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Dann will ich mal

146 Beiträge
16 Mitglieder
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3,141 Ansichten
(@ruebequal)
Mitglied
Nüchtern: 1 jahr
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 141
Topic starter  

Ein Hallo in die Runde,

nach Äonen mit Alkohol und anderen Süchten, will ich nun auch das xste Mal auf Alkohol verzichten. Bisher scheiterte dies IMMER an Craving und daran das so Situationen und Situatiönchen ohne kaum aushaltbar waren. Hinzu kommt, dass ich auf Rausch stehe. Einfach mal komplett frei sein im Kopf...

Zu meiner Geschichte: definitiv genetisch vorbelastet, komplizierte Kindheit, Vater iwie komplett verdreht, dann weg. Ängstliche, nicht super alltagstaugliche Mutter, der ich früh, bzw. viel zu früh beste Freundin war. Obwohl nicht gläubige Familie, die protestantische Ethik wurde, auch mit vielen inherenten  Widersprüchen gelebt. Sehr früh teilte ich Krankheiten und Schmerzen nicht mehr mit, wollte meine liebevolle Mutter nicht belasten.

Ständig Fasching im Kopf, sehr intelligent, hoch emotional. Heute weiß ich ADHS. Alkohol seit dem 13. Lebensjahr, mal mehr, mal weniger, war aber immer präsent. 

Kein guter Start. Habe das Gefühl weit hinter meinen Fähigkeiten zurück geblieben zu sein.

Alkohol u.a. beruhigen und fokussieren mich. Machen mich aber auch krank, logisch. (Z.B. ein Karpaltunnelsyndrom kann auch einfach zuviel Alkohol sein)

Habe das Buch vorgestern in die Hand bekommen. Eine Offenbarung. Alles so logisch. Habe sofort auch Studien quer gelesen. Nun werde ich einiges aus dem Buch befolgen und ich lese auch schon fleißig im Forum.

Heute Tag 2 ohne Alkohol.

Vorab möchte ich hier allen für Ihre Offenheit danken. Werde sehen wie ich mich einbringe. 

Herzlich Rübeqaul

 



   
6
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(@ruebequal)
Mitglied
Nüchtern: 1 jahr
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 141
Topic starter  

Da steht echt 'ne 6. Feinfein.

Was ich gelernt habe an Tag 5:

- überfordern ist doof. @christian Du darfst jetzt "Siehste!" sagen. (Übrigens "Hab ich ja gesagt" und "Siehste" sind in dem Leben mit dem Gatten verboten. Rutscht es wem raus, gibt es fünf Euro in die "Siehste"-Kasse. Über die Jahre ist diese Einnahmequelle fast versiegt.)

- sehr spät warm, viel und relativ ungesund Essen zerschießt mir den Schlaf. Merke: 18:30 ist Schluss.

Heute mein Endgegner: Handwerker in meinen geheiligten Hallen und Rübe allein zu Haus. 



   
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christian
(@christian)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 292
 

@ruebequal Ich fette doch nicht Eure Urlaubskassa mit „sieh…“ auf. 🤣 

Hab deinen Spaß mit den Handwerkern. Die Armen! 

Du wirkst voll in deiner Kraft. Fein!



   
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(@ruebequal)
Mitglied
Nüchtern: 1 jahr
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 141
Topic starter  

7, sieben !!!elf!1 Super.

Das Gaba hilft mir sehr gut gegen Craving. Deutlicher positiver Nebeneffekt: Auch in meinem Hirn (ADHS) ist es ruhiger. 

Anderer Nebeneffekt ich habe häufiger Wortfindungs...äh....dings und bin häufiger lost. "Was wollte ich hier?" Nicht im katastrophalen Ausmaß aber spürbar. 

Mein Schlaf hat sich wieder auf 7 1/2 Stunden eingependelt. Finde es ein wenig schade, fand die ersten Tage mit 8-9 h schwerem Durchratzen durchaus nice. Trotzdessen hatte ich bunte, thrillerartige Träume. Rübe mag das.

