben im Kopf, war ich noch nie, das macht mir eine höllische Angst. Allan Cars Buch hat mich einige Monate nichts trinken lassen, bis zu einem Anlass mit einem Bier und so hat sich das wieder langsam gesteigert.
Habe mich von der Methode aus "Alkohol Adé" inspirieren lassen und mir das Buch gekauft. Das lese ich am Montag gleich wenn es kommt und hoffe endlich ein langfristiges Mittel gefunden zu haben. Bei mir ist es auch so, dass der Konsum und die Gier auf Bier während der Einnahme von Antidepressive deutlich gestiegen ist. Diese habe ich seit 8 Wochen abgesetzt und kann mir vorstellen, dass meine ganze Gehirnchemie zusätzlich durcheinander ist. Ich bin sehr gelangweilt und immer auf der Suche nach "Unterhaltung" oder einem Kick seitdem.
Ich kann nicht mehr. Ich hoffe mich einer Gemeinschaft anzuschließen hilft mir da auch weiter dran zu bleiben. Ich habe schon so Angst vor heute Abend. Im Moment bin ich so sicher nicht wieder zu trinken, und jede Stunde bis zum Abend wird ein Kampf im Kopf den ich fast immer verliere.
Grüße Django
Ich versuche jetzt eine Liste für die NEM's zusammenzusuchen und werde nächste Woche da samt dem Buch nach Plan einsteigen.
Herzlich Willkommen bei uns! Es gibt zwei "Listen", die Forumsmitglieder beispielhaft zusammengestellt haben. Damit fällt es Dir bestimmt leichter.
Die beiden ersten, angepinnten Beiträge sind es.
Liebe Grüße und guten Start Dir!
Gaby
@django431 ich habe mir eine Liste gebastelt die ich als Basis für die NEM Einnahme benutze. Mittlerweile bin ich bei Version 3, aber ich hänge dir mal die erste ran. Damit und ein paar Pillendosen und kleinen Gefäßen lässt sich das gut organisieren. Und die NEM's sind der Gamechanger.
@django431 Guten Morgen!
Ich bin immer wieder 1-2-3 oder gar wie zuletzt 6 Monate abstinent, das ist immer die beste Zeit meines Lebens
Das wirkt auf mich wie die rosa Wolke, eine Bezeichnung, die ich selbst hier gelernt bzw dann auch kennengelernt habe. Alles verbessert sich, der Geist wird klarer, der Körper fitter. Man fühlt sich rundum sau wohl. Und dann kommt ein Zustand, @forevergreen hat das schon angeschnitten, eine Art des Vergessens. Man beginnt, die Sucht zu bagatellisieren. Unbewusst. Gedanken an kontrolliertes Trinken kommen auf; man denkt, man könne vielleicht der / die eine sein, bei dem es klappen könnte. Ich will mich davon nicht distanzieren, auch ich hatte die Gedanken- oft 😉 Aber ALLE(!!!) Geschichten hier sind bei dem Thema gleich geendet: Rückfall. Manch einer schrieb, wie toll es doch bei ihm / ihr klappen würde. Danach hat man nie wieder was von der Person gelesen. Mir hat dieses Wissen sehr geholfen. Ich konnte mir damit eine verbrannte Herdplattenhand ersparen, wenn du verstehst, was ich meine 😁
@alex7 Genau so wie Du es schreibst ist es. Bei mir war es nach 6 Monaten sogar so bizarr, dass mir das Drama an manchem Samstag oder Sonntag Morgen gefehlt hat. Es war alles zu... gut und reibungslos. Verrückt.. total eigentlich.
@django431 also auf das allmorgendliche Drama konnte ich sehr gut verzichten 🙈 aber ich verstehe was du meinst. So ein Gefühl von Langeweile, Monotonie, von "soll es das jetzt gewesen sein?".
