Zum Inhalt springen

Du bist nicht angemeldet als Gast hier –
und kannst deshalb nur einen kleinen Teil des Forums sehen.


Hier kannst Du Dich kostenlos und anonym anmelden!

Anzeige für Coachingprogramm mit Gaby Guzek

Ein herzliches Hall...
 
Benachrichtigungen
Alle löschen

Ein herzliches Hallo in die Runde

23 Beiträge
9 Mitglieder
35 Reactions
433 Ansichten
toscanelly
(@toscanelly)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 36
Topic starter  

Ich bin seit ca. 4 Wochen Mitglied im Forum und möchte mich heute gerne vorstellen. Es ist heute bereits mein zweiter Forumsbeitrag, der erste war in der ZEIT, die bei ZEIT+ einen guten Beitrag zur Alkoholkrankheit hatte (drei mittlerweile abstinent lebende Betroffene erzählen von ihrer Alkohol“karriere“) und ich habe dort vom Konzept von Alkohol adé im Kommentar berichtet und wie es mir hilft und mich unterstützt. Ich bin selbst baff erstaunt, dass die gedankliche Basis des ‚Alkohol adé‘-Konzepts (Alkoholismus ist eine Stoffwechselkrankheit und nicht zwingend eine psychische Krankheit) für mich DER Schlüssel ist, mit dem ich die Tür zum Alkohol und damit zu einer mir schadenden Lebensführung so viel leichter zuschließen konnte, als ich es mir vorher ausgemalt hatte.

Es zeigt mir auch, dass alles seine Zeit braucht. Ich kenne das Buch Alkohol adé schon seit über einem Jahr, hatte darin kurz geblättert und es wieder zu gemacht. Da war ich noch mitten in meiner aktiven Suchtphase. Da wollte ich gar nicht aufhören. Ich erkannte zwar schon längst, dass ich ein Problem habe, schwankte aber zwischen Bockigkeit (Ich höre nicht auf! Dazu trinke ich Alkohol auch zu gerne!) und Verzweiflung (Ich schaffe das eh nicht! Ich bin zu schwach! Ich bin zu blöd!).

Ich bin 52 Jahre alt, verheiratet und erhalte Erwerbsminderungsrente. Letzteres, weil ich von einem sehr stressigen Job, in dem ich wie der chinesische Tellerdreher mehrere Projekte gleichzeitig wuppte und außer arbeiten – und dann irgendwann dann auch dabei trinken – nichts anderes mehr tat. Von 9 Uhr morgens bis Mitternacht im Büro und dann noch zu Hause am Küchentisch weitergemacht. Irgendeine Vorlage, ein Businessplan, eine Analyse musste immer noch gemacht werden. Mein Chef sprach mich 2011 ganz offen darauf an, ob ich ein Alkoholproblem hätte und schickte mich zu einer Ärztin, die mich in eine Klinik zum Entzug einwies. Ich war damals überhaupt nicht so weit, zu verstehen, welche inneren Prozesse bei mir ablaufen, ich war emotional total überfordert und so war es klar, dass ich schon am Tag nach der Entlassung wieder trank. Alkoholsucht hatte ich für mich noch nicht verinnerlicht. Ich ging dann in eine weitere Klinik, die mir mein Chef sogar bezahlte, da es sich um eine sündhaft teure Privatklinik handelte, die ich mir nicht leisten konnte. Sie war es aber auch wert: Die Oberbergklinik im Weserbergland. Einzeltherapie, Gruppentherapie etc. Danach war ich zwei Jahre abstinent, bis ich wieder in alte Muster fiel. Damals ging auch meine Depression in eine tiefe Phase und ich war nicht mehr arbeitsfähig. Mein Leben war dunkel und tieftraurig, ich konnte keine Freude mehr empfinden und zog mich komplett zurück. Nur trinken, das konnte ich noch.

Und wie beim ersten Mal nahm mich 2014 mein Chef beiseite und zeigt mir das Stoppschild. Er sorgte dafür, dass ich wieder in eine Klinik ging. Danach fiel ich in eine ganz tiefe Depression und war mehrere Monate in zwei Kliniken, darunter auch die Hochgratklinik im Allgäu, die Depression und Sucht behandelt. Dort kam ich auch mit den Anonymen Alkoholikern und ihrem Konzept in Kontakt, da das 12-Schritte-Programm einer der Behandlungsschwerpunkte der Klinik ist. Offen gesagt, ich halte davon nicht viel. Ich gebe meine Verantwortung nicht an eine „höhere Macht“ ab und ich kann auch nicht ewig Anderen zuhören, wenn sie von ihren Problemen berichten, wenn ich dazu nicht auch etwas sagen darf. Themenzentrierte Diskussion finde ich gut, nicht aber diese ritualisierten Runden voller Monologe. Ich habe aber gesehen, wie das Konzept anderen geholfen hat. Und jeder findet eben seinen Weg. Meiner war es nicht.

Seit 2011 machte ich Psychotherapie, die dann 2014 nach den erneuten Klinikaufenthalten ambulant verstärkt wurde. Da ich ja immer nur gearbeitet hatte, konnte ich zu Hause keinen Tagesrhythmus aufbauen. Alles überforderte mich. Ich weiß nicht, wie oft ich Anläufe brauchte, um die Waschmaschine mit Wäsche zu befüllen und dann anzumachen. Und dann es nicht schaffte, sie wieder auszuräumen. Mir ging es so schlecht, dass ich überhaupt keine Lust auf Alkohol hatte. Das war wenigstens das Gute in der damaligen Zeit. Nach einem Jahr in dieser ‚Nicht Fisch, nicht Fleisch-Zeit‘ lernte ich in einem Zeitfenster von neun Monaten, in denen ich an einer doppeltblind durchgeführten Studie zu einem neuen Depressionsmittel teilnahm, meinen heutigen Ehemann kennen. Ich war dauerhaft abstinent und fühlte mich jetzt auch das erste Mal so richtig wohl in meiner Haut. Mir war klar, dass ich einer der Teilnehmer bin, die das Mittel und nicht das Placebo erhalten haben, was sich später dann auch als richtig herausstellte. Ich muss dazu sagen, dass ich bis dahin 45 Jahre allein durchs Leben gestapft bin. Schon als Teenager war mir klar, dass ich nie eine Beziehung führen würde. Ich wollte Abitur machen, studieren, einen tollen Job und mein Geld selbständig verdienen und wirklich NIE abhängig von einer anderen Person sein. Das war für mich ein Glaubenssatz, den ich auch nie hinterfragt habe. Mit Hilfe der Therapien habe ich meine Probleme mit meinem Vater (er natürlich – Achtung Klischee – funktionierender Alkoholiker zeit seines Lebens) aufgearbeitet, meine Art zu leben aber als gesetzt angesehen. Nun ja, damit hatte sich mein festzementiertes Bild von mir als alleinstehende Frau in Luft aufgelöst. Und alles hätte so schön sein können. Aber dann kam langsam und schleichend der Alkohol wieder ins Spiel. In dem Maße, wie die Depression zurückwich, kam der Alkohol wieder auf die Bühne. Da mein Mann gar nicht trinkt, trank ich heimlich. Was zu Beginn ja kein Problem war, da er tagsüber im Büro war und ich zu Hause. Mit Corona kam ab März 2020 die Zeit des Homeoffice – übrigens bis jetzt. Da wurde die Heimlichkeit natürlich Pflicht. Ich trank auch anfangs nicht so viel, bin eh Spiegeltrinkerin. Und der Spiegel war lange eher niedrig. 1 Flasche Sekt über den ganzen Tag verteilt. Dann irgendwann 1,5 Flaschen und dann 2 Flaschen bis zuletzt dann 3 Flaschen. Mir wurde irgendwann im Januar klar, dass ich mich jetzt entweder zu Tode trinke (denn ich bildete mir nicht nur ein, dass meine Leber allmählich den Geist aufgeben wird) oder ich es nochmal versuche, den Alkohol aus meinem Leben zu schmeißen. Ich hatte es ja schon mal geschafft, damals aber vor dem Hintergrund der schweren Depression. Und natürlich fiel meinem Mann auf, dass ich trinke. Gleich bei unserem ersten Treffen hatte ich ihm erzählt, dass ich keinen Alkohol trinke, da ich alkoholkrank bin. Da er aber kein Suchtmensch ist, kann er das Wesen der Sucht auch nur rudimentär versuchen zu begreifen. Er ist Pragmatiker durch und durch und so haben wir die Optionen diskutiert. Mir war klar, dass ich nicht in eine Klinik gehen werde. Ich habe das alles mitgemacht und kenne mich – mittlerweile bezweifle ich einen Erfolg für mich, der aus einem Klinikaufenthalt resultiert. Da gehe ich vorne rein und hinten wieder raus. Wenn ich in noch einer Gesprächsrunde sitzen muss, trinke ich allein schon, um mich dafür zu belohnen, es hinter mich gebracht zu haben. Klinik also nur, wenn alles andere nicht helfen sollte – als letzte Möglichkeit aber in der Hinterhand. Damit stellte sich die Frage, welche anderen Möglichkeiten es denn überhaupt gibt. Mein Mann erwähnte Medikamente. Er meinte, es müsse sicherlich Alkoholiker geben, die letztendlich vom Alkohol losgekommen sind, ohne dass sie täglich zu Gruppensitzungen pilgern. Ich muss gestehen, dass in all den Kliniken genau einmal ein Betroffener erzählte, dass er Tabletten genommen hat, die ihm helfen sollten, das Suchtgefühl zu unterdrücken. Er hatte jedoch das Mittel genommen und zusätzlich dazu getrunken. Was natürlich kontraproduktiv ist. Sonst nada – nie von einer medikamentösen Unterstützung gehört.  