Gestern hatte ich das erste Mal seit vielen Jahren Langeweile. (Was logisch ist, wenn ich jeden zweiten Tag auskomarte, hatte ich halt auch nur die Hälfte der Zeit für alles.) 

Heute stelle ich mich meiner Frauenärztin. Sollte schon vor 14 Tagen kommen. Hatte aber eine depressive Episode und wollte dann den Stress auch nicht in meinen ersten Tagen der Abstinenz.

Mimosenreport: Es blitzen öfter Gedanken auf wie: Nicht mein Text, das Problem ist von zwei Seiten lösbar, und nönö ich lass mal kommen. (Verkorkste Familiendinge.) Schuldgefühle verlieren etwas an Macht.



   
2
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mermaid
(@mermaid)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1230
 

@ruebequal gut gemacht! 

Kleiner ungefragter Tipp: nimm das alles einfach mal so an. Dein Hirn ist gerade verwirrt, da müssen neue Pfade gegangen werden.  Sowohl Schlaf als auch Wortfindungs Dingensens pendeln sich ein. 

Ich bin mir sicher, du wirst auch die Langeweile schnell füllen 😅



   
2
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(@ruebequal)
Mitglied
Nüchtern: 1 jahr
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 141
Topic starter  

@mermaid Habe nun lange über Deinen Post und darüber nachgedacht, ob ich antworte oder das unkommentiert stehen lasse.

Und jetzt reflektiere ich mal einfach über einfach und annehmen.

"Kleiner ungefragter Tipp: nimm das alles einfach mal so an." 

Ich finde diesen Satz problematisch. Sicherlich erahne ich, dass Du es gut und wohlmeinend meinst. Sonst würde ich jetzt nicht darauf reagieren.

Was macht dieser Satz mit mir:

Als erstes: Also einfach ist hier schon mal gar nichts, ganz davon abgesehen, dass das was in mir abläuft nicht zu meiner Normalität gehört. Alles muss ich jetzt neu für mich durchdenken und -fühlen. Empfinde ich für mich nicht als einfach mal so annehmbar. Dazu bin ich momentan zu fragil.

Der Satz hat so wie er da steht, in meiner jetzigen Phase, etwas Relativierendes. Es klingt ein: "Alles normal, stell Dich nicht so an" durch. Auch hier nehme ich an, es ist so nicht gewollt.

Wir, ich können, kann das besser. "Einfach" relativiert IMMER. Ich versuche daher dieses Wort an andere adressiert zu vermeiden. Oft mit schmerzhaften Zungenbissen. Und merke jetzt, ich sollte das Wort EINFACH (muhaha) streichen, außer in konkret sachlichen Kontexten. Wie: einfache Kohlenhydrate. Denn selbst ein schnödes einfaches Rezept, ein  einfaches befolgen von was auch immer, setzt den gleichen Fertigkeitsgrad und/oder gleiche Wissen, Überzeugungen etc. voraus. 

Das Wort "einfach" ist in seiner Aussagekraft sooft so provokant und niederschmetternd, vor allem aber meist ein Kommunikationskiller. Hättest Du nur einfach..., kannst Du nicht einfach..., ist doch ganz einfach...Einfach mal die Schn... halten..., einfach mal nachdenken usw.

 

Annehmen von etwas: annehmen tu ich Pakete. Eine Annahme quasi alsThese ist für mich auch okay.

Aber Annehmen in Bezug auf hinnehmen, als kleine Schwester von "Kannste-eh-nix-machen", ist MIR zu passiv. Mach ich auch nicht. Ich denke über alles nach, schaue mir Alternativen an, wäge ab und entscheide. Faktischisses, wie etwa Krebs, nehme ich max. hin. Aber nichts wird mich dazu bringen diesen anzunehmen, womöglich noch als vom Schikal geschickten Freund der mir was sagen will. Den Eindruck nicht anzunehmen,  sondern aktiv zu handeln, habe ich von den meisten hier, soweit ich jetzt gelesen habe. Alle kämpfen um ihr alkoholfreies, selbstbestimmtes Leben. Ob in Bezug auf Schlaf, Zusammenleben bzw -arbeiten, Sexualität.

