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Tja, das hätte ich nie von mir gedacht. Dass ich mich in einem Alkohol-Forum anmelde. Nachdem ich den halben Sonntag das Internet leergesurft habe nach Büchern, podcasts gehört habe etc, bin ich hier bei Gaby hängengeblieben und habe mir das Buch Alkohol Ade bestellt.
Mich hat das Thema ADHS und NEMS angesprochen und ich bin jetzt also offiziell hier. Krass:
Wenn ich zurückblicke, dann fing es wahrscheinlich so 2004 an, mit Liebeskummer und abends einer Flasche Sekt. Der Liebeskummer ging vorüber, es kamen neue Männer, der Weinkonsum blieb. Ziemlich konstant bei fast einer Flasche täglich, oder drölf Schorle beim Ausgehen. Damals mit Anfang 30 noch locker auch unter der Woche weggesteckt.
Viele Abstürze, wenn ich so zurückblicke, peinliche Situationen. In den letzte Jahren, ich bin jetzt 53, achso und weiblich, mitten in den Wechseljahren auch noch, trank (ich schreib jetzt einfach mal schon, weil ich an mich glaube diesmal!!!) trank ich also "nur" noch am Wochenende, also ab Donnerstag Abend. Entweder alleine auf dem Sofa beim Fernsehen. Serie, ah noch Wein im Glas, nächste Serie. Wein leer, Folge noch nicht zu ende, nachschenken. Chips, Schokolade, Nüsse... die Nächte, teilweise die Horrorwälzerei.
Oder mit meinem Freund zum Essen und Fernsehen. Die Beziehung ging aus anderen Gründen nach 7 Jahren zu Ende.
Ich bewundere meine Mutter, die sich abends einen Fingerhut voll Weißwein einschenkt und dazu 5 Erdnüsse knabbert.
Ich trank (wollte wieder trinke schreiben), zur Belohnung, zur Entspannung, aus Langeweile, aus, was weiß ich.
Immer mal wieder habe ich die Fastenzeit geschafft, 6 Wochen ohne. Dieses Jahr nicht. Wenn der Freund immer sagt "jetzt zum Essen, wo wir schon im Sternelokal sind, kannst du doch ein Glas". oder "mei, dann reiß dich halt zusammen". Klar, ich habs auch recht gut vertuscht.
Am Samstag haben wir auf dem Weihnachtsmarkt Glühwein getrunken, als ich heimkam, habe ich noch eine Flasche Wein hinterhergeleert. Anders kann man es nicht mehr sagen.
So, jetzt würde ich gerne wissen, wie halte ich das durch? Muss ich wirklich in eine Klinik? Geht es ohne? Hoffe, das Buch kommt zum Wochenende. Ich habe über die NEMs schon einiges in dem Video aufgeschnappt, mir scheint, als nähme ich die schon soweit. Also Amino komplex, Omega 3, Vitamin Bkomplex. C+Zink jetzt auch noch.
Ich bin seit einigen Wochen auch schon therapeutsich dran, mein Trauma aufzulösen. Hinzu kommt, dass ich hier in einer psychischen Rehaeinrichtung als Coach arbeite und wenn Klinik notwendig, müsste ich weg von meinem Wohnort. Geht das überhaupt?
Jetzt stehen auch noch ein paar Verabredungen an mit Weihnachtsmarkt, ich bin zuversichtlich, das zu schaffen.
Noch andere Tipps von Euch? Wie habt ihr es geschafft? Danke Euch und bin froh hier gelandet zu sein.
Liebe Lidlwicht,
herzlich willkommen hier im Forum und toll, dass du dich für das Konzept von Gaby und Bernd entschieden hast.
Ich selber blicke auch auf eine lange „Alkohol-Karriere“ zurück, befinde mich mittlerweile in der 4. Woche des Programms und merke von Tag zu Tag mehr, wie positiv sich die Einnahme der zahlreichen Nahrungsergänzungsmittel (NEM) auf meine psychische und physische Gesundheit auswirkt.
Suchtdruck hat sich während der ganzen Zeit nicht bemerkbar gemacht und ich gehe mittlerweile nur dann zum Einkaufen, wenn ich was brauche und nicht, um Alkohol (bei mir war es Wodka) zu beschaffen und dazu „alibi-mäßig“ unnütze Dinge mit auf das Kassenband lege (als ob die Kassiererin es nicht bemerkt - auch so ein Trugschluss des benebelten Gehirns).
