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Hallo zusammen. Ja, so ist es. Ein langer Weg liegt hinter mir, jetzt bin ich glücklich dieses Forum gefunden zu haben. Ich, noch 64 Jahre, bin ein Späteinsteiger, was den Alkohol betrifft. Sicher in der Jugendzeit und auch später gab es Alkohol in "normaler" Umgangsweise, jedoch nicht zum "Brauchen" um etwas zu bewirken. Alkohol begleitet mich seit meiner Kindheit, da meine Mutter viel Alkohol konsumierte, sich zur Spiegeltrinkerin bis zu ihrem Tod mit 85 entwickelte. Mein Einstieg, den Alkohol als Lösungsmittel einzusetzen, begann mit 49 Jahren, vorher trank ich durch regelmäßige Besuche bei AlAnon fast 13 Jahre gar nichts. der Konsum steigerte sich rasch. Mit dem Wissen versuchte ich direkt dagegen anzusteuern, mit Entgiftungen, Langzeittherapie und es gab dann dadurch Pausen von 4, fast 6 Jahren, 1/2 Jahr - doch wirklich zufrieden war ich dabei nicht. Durch eine Psychologin vor meinem Alkoholeinstieg mit 33 Jahren hatte ich mit Hypnose zusätzlich von meinem Trauma (ab dem Alter von 5 Jahren von mehreren Vergewaltigungen erfahren - das ich zu diesem Zeitpunkt nicht glauben bzw. wahrhaben wollte, es weiter verdrängt habe und mich niemandem anvertrauen konnte. Ich funktionierte, war für Familie, Beruf, unsere drei Kinder, meinen ab meinem 40. Lebensjahr an Krebs erkrankten Mann da, meine alkoholkranke Mutter immer dabei, Vater wurde depressiv, Bruder trank zu viel ... ein andauernder Kreislauf - ich funktionierte für alle um mich herum, doch mich ließ ich außen vor. Nach der Scheidung zog ich um, mein Umfeld änderte sich, Kinder groß, ich alleine und kam gar nicht mehr klar. Alleine sein entwickelte sich für ein riesiges Problem, Angst- und Panikattacken verstärkten sich durch den Konsum, ein nicht enden wollender Kreislauf begann. Vor fünf Jahren lernte ich meine jetzige Suchtberaterin und Psychologin kennen, sie begann einiges aus mir bröckchenweise aus mir herauszuholen, ich versuchte LZT mit Trauma und Sucht - ein für mich sinnloses Unterfangen ("Sie müssen die Vergangenheit vergessen - nach vorne schauen"). Die erneute Kontaktaufnahme meiner zweiten Tochter nach ihrem Auslandsaufenthalt (die familiären Kontakte und meiner Freunde waren seit meiner Scheidung sehr minimiert) brachte mir wieder Ansätze, die jedoch nicht lange hielten und durch teilweise schwere Rückfälle geprägt waren. Zwischendurch gab es einen dreimonatigen Aufenthalt 2021 bei ihr in Südafrika, zurück Zuhause brach alles wieder ein. Seit Anfang diesen Jahres der nächste Versuch mit ihrer Hilfe aus der Ferne, inzwischen hatte ich auch eine neue Beziehung, die durch meinen Konsum extrem belastet wurde. Ich schrieb auf das Anraten meiner Tochter (sie studiert im Fernstudium Psychologie) meine Lebensgeschichte, begriff das ich meine Gefühle gar nicht kannte, nie zugelassen hatte - ebenso keine Grenzen - ich begriff, dass Änderung nur von mir ausgehen kann. "Ein langer Weg" . Sie hat sich durch die negativen Erlebnisse mit mir viel mit Verhaltensweisen usw. befasst, mir Zusammenhänge erklärt und mich auch auf Gabis Podcast bzgl. Willensschwäche hingewiesen. Nun bin ich seit mehr als zwei Monaten sauber und stabil, habe das Angebot meiner Tochter angenommen nach Südafrika zu kommen, Abstand und Ruhe zu finden, um mir erneut mein zufriedenes Leben in Deutschland aufzubauen.
So - das war es, eine ganze Menge. Ein langer Weg liegt vor mir, den ich gerne für mich gehe, dankbar bin hier sein zu dürfen und froh bin, durch Gabis Podcast Zusammenhänge besser zu verstehen und damit zu arbeiten.
So long, gute Zeit
Karin
Herzlich willkommen hier im Forum und viel Erfolg!
Von mir auch ein herzliches Willkommen. Fühl dich gedrückt 😘
Liebe Karin,
da hast du ja einige Päckchen zu tragen, aber dazu auch ein Hinweis: Schau mal was du schon alles gemeistert und geschafft hast in deinem Leben! Sei auch mal stolz darauf und klopf dir auf die Schulter! Du hast dich nie unterkriegen lassen! Und so kannst du nun auch für dich jetzt „was schaffen“ und mit der Hilfe deiner Tochter in einen neuen, nüchternen Lebensabschnitt starten.
Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg und freue mich weiter hier von dir zu lesen.
liebe grüße
Tani
@tani0815 Danke für deine nette und aufbauende Antwort. Und ja, ich sehe schon, dass da eine Menge gut gelaufen ist, ich lebe - vieles überlebt habe. Realistisch sehe ich das auf alle Fälle, gebe aber zu, dass mich die emotionale Schiene manchmal herunterholt (herunterreißt), mir zu schaffen macht. Es hilft mir momentan enorm, zu wissen, dass gerade die Sucht nicht durch Willensschwäche zustande gekommen ist, die Information über die Neurotransmitter - die Erklärungen, Zusammenhänge als Grundlage haben mir bzgl. der Sucht gut getan Link entfernt Meine Traumata sind zusätzlich zugegen, holen mich des Öfteren ein und da ist es für mich schon schwierig mich auf neue Verhaltensweisen ohne Schuld- und Schamgefühle zu fokussieren, das Jetzt und Hier deutlich vor Augen zu halten. Deine Worte/Zeilen haben mir wirklich gut getan, auch nach hinten zu schauen (die Vergangenheit hatte auch positive Auswirkungen) und sich mehr wertzuschätzen. Danke!
Liebe Grüße
Karin
Es lohnt sich in jeder zeit! der weg ist das ziel und es gibt noch so viel zu entdecken😊wenn wir in guter Selbstfürsorge unterwegs sind💫ist es täglich ein wunder was wir alles entdecken dürfen und dankbar sein können 💝