 

Was nehme ICH noch mitnehme. Habe meinen Post nochmal gelesen. Konnte jetzt nicht herauslesen, dass ich ratsuchend rüber gekommen bin.

ABER, das Forum ist eben auch genau dafür da. Und tatsächlich wollte ich auch Wissen, ob andere soetwas auch beobachteten. Ich nehme mir jetzt vor, wenn ich Fragen habe diese konkret zu stellen, und nicht so subtextmäßig mitschwingen zu lassen.

Und da wir uns nicht sehen oder hören können, ich bin völlig entspannt und in keiner Weise angefasst. 



   
1
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mermaid
(@mermaid)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1230
 

@ruebequal vielen Dank für deine Rückmeldung. Letztlich bewertet jeder aus seiner eigenen Perspektive. 

Ich wünsche dir dennoch die Gelassenheit,  die Dinge, die dir beim nüchtern werden so über den Weg laufen, einfach erstmal anzunehmen. Nicht mehr und nicht weniger. 

Alles Liebe für dich 



   
2
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(@ruebequal)
Mitglied
Nüchtern: 1 jahr
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 141
Topic starter  

@mermaid Ach, Mensch. Eine Aussage nach , ich hoffe doch, sachlicher Kritik, eins zu eins zu wiederholen, macht diese weder besser, glaubhafter, wahrer bzw irgendwie differenzierter.



   
1
AntwortZitat
mermaid
(@mermaid)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1230
 

Verfasst von: @ruebequal

, eins zu eins zu wiederholen, macht diese weder besser, glaubhafter, wahrer bzw irgendwie differenzierter.

Auch das liegt einzig im Auge des Betrachters. 



   
AntwortZitat
(@ruebequal)
Mitglied
Nüchtern: 1 jahr
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 141
Topic starter  

Tag 10. Waren die ersten Tage von Gedanken  "Durchhalten" und davon sich ein "Niemehr" klarzumachen geprägt, kamen heute morgen ein paar, sehr schöne Benefits dazu.

Das erste mal seit Jahren zum Kaffee ein ruhiges, helles, freundliches Gefühl, was auch Zukunft mit einschließt.

2. (Kann das so schnell gehen?) Auf meiner Wangenhaut ein Glow. Die, die sich für Kosmetik interessieren, dass ist dieses Glänzen und Leuchten. Ganz ohne aufwendige Routine und ohne schummelnde Produkte.

 

Das Craving kommt des abends immer mal wieder vorbei. Was mir hilft: Bis zehn zählen, hinstellen und Bauchatmen. Und Patiencen legen, richtig mit Karten. Das beruhigte schon immer die Gräfin Zahl in mir, sah aber mit 3,8 % im Kessel eher schexxx aus. 😃

Hoch die Hände ....

 



   
2
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christian
(@christian)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 292
 

@ruebequal Herzlichen Glückwunsch zu Tag 10! 👍

Verfasst von: @ruebequal

Das Craving kommt des abends immer mal wieder vorbei. Was mir hilft: Bis zehn zählen, hinstellen und Bauchatmen. Und Patiencen legen, richtig mit Karten.

Super, dass Du deinen persönlichen Umgang mit dem Craving gefunden hast. War sicher ein langer Weg bis dahin. Gaby hat im Adé Buch im Kapitel "Wenn gar nichts mehr hilft: bewährte Notbremsen" auch ein paar gute Tipps zusammengestellt. Aber deines scheint ja gut zu funktionieren. Fein!

Helle, freundliche Gefühle in der Früh? Und noch dazu ein Glänzen auf der Haut? Das wird dem werten Gatten gut gefallen. 😀 Wie geht's ihm? Ihr geht den Weg doch gemeinsam. Könnt Ihr Euch gegenseitig unterstützen? Oder macht es jeder im Alleingang?

Auf jeden Fall: Weiter so! 🌻 



   
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