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Da ich ja in der letzten Woche bereits schon ein paar Beiträge hier verfasst habe, möchte ich mich auch mal kurz vorstellen:
Ich bin Kath. Bin Deutsche lebe aber mit meinem Mann seit einigen Jahren in Österreich. Ich bin berufstätig (aber nicht mehr in Vollzeit, das war nämlich auch einer der "Trigger", warum ich ständig getrunken habe).
Warum ich mich hier angemeldet habe: ich habe vor ein paar Monaten das Buch von Gaby und Bernd gelesen und es hat mich sehr angesprochen. Hatte es binnen 2 Tagen gelesen und dann ständig über irgendwelche Aspekte dieses Buches nachgedacht und es hat für mich Sinn gemacht. Habe vor ein paar Jahren auch mal das Buch "the mood cure" von der amerikanischen Ärztin Julia Ross gelesen. Frau Ross war viel Jahre in den USA als Ärztin in verschiedenen Kliniken tätig. In diesem Buch beschreibt sie ziemlich detailliert, wie sie Menschen von Drogen, Alkohol oder Eßstörungen geheilt hat (aber auch Übergewicht, Hormonstörungen etc..). Das hat mir damals schon sehr gefallen, ich habe es aber nicht weiter verfolgt, vielleicht war der Leidensdruck auch noch nicht hoch genug?
Nun, wo ich auf Gabys Buch und Forum gestossen bin, war es eine große Erleichterung, daß es offensichtlich vielen anderen Menschen da draußen so geht. Im "real life" trifft man ja eher weniger Leute, die sich outen, daß sie Probleme mit Alkohol haben. Wie kann ich mein Trinkverhalten beschreiben? Ich habe eigentlich relativ spät mit dem Trinken angefangen. Als Studentin habe ich sogar mal eine zeitlang in der Kneipe gejobbt und hatte damals überhaupt kein Problem, ich habe am Abend mal ein halbes Bier oder ein Glas Wein getrunken, aber auch nicht jeden Tag und nichts hat mich getriggert. Dann mit Ende 20 ging es langsam los: Ich war in einer Clique, in der sehr viel getrunken und gefeiert wurde. Das ging mit Vorglühen allein zuhause los und ging dann weiter mit durchzechten Nächten in Kneipen und Clubs (damals noch Berlin, es waren die 90er und es wurde gefeiert, als ob es kein Morgen gäbe:-)) Und das mind. 3x die Woche bis morgens um 7 Uhr. Es war eine schöne und unbeschwerte Zeit, ich möchte es nicht missen.
Dann ging der Arbeitsalltag los, viel Party war wegen des Dauerstresses im Job nicht mehr möglich. Was aber immer weiter ging, war das Trinken. Zuerst nur abends 1-2 Gläser, an Wochenenden auch gern mehr. Nach einiger Zeit wurde dann eine Flasche Rotwein oder auch Weißwein daraus. Schon damals hatte ich Bedenken, daß es ja etwas zu viel wäre. Ich war morgens schon meist schlapp und dann ging es auf einen langen und stressigen Arbeitstag. Habe immer mal versucht aufzuhören, mal einen ganzen Monat, mal während des Urlaubes. Ich habe es durchgehalten, danach ging es wieder los und wurde immer mehr und mehr. Es gab auch immer mal unerfreuliche "Erlebnisse" während meiner Saufkarrierre. Tasche verloren, Geldbörse verloren, total blöde One Night Stands, einmal während einer Betriebsweihnachtsfeier besoffen auf dem Tisch getanzt usw....Ich kann gar nicht alles aufzählen. Da war ich noch viel jünger und trotzdem kamen schon die ersten Nebenwirkungen des Trinkens zutage: zunehmend nervös und gereizt, im Job unkonzentriert, Schlafstörungen. Dann nach schweren Selbstvorwürfen wieder mal Phasen des Nichttrinkens oder Wenigertrinkens über Wochen. Dann lief es wieder besser, ich wurde stabiler und dachte: ach heute lasse ich es mal wieder krachen: 2 oder 3 Biere werden mich nicht umbringen. Und schon war ich wieder in der Abwärtsspirale drinnen.
So ging es dann all' die Jahre: mal extrem viel, mal weniger (kontrolliertes Trinken), mal habe ich mich zum Entzug verdonnert (aber immer zuhause). Ich merke, wie ich immer mehr an Optimismus und Lebensenergie verliere. Habe auch schon versucht ganz auszusteigen: Yoga und Bodyscan, was mir beides sehr viel gebracht hat. Aber irgendwie gibt es da keine Kontinuität in meinem Trinkverhalten. Geht es mir gut und ich denke, ich wäre stabil, fange ich dann meist wieder an zu trinken. Zuerst nur 2 Gläser und dann werden es wieder schnell mehr.
Habe mich jetzt vor ein paar Monaten entschlossen, mir alle NEM's zuzulegen. Manches hatte ich bereits zuhause. Das und das Reflektieren über mein Verhalten hat schon sehr viel gebracht. Ich bin jetzt 6 Monate trocken, fühle mich aber immer wieder instabil. Ich hangele mich von Tag zu Tag und versuche, das durchzustehen. In der Hoffnung, daß es mal besser wird.
Mein Mann hat dieses Problem nicht. Er ruht in sich selbst. Trinkt auch mal ein Bier oder bei einer Feier Wein. Aber das Trinken triggert ihn nicht...
Bin so froh, daß ich dieses Forum hier gefunden habe. Lese viele kluge und reflektierte Ansichten, man bekommt oft nützliche Ratschläge und fühlt sich verstanden.
Ich wünsche allen hier im Forum alles Gute und daß wir es schaffen...
L.G. aus Österreich
Kath. ❤️ 🌺 👍
Schön, dass Du da bist.
Alles Gute
Danke, Ihr Lieben. Zur Zeit fühle ich mich ziemlich fragil. Lese fast jeden Tag mehrere Beiträge hier im Forum. Da gibts noch viel zu entdecken...
Einen schönen Tag für alle!
L.G. Kath.
Danke, liebe rosine! Ich drücke dich auch und wünsche dir ganz viel Kraft, Frohsinn, Optimismus und natürlich einen schönen Sommer. 🙋🏼♀️🤗✨
@apricot47 : Nein, ich wohne mit meinem Mann gemeinsam in Graz (bin aber Berlinerin) 😀 🌼 Liebe Grüße und einen schönen Tag für dich,
Kath x





