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forevergreen
(@forevergreen)
Mitglied
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 320
Topic starter  

Hallo, ich bin neu hier. Die Beiträge verfolge ich seit drei Tagen, das Buch habe ich gelesen und die NEMS stehen bereit (schon auch Geld, muss man mal sagen). Ich bin 68 und würde mich selbst als kontrollierte Alkoholikerin bezeichnen. Ich arbeite freiberuflich und tue das, obwohl ich bereits im „wohlverdienten Ruhestand“ sein könnte. Ich trinke seit 45 Jahren, immer, jeden Tag. Es gab immer mal so zwei drei Wochen, wo ich abstinent war, aber ohne Erkenntnisgewinn und freudlos. Dagegen, wenn ich das zweite (das ist immer das Beste!) Glas getrunken hatte, gab es oft diesen magischen Effekt, dass sich die lärmenden knirschenden Bestandteile der Welt auf einfache Art zusammenfügten und das Lied ertönte, was in allen Dingen war. Wie so eine Mechanik in einem Steem-Film, wo auf einmal alles einrastet und sich öffnet, ich weiß nicht, wie ich es besser beschreiben soll.

Ich hatte in den letzten 20 Jahren niemals eine wirklichen Absturz, niemals peinliche Situationen, davor schon, aber da war man jung, …. Ich habe letzte Woche etwas besorgt meine Leber überprüfen lassen, nichts, gute Werte, keine Fettleber.

Ich trinke so eine halbe Flasche Wein am Tag und davor je nach Jahreszeit zwei Whisky oder zwei Gintonic. Das aber jeden Tag. Exzesse gibt es kaum, zweimal im Jahr wird es etwas mehr, wobei ich bei Partys oder Geburtstagen extrem vorsichtig bin und viel Wasser trinke.

Aber ich trinke eben gerne.

Mein Problem ist zum Beispiel der Sonnenuntergang nach einem Tag im Garten, wenn der Hund neben mir liegt und ich einfach zufrieden bin, aber gerne noch den „magischen Moment“ hätte. Oder beim Kochen - ich bereite ein tolles Gericht vor, alles läuft, nun ein Glas kühlen Weißwein. 

Ich süffel also so vor mich hin. Könnte ich ja noch weiter machen. Ich bin so in dem Alter, wo man sich fragt, muss das jetzt auch noch sein? Muss man wirklich verzichten? Das ganze Elend kommt doch sowieso bald? Könnte man es nicht auch bis zum Schluß noch nett haben?

Ja, vielleicht. Im Krankenhaus oder Altersheim gibts ja eh nix. Und viele wären froh, mein Alter erlebt zu haben.

Dennoch. Es nervt mich, zu überlegen, ob die Post um siebzehn Uhr meinen ersten Drink riecht. Es nervt mich, zu überlegen, wer mich am Flaschencontainer sieht. Es nervt mich, dass ich um sechzehn Uhr alle Zutaten für ein aufwändiges Essen bereit stehen haben muss, damit ich damit nicht herumschussel wegen zwei drei Gläsern…Besonders nervt mich (auf dem Land lebend), dass ich quasi nach 18.00 Uhr keine gesellschaftlichen Aktivitäten mehr möchte, nein möchte schon, aber ich kann nicht, denn da bin ich nicht mehr fahrtüchtig.

Aber das Wichtigste (und DANKE Isabel!) ist die Traurigkeit. Ich bin eigentlich immer traurig. Und ohne wirklich schlimmen Grund, wenn ich die Geschichten im Forum so lese. Die oben beschriebene Magie ist nur kurz, und den Rest des Tages bin ich traurig. Ich habe schon oft gedacht, du trinkst nicht, weil du traurig bist, sondern du bist traurig, weil du trinkst.

 

Soweit erstmal, ich bin im Prozess. Gute Nacht Euch!

 



   
7
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(@marlina)
Mitglied
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 179
 

@forevergreen Hallo, willkommen hier, ich bin auch noch neu und habe vor 2 Tagen erstmals von mir geschrieben. In der Einführung von Dir dachte ich, warum willst Du eigentlich aufhören? 😅 Aber dann nanntest Du ja den Grund.

Kennst Du den Podcast "Tanzen kann man auch auf Brause"? Dort erzählen ganz viele nüchtern gewordene Menschen, wie durch die Abstinenz die depressive Stimmung schwand. Ich finde, ein Ziel, was sich wirklich lohnt!! Was nützt Dir ein trauriges Leben? 

Ich finde, Du hast Dich schon super gerüstet und wünsche Dir viel Erfolg dabei! 🍀



   
5
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forevergreen
(@forevergreen)
Mitglied
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 320
Topic starter  

Danke Marlina. Und genau das will ich wissen, geht diese Traurigkeit weg?  Deshalb geht es morgen los.  



   
1
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(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
 

@forevergreen Hallo und herzlich Willkommen.  Ich gratuliere dir zu deinem Entschluss,  dem Alkohol adé zu sagen.  Ich musste auch erst 62 Jahre alt werden um mir einzugestehen,  dass ich ein gewaltiges Problem mit dem Alkoholkonsum habe und wenn ich nicht aufhöre mit dem Trinken,  mich das Problem töten wird,  früher oder später.  Dank dem Buch Alkohol adé und dem Berg Pillen,  also den NEMs habe ich mich ohne jeglichen Saufdruck trocken gelegt.  Das Problem Traurigkeit,  Niedergeschlagenheit und oder Hoffnungslosigkeit kannte ich auch.  Doch schon in den ersten Tagen der Nüchternheit verbesserte sich dieses Gefühl und jetzt nach 11 Monaten geht es mir gut wie schon Jahrzehnte nicht mehr. Ich wünsche dir von ganzem Herzen,  dass dieses Gefühl der Freude und inneren Ruhe auch bei dir eintritt.  Also alles Gute für dich. 🤗



   
5
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forevergreen
(@forevergreen)
Mitglied
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 320
Topic starter  

Danke! Und ja, Freude und innere Ruhe, das wärs! 

Ehrlich gesagt, hast Du vielleicht ohne es zu wollen, ein weiteres Problem angesprochen. Der Berg Pillen. Liegt vor mir. Ich mache Clean Eating und jetzt das. Ich hoffe, es ist richtig.



   
2
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mermaid
(@mermaid)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1230
 

@forevergreen herzlich willkommen hier und fühl dich wohl. 

Ich habe vor mittlerweile fast 2 Jahren den Ausstieg geschafft und es zu keinem Zeitpunkt bereut.



   
2
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(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
 

@forevergreen Der " Berg" Pillen ist nichts im Vergleich zu den vielen Fässern Alkohol,  die wir im Laufe der Jahre konsumiert haben und so ganz nebenbei sind diese Pillen eine Labsal für unseren geschlauchten Körper.  Hab keine Angst davor.  Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag 💐🌷🐞



   
3
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cairni
(@cairni)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2352
 

@forevergreen Herzlich willkommen und es ist großartig: Du startest ein neues Kapitel in Deinem Leben.

Das habe ich 2010 zuerst begonnen, war jahrelang erfolgreich ohne Alkohol, bis ich mich wieder hab erwischen lassen. Inzwischen bin ich wieder fast 3 Jahre abstinent und absolut happy, um jeden Tag, den ich wieder frei sein darf: In meinen Entscheidgungen, was ich wann unternehmen will. Das Konzept und dieses Forum hat mich großartig unterstützt. Ich habe keinen Suchtdruck gehabt und viel in die Hand genommen, es hat sich bei mir eine Menge verändert, weil ich herausgefunden habe, was mir wichtig ist und was ich wirklich machen möchte. Der Prozess war anstrengend und das Ergebnis freut mich jeden Tag.

Ist es immer "Sonne und Sonnenschein"? Nein.

Ist es mir immer leicht gefallen? Keinen Alkohol trinken war sehr leicht für mich, allerdings die Gefühlsachterbahn auszuhalten war eine Herausforderung.

Geht es mir seitdem besser? Jaaa!  Die massive Unruhe ist weg (Alkohol war schuld) somit konnte ich irgendwann auch besser schlafen. Körperlich fühle ich mich viel viel besser und viele Beeinträchtigungen (Magen/Durchfall), worüber ich mir schon wer weiß was für Gedanken gemacht habe, sind ... weg (Alkohol war schuld). Mit meinen Mitmenschen komme ich gut aus, Streit passiert fast gar nicht mehr, ich kann mit Stress besser umgehen UND mehr genießen.

Spare ich Geld? Nicht mehr, denn ich habe mir andere schöne Dinge gesucht, für die ich mein Geld lieber investiere, als für Alkohol.

Und jetzt kommts: Auch 3 Jahre nach dem Konzept nehme ich noch eine Menge an Nems, passend für mich. Warum? Weil ich mich mit dem Thema beschäftigt habe und überzeugt bin (es auch wahrnehmen kann), dass sie mir gut tun. Das ist das beste Invest: In mich selbst 🙂

 

Lieben Gruß

Sandra



   
6
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(@krokodil_)
Mitglied
Nüchtern: 5 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 997
 

@forevergreen Ging mir genauso, ich dachte, oh nein, zu viel "Pillen" - aber weils mir so dreckig ging und ich nicht allein mehr rausfand aus dem Loch, hab ich mich über mich selbst und meine eingefahrene Denkweise hinweggesetzt und es mit Gabys Konzept probiert (denn in eine Klinik wollte ich nicht) - und siehe da, es hat funktioniert. Ohne Probleme, fast ganz ohne Craving und Entzugserscheinungen - es war so leicht, dass ich verblüfft war. Psychisch hat man halt zu tun und muss sich schon sehr um sich kümmern, neu, da gibts Vieles, was sich verändert, wenn man SICH SELBST verändert. Aber mir gehts gut, seit 3 Jahren "ohne" - und ich vermisse NICHTS, ganz im Gegenteil, ich bin froh. Diese Entscheidung und die Vorgangsweise haben mir das Leben gerettet. Übrigens esse ich nach wie vor einige der NEMs wie Vitamin B und C sowieso, Magnesium, Zink, Carotin, Selen - ich bemerke, dass ich gesünder und jünger bin und mich besser und fröhlicher fühle als die anderen (ich bin 70), meine fast ständige Begleiterin, die Migräne, wie auch die latent lauernde Depression sind wesentlich besser geworden ... außerdem: wie @lieblingsfellnasen schon sagt: welche Fässer Alk haben wir doch in uns reingeschüttet ...



   
6
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forevergreen
(@forevergreen)
Mitglied
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 320
Topic starter  

Guten Morgen und vielen Dank Euch für den wichtigen Zuspruch. Mir fehlt noch GABA, das sollte heute kommen und dann werde ich morgen mal loslegen:)

Noch was zum Lachen: Ich habe in der ersten Begeisterung quasi ohne Hinzuschauen von einer verlinkten Amazon-Wunschliste eingekauft und beim Sortieren gestern drei vier Sachen gefunden, die nichts mit Gabys Protokoll zu tun haben 🤣 🤣 vielleicht kann ich mal auf einer anderen Seite des Forums einen NEM-Auskenner fragen, was ich damit anstellen könnte, also wahrscheinlich dann nach den 30 Tagen.

Danke und einen schönen Tag für alle!

 



   
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