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Guten Morgen vom Sc...
 
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Guten Morgen vom Scheideweg

34 Beiträge
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842 Ansichten
(@candyandy)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 24
Topic starter  

Hallo zusammen,

seit Tagen mir vorgenommen, nun tun: endlich aus passivem Lesen zum aktiven Vorstellen. Erster Gedanke, ich hoffe ich kann mich kurz fassen, meine Geschichte fühlt sich subjektiv so unendlich lang an, was ich alles erlebt habe, vor allem mit diesem Mittel, naja vielleicht macht eine Forumskategorie "meine Geschichte/Story" Sinn. In diesem Fall übertrage ich den Eintrag, gerne eure Meinung.

Kurzer Abriss zu mir und den wichtigsten Meilensteinen: Aktuell knapp 3 Wochen nüchtern (diesmal selbst zuhause, wenns nicht sein muss nie wieder Klinik), erster Babystep, bin jedoch "geübt" nicht der erste Versuch. Mich, Anfang 40, begleitet dieser Teufel, welcher aber auch im Schafspelz "sehr gute Dienste geleistet hat" seit vermutlich ca. dem 25 Lebensjahr (jetzt aber erst aus der aufgearbeiteten Retrospektive). Seit ca. 4 Jahren und vor allem seit Corona ist der Kontrollverlust so signifikant dahingehend, dass der Kontrollverlust signifikant und und wüst mein Leben aus den Angeln gerissen hat. Im meinem Fall klassischer sukzessiver Aufbau über die Jahre hinweg, als Medikament gegen die Belastungssituationen des Lebens genutzt. Im Studium gegen Prüfungs- und Zukunftsängste, gegen Unsicherheiten etc. klassiches Selbstmedikation eines jungen verunsicherten Mannes. Mit ach und krach mit ca. 30 dann endlich Start der Karriere, dann aber durch den Erfolg bergauf und tatsächlich der Alkohol wesentlich unwichtiger aber dennoch abends regelmäßig dabei. Start in einem Finanzunternehmen, Erfolg in meinem Bereich, aber Perspektive nach oben nicht gegeben, ich "hungrig". Wendepunkt ca. 2015/16: Start in Unternehmensberatung und in eine kleine  Überlastungs-, Überforderung- und Belastungshölle. Wirklich zu 80% die Selbstmordprojekte abbekommen (hier wieder retrospektiv: hätte ich die finger von dem Zeug gelassen und mich um anderen Ausgleich gekümmert, hätte ich es definitiv besser gerockt, habe ich dennoch, aber zu welchem Preis). Soziale Kontakte nicht mehr existent, nur noch als Lonely Wolf im Leben unterwegs (sehr belastende Einsamkeit). Kurz vor Corona ausgewandert, zuvor meine Partnerin in DE noch kennengelernt und nach wenigen Monaten zurück nach DE um eine Familie aufzubauen. Hier, vor 3 Jahren dann der Kipppunkt. Homeoffice,... die beruflichen Belastungen, finanzielle und berufliche Zukunftsängste. Nicht mehr nur abends die paar Bier (naja. viele, wie die letzten Jahre) zum runterkommen, sondern Verlagerung immer früher in den Tag (sieht ja keiner). Immer mehr in Richtung Spiegeltrinken, ich gehöre zur Sorte gewisser Pegel, mir fliegen nicht die Bremsen weg und ab ins Nirvana (später dann schon, bei traumatischen Schicksalsschlägen), die Mengen wurden dennoch übel. Seit langer Zeit mit dem Thema beschäftigt und Panik hinsichtlich Entzugssymptomen haben dazu geführt, dass ich die ersten Entgiftungen gemacht habe (immer selbst entschieden). Ein hoch und ab, wider auf die Beine, einige Wochen oder Monate, Belastung (Partnerschaft, Beruf, eigen Psyche) -> bam, Rückfall, obwohl ich nach 2-3 Wochen wieder super und voller Hoffnung wieder gut gestartet bin (mein Körper regeneriert sich schnell). Partnerin verlässt mich (wegen Konsum und dem widerlichen Typen zu dem ich werde wenn ich konsumiere, Pegel nicht immer "Besoffen", ich kann Menschen sprachgewandt, intelligent und argumentativ zelegen, kurz gesagt: Verhalten eines abhängigen Ars....lochs) -> Absturz, da mein Traum und die Vision der Zukunft zerstört ist sowie weitere Probleme die sich angehäuft haben. Letztes Jahr entscheide ich mich zu einer Langzeitreha, jedoch auch (50/50) auf Druck des Außens. Die Reha war für mich der totale Reinfall, was ich da erlebt habe passt so gar nicht zu mir. Ich dachte man "behandelt". Klinik im desolaten Zustand, Sparmaßnahmen, dass ALLE Mitarbeiter offen deprimiert sind. Den ganzen Tag mit komischen Gestalten (Alk, Drogen, Jahrelanges Harz4 und Versuch auf Frührente, viele auf Gerichtsbeschluss um nicht in den Knast zu müssen, krasse Kormobitäten, Bipolar, Borderline etc. WICHTIG: Ich möchte dies nicht abwertend verstanden wissen, ich habe viel erlebt und gesehen daher bewerte ich Menschen niemals oberflächlich, da jeder seinen schwierigen und persönlichen Weg hinter sich hat, ich leide eher mit, bin sensibel und hoch emphatisch, somit für mich sehr belastend) sitzen, rauchen und, Zitat der lieben Gaby aus einem Ihrer Videos auf YouTube, "Körbe flechten" :). Einfach nicht meine Welt, die depressive Stimmung und Hoffnungslosigkeit und alles hat mich eher mehr zerstört. Gespräche schwierig, da die Diskrepanz der Hintergründe (Bildung, Lebensetwürfe etc.) soo groß war. Das wirklich effektivste neben den Gruppensitzungen wären, für manche -> mich eingeschlossen, die Einzelgespräche mit den Therapeuten wo man tatsächlich an sich arbeiten kann. Da gab es wirklich einen genialen Therapeuten, aber sein Zitat: "Ich habe die Erfahrung, weiß genau wie ich euch helfen kann aber ich darf nicht da es nicht bezahlt wird. Ich brauche ca. 5 bis 15 Stunden zum Kennenlernen, Identifikation der individuellen Problematik und Aufbau der Behandlung und weitere 20 bis 40 Stunden für die Behandlung. Mit 30 bis 60 Stunden, je nach Fall, erkennt ihr euch selbst und auch nicht wieder. Aber was soll ich im stationären Umfeld mit 30 Min die Woche, nach 12 Wochen und insgesamt 6 Stunden habe ich euch erst GROB kennengelernt."). Dieser wurde dann abgezogen und ich brach nach 4 Wochen ab. Damalige Partnerin verlässt mich aufgrund dessen direkt mit großem TamTam und tiefen Verletzungen und Vorwürfen. Naja, ihr könnt euch vorstellen zu was dies geführt hat ;). Bin händeringend nach einem Therapeuten auf der suche, aber -> freiwillig in der GKV geblieben, daher die nächsten 12 bis 18 Monate Wartezeit, und hier wo ich gerade bin, ländlich, gibt es richtig viele und gute Therapeuten 😉

Heute/Jetzt: Scheideweg, ich habe einen neuen Antrag auf erneute Reha für alle Fälle gestellt und werde diesen ggf. bewilligt bekommen. Ich müsste noch Wochen bis Monate warten bis es losgeht, dann viell. nochmal 3 Monate weg für nichts, alles in mir sträubt sich. Der Gedanke war eher, dass ich mich zu dieser Zeit zwinge damit die Biochemie sich wieder etwas einstellt. Die Therapie ist ehrlich gesagt für den Ar.ch. Umso mehr es mir besser geht zweifele ich immer mehr. Durch die Selbstständigkeit falle ich aus allen Sozialen Systemen raus -> finanzieller Druck. Ich bin aktiv, möchte mein Leben gestalten, jetzt noch 2 Monate rumsitzen, dann nochmal 3 Monate rumsitzen. Ich dreh durch. Nehme die NEM`s (nicht alle, aber den Großteil) und mir geht es immer besser (psychisch nicht, da ich die letzten Jahre reflektiere und es nüchtern schon heftig ist, aber ich halte durch, demütig annehmen was war, die Scham und den Selbsthass reduzieren, ehrlich reflektieren und den Wunsch manifestieren der Mensch zu werden der ich sein will).

Meine Große Herausforderung nun (2 Alternativen): Meine Gedanken: 

1) "Du weißt alles, hast alle Bücher gelesen, alle Blickwinkel auf Sucht (natürlich auch Alkohol ade) und alle Alternativen und Ansätze aus dem anglo-amerikanischem Raum inkl. Studien (leider keine 40.000,- $ für`n Monat in der Tasche), kennst alles in- und auswendig, weißt was zu tun ist (Sport, Meditation, Reflexion, Tagesstruktur, Zielbildung und dosierte Aufgaben auf dem Weg dahin, nimm dir etwas Zeit und baue Schritt für Schritt alles wieder auf, du bist ein Kämpfer und hast so oft in deinem Leben alles rumgerissen, glaub an dich. Leider musst du alles alleine machen und die Aufgaben sind enorm (neue Stadt, neuer Job, Aufbau neues soziales Umfeld, Achtsamkeit), du hast niemanden mehr (Einsamkeit) -> Rückfallgefahr.

2) Sitze herum, rauche wie ein Schlot, mach nichts, warte nur Zeit ab und gehe in eine Therapie (die an sich für "DICH" gefühlt nichts bringt, in der Hoffnung, dass die Zeit biochemisch etwas regelt. Dann geht das Jahr fast rum, nichts ist erledigt, finanziell am Boden,... den Weg musst du dann trotzdem gehen, siehe Punkt 1), haha -> Rückfallgefahr.

Oh mein Gott wurde das lang,... zum ersten mal schreibe ich diese Geschichte "öffentlich" und ehrlich, aber es ist ein Anfang damit umzugehen. Ich hoffe ich habe den Bogen hier nicht überspannt. Ich hoffe ihr zerlegt mich nicht zu heftig 🙂 

Dieses Forum trägt viel zu meiner Reflexion bei. Danke Euch.

Liebe Grüße

 

 

 

 

 

 

 

 



   
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AntwortZitat
(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 6 Jahren
Beiträge: 5128
 

@candyandy Herzlich Willkommen, ich habe mich auch nicht auf dieses untaugliche und kaputte Hilfssystem verlassen, sondern auf mich selbst. Ich habe 40 Jahre Alkohol und Drogen konsumiert, täglich, seit 2 Jahren lebe ich entspannt und zufrieden abstinent, das kannst du auch schaffen. Viel Erfolg auf deinem Weg.



   
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AntwortZitat
(@ansophie)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 91
 

Hallo und herzlich Willkommen!

Zerlegen wird dich hier ganz sicher niemand, diese „Sorge“ kannst du mal getrost abhaken. Hier gibt es gute und verständnisvolle Zuhörer.  Viele  haben es schon länger geschafft und geben ehrliche und gute Tipps und machen vor allem Mut.

Ich war auch selbständig, deshalb kann ich den Druck und die finanziellen Sorgen sehr gut nachvollziehen. 

Der erste Schritt ist nun getan, du wirst es schaffen. Der Weg ist nicht einfach,  doch es zahlt sich wirklich aus. Mit klarem Kopf kann man besser über die Steine klettern, die manchmal am Weg liegen. 

ich wünsche dir viel Erfolg!

liebe Grüße 

Sophie

 



   
2
AntwortZitat
(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 6 Jahren
Beiträge: 5128
 

@candyandy Herzlich willkommen und Danke für deine Vorstellung! Ich wünsche dir alles Gute!



   
AntwortZitat
mermaid
(@mermaid)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1231
 

@candyandy hallo und herzlich willkommen erstmal. Ich hab gleich mal ne Frage: du schreibst, dass du nicht alle NEMs nimmst. Gibt es dafür einen Grund?

Ich hab vor über einem Jahr das Konzept 1 zu 1 umgesetzt. Meine ganze Geschichte findest du in meinem Thread. Der Weg war nicht immer einfach, aber hat sich ohne wenn und aber gelohnt. Auch der Weg von @cairni ist super spannend. Da hab ich deine Antwort auf ihren Hinweis zum Coaching nicht so ganz verstanden. Ich hab zwar Gabys Coaching nicht gemacht,  hab aber dafür einen super Coach. Das bezahlt zwar nicht die Kasse, ist aber besser als jede Therapie und jeden Cent wert.

In jedem Fall fühl dich wohl hier. Das "Publikum " dürfte mehr deinen Ansprüchen gerecht werden. Viele von uns sind die klassischen Hochleister. Ärzte, Manager, Akademiker... und alle im selben Boot. Lass dich auf das Konzept ein. @harley verlinkt immer einige "alte Hasen" - bei allen wirst du auf Lebensgeschichten stoßen,  die irgendwo Parallelen auch zu dir aufweisen. 

Alles Liebe von der Mermaid 🧜‍♀️ 



   
2
AntwortZitat
(@candyandy)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 24
Topic starter  

@mermaid 

Hallo mermaid, 

auf den Vorschlag von @cairni hatte ich noch gar nicht geantwortet. Ich denke was missverständlich ist, dass nach ihrem Vorschlag meine zweite Antwort an mwanga12 war, hinsichtlich, ob ich reduziert oder Cold Turkey aufgehört habe, im Forum aufgeführt wird. Mann muss das "Antwort an ..." immer beachten. Hier kann die Abbildung der Forumsbeiträge als Baumstruktur ggf. verwirrend sein. Letzten Endes habe ich mir Gedanken über cairnis Vorschlag gestern Abend gemacht,... ja vielleicht gar keine so schlechte Idee. Ich bin aktuell emotional immer noch so aufgewühlt. Ich weiß nicht, ob es besser ist jetzt gleich mit einem Coaching zu beginnen oder eher noch 1-2 Wochen für eine bessere Grundstabilität zu sorgen. Vielleicht "zerdenke" ich auch alles zu sehr. Ist einfach viel.

Hinsichtlich der NEM`s: Ich hatte das Buch von Gabi im Frühjahr 22 gelesen und den Monat komplett 1 zu 1 durchgezogen, war auch eine super Unterstützung. Aber wie gesagt, das Jahr 22 war ein Höllenritt mit drei Umzügen, zwei Baustellen (eine Privat, eine Gewerblich), nebenbei Projekt, Trennungen der Partnerin, Todesfall in der Familie, Streitigkeiten mit meinem damaligem Geschäftspartner, bis ich mich aus der damaligen Firma (eigene Geschichte für sich) rausgezogen habe und noch weiteres etc.

War im Dez ein mal bei einer SHG (alteingesessene die schon vieles gesehen haben). Habe ihnen kurz meine Story des Jahres bzw. letzen 3 Jahre geschildert,... die hatten nur noch Schnappatmung, ich glaube ich habe es geschafft 5 Personen in einem Rutsch innerhalb von 15 Min. indirekt mit zu traumatisieren :).

Worauf ich hinaus möchte ist, dass in so einem Fall die NEM`s definitiv unterstützen, jedoch ist solch eine Situation wesentlich multidimensionaler. Weiterhin habe ich seitdem weiter durchsupplementiert, natürlich mit Pausen bei Rückfällen. Habe mir heute Morgen mal die letzen 6 Monate durchgerechnet. Hiervon war ich ca. 4 Monate nüchtern (2, 4, 4, 3, 3 Wochen). Hier habe ich auch immer die Basics supplementiert (C, B Komplex, D/k2, O3, Magnesium + Calcium, Protein + Aminokoplex, Multimineral komplex). Ich glaube das trägt auch einen großen Teil dazu bei, dass ich mich (rein körperlich) relativ schnell von den Rückfällen erhole, mehr oder weniger.

Ich lese mir eure Geschichten auch durch, sehr interessant. Jede individuell und doch viele Gemeinsamkeiten bzw. Überschneidungen.



   
AntwortZitat
gaby_guzek
(@gaby_guzek)
Illustrious Member Admin
Beigetreten: Vor 7 Jahren
Beiträge: 4361
 

Verfasst von: @candyandy

ch weiß nicht, ob es besser ist jetzt gleich mit einem Coaching zu beginnen oder eher noch 1-2 Wochen für eine bessere Grundstabilität zu sorgen.

Dazu vielleicht was von mir. Das Coaching, das wir als 30-Tage-Programm anbieten, ist eigentlich für "ab Tag 1" gemeint, bietet aber sicherlich auch sonst viele Denkanstöße. Von denen Du aber einige auch nicht mehr brauchst, Du formulierst viele Antworten bereits in Deinen Postings.

Individuell coache ich auch, bin aber da Deiner Meinung. Erstmal ein wenig Ruhe finden. Du scheinst mir auch so ein Typ zu sein, der immer gleich und alle sofort regeln will. Macher eben. Wie viele hier.

Wenn man so einen Höllenritt hinter sich hat und sich gleichzeitig auch noch vom Alkohol verabschiedet, gilt: Kleine Schritte für kleine Füße. Ist in sich für "Macher" schon eine Herausforderung, die erstmal verdaut und gelernt sein will.

Was ich sagen will: Gefühlt stehst Du bereits auf einer sehr guten Grundlage. Gib Dir nur noch mehr Zeit, sei geduldig mit Dir. Und ja, zerdenke nicht alles (so gründlich). Gerade am Anfang können wir unseren Gedanken manchmal nicht mal wirklich trauen. Zu aufgewühlt ist noch unsere Hirnchemie.

Mach es wie Merkel: Aussitzen ist manchmal echt ne gute Idee. Bei Deinen Zeilen kriecht mir manchmal das Wort Burnout durchs Hirn. Kann da was dran sein?

Liebe Grüße

Gaby



   
1
AntwortZitat
(@candyandy)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 24
Topic starter  

@gaby_guzek 

Hallo Gaby,

ich denke Du bewertest die Situation ziemlich treffend.

Ja, Burnout, auch, alles. Meine Einschätzung ist folgende: Hätte mir jemand die letzen 12-18 Monate egal welchen Fragebogen zur irgend einer psychischen Diagnose wie auch immer vorgelegt (also Depression, ADHS, Burnout, Angststörung, Panik, you name it...), 80% hätten angeschlagen. Daher bin ich hier sehr vorsichtig. Ich habe mich ja nicht ein einer Sache verausgabt (bspw. Beruf). Ich hatte gefühlt 10 Baustellen und irgendwie zu "überleben" versucht wie ein angeschossenes Wildtier, natürlich nichts mehr ordentlich, und durch Sucht und den Konsum haben alle Probleme und Belastungen exponentiell zugenommen. Was ist Burnout,... Überforderung, Überlastung, Organismus und Psyche streikt? Ja, dann, schon.

Ich fühle gerade einen krassen Kontrast, bildlich subjektiv: Letzte Vergangenheit, Krank mit Fieber und Schmerzen am Times Square oder an der größten Kreuzung Bangkoks stehend, sich belügend etwas zu wissen und komplett überfordert, verzweifelt kämpfend in dem Meer der Aufgaben und Reizüberflutung. Jetzt sitzend auf einer freien stillen Wiese. Fühlt sich natürlich auch nicht gut an, aber auch makaber, denn irgendwie bin ich auch froh, auch wenn vieles kaputt gegangen ist, es ist irgendwie vorbei.

Ich komme die nächste Zeit dann mal auf dich zu, wie gesagt es wird Tag für Tag besser. Irgendwann wenn die Zeit gekommen ist muss ich ja auch, natürlich vorsichtig und behutsam, das Leben wieder anpacken.

Danke Dir und liebe Grüße



   
2
AntwortZitat
gaby_guzek
(@gaby_guzek)
Illustrious Member Admin
Beigetreten: Vor 7 Jahren
Beiträge: 4361
 

Verfasst von: @candyandy

Irgendwann wenn die Zeit gekommen ist muss ich ja auch, natürlich vorsichtig und behutsam, das Leben wieder anpacken.

Wenn Du Dir diese Zeit wirklich nimmst und gönnst, das alles weiterhin so reflektiert begleitest, brauchst Du mich nicht. Coaching ist ja nicht mehr, als andere zum Nachdenken anzuregen. Auf Ideen zu bringen, die vielleicht selbst so nicht hochkommen.

Wir schauen mal, ich glaube, Du kriegst das hin. Zeit, Muße und Abstinenz vorausgesetzt.

Liebe Grüße retour



   
1
AntwortZitat
(@alex7)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 676
 

@candyandy hallo und herzlich willkommen!

Zerlegt wird hier wie bereits geschrieben niemand. In diesem Forum lebt eine sehr hohe Diversität. Es gibt keinen Zwang zu antworten - wem deine "Story" nicht gefällt, kann ja bei der nächsten etwas schreiben 🤷

Es ist schon so einiges geschrieben worden. Du kannst in all unseren stories nachlesen, wer wir sind, welche Geschichte dahintersteckt und wie der individuelle Weg ins trockene Leben war. Mach das. Vielleicht erkennst du dich in der ein oder anderen wieder und findest Ansätze, die dich inspirieren, dich womöglich unterstützen könnten.

Frage: Wäre der Weg in die Private für dich eine Option? 

Ich meine herauszulesen, dass du mindestens ein Trauma erlebt hast, wenn nicht mehrere, das / die du - so sehr du es möchtest - nicht verarbeiten kannst.

Wenn dies keine Möglichkeit ist, Frage 2: auf welchem Weg bist du auf die Warteliste gekommen? Anruf bei einem Psychiater, Krankenkasse - welche Gründe? Hintergrund: würde es da nicht bei der Angabe eines speziellen Grundes zu einem schnelleren Termin kommen? Ich wäre da der falsche Ansprechpartner, da wäre @gaby_guzek aber mit Sicherheit eine Hilfe.

Nächste Option, ähnlich der Vorherigen: Selbsteinweisung wegen Burnout/ schwere Depression/ depressive Phase?

Du schreist LAUT nach Hilfe. So verstehe ich deinen post, und das nicht "nur" wegen der Sucht. Wenn ich da falsch liege, berichte ich dir sehr gerne von meinem allabendlichen Zubettgehritual, was mir persönlich sehr hilft (kann dir bei Interesse auch davon erzählen wenn ich richtig liege) - aber ich fürchte, dass dir das nicht genügen wird.

Liebe Grüße!



   
1
AntwortZitat
(@candyandy)
Mitglied
Nüchtern: 2 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 24
Topic starter  

@alex7 

Hallo Alex, danke für deine Antwort,

wie schon geschildert WAR es eine schwere Zeit (erst mal vorbei), und ja, ein therapeutischer Prozess wird definitiv Sinn machen, aber nichts mehr im hau-ruck Verfahren wie Einweisung etc., die Baustellen kenne ich mittlerweile, die Themen die schlummern habe ich die letzten Monate bereits aufgebohrt. Ich bin jetzt erst frisch nüchtern und jetzt heißt es PIANO. Das was ich damit meinte, dass alle Diagnosen zugetroffen hätten, war die lange heiße Phase wo ich nicht mehr wusste wo oben und unten ist.

Wie erwähnt, bin raus aus der Firma als Gesellschafter, habe mein letztes Projekt niedergelegt, Partnerschaft ist auch erledigt (hat auch Vorteile, glaub mir). Ich habe erst mal Pause bzw. Stop gedrückt.

Wie Gabi richtig gesagt hat, jetzt erst einmal Zeit und kleine Schritte. Es ist irgendwie das erste mal wo ich mir die Zeit auch bewusst nehme. Einige Monate kann ich definitiv finanziell stemmen um mich aus allem rauszunehmen, muss nicht, kann. Kein Stress. Jetzt ist Zeit für Ruhe und Reflektion. Und es wird täglich besser.

Ich weiß was zu tun ist, muss mich jedoch definitiv vom Gedanken der schnellen Lösung und der Abkürzungen verabschieden. Es wird ein holistischer Prozess, ein Langlauf, was ja nicht negativ sein muss.

Viele Grüße

 



   
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AntwortZitat
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