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Hallo,
wie viele bin ich während Corona in ein starkes Konsumverhalten geschlittert. In den Lockdowns waren es täglich locker 2 Flaschen Wein. Aber auch zwischen den Lockdowns nahm der Konsum kaum ab, schließlich konnte man ja endlich wieder Freunde sehen und das Leben feiern - und dazu gehörte auch Alkohol. Man kann also sagen, ich trinke seit Anfang 2020 täglich. Konnte ich früher nach einem Glas auch Nichtalkoholisches trinken, trinke ich jetzt einfach nur noch Alkohol. Inzwischen gibt es zwar wieder Pausen von 2 oder 3 Tagen, aber dann kommt schon die nächste "Ausrede" und schon bin ich wieder bei 5 Halben.
Das Buch hat mich jetzt überzeugt und mir gezeigt: Ich bin nicht "schuld". Ich bin wie ein fremdgesteuerter Zombie. Aber ich kann raus!
Nun ist nächste Woche in München endlich wieder das Oktoberfest. Früher ging ich dort nahezu täglich hin. Ich habe auch vor, dieses Jahr häufiger zu gehen, möchte aber so gut es geht auf Bier verzichten bzw es ganz lassen. Ich weiß aber, dass das ziemlich schwer sein wird bzw. unmöglich (ohne, dass ich mich im Vornherein zum Scheitern verurteilen möchte). Trotzdem habe ich mir heute alle NEM bestellt, die im Laufe der Woche ankommen sollen. Und ich habe mit Freunden einen Pakt geschlossen: Auf dem Oktoberfest wird mein letztes Bier getrunken werden (für den Fall der Fälle, dass ich trinke). Ab 4.10. möchte ich abstinent leben. Warum nicht jetzt sofort? Weil ich keinen Misserfolg erleben will und trotzdem auf das Oktoberfest will. Ich fühle mich dieses Jahr nicht stark genug, nüchtern zu sein auf der Wiesn. Bin aber überzeugt, dass ich Oktoberfest nächstes Jahr alkoholfrei feiern werde - und es wird genauso schön sein.
Die nächsten 2 Wochen nutze ich zur Vorbereitung. Präparate vorbereiten, Tagesroutinen niederschreiben, Freunde und Familie informieren (und sie bitten, mich zu unterstützen) und vor allem: nach dem Lesen dieses großartigen Buches den Konsum ganz anders wahrnehmen und vielleicht sogar abschreckend erleben.
Ich freue mich auf den Austausch mit euch und bin Sicher, zum Jahreseuasklang 3 Monate nüchtern zu sein.
Ich kann deinen Vorsatz, erst nach dem Oktoberfest auszusteigen, sehr gut nachvollziehen. Höchstwahrscheinlich würdest du schwach werden und jedes Scheitern ist ein Scheitern zu viel.
Ich hab es ähnlich angepackt: Mitte Dezember 2019 endlich eingesehen, dass ich aufhören muss, will ich nicht elendig irgendwann zugrunde gehen. ich wollte auch nicht mehr.
Aber Weihnachten war für mich immer derart stressig und emotionsgeladen, dass ich es nur mit viel Alkohol überstanden habe. Zwei Beispiele:
Bei einem Weihnachtsabend war ich so betrunken, dass mir die Terrinne mit der Weihnachtsgang aus den Händen und auf den Boden geknallt ist. Vor Scham wär ich liebend gern im Boden versunken.
Bei einem anderen lag ich betrunken im Bett, während mein Mann mit unserem kleinen Sohn mit den neuen Lego gespielt hat.
Frag nicht, wie elendig und beschämt ich mich am nächsten Morgen gefühlt hab.
Ich fühlte mich jedoch nicht stark genug, Weihnachten ohne Alkohol zu überstehen. Also hab ich den Ausstieg für kurz danach geplant. Bis Weihnachten hab ich meinen Konsum eingeschränkt, Weihnachten regelmäßig, aber nicht übertrieben getrunken.
Am 31.12.2019 gab es dann noch ( ich war mit meinem Hund allein für 3 Tage in einem Hotel) ein Glas Sekt zum Frühstück, ein Bier zum Mittagessen, einen Irish Coffee zum Kaffee und 2 Flaschen Wein während des Silvesterabends. Punkt 12 trank ich mein letztes Glas.
Ich kann mich noch erinnern, dass ich nach dem Auschecken zum nächsten Getränkecontainer gefahren bin und die 2 Flaschen entsorgt habe. Mit dem absolut beglückenden Gefühl, dies nie mehr tun zu müssen.
Seit damals bin ich nüchtern, die beiden Weihnachtsfeste waren locker ohne Alkohol auszuhalten, sondern sogar schön.
Mach es genauso: Erlaube dir, auf dem Oktoberfest zu trinken, übertreib es nicht und höre danach auf. Das Oktoberfest 2023 wirst du als ganz anderer Mensch erleben.
Alles Gute und viel Glück
Isabel
@odorf09 Herzlich willkommen und viel Erfolg. Mach' Dir einen Plan. Wenn Du am 4.10. aufhören willst, dann tust Du das. Vorher bereitest Du alles vor, was Du brauchst. Ob Du es nun mit NEM (bei mir ging es mit verdammt einfach) oder ohne machst – schau Dir unbedingt den dritten Teil von Gabys Buch an, wie Du das Nervengift austrickst, wenn der Saufdruck wieder an die Tür klopft.