Wir sind also gemeinsam zu meiner Hausärztin. Die schaute mich mit großen Augen an und meinte, da hätte sie keine Ahnung. Ich solle doch zu meiner Neurologin, die sei ja auch meine Psychotherapeutin. Die könnte das sicherlich verschreiben. Und so war es auch. Sie hat mir Campral verschrieben. Da saß ich dann zu Hause und lies die Schachtel erstmal zwei Wochen unangetastet im Schrank. Innerlich brauchte ich auch die zwei Wochen, um loszulassen und mich gedanklich vorzubereiten. Und dann fing ich Mitte März an. Morgens die ersten beiden Tabletten. Kein Suchtdruck. Bisher hatte ich wirklich rund um die Uhr getrunken. Also auch nachts, wenn ich aufwachte. Meine Lieblingszeit war es, nachts zwischen drei und vier Uhr aufzustehen und gemütlich auf dem Sofa das erste Glas Sekt zu nuckeln. Durch mein relativ starkes RLS (Restless Legs Syndrom; es ging 2014 los, als ich begann, Antidepressiva einzunehmen und ging leider nicht weg, als ich die Einnahme Jahre später beendete) kann ich eh nicht lange schlafen. Mittags die nächsten beiden Tabletten. Kein Suchtdruck. Abends die letzten zwei Tabletten. Nicht der Hauch eines Suchtdrucks. Erfreutes Erstaunen. Wahnsinn!

Am darauffolgenden Tag begann ich, mich nochmal in die Materie einzulesen. Hatte ja jetzt Zeit (da nicht ständig mit der Beschaffung von Sekt abgelenkt) und einen klaren Kopf. Ich sichtete, was ich in der Vergangenheit so an Büchern auf meinem Kindle zu Alkohol gekauft hatte. Dann, wenn ich im Suff mal wieder loskommen wollte, am nächsten Tag dann aber natürlich nicht reingeschaut hatte. Es ging also um eine Bestandsaufnahme. Und siehe da, ich hatte unter anderem das Buch Alkohol adé. Hatte mir genau vor einem Jahr mein Chef empfohlen. Er ist, anders als ich (es bisher war), ein absoluter Nahrungsergänzungsmittelfan und hatte mir damals von GABA, Niacin und Vitamin D vorgeschwärmt. Daher hatte ich das Buch. Witzig. Damals hatte ich es natürlich überhaupt nicht wirklich wahrgenommen. Jetzt aber schaute ich rein und las es in einem Rutsch durch. Und in dem Buch wird das Medikament Campral erwähnt. Dass es im Grunde aus zwei Bestandteilen besteht: einer größeren Menge Kalzium und der Aminosäure Taurin. Mehr nicht. Und damit machte es BUMM! bei mir im Kopf. Der berühmte HEUREKA-Effekt. Ich merkte ja an mir selbst, dass es stimmt. Das Konzept funktioniert offensichtlich. Und damit bestellte ich mir die NEMS, ging nochmal zu meiner Ärztin, schilderte ihr meine Erkenntnis und sie befürwortete das Vorgehen. Sie bat mich sogar, ihr nähere Infos zuzusenden, da ich natürlich nicht die einzige Frau bin, die bei ihr in Behandlung ist, die ein Alkoholproblem hat. Das alles hat mich bestärkt. Ich nehme jetzt seit zwei bis drei Wochen die NEMs wie vorgeschlagen und mir geht es damit sehr gut. Ich empfinde Freude am Leben, falle morgens mit Energie aus dem Bett und bin ausgeglichen und stabil. Da ich meinen Sekt oft auch genossen habe, denke ich ab und an in manchen Situationen noch an ihn bzw. an das Gefühl, das er ausgelöst hat. Aber mit dem Wissen, was da alles in meinem Oberstübchen an biochemischen Vorgängen abläuft, wenn ich wieder Alkohol trinke, fällt es mir jedenfalls bis jetzt relativ leicht, darauf zu verzichten. Ich nehme dann manchmal ein GABA Stick und belohne mich damit.

So, das war jetzt aber eine lange Vorstellung. Sorry, wenn ich mal anfange, dann fließt es quasi raus aus mir. Ich danke denen, die es bis hierhin geschafft haben, fürs Mitlesen. Herzliche Grüße, Toscanelly



   
10
AntwortZitat
gaby_guzek
(@gaby_guzek)
Illustrious Member Admin
Beigetreten: Vor 7 Jahren
Beiträge: 4314
 

@toscanelly 

Wow. Was für eine Vorstellung! Jetzt ist mir beim Lesen doch glatt der Kaffee kalt geworden (das ist keine Kritik an der Textlänge 😀 😀 😀 ), weil ich nicht aufhören konnte zu lesen!

Es sind Beiträge wie Deiner, der einem wirklich einen derartig positiven Schub in den Tag geben wie eine ganze Flasche Phenylalanin (gibt so Insider, die würde außerhalb dieses Forums echt niemand verstehen, lol).

Toll. Einfach toll!

Zu Deinen Restless Legs übrigens noch: Das ist sehr häufig mit einem Dopaminmangel verkoppelt. Und jetzt sind wir dann doch wieder beim Phenylalanin und Tyrosin. Ist Dein Eisenspiegel mal gecheckt worden? Was es sonst noch braucht: Kupfer, Magnesium, Vitamin C und D. Magnesium ggf. in höherer Dosis als im Protokoll.

Wenn Du Interesse hast, gerne mehr dazu.

Liebe Grüße und nochmals danke, ich koch mir jetzt meinen zweiten Kaffee

Gaby



   
5
AntwortZitat
(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
 

@toscanelly Herzlich Willkommen hier im Forum, eine wirklich tolle Vorstellung die zeigt das du dich wirklich mit dem Thema beschäftigt hast, ich habe nach 40 Jahren aufgehört zu trinken mit Hilfe des Konzeptes und mir geht es großartig. Viel Erfolg für dich.



   
2
AntwortZitat
harley
(@harley)
Ich unterstütze Alkohol adé
Beigetreten: Vor 6 Jahren
Beiträge: 2661
 

@toscanelly Herzlich willkommen hier! Nach etlichen vergeblichen Anläufen auf den "traditionellen" Schienen hat es mit Gabys Konzept sofort geklappt, ist bald schon zwei Jahre her.



   
AntwortZitat
cairni
(@cairni)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2352
 

Toll dass Du da bist! Tatsächlich würde mich auch das Thema RLS interessieren... wenn Du magst.

