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Blaubeere möchte ni...
 
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Blaubeere möchte nicht mehr blau sein

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blaubeere
(@blaubeere)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 114
Topic starter  

Huhu, ich bin die Blaubeere. Euch gefunden zu haben, erfüllt mich mit Freude und Hoffnung, denn das Thema Alkohol zieht sich durch mein Leben und durch die Geschichte unserer Familie wie ein roter Faden. Eher wie ein schwarzer Faden 🙁

Ich bin Mitte 50 und berufstätig, habe zwei erwachsene Söhne, die ich schon in der Pubertät darauf aufmerksam gemacht habe, dass sie möglicherweise genetisch bedingt ein hohes Risiko mit sich tragen, alkoholkrank in vierter Generation zu werden. Was die Generationen, die vor 1900 gelebt haben betrifft, gibt es keine Überlieferungen. Meine Söhne haben meine Worte sehr ernst genommen und trinken vielleicht drei oder vier mal im Jahr ein Gläschen.

In meinem Elternhaus war Bier ein Grundnahrungsmittel wie Brot. Aber alle funktionierten und es herrschte keine Gewalt. Ich habe meine ersten Erfahrungen mit Alkohol im Alter von 15 Jahren gemacht. Ich fand es angenehm, unter Alkoholeinfluss nicht mehr so schüchtern zu sein und irgendwie gehörte es damals in meinem Umfeld dazu, 1 oder 2 mal im Monat auf Partys oder in Discos Alkohol zu trinken. Ich habe immer nach Hause gefunden und nie meinen Schlüssel, mein Portemonnaie oder meine Brille verloren :-).

Etwa 20 Jahre lang habe ich unregelmäßig getrunken, mal etwas mehr, mal weniger, abhängig von der Situation und den Personen in meinem Umfeld. Über Alkohol habe ich eigentlich gar nicht nachgedacht, außer, wenn es um andere Familienmitglieder ging. Wenn getrunken wurde, habe ich halt mitgetrunken, wenn nicht, war es mir völlig gleichgültig und ich hatte nach dem Auszug aus dem Elternhaus nur selten Alkohol im Haus.

Problematisch wurde es dann mit Mitte 30, als meine Kinder auf die Welt kamen. Der Alltag mit den Kindern war anstrengend, die Beziehung zu ihrem Vater sehr schwierig, das Geld war extrem knapp (ich ging zeitweise Beeren und Pfandflaschen sammeln, um durchzukommen), es waren keine Großeltern in der Nähe, die mich mal hätten entlasten können. Zwei Jahre habe ich nicht gearbeitet, der Kindsvater sowieso nicht. Es war kein Geld da für Benzin, kein Geld für ein Geschenk, wenn man mal irgendwo eingeladen war, die Gründe für die desolate finanzielle Lage will ich hier nicht erörtern. Die sozialen Kontakte wurden weniger und irgendwann bestand mein tägliches Abendprogramm, wenn die Kinder im Bett waren, aus einem TV-Krimi, 1-2 Gläsern Rotwein und viel Schokolade, alles alleine im Schlafzimmer konsumiert. Vom Vater der Kinder trennte ich mich irgendwann. Dieses Schlafzimmertrinken ging einige Jahre so weiter, aber ich habe immer wieder mal einen Tag oder auch eine Woche Pause gemacht, weil ich diesen Konsum schon bedenklich fand, ich wusste ja, dass in meiner Familie einige Menschen alkoholkrank waren. Der Arzt, dem ich mich anvertraute, meinte: „Im Moment brauchen Sie das eben.“ Als ob der Rotwein eine Medizin wäre, die auch er mir hätte verschreiben können…

Dann lernte ich meinen jetzigen Mann kennen und die Entwicklung nahm Fahrt auf. Mein Mann trank gerne, oft und damals noch viel. Im Keller gab es eine Sammlung erlesener Weine und anderer alkoholischer Getränke, grenzenlose Verfügbarkeit. Wir glaubten, das Leben zu feiern und fanden auch mitten in der Woche einen Grund, eine Flasche Champagner zu öffnen. Wir besuchten regelmäßig gute Restaurants und es spielte keine Rolle, dass der Wein teurer als das Essen war. Am Wochenende trank ich oft zum Frühstück schon Sekt. Ich denke heute, dass ich mir damit beweisen wollte, dass ich mich selbst wertschätze. Und wollte es sicher auch anderen zeigen, denn ich fand den sozialen Absturz, der mit der Mutterschaft kam, sehr beschämend. „Seht mal, vor ein paar Jahren habe ich Pfandflaschen aus dem Gebüsch geholt und nun trinke ich zum Frühstück Sekt und wenn ich will, auch Champagner!“ In den nächsten Jahren trank ich also, wenn ich nicht gearbeitet habe, oft auch schon morgens, konnte aber die Menge noch kontrollieren. Das heißt, wenn ich morgens trank, konsumierte ich den Rest des Tages nicht. 1/2 Flasche Sekt oder Wein war für mich die Grenze, die ich nur sehr selten überschritt, auch weil ich mich sonst verkatert fühlte.

2020 begann eine neue Ära. Meine Mutter war verstorben und ich trauerte mehr als zwei Jahre sehr intensiv. Dazu kam Corona und eine neue Chefin. Im Homeoffice war ich massiv überfordert. Alle Arbeitsabläufe änderten sich und ich kämpfte mit Hardware und Software. Den Zusammenhalt der Kollegen konnte ich nicht mehr spüren, da man sich ja wochenlang nicht sah. Dazu kam die neue Chefin, die uns wenig feinfühlig zu Höchstleistungen anspornen wollte. Sehr fordernd, alles kontrollierend, reglementierend, protokollierend. Machte man Fehler oder konnte sein Pensum nicht schaffen, war die Ansprache oft so schroff, dass Kolleginnen, auch ich, in Tränen ausbrachen. Dazu kam, dass man rund um die Uhr Mails und Nachrichten bekam, so dass kaum noch zwischen Arbeit und Freizeit trennen konnte. Ich war nur noch erschöpft und hatte das Gefühl, meinen Job jeden Tag schlechter zu machen. Nun konnte ich abends nur noch mit Alkohol oder einem Schlafmittel einschlafen, wenn ich am nächsten Tag arbeiten musste. Oft Alkohol UND Schlafmittel. Aus der halben Flasche Wein oder Sekt wurde immer häufiger eine ganze Flasche, ich konnte plötzlich oft nicht mehr aufhören, bis mir übel und schwindelig wurde. Nicht selten fuhr ich in den letzen zwei Jahren verkatert zur Arbeit, was den ohnehin stressigen Job noch schwieriger machte. Dann breitete sich irgrndwann in meinem Kopf ein Nebel aus, den ich anfänglich auf meine Corona-Infektion zurückführte. Ich hatte so gravierende kognitive Probleme, dass ich auch Alzheimer-Demenz oder einen Tumor befürchtete. Der Neurologe fand im MRT nichts und machte Stress für meine Defizite verantwortlich.

In der Woche im September, als ich zum MRT war, fand ich meinen Bruder in seiner Wohnung verwirrt und teilweise gelähmt zwischen tausenden leerer Flaschen, Kot und Erbrochenen. Der Notarzt brachte ihn ins Krankenhaus. Er war drei Wochen nicht ansprechbar, bekam tagelang andauernde epileptische Anfälle, war psychotisch, konnte nicht mehr schlucken, wurde durch eine Sonde ernährt, die Ärzte haben mich darauf vorbereitet, dass er vielleicht stirbt.

