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... das waren die Worte meines mahnenden Ehemannes, die ich in letzter Zeit zu oft gehört habe. Nach vielem Lesen von Menschen, die Alkohol "ade" gesagt haben, nach unzähligen Berichten, Dokus, Youtube-Videos und der Suche nach einem Forum bin ich heute durch den NDR-Bericht (u.a. mit Mimi Fiedler und Nathalie Stüben, deren Berichte ich auch gelesen habe) endlich hier gelandet.
Viele der beschriebenen Situationen, insbesondere der Verleugnung, Verharmlosung und Verheimlichung kommen mir sehr bekannt vor. Und mein Inneres weiß schon genau so lange, dass bei mir was richtig falsch läuft. Da mir vor 10 Jahren ein Nichtraucherforum geholfen hat, von den Kippen loszukommen, hoffe ich nun, dass ich auch beim Alkoholverzicht nicht mehr alleine "da durch" muss.
Meine Eckdaten: weiblich, 56 Jahre, verheiratet (zum 2. Mal), 2 erwachsene Kinder. Ich habe bis vor wenigen Jahren so gut wie nie Alkohol getrunken. Im Gegenteil: ich habe Alkohol gehasst! Er hat mir so viele schlechte Stunden in Form eines alkoholabhängigen Exmannes beschert.
Aber, als ich im Urlaub vor ein paar Jahren Wein zum Essen trank, war das ja schon 15 Jahre her und ich hätte nie, nie, niemals damit gerechnet, dass ich irgendwann hier sitze und darüber schreibe. "Mein" Alkohol war ja kein plumpes Sixpack Bier, kein harter Schnaps, von dem man irgendwann abhängig werden könnte. Nein, in meinem grenzenlosen Größenwahn fühlte ich mich als etwas "Besonderes" mit meinem Weinglas.
Heute, 6 Jahre später, frage ich mich, wann ich die Kontrolle verloren habe. Irgendwo dazwischen vermutlich. Die letzten 3 Jahre trank ich jeden Tag. Mindestens eine Flasche Wein.
Vor einem halben Jahr wurde ich krank. Musste starke Medikament nehmen und ... habe 3 Wochen ohne Alkohol geschafft. Hab mich gut gefühlt. Aber dann kam ein Essen mit Freunden. Komm, der eine Abend, hab ich mir gedacht. Und bis letzten Monat wieder jeden Tag getrunken. Nicht aus Kummer, nicht um etwas zu verdrängen. Einfach, weil es mir schmeckte. Und immer wieder nahm ich mir vor, dass ich "nur noch am WE trinke", "nach jedem Wein ein Glas Wasser trinke", "nach 2 Glas aufhöre". Ha ! Was für ein Witz. Selbstbetrug. Und mein Mann hat Recht: ich trinke Wein wie Wasser. Das kann nicht gut sein. Und dann überlege ich: was haben wir denn früher abends getrunken, als wir nicht die Weingläser füllten? Es muss doch auch ohne gehen.
Wenn ich mich auf Fotos der letzten Jahre sehe, dann schäme ich mich. Mein Gesicht ist aufgedunsen mit vielen roten Äderchen auf den Wangen. Meine Augen trüb, mein Bauch (oGott) sieht aus wie ein kleine Fässchen. Ich weiß, das kommt vom Alkohol. Das weiß ich genau und schon lange. Aber... der Wein ist doch so lecker...
Ich könnte jetzt stundenlang schreiben, aber ich will niemanden überfordern. Und - vermutlich kennt ihr alle meine Geschichte mehr oder weniger. Ich bin jetzt seit 12 Tagen ohne Alkohol und will es unbedingt schaffen. Es tut gut, das zu schreiben und jetzt werde ich mich durch das Forum lesen, bis mir die Augen zu müde werden.
Danke, dass ich hier sein darf und dass ich mich nicht mehr so alleine fühle.
Danke, dass ihr das gelesen habt.
Auch Dir ein sehr herzliches Willkommen. Danke für Deine tolle Vorstellung. Ach, wie bekannt mir das alles vorkommt. Ach so: Ich bin übrigens die "Dreifache Mutter Gaby" aus der NDR-Doku 😎 .
Guck mal, hier ist meine Geschichte. Ich bin sicher, Du findest Dich wieder. Du kannst Dich auch auf youtube umschauen, dort gibt es ebenfalls unter dem Namen Alkohol adé einen Kanal, wo ich vieles zum Thema Alkoholsucht erkläre - und warum es eben keine Willensschwäche ist, an ihm kleben zu bleiben. Vielmehr ist es eine Sache der Hirnchemie ("Neurotransmitter") die uns immer wieder zum Glas treibt. All das und noch viel, viel mehr ist auf unserem youtube-Kanal zu finden und auch natürlich im Buch. Und natürlich hier.
Auch Du kannst es schaffen, dieses Forum ist genau dafür da, dass wir uns gegenseitig Kraft geben und unterstützen. Lies Dich ein, fräse Dich durch die wirklich tollen Beiträge. Wir sind eine starke Gemeinschaft hier und auch für Dich gerne da.
Liebe Grüße
Gaby
@pinot_16 Hallo Pinot - da sind ja viele Parallelen bei uns. Altersmäßig nicht so weit auseinander, familiäre Verhältnisse identisch und beide heute nach der Doku hier aufgeschlagen. Vieles von dem, was Du schreibst, kenne ich auch.
Liebe Grüße und alles Gute auf Deinem / unserem Weg
Jane
@pinot_16 Herzlich willkommen! Es lohnt sich auf jeden Fall - und mit den NEMs fehlt dir nichts und du fühlst dich bald wieder fit - und vor allem FREI 😊! Alles Gute für dich!
@pinot_16 Klasse, dass Du Deine Lebensgeschichte hier vorstellst, damit verheimlichst Du nicht mehr, im Gegenteil. Du hast also einen ersten wichtigen Schritt gemacht. Glückwunsch! Ich, und alle in diesem Forum, bestätigen, dass es mit Gabis „Fahrplan“ relativ leicht ist, ohne Alkohol zu leben und so das Leben wieder zu genießen. Die Vitamine und Aminosäuren helfen wirklich. Das Schönste: man lernt sich neu kennen, ohne Nebel im Kopf spürst Du Bedürfnisse, Wünsche, Gefühle. Das ist aufregend.
@pinot_16 Herzlich willkommen und viel Erfolg! Es geht, und es lohnt sich! Hast Du denn das Buch schon gelesen?
Willkommen. Ich habe Weisswein/prossecco wie Wasser trinken können, sehr schnell getrunken. Offen gestanden nicht, weil er mir so geschmeckt hat sondern wegen der Wirkung. Morgen bin ich 11 Monate ohne und es geht mir hervorragend. Das schaffst du auch, nicht für deinen Mann, nicht für die anderen sondern für dich.
Alles Gute
Nina
Guten Morgen und vielen Dank, dass gerade du mir geschrieben hast. Eine Ehre für mich. Ich habe mich durch vieles gelesen und besonders zutreffend fand ich, wie du mein Leben quasi in Kopie beschrieben hast.
Vorglühen, damit es nicht auffällt, Verstecke (wie genial) finden und ständig im Keller was holen usw.
Ich habe mir alles schöngeredet. Mit meiner Vorgeschichte war mir ja klar, dass ich nie im Leben vom Alkohol abhängig sein würde. Mein Vater und mein Exmann haben schließlich kistenweise Bier getrunken. Ich wusste ja, wie das ausgehen kann...
Und ich hab schließlich fast 50 Jahre nicht getrunken - da kann das ja auch nicht sein, dass man noch abhängig wird. Ach, was hab ich mir alles schöngeredet, als die ersten Gedanken hochkamen, dass was nicht läuft bei mir. Dann die Vergleiche (zu meinen Gunsten): ich hatte nie einen Blackout, ich habe mich nie eingenässt, ich hab nie Streit gesucht wie mein Exmann. Ich habe selten einen schlimmen Kater gehabt, also keine Kopfschmerzen oder so. Deswegen habe ich lange gedacht, dass es tatsächlich reine Lust ist.
Das denke ich auch heute noch überwiegend und das liegt daran, dass ich mich damals, als ich mit dem Rauchen aufhörte und meine erste Depression hatte, mich sehr mit Neurotransmittern und deren Funktion beschäftigt habe.
Das ganze Wissen habe ich aber immer nur mit Nikotinverzicht und nie mit Alkohol in Verbindung gebracht. Vermutlich habe ich einfach nach und nach die Sucht ausgetauscht (obwohl ich bis heute noch SSRI nehme seit meiner letzten Depression vor 7 Jahren) um meinen Dopaminspiegel hochzuhalten.
Was du geschrieben hast, trifft auch auf mich zu: ich bin intelligent, habe ein "gutes Leben", habe immer vollzeit und gerne gearbeitet. Mein Mann und ich verdienen gutes Geld, fahren in Urlaub, gönnen uns was. Unsere Kinder sind erwachsen, in guten Beziehungen und beruflich erfolgreich. Was will man mehr?
Und das ist der Punkt, der mir in den letzten Wochen so oft in den Sinn kam: was will ich noch? Welche Ziele und Wünsche habe ich? Ehrliche Antwort: ich weiß es nicht. Es gibt nichts, worauf ich hinarbeiten möchte. Ich mag mein Leben, aber es ist langweilig. Es gibt eigentlich nichts, was mir wirklich Spaß macht zur Zeit.
Darum habe ich wohl auch jeden Tag getrunken. Um die Sinnlosigkeit zu vergessen und eine Ausrede zu haben, mich nicht mit mir zu beschäftigen.
Krass, wie einfach es ist, es zu schreiben, was ich sonst nur gedacht und weggetrunken habe. Und wie klar die Botschaft an mich selber ist, wenn ich meine eigenen Worte jetzt lese. Ich denke, das liegt an dir und am Forum. Weil ich das Gefühl habe, verstanden zu werden. Den negativen Gefühlen nachgehen lernen muss, um sie zu verändern. Ich bin ein sehr positiver Mensch und Hoffnung ist mein größtes Gut. Und weil ich fest daran glaube, dass ich zum ersten Mal den richtigen Weg gehe. Mit dir und dem Forum.
Ich werde jetzt dein Buch lesen und melde mich, wenn das o.k. ist.
Ich bin soooo froh, dass ich auf den Bericht gestoßen bin und dadurch auf dieses Forum.
Ganz liebe Grüße und vielen vielen Dank für deine Antwort.
Guten Morgen und vielen Dank, dass gerade du mir geschrieben hast. Eine Ehre für mich. Ich habe mich durch vieles gelesen und besonders zutreffend fand ich, wie du mein Leben quasi in Kopie beschrieben hast.
Vorglühen, damit es nicht auffällt, Verstecke (wie genial) finden und ständig im Keller was holen usw.
Ich habe mir alles schöngeredet. Mit meiner Vorgeschichte war mir ja klar, dass ich nie im Leben vom Alkohol abhängig sein würde. Mein Vater und mein Exmann haben schließlich kistenweise Bier getrunken. Ich wusste ja, wie das ausgehen kann...
Und ich hab schließlich fast 50 Jahre nicht getrunken - da kann das ja auch nicht sein, dass man noch abhängig wird. Ach, was hab ich mir alles schöngeredet, als die ersten Gedanken hochkamen, dass was nicht läuft bei mir. Dann die Vergleiche (zu meinen Gunsten): ich hatte nie einen Blackout, ich habe mich nie eingenässt, ich hab nie Streit gesucht wie mein Exmann. Ich habe selten einen schlimmen Kater gehabt, also keine Kopfschmerzen oder so. Deswegen habe ich lange gedacht, dass es tatsächlich reine Lust ist.
Das denke ich auch heute noch überwiegend und das liegt daran, dass ich mich damals, als ich mit dem Rauchen aufhörte und meine erste Depression hatte, mich sehr mit Neurotransmittern und deren Funktion beschäftigt habe.
Das ganze Wissen habe ich aber immer nur mit Nikotinverzicht und nie mit Alkohol in Verbindung gebracht. Vermutlich habe ich einfach nach und nach die Sucht ausgetauscht (obwohl ich bis heute noch SSRI nehme seit meiner letzten Depression vor 7 Jahren) um meinen Dopaminspiegel hochzuhalten.
Was du geschrieben hast, trifft auch auf mich zu: ich bin intelligent, habe ein "gutes Leben", habe immer vollzeit und gerne gearbeitet. Mein Mann und ich verdienen gutes Geld, fahren in Urlaub, gönnen uns was. Unsere Kinder sind erwachsen, in guten Beziehungen und beruflich erfolgreich. Was will man mehr?
Und das ist der Punkt, der mir in den letzten Wochen so oft in den Sinn kam: was will ich noch? Welche Ziele und Wünsche habe ich? Ehrliche Antwort: ich weiß es nicht. Es gibt nichts, worauf ich hinarbeiten möchte. Ich mag mein Leben, aber es ist langweilig. Es gibt eigentlich nichts, was mir wirklich Spaß macht zur Zeit.
Darum habe ich wohl auch jeden Tag getrunken. Um die Sinnlosigkeit zu vergessen und eine Ausrede zu haben, mich nicht mit mir zu beschäftigen.
Krass, wie einfach es ist, es zu schreiben, was ich sonst nur gedacht und weggetrunken habe. Und wie klar die Botschaft an mich selber ist, wenn ich meine eigenen Worte jetzt lese. Ich denke, das liegt an dir und am Forum. Weil ich das Gefühl habe, verstanden zu werden. Den negativen Gefühlen nachgehen lernen muss, um sie zu verändern. Ich bin ein sehr positiver Mensch und Hoffnung ist mein größtes Gut. Und weil ich fest daran glaube, dass ich zum ersten Mal den richtigen Weg gehe. Mit dir und dem Forum.
Ich werde jetzt dein Buch lesen und melde mich, wenn das o.k. ist.
Ich bin soooo froh, dass ich auf den Bericht gestoßen bin und dadurch auf dieses Forum.
Ganz liebe Grüße und vielen vielen Dank für deine Antwort.
Ziele sind elementar, besonders, wenn Du den Weg „weg von“ zu „hin zu“ gehen möchtest…
was ist Dein „hin zu“?
allgemein, grundsätzlich für Dich und gaaaanz persönlich???
liebe Grüße
sandra





