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Ich heiße Christine, bin 57 Jahre alt, glücklich verheiratet (meistens 😉) und möchte mich kurz vorstellen:
Ich habe so gut wie alles versucht vom Trinken loszukommen, da ich schon früh erkannt habe, dass mein Trinkverhalten problematisch ist. Doch noch dominanter war für mich über Jahrzehnte der verzweifelte Wunsch von der Bulimie loszukommen. Als sich diese Sucht endlich auf Alkohol verlagerte, war ich vorerst dankbar darüber. Essen kann man nun mal nicht für immer lassen…
Mein Trinkverhalten war in Gesellschaft nicht auffällig, doch zu Hause trank ich so gut wie jeden Tag bis zu einer Flasche Wein/Prosecco, an Wochenenden mehr. Ich hatte unzählige Trinkpausen, machte Therapien, war bei den Aas, bei einem (teuren) Heiler, bei einer 2jährigen ambulanten Suchttherapie, habe alle gängigen Bücher über Alkohol auf dem Markt gelesen, viele Podcasts gehört und an verschiedenen Programmen teilgenommen. Die längsten alkoholfreien Phasen waren 2 x 2 Jahre komplett abstinent. Doch etwas zutiefst Destruktives in mir führte mich immer wieder zurück zu meinem „good old friend“.
Vor den NEMS bin ich lange Zeit herumgeschlichen. Nun habe ich mich nach weiteren Rückfällen endlich entschieden sie zu bestellen. Seit 31.07. bin ich mal wieder abstinent und erst heute dachte ich: „Ach, bis die Teile kommen, kannst ja nochmal richtig Abschied feiern!“. Diesmal siegte die Vernunft, und die Erinnerung an meinen letzten Abschied vor erst einer Woche. Das war einfach nur noch ein armseliges Gefühl und ganz ehrlich ging es mir mittlerweile körperlich schon gar nicht mehr gut (psychisch sowieso nicht).
Morgens nüchtern aufzuwachen ist für mich immer wieder ein wunderbarer Moment. Ohne Selbstvorwürfe und Selbstzerfleischung. Heute habe ich schon bisschen Yoga gemacht, bin 3 Stunden mit Sober-Podcasts im Ohr spazieren gegangen und liege auf der Couch mit Schmerzen in der Hüfte (es war wieder mal zu viel des Guten). Aber es ist fast 20 Uhr und ich hab’s für heute geschafft nüchtern zu bleiben, da ich viel hier im Forum gelesen und Süßes genascht habe. Für mich ist die Zeit ab Mittag bis zum frühen Abend die gefährlichste, da ich nur halbtags arbeite und eher ein Unruhegeist bin. Letzteres habe ich früher mit Sport ganz gut in den Griff bekommen, doch mein geplagter Körper meldet sich immer häufiger, wenn er meint, dass ich mal wieder übertreibe…
Ich bin gespannt, wie die NEMs so auf mich wirken und ob die innere Unruhe besser wird. Wie war das bei Euch so?
Schönen Abend, liebe Grüße und bis bald
Christine
Ich hatte im engsten Familienkreis jemanden mit Bulimie. Sie wog in ihrer schlimmsten Zeit 38kg. Ich habe es nur begleitet - ohne etwas tun zu können, außer diesen Menschen dann in die Klinik zu bringen. Bulimie war eine "Nebenwirkung" ihrer psychischen Erkrankung.
Beim Nikotin war es auch ein jahrelanger Kampf. Ich habe sehr früh zu rauchen begonnen. Es war hipp, es gab damals wenige die nicht rauchten. Quasi überall konnte geraucht werden, sogar im Flugzeug.
Die ersten Gedanken, dass rauchen mir schaden könnte hatte ich irgendwann mit Mitte 30, also um die Jahrtausendwende. Aber es war nur ein leiser Anflug. Ich habe in der Tat bis dahin nur wenige Wochen ohne Nikotin geschafft.
Meine toxische Beziehung rauchte bis zum Aufhören rund 80-100 Glimmstengel pro Tag. Er ist einige Jahre jünger als ich, hat aber dann einige Krankheiten bzw. sehr schlechte Laborwerte diagnostiziert bekommen und von 100 auf Null aufgehört zu rauchen - tja und ich musste ebenfalls, weil "er braucht Unterstützung und außerdem würde es mir ja auch guttun" .... Nachdem ich eigentlich damals nicht wollte, aber musste, wurde ich bald darauf ziemlich krank.
Was viele nämlich ähnlich wie beim Alkohol nicht wissen, ein kalter Entzug beim Rauchen kann ebenfalls einiges auslösen. Bei mir waren es zu Beginn eine unheimliche Unruhe,Schlafstörungen,ein sehr hoher Gewichtsverlust binnen weniger Monate, Herzrasen, Bluthochdruck,eine sehr große Traurigkeit und Verlust der Lebenfreude, sowie hormonelle Veränderungen die sich in einer Schilddrüsenerkrankung manifestiert haben.
Ich hatte dann heimlich wieder zu rauchen begonnen - und das über 5 Jahre durchgezogen.
Aufhören zu rauchen ist dem abstinent werden sehr ähnlich. Der Wunsch muss unbedingt von der Person selbst kommen. Dann gibt es Hilfsmittel, die E-Zigaretten mögen zwar auch nicht so gesund sein, aber sie waren mein Anker. Zuerst mit wenig Nikotin, dann ohne Nikotin aber ich konnte etwas in der Hand halten. Easy war es nicht - ich bin 3 Jahre lang den rauchenden Menschen auf der Straße hinterher um den Rauch zu schnuppern. Erst seit zirka einem Jahr graust mir vor kaltem Rauch.