Zu sehen, was dieses Teufelsgift aus ihm gemacht hat, hat mir…. ich weiß gerade nicht, wie ich es ausdrücken kann, was in mir vorging. Ich fing an, mich noch intensiver mit dem Thema Alkohol zu beschäftigen und plötzlich sehe ich alles in einem anderen Licht. Es kommt mir plötlich so absurd vor, dieses teuflische Nervengift in sich hineinzuschütten. Ich wollte unbedingt damit aufhören, hatte aber Angst, auch Krampfanfälle oder eine Psychose zu bekommen. Daher habe ich den Alkohol langsam runterdosiert. Erst mal ein paar Tage nur noch ein kleines Gläschen Wein pro Tag, zum Glück ging das ohne Probleme. Dann habe ich ein paar Wochen nur noch 1 bis 2 mal pro Woche kleine Mengen getrunken. Und siehe da, der Nebel im Gehirn verzieht sich und ich brauche auch kein Schlafmittel mehr. Hatte aber ein paar Mal Suchtdruck. Den habe ich mit viel Essen und scharfen Bonbons in Griff bekommen. Ich denke, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, mich vom Alkohol zu befreien. Ich überlege gerade, ob ich mal die Suchtberatungsstelle kontaktiere oder mich einer Selbsthilfegruppe anschließen soll. Ich spüre, dass der Vorsatz, nicht mehr zu trinken, noch gefestigt werden muss. Ich habe seit 6 Tagen nichts getrunken.

Das war eine laaaaange Geschichte, vielen Dank für eure Zeit und Geduld. Ich freue mich, auf den Austausch mit euch 🙂

Liebe Grüße

Blaubeere



   
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christian
(@christian)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 292
 

@blaubeere Tut mir leid, dass das kleine Fünkchen Hoffnung sich nicht durchgesetzt hat und es jetzt doch zu der befürchtete Diagnose gekommen ist.

Dein Mann geht auf den ersten Blick doch relativ gut mit den Umständen um, oder? Er kocht. Ordnet seine Dinge. Geht zu den Untersuchungen. Das schaut aus der Ferne sehr gefasst und selbstbewusst aus.

Hat Dein Mann Wünsche an Dich geäußert, welche Unterstützung er von Dir möchte? Oder wie er die gleiche Erkrankung bei seiner Mutter und Oma erlebt hat? Weiß er von Deiner Sorge, dass Depressionen und Panikattacken bei Dir wieder auftreten können? Schaffst Du die praktischen Tätigkeiten noch oder wird es bereits Zeit sich Hilfe zu organisieren damit Du nicht ausbrennst? Schont Ihr Euch gegenseitig indem Ihr Themen lieber nicht ansprecht? Oder kommuniziert Ihr offen miteinander?

Alles Liebe. Geht gut mit Euch um. Jeder für sich und Ihr gemeinsam. 🌻 



   
4
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(@kazar)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 196
 

Das tut mir sehr leid. Fühlt Euch gedrückt. Auch ich wünsche Euch nur das Beste und drücke die Daumen!!

Passt auf Euch auf 🍀❤️



   
1
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(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
 

@blaubeere Meine liebe Blaubeere! Ich möchte gar nicht viele Ratschläge geben oder so, sondern einfach: Ich denke jetzt ganz besonders an dich (und natürlich auch an deinen Mann)! Alles Liebe 🧡🍀!



   
1
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blaubeere
(@blaubeere)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 114
Topic starter  

Vielen Dank für euer Mitgefühl 🌹. Es bedeutet mir sehr viel, auch wenn ich euch nicht persönlich kenne. Heute gehe ich mal nicht einzeln auf eure Nachrichten ein, wie ich es sonst gerne mache, sondern schreibe an alle, die anteilnehmen an dem, was das Schicksal meinem Mann und mir gerade aufbürdet.