Viel Erfolg weiterhin 🙂



   
AntwortZitat
rumpelheinzchen
(@rumpelheinzchen)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 437
 

@toscanelly

Hallo Zwillingsschwester im Geiste. Ich hab genau wie du lange gebraucht und gesucht um etwas zu finden, was zumindest wenigstens mal zu einer kurzen Trinkpause führt -- nur eine Depression, die mich dabei unterstützt, hatte ich nie. (und die zu haben ist ja auch nicht wünschenswert)

Ansonsten weitgehend identische Vita: teure Privatkliniken, Abneigung gegen die AA-Gruppen aus identischem Grund, ja sogar die 3 täglichen Flaschen Sekt finden sich bei mir wieder... und immer viel Arbeit nach der man sich belohnen muss, weil sie ja stressig ist, -aber jetzt mit 67 macht sie auch wieder Spass.

Und die private Feier mit viel Schampus im Speisewagen des Zugs, der mich aus der weit entfernten Spezial-Sucht-Klinik wieder nach Hause brachte (zur Belohnung, daß man immerhin 3 Monate durchgehalten hat). Und die regelmäßigen Kneipen-Belohnungen mit viel Wein nach den AA-Meetings, weil man da ja hingegangen war und sich den Krempel angehört hat.

Ich bin jetzt neuneinhalb Monate an einem Stück trocken, nach 50 Jahren Trinken ohne Pause (außer in den Privatkliniken-aber auch da nicht durchgehend)

Das ist der Beweis: es gibt auch eine Lösung für die ganz hartgesotten Beratungsresistenten.

Du hast sie in der Hand

Fein!

viel Erfolg auch Dir   Dein Rumpe



   
5
AntwortZitat
cairni
(@cairni)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2352
 

Schön dass Du da bist und herzlich Willkommen!

gutes Gelingen: Mit Buch und Konzept tatsächlich gut machbar! 
☺️



   
AntwortZitat
emski2022
(@emski2022)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 182
 

hallo und willkommen. eine sehr beeindruckende und reflektierte vorstellung. danke schöööön. in vielem habe ich mich wiedergefunden - wobei ich "nur" 2x in einer psychosomatischen klinik war. mein alkoholproblem hat dort nie jemand erkannt und ich war auch schlau genug, es zu verheimlichen, obwohl ich auch dort getrunken hatte.... autsch (wenn ich das so schreibe, tut's echt weh).

auf jeden fall bist du hier richtig. schon alleine der austausch ist so toll. AA-meetings hatte ich auch besucht. es war beim letzten mal eine so große runde und ich merkte: nur zuhören ohne sich auszutauschen, ist nicht meins. da denke ich, ist eine andere selbsthilfegruppe besser. aber wenn es mir nicht gut gehen würde und gerade ein meeting anfangen würde, schließe ich nicht aus, doch hinzugehen. ..  

ich wünsche dir von herzen viel glück! ich bewundere deinen chef, das der dich so unterstützt und sich gut auskennt! 

schöne karfreitagsgrüße wünscht emski und natürlich schöööööne, trockene ostern. 



   
AntwortZitat
mermaid
(@mermaid)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1230
 

Herzlich willkommen! 



   
AntwortZitat
toscanelly
(@toscanelly)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 36
Topic starter  

@gaby_guzek 

Liebe Gaby, vielen Dank für tolle Antwort. Da stieg meine Laune gleich nochmal viel höher. Denn seit ich aufgehört habe mit dem Trinken, geht es mir sowohl körperlich als auch von der Stimmung her richtig gut. Vom ersten Tag an. Genau das Gegenteil des letzten Mals vor Jahren, als ich vor Apathie nur noch die Wand anstarrte. Warum auch immer, ich hinterfrage es nicht, sondern erfreue mich daran. Meine vielen Stimmungsschwankungen die letzten Jahre hatten dann eben doch mit dem Alkohol zu tun, das wird mir ziemlich deutlich. Gestern zum Beispiel rauschte meine Stimmung mal deftig und schnell in den Keller, weil ich mit mehreren Anfragen überfordert war. Jeder wollte was von mir, so schien es mir. Also habe ich mir eine Auszeit genommen, mich zurückgezogen und mich gesammelt und entspannt. Danach konnte ich mit genügend Elan das, was wichtig war, erledigen und den nicht so dringenden Rest erstmal auf heute Vormittag verschieben. Passte. 

Und ja, ich würde gerne mehr Tipps und Infos zu Restless Legs von Dir erhalten. Diese nervige Krankheit betrifft mich ja nun schon seit 2014 und ich habe sie zwar medikamentös gut im Griff (ab und an eine Levodopa am Tag, wenn es schlimm wird - hier muss man aufpassen, da die Gefahr der Augmentation droht und dann ein Mehr an Medikamenten ein Weniger an Wirkung hat - aber das kennst Du sicherlich. Und abends ein Tablette 35mg Pramipexol). Mein Eisenspiegel (Ferritinwert) ist vor Urzeiten mal gemessen worden und war gut. Aber mir fällt jetzt gerade beim Schreiben ein, das war noch, als ich trocken war. Wahrscheinlich hat sich der jetzt eher verschlechtert. Also werde ich ihn checken lassen.

Es trifft sich eh gut, denn ich habe am 13. Mai wieder eine Blutabnahme bei meiner Hausärztin. Ich hatte ja schon eine Blutabnahme Mitte Februar gehabt, als ich meine Hausärztin mit meinem Mann zu einem Termin aufgesucht hatte, weil ich ja mit ihr eine medikamentöse Unterstützung für die Zeit ohne Alkohol besprechen wollte. Und sie mich mit ihren großen runden Augen über ihrer FFP-2-Maske ganz ratlos anschaute. Das werde ich wirklich nie vergessen. Mein Mann war total sprachlos ob ihrer Ahnungslosigkeit. Nun ja, sie hat mich ja an meine Neurologin verwiesen und die hätte ich dann eh als Nächstes aufgesucht, was ich ja dann auch getan habe. 

Ich bin schon sehr gespannt auf den 13. Mai, da ich dann natürlich auch wieder die Leberwerte checken lasse - darum geht es mir ja hauptsächlich. Ich wusste ja schon, dass sie miserabel sein müssen. Und ich wollte im Grunde seit Weihnachten herum selbst Druck aufbauen und mir einmal klar vor dem Spiegel ins Gesicht sagen: Voilà, hier sind Deine Werte. So sehen sie aus. Was nun? Weiter so oder doch nochmal scharf abbiegen in Richtung "Leben ohne Alkohol"?

Und so hatte ich mir langsam ein paar Pfähle für mich auf meinem Weg in den Boden gerammt. Zuerst mit meinem Mann offen gesprochen, dann zur Hausärztin, dort einen Bluttest, dann zur Neurologin, mit ihr die medikamentöse Begleitung mit Campral besprochen. Und dann kam der Rest einfach auf mich zu. Also Euer Forum, das Buch, die NEMS. Es fügt sich alles zusammen und passt wahrscheinlich auch deshalb gerade so gut, weil ich schon Monate damit beschäftigt war, endlich aufzuhören. Und dann war der Tag X einfach da .. und jetzt bin ich hier und super stolz auf mich.  

Und da saß ich dann, übrigens an meinem ersten Tag ohne Alkohol an einem Montag Mitte März bei meiner Hausärztin und besprach mit ihr die Blutwerte. Die Blutabnahme war ja schon Mitte Februar, erfolgt aber ich brauchte dann noch einen Anlauf, um mich dem Ergebnis zu stellen. Mannomann, ich habe mich schon geschämt. Und war supernervös, klar, auch erster Tag ohne Alkohol. Klappt das alles so wie erhofft? Wie oft hatte ich ja in den vergangen Jahren auch mal maximal bis zu einer Woche aufgehört, mehr habe ich nie geschafft und das auch nur zwei oder drei Mal, war dann immer super sicher und habe dann doch wieder getrunken. Und was sagte der Labortest? Mein Gamma-GT (GGT)-Wert lag zum Zeitpunkt der Blutabnahme Mitte Februar bei 476. Hm. Das hat gesessen. Ich hatte es ja innerlich gewusst, aber es dann schwarz auf weiß auf dem Papier abgedruckt zu sehen, war dann doch auch schwer. Sie hat mir sogar eine Überweisung für eine Sonografie der Leber bei einem Radiologen mitgegeben, habe ich jetzt aber nicht gemacht. Will Mitte Mai die Ergebnisse der nächsten Blutuntersuchung abwarten. Sollten dann die Leberwerte weiterhin schlecht sein, was ich aber nicht denke, wie sollten sie, wenn ich seit 14. März keinen Tropfen Alkohol mehr trinke, dann mache ich natürlich eine Sonografie.