Ich habe mir mein Adrenalin und Dopamin über den Sport und wilde Tanzeinlagen zu lauter Musik geholt (falls du Haustiere hast: die fassungslosen Gesichter sind zum wegschreien!). Will heißen: du brauchst Beschäftigung. Wie auch immer die aussehen mag. Ein neues Hobby, vielleicht einen Hund, der viel Bewegung braucht. Du musst jetzt nicht jeden Sonntag mit Fallschirm aus dem Flugzeug springen 😉
Aber auch an der Stelle: total individuell. Du hast aber den einen Vorteil: Du weißt jetzt schon, dass dieser Zustand sich früher oder später einstellen wird. Nutze die Zeit bis dahin und stelle Strategien auf, wenn der Clown in deinem Kopf Aufmerksamkeit fordert. So habe ich das damals bei mir benannt; der kleine Kerl ist über die Zeit viel ruhiger geworden, aber ich schätze ihn sehr und höre auf ihn, wenn er sich meldet.
@alex7 Ja, leider total individuell. Ich komme aus dem Leistungssport und habe massig Hobbys. Durch die ver******* antidepressiva habe ich an fast allem die Lust verloren. Sport mache ich jedoch noch fast täglich, füllt mich aber nicht aus. Ehrlich gesagt unterhält mich in meinem "Loch" fast nur ein angenehmer Rausch bei Musik und irgend nem Computerspiel.
Aber hey, ich bin zum ersten Mal seit Monaten nun genau eine Woche Alkoholfrei und es fällt mir relativ leicht.. :-).
Aber hey, ich bin zum ersten Mal seit Monaten nun genau eine Woche Alkoholfrei und es fällt mir relativ leicht.. :-).
Sehr gut 😎
Hast du das Buch mittlerweile durch? Auch wenn wir hier alle Experten bei der Vernichtung von Alkohol sind bzw waren, hat mir das damals ziemlich viel plausibel gemacht. Es erklärt zb, warum deine zahlreichen Hobbys dir keinen Spaß mehr bereiten (oder du dich nur schwer zu ihnen aufraffen kannst), du zeitgleich aber getrieben und rastlos bist. Der Alkohol zerschießt dir mehr und mehr quasi alles in deiner Hirnchemie und alles steht Kopf. An der Stelle kommen die NEMs ins Spiel. Aber das steht deutlich detaillierter im Buch. Ich bin jetzt knapp 20 Monate trocken. Ohne Buch + Forum bin ich mir recht sicher, dass mir das ansonsten nicht gelungen wäre. Es lohnt sich.
Mein letzter Beitrag war vor nicht zwei Monaten und ich bin mehrfach eingebrochen. Das Buch habe ich endlich gelesen (heute) und auch verstanden. Es ist eine riesige Befreiung, all meine Zustände verstehen zu können. Die NEM's bestelle ich am Sonntag und beginne damit meine Befreiung vom Alkohol.
Ich war ja fast 6 Monate trocken und hab oben geschrieben, dass mir das schon langweilig wurde. Tatsächlich war es auch so, dass meine ganzen Erkankungen durch Burnout und Depression nicht besser wurden. Das hat mich so irritiert und ich dachte, am Alkohol liegt es also nicht. Nun nach dem Lesen des Buches habe ich eine neue Sichtweise gewonnen: Wenn ich das richtig verstanden habe, lag das Defiizit von zig Nährstoffen halt weiter vor und mein Stoffwechsel hat sich nicht regeneriert. Daher war ich weiter depressiv, müde, schlapp und hatte keinerlei Glücksgefühle mehr.
Die verdammten SSRI (wenn auch nur 10 Wochen) haben das ganze noch mehr vermischt und gestört und meinen Alkoholismus stark verschärft. Nun macht das alles Sinn.
Montag geht es bei mir los mit Tag1 und den NEM's. Ich bin motiviert mit diesem Sachverstand diesem mächtigen Gegner auf Augenhöhe entgegentreten zu können..
Schauen wir mal :-).
@django431 Ich wünsche Dir viel Erfolg! Für mich war Gabys Konzept und die NEM der Gamechanger, nachdem mehrere "konventionelle" Versuche vorher gescheitert waren.
@harley
Vielen Dank, das mach mir sooo großen Mut und fühlt sich nach Bestätigung meiner Erkenntnisse an. Ich werd ab jetzt hier aktiv dabei bleiben und es auch in diesem Forum dokumentieren.