Ja, mein Mann wirkte bis gestern stark und relativ gefasst, aber gestern abend entwickelte sich die Stimmung in eine andere Richtung. Wir hatten eigentlich einen schönen Abend mit meinem Sohn und seiner Freundin. Mein Mann redete sehr offen mit den jungen Leuten über seine Krankheit und hat den beiden ganz schön was zugemutet, kein Blatt vor den Mund genommen und auch vor ihnen geweint. Zwischendurch haben wir aber auch gelacht und über 1000 andere Dinge geredet. Ich habe an dem Abend die Erlaubnis bekommen, in den Brief vom Arzt zu gucken, das hatte sich mein Mann zuvor nicht getraut. Da stand nicht viel drin außer wie groß der Tumor ist, wie er aussieht und wo genau er sich befindet. Der Tumor ragt über die Grenze der Anokutanlinie hinaus, d.h. er ist quasi aus dem Anus bis auf die normale Haut hinausgewachsen. Das habe ich mit meinem Mann besprochen, als der Besuch gegangen war. Wir sind zwar keine Mediziner, aber wir sind uns beide sicher, dass man den Anus entfernen werden muss. Das ist sehr niederschmetternd. Neben der Angst vor den Metastasen nun auch noch das! Zwar muss man jetzt immer noch die medizinische Expertise abwarten, aber der Horizont, an dem noch ein Lichtchen zu sehen war, hat sich doch sehr, sehr verdunkelt. Mein Mann sprach davon, dass er sich nun eine Kapsel besorgen muss. Gemeint ist natürlich Sterbehilfe. Wie ich meinen Mann kenne, ist das sehr gut möglich, dass er das auch durchzieht. Eine furchtbare Vorstellung! Aber oft ist es ja so, dass man am Ende doch noch sehr am Leben hängt und vor diesem Schritt zurückschreckt oder ihn zumindest lange aufschiebt. 

Der nächste Termin sollte erst am nächsten Do sein, aber jetzt hat die Entwicklung Fahrt aufgenommen. Mein Stiefsohn hat guten Kontakt zu einigen Ärzten, darunter auch Radiologen. Er hat gestern mit einem befreundeten Radiologen gesprochen und mein Mann wird sich dort schon morgen der radiologischen Untersuchung unterziehen. Erst wollte er nicht, weil ihm das zu schnell ging und er von Metastasen noch nichts wissen wollte, aber wir haben ihm gut zugeredet und sein Sohn fährt mit ihm da morgen hin. Der Arzt pfeift auf eine Überweisung und auf eine Abrechnung. Und dieser Arzt hat sich mit dem Chefarzt der Klinik, wo mein Mann behandelt werden soll in Verbindung gesetzt. Der Chefarzt wird meinen Mann morgen nach der Untersuchung anrufen und alles weitere mit ihm besprechen. Turbo! Das macht zumindest Hoffnung, auf eine optimale medizinische Behandlung. Aber Wunder können die auch nicht machen. Ich hoffe/fürchte, dass die Behandlung schon in wenigen Tagen beginnt. Ob uns der Zeitgewinn hilft? Zumindest verkürzt es den Zustand des unerträglichen Wartens. Andererseits habe auch ich das Gefühl, vorher noch so viel mit meinem Mann besprechen zu wollen…

Mein Stiefsohn ist wirklich ein Schatz. Er ist so warmherzig und hilfsbereit, nicht erst seit gestern. Als ich letztens sagte, ich hätte niemals 13 Krieger an meiner Seite, habe ich ihn ganz vergessen. Vielleicht komme ich doch noch auf 13… 

Was mich betrifft, muss ich etwas aufpassen, dass ich im Umgang mit meinem Mann nicht verunsichert werde. Er hat mir mehrmals gesagt, dass er sich an dem Abend vor der Koloskopie etwas alleingelassen fühlte und dass ich mich in den letzten Tagen häufig zurückgezogen hätte und sehr müde gewesen wäre. Das tut mir weh, denn ich möchte für ihn da sein und ihn unterstützen. Nun ist es aber so, dass wir seit Jahren quasi getrennte Wohnbereiche haben, dadurch bedingt, dass er starker Raucher ist, nie vor 2 oder 3 Uhr nachts schläft, ich aber um 5 Uhr aufstehen muss. Mein Mann raucht täglich etwa 30 Zigaretten im eigentlichen Wohnzimmer, dem kann und will ich mich nicht den ganzen Tag aussetzen. Ich muss ja auch an MEINE Gesundheit denken. Er nimmt jedenfalls keine Rücksicht und ist nicht bereit, zum Rauchen auf die Terasse zu gehen. Also lebt er zu 95% im EG und ich einen großen Teil des Tages im 2. OG, wo sich mein Bett, mein Arbeitszimmer, Lese- und Fernsehsessel und alle persönlichen Dinge von mir befinden. Natürlich verbringt man auch Zeit miteinander, aber nach 3 oder 4 Zigaretten habe ich die Nase im wahrsten Sinne des Wortes voll und ziehe mich zurück. Sobald die Temperatur draußen über 15 Grad steigt, ist das anders, dann wird gut gelüftet und wir halten uns auch viel im Garten auf.

Jetzt bin ich doch vom Thema abgekommen. Ich habe meinen Mann gebeten, mir deutlicher und rechtzeitig zu sagen, was er sich von mir wünscht, da ich seine Gedanken nicht lesen kann. Das ist besser, als sich später zu beklagen, dass ich nicht da war. Ich kenne ihn als Menschen, der viele eigene Interessen hat und nicht jeden Gedanken mit mir teilt und ich muss mich jetzt erst einmal auf die neue Situation einstellen. Aber gut, jetzt hat er mir am Tag 3 gesagt, dass er mehr Nähe braucht.

Wie ich meinen Alltag geregelt bekomme? Jobmäßig steuert das gerade auf eine Vollkatastrophe zu. In einigen Tagen muss ich zwei Gutachten einreichen (amtlicher Termin), die ich eigentlich schon in der ersten Januarwoche schreiben wollte. Das sind immer ca. 8 DIN A4 Seiten mit zahlreichen Anlagen. Ich hatte gedacht, dass ich an diesem WE zumindest eins davon schreiben könnte, aber das wird definitiv nichts, habe letzte Nacht nur 3 Stunden geschlafen. Jetzt muss ich morgen meine Chefin bitten, beim Amt anzurufen und eine Fristverlängerung zu erbitten. Die wird dann wahrscheinlich gewährt. Musste vor Jahren schon mal fragen, weil ich an Grippe erkrankt war. Aber man wir es ein oder zwei Wochen verlängern können, vermutlich nicht mehr. Ich frage mich gerade, ob ich meinen Job überhaupt in den nächsten Wochen machen kann oder ob ich nicht eigentlich krank bin. Jedenfalls habe ich seit drei Tagen abwechselnd Schwindel, Herzrhythmusstörungen und Kopfschmerzen. Ja, mein Mann weiß, dass ich eine labile Psyche habe. Als wir uns kennenlernten, war ich in Therapie und schluckte Antidepressiva, habe mich dann aber einigermaßen stabilisiert. Aber ich muss immer gut für mich sorgen, damit ich stabil bleibe. Ausreichend Schlaf, Pausen, Spaziergänge, Mediation, gute Ernährung, Zeit für mich alleine, Zeitdruck weitgehend vermeiden usw.  Es besteht in der nächsten Zeit sicherlich die Gefahr, dass ich mich selbst vernachlässige. Das darf ich aber nicht, denn dann kann sehr bald auch anderen nicht mehr helfen.

 



   
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christian
(@christian)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 292
 

@blaubeere Ein unglaublich schmaler Grat auf dem Du gerade balancierst. Wahnsinn! Und das Tempo rund um die Krankheit ist zusätzlich furchteinflößend. Auch wenn es letztlich gut ist, wenn sich Dinge klären.

Ich finde es mutig, dass Du deinen Mann nach seinen Wünschen gefragt hast. Auch seine Antwort "mehr Nähe" berührt mich sehr.

Verfasst von: @blaubeere

Es besteht in der nächsten Zeit sicherlich die Gefahr, dass ich mich selbst vernachlässige. Das darf ich aber nicht, denn dann kann sehr bald auch anderen nicht mehr helfen.

Da es sich nicht, weder zeitlich noch kraftmäßig, ausgehen wird, allen Wünschen, Forderungen, Pflichten nachzukommen, steht die Frage nach den Prioritäten schon sehr klar im Raum. Und auch die Antwort darauf, die Du schon selbst formuliert hast. Lass Dich von deinem Mantra "Ich darf mich nicht selbst vernachlässigen" leiten. Alles, und ich meine wirklich alles, muss sich dem unterordnen.

Wie das mit dem Beruf funktionieren könnte, kann ich nicht beurteilen. Aber wenn Du krank bist, fällst Du auch aus. Und die beschriebenen Symptome würde ich als Laie als "krank" bzw. "stark gefährdet ernsthaft krank zu werden" einstufen.

Zu dem schönen Wunsch deines Mannes nach mehr Nähe will ich noch etwas anmerken: Nähe ist nicht einseitig! Da geht es nicht um "Abladen" in eine Richtung. Beide Partner teilen sich mit und teilen und tragen ihre Befindlichkeit zusammen. Und ihr habt beide gerade sehr schwere Lasten zu tragen. Ich hoffe, das Teilen bringt etwas Erleichterung.

Alles Liebe. Geht gut mit Euch um. Jeder für sich und Ihr gemeinsam. 🌻 



   
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lichtkind
(@lichtkind)
Mitglied
Nüchtern: 6 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 590
 

@blaubeere auch von mir mein tiefstes Mitgefühl für das was das Leben dir, deinem Mann und der Familie da gerade zumutet.

Ich möchte dir keine Ratschläge geben und kann wohl auch kaum nachfühlen was das alles mit dir/euch macht.

Eines möchte ich dir gerne an dein Herz legen liebe Blaubeere. Du "überlegst" ob du nicht "vielleicht" krank bist. Das tut dein Verstand, dein Körper weiß schon Bescheid und sendet dir (meines Erachtens) eindeutige Botschaften.

Ich wünsche dir die Weisheit von Körper, Geist und Seele die dich in Freiheit Schritt für Schritt das tun lassen was jetzt dem Leben dient.

Ich sende dir den Mut und die Kraft an dich und das Leben zu glauben... Auch wenn es hier auf Erden zeitlich begrenzt ist. Herzlichst Angela ❤️

 



   
3
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(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
 

Liebe @blaubeere , ich schick dir eine dicke Umarmung und viel Kraft für euch alle für alles, was da jetzt so auf euch zukommt... Die Krieger hier sind an deiner Seite! 💪❤️



   
3
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(@krokodil_)
Mitglied
Nüchtern: 5 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 997
 

@christian danke für diese wunderbare und wichtige Erinnerung und Aufforderung und für das tiefe Verständnis dieser Situation (ich hab mich mit angesprochen gefühlt, meine Lage ist der von @blaubeere ähnlich)



   
2
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(@krokodil_)
Mitglied
Nüchtern: 5 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 997
 

Verfasst von: @blaubeere

starker Raucher ist, nie vor 2 oder 3 Uhr nachts schläft, ich aber um 5 Uhr aufstehen muss.

Verfasst von: @blaubeere

Er nimmt jedenfalls keine Rücksicht und ist nicht bereit, zum Rauchen auf die Terasse zu gehen

Alles klar ... ja, die volle Rücksichtnahme wird allein von DIR gefordert. Und so wird es vorher auch gewesen sein.

Du machst es schon richtig, sorge für dich selbst und deine GEsundheit, sonst kannst du ihm auch nicht helfen. Und die Konsequenzen SEINER Handlungen und SEINES ungesunden Lebens, nun, die kommen jetzt auf ihn zu.

Er wünscht sich "mehr Nähe" - und was wünschst du dir?



   
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lichtkind
(@lichtkind)
Mitglied
Nüchtern: 6 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 590
 

@christian ❤️ ein Ja aus vollem Herzen zu deinem Satz: "Nähe ist nicht einseitig" lieber Christian.

Wenn sie einseitig ist, kann sie leicht zur "Verfolgungsjagd" werden. Zum ich "brauche" dich unbedingt, jetzt, sofort, dann wann ich es will.

Nähe und Begegnung auf Augenhöhe ist geprägt von Freiheit und Freiwilligkeit, Respekt und Achtung vor dem Gegenüber.

Wo Schuldgefühle ein Motor für Nähe sind, bin ich nicht in Verbindung mit mir sondern geritten von meinen "Dämonen" die mir die Luft zum Atmen nehmen wollen. Die mir sagen wollen dass der andere immer mehr Recht auf Leben hätte als ich selber.

Mit-Gefühl ernährt sich aber in einem gut versorgten und ernährten Körper mit klarem Geist und einer freien Seele. Ohne diese Basis wirds zum auszehrenden Mit-Leiden. Also Leiden für Beide.

Von Herzen danke für deinen tiefgründigen Beitrag 🌹



   
4
AntwortZitat
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