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Hallo,
ich bin Ricarda 36, alleinerziehend, aber in einer Beziehung, beruflich sehr erfolgreich und trinke jeden Abend eine Flasche Rotwein.
Ich habe seit 2 1/2 Jahren damit angefangen Wein zu trinken und einfach die Schwelle übertreten, als es darum ging, täglich zu trinken. Ich schäme mich sehr dafür und will unbedingt damit aufhören, weil ich ein gesunder Mensch und tolles Vorbild für meine Tochter sein will. Anfang des Jahres ist es mir auch kurzzeitig gelungen, aber dann habe ich wieder Gründe gesucht, um es zu rechtfertigen, dass ich trinke. Ich treibe trotzdem viel Sport, um mich besser zu fühlen, aber der Alkohol ist nicht besonders förderlich dafür.
Ich habe auch schon einige Bücher zum Aufhören gelesen und höre aktuell den Podcast „Nüchtern betrachtet“, der mir gerade wieder etwas Mut macht, dass ich es unbedingt wieder versuchen möchte, nicht mehr zu trinken. Aufgrund dessen offenbare ich mich hier auch zum ersten Mal vor anderen Menschen. Denn ich trinke heimlich und verstecke es vor allen… vor meiner Familie und meinem Partner, also trinke ich alleine. Ich schreibe regelmäßig Tagebuch, in dem ich mich auch immer wieder mit der Frage auseinandersetze, warum ich trinke und es gibt auch einige Antworten, wie Entspannung und Belohnung für den stressigen Alltag, oder das warme und leichte Gefühl, die positive Passivität (Abgestumpftheit), um starke emotionale oder negative Dinge zu verarbeiten und nicht zu dicht an mich rankommen zu lassen. Ich habe Angst, dass ich ohne Alkohol nicht gut einschlafen kann und irgendwie auch Angst davor, überhaupt Angst zu haben. Mein Vater trinkt auf die gleiche Weise, seitdem ich denken kann. Und es gibt noch mehr Gründe…
Aber wichtiger sind die Gründe, warum ich es schaffen will, damit aufzuhören!
Ich will lange gesund bleiben und ein glückliches Leben mit und für meine Tochter führen.
Es gibt noch viele Fragen meinerseits… Aber die lauteste davon ist, wie schaffe ich das da raus?
Ich freue mich auf eine offene und freundliche Community und bedanke mich schon jetzt für jeden Austausch mit diesem empfindlichen Thema.
Liebe Grüße
Ricarda
@isabel Ok, das Buch habe ich auch gelesen, aber Mut mich in meinem Freundes- und Familienkreis zu outen habe ich nicht.
Aber wer weiß, wie sich alles noch entwickeln wird.
@irreviel Danke für deine Worte, ich werde es auf jeden Fall versuchen.
@ricarda als Kind nicht. Erst habe ich sie immer nur zugedeckt wenn sie wieder betrunken auf dem Sofa eingeschlafen ist. Ich dachte mir aber irgendwann das da was nicht stimmt und dann habe ich eben angefangen herum zu schnüffeln. Da war ich glaube ich so 9-10 Jahre alt. Ich weiß gar nicht mehr genau ob ich sie direkt darauf angesprochen habe aber ich glaube das ich mal sowas gesagt habe wie ,,na hast du dir wieder Wein geholt'' oder so . