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Hallo alle zusammen!
Bei mir ist vor ca. einem Jahr eine üble Panikstörung, zu Beginn auch mit Depressionen ausgebrochen.
Hatte ich in meinem Leben nie zuvor mit solchen Erkrankungen zu kämpfen, und auch sind keine Fälle bei meinen Vorfahren bekannt, grübelte ich also warum das bei mir so weit kommen konnte.
Das ganze hat natürlich eine Vorgeschichte.
Ich arbeitete fast jeden Tag 12 Std, und wurde 2015 zum Alkoholiker und starkem Raucher. Ich trank nicht aus Frust, sondern eher zur Belohnung oder wenn ich mich gut fühlte. Aus 2 Bieren pro Tag, wurden dann irgendwann 7-8, und am Wochenende oft mehr. Ohne zu wissen wie verheerend die Auswirkungen von Alkohol und Nikotin auf die Psyche sind, trank und rauchte ich mich höchstwahrscheinlich in diese schreckliche Erkrankung hinein.
Sonst lief doch alles gut in meinem Leben, bin verheiratet und stolzer Vater. Und eines Tages fing das alles von dem einen auf dem anderen Tag an. Ich wachte morgens mit einem allgemeinen Unwohlsein auf, dazu kam starker schwindel und Kopfschmerzen. Es wurde von Tag zu Tag immer schlimmer. Bis ich dann Bekanntschaft mit meiner ersten Panikattake hatte. Nie im Traum hätte ich an eine Psychische Erkrankung gedacht. Daraufhin lief ich von Arzt zu Arzt, und alle sagten mir es sei physisch alles in Ordnung. Bis mir meine Hausärztin wissen ließ, dass es sich hierbei um eine Panikstörung handelt.
Nach zahlreichen Recherchen woher das kommen konnte, erfuhr ich erst was Alkohol so im Gehirn auslösen kann.
Ich wusste nun, um aus dieser Situation wieder gut rauszukommen muss ich gravierend was in meinem Leben verändern. Ich hörte also abrupt auf mit Alkohol und Nikotin, was einen schrecklichen Entzug mit sich brachte. Dann kamen die Depressionen, die so schlimm waren, dass sogar Selbstmordgedanken dazu kamen.
Nach einen 10 Tägigen Aufenthalt in einer Nervenheilanstallt und 7 Wochen Therapie ging es langsam leicht bergauf.
Mittlerweile kann ich wieder ein normales Leben führen, und blicke mit Stolz auf fast 10 Monate absoluter Abstinenz zurück. Auf Alkohol zu verzichten, fällt mir überraschenderweise sehr leicht, vielleicht einfach aus dem Grund zu wissen was mir dieses Gift angetan hat.
Die viele Freizeit die ich jetzt habe, da ich nicht ständig in Gasthäusern und Garagen Biertrinken unterwegs bin, nutze ich nun aus, um Zeit mit meiner Familie zu verbringen, Sport und Yoga zu machen oder mich einfach zu entspannen. Durch meinen neuen Lebensstil konnte ich fast 20 kg abnehmen und mein körperliches und geistiges Wohlbefinden enorm steigern.
Auch wenn ich mich als annähernd geheilt fühle, geistert doch immer wieder in mir die Sorge herum, das nach ca. 6 Jahren Alkoholikerdasein irreparable Schäden im Gehirn entstanden sein könnten und daher eine absolute Heilung nicht mehr möglich ist.
Hat hier jemand ähnliche oder gar die gleichen Erfahrungen gemacht?
Ich bin auch tatsächlich hin und wieder sehr positiv überrascht wie ich nun ohne Alkohol mit belastenden Situationen ruhig und gelassen umgehen kann. Als Alkoholiker bin ich da immer gleich aus der Haut gefahren.
Ich bin jetzt sehr zuversichtlich dass ich die Symptome bald los bin, und tue mein bestes um solche Krankheiten in Zukunft bestmöglich vorzubeugen.
Und ein halbes Jahr auf oder ab mit Rauchen wird auch nicht so tragisch sein 😀