Meinen Weg in die Abstinenz habe ich, wie ganz viele hier, in diesem Forum „dokumentiert“. Wenn du magst lies es nach, vielleicht hilft dir die eine oder andere Aussage zu meinem bisherigen Weg.
Ich wünsche dir auf jeden Fall von Herzen gutes Gelingen.
Schön, dass auch du den Weg hierher gefunden hast.
Liebe Grüße,
Mary
PS: Ich bewundere Menschen, wie deine Mutter, ebenfalls. Ich hätte nie nur einen Fingerhut voll Wodka trinken können und den fünf Erdnüsschen wäre eine ganze Tüte gefolgt 😂 (bzw folgt immer noch - aber egal, Hauptsache keinen Alkohol !).
@lidlwicht Schön, dass Du da bist. Lese das Buch, bestelle Dir die Nems mit Hilfe der Liste und dann: Lege los!
Ein großer Schritt zur Befreiung. Und ja, ich kenne das auch, aus Stress, Frust Alkohol zu trinken. Für mich vorbei und für Dich wird es das auch bald. Ganz bestimmt. Lese.
Und schreibe alles, was Dir in den Kopf kommt... herzlich Willkommen.
@maryjung ihja liebe Mary. Ich lese gerne. Muss mich in dem Forum erst noch zurechtfinden. Ich hab bei Aldi extra die Kassiererinnen gewechselt mit meinem Wein. Also bin heute Tag 7. Null Suchtdruck. Freu mich total des Lebens und hole das Buch nachher noch ab. Freue mich hier bei Euch zu sein.
Wo finde ich deine Geschichte?
Glückwunsch zu Tag 7 und viel neuen Input und Aufklärung durch das Buch.
Meine „Geschichte“ und meinen „Werdegang“ in dem Programm findest du ganz leicht in dem Forum, wenn du auf Mitglieder klickst und dann bei Suchen maryjung eingibst. Ich brauchte auch eine Weile, bis ich mich im Forum zurecht gefunden habe 🤦♀️.
Ich gehöre hier zwar auch zu den Neuen, aber vielleicht kann ich dir schon die eine oder andere Frage beantworten.
Liebe Grüße,
Mary
@maryjung war gerade bei einer Freundin beim Garten helfen. Brunch und dann Stollen und Glühwein. Und Apfelpunsch. Easy! Keiner gefragt oder was gesagt und ich nicht eine Sekunde überlegt. So macht das echt Spaß. Und jetzt giesse ich noch Kerzen statt angetrunken auf dem Sofa mit Wein weitermachen.
Liebe Mary,
ich habe mich bei vielem in deiner Geschichte wiedergefunden.
Schmunzeln musste ich bei der Beschreibung deiner Mama mit dem Fingerhut. Ich habe eine Zwillingsschwester, die gerne mal ein Glas Wein trinkt und dann problemlos auhören kann. Wie hab ich sie beneidet. Wir beide sind 66 Jahre alt.
Vor 5 Jahren habe ich nach vierzigjähriger Trinkerein aufgehört, ohne NEMs und ohne das Buch, weil ich es damals noch nicht kannte. Leider. Einzig mein absoluter Wille war da, jetzt endlich dieses unwürdige besch... Leben hinter mir zu lassen. Es hat geklappt. Einen Suchtdruck hatte ich nie, etliche brenzliche Situationen schon. Sogar heute noch hin und wieder. Dann denke ich: Will ich das wirklich wieder haben? und erinnere mich an all die schrecklichen Folgen, die das Trinken bei mir hatte. Nein, danke! Was mir wirklich geholfen hat und immer noch hilft: ich habe geradezu verinnerlicht, dass selbst ein Schlückchen Sekt, so sehr der Alkoholteufel mich da auch manchmal umschmeichelt hat, mich sofort ins Elend zurückschleudern würde. Ich werde nie mehr trinken. Das Leben ist auch ohne Alkohol schöner. Besser sowieso.
Ich wünsche dir viel Erfolg und Kraft, zusammen mit der Unterstützung hier packst du das.
Liebe Grüße
Isabell