Aber damit stellt sich die Frage, was ich bei der Blutuntersuchung noch mit prüfen lassen sollte. Also den Eisenwert lasse ich auf jeden Fall checken. Was rätst Du mir noch? Es wäre ja eine gute Gelegenheit, einmal alles, was sinnvoll ist, durchzuchecken. 

Liebe Grüße 

Toscanelly

 



   
AntwortZitat
Seite 1 / 3
Close Popup

Wir müssen Dir kurz auf den Keks gehen

Auch Alkohol adé braucht Cookies. Wir aktivieren aber nur technisch absolut notwendige Cookies, damit Dein Besuch dieser Seite möglichst nicht durch Dritte verfolgt werden kann.

Einige wenige brauchen wir aber - z.B. um diesen Hinweis anzuzeigen, damit Du Dich nicht für jede Seite erneut anmelden oder dieses Popup nicht bei jeder Seite neu sehen musst.

Sowie Du aber einen externen Link oder ein Video anklickst, können von den Betreibern dieser Seiten Cookies gesetzt werden, die wir nicht beeinflussen können. Mehr auf unserer Datenschutzseite.

Close Popup
Privacy Settings saved!
Wir aktivieren nur absolut notwendige Cookies

Auch Alkohol adé braucht Cookies Wir aktivieren nur technisch absolut notwendige Cookies, damit Ihr Besuch dieser Seite möglichst nicht durch Dritte verfolgt werden kann. Einige wenige brauchen wir aber - z.B. um diesen Hinweis anzuzeigen, damit Sie sich nicht für jede Seite erneut anmelden oder dieses Popup nicht bei jeder Seite neu sehen müssen. Sowie Sie aber einen externen Link oder ein Video anklicken, können von den Betreibern dieser Seiten Cookies gesetzt werden, die wir nicht beeinflussen können. Mehr auf unserer Datenschutzseite

Standard-Kategorie

Technisch notwendige Cookies
Folgende technisch notwendige Cookies können gesetzt werden – fast alle haben mit den Datenschutzbestimmungen zu tun: wordpress_gdpr_allowed_services: Speichert, welche zusätzlichen Cookie-Dienste akzeptiert wurden. wordpress_gdpr_cookies_allowed: Speichert, ob zusätzliche Cookies neben den notwendigen akzeptiert wurden. wordpress_gdpr_cookies_declined: Speichert, welche zusätzlichen Cookie-Dienste nicht akzeptiert wurden. wordpress_gdpr_first_time: Wenn der Nutzer keine Entscheidung trifft, sondern weiter auf der Website navigiert, werden alle Cookies aktiviert und das Cookie speichert , ob die aktuelle Seite mit der zuerst besuchten Seite übereinstimmt. wordpress_gdpr_first_time_url: Speichert die URL des ersten Besuches der Webseite.
  • PHPSESSID
  • cookielawinfo-checkbox-non-necessary
  • cookielawinfo-checkbox-necessary
  • viewed_cookie_policy
  • wordpress_test_cookie

Technisch nicht notwendige Cookies
_koko_analytics_pages_viewed Dieses Cookie wird gesetzt vom datenschutzkompatiblen Plugin (Teil der Software) Koko Analytics.  Koko Analytics ist ein datenschutzfreundliches Analyse-Plugin für WordPress. Es werden keine personenbezogenen Daten erhoben. In der von uns benutzten Standardeinstellung werden durch Koko Analytics folgende Daten erhoben: * Besucher (Visitors) * Seitenaufrufe (Pageviews) * Referrers (Herkunftsseiten) Koko nutzt keine externen Dienste, so dass Daten über Ihre Besucher niemals an Drittunternehmen weitergegeben werden. Darüber hinaus werden keine besucherspezifischen Daten erfasst, und die Besucher können die Nachverfolgung leicht unterbinden, indem sie in ihren Browsereinstellungen "Do Not Track" aktivieren.

Alle Cookies ablehnen
Save
Alle Cookies akzeptieren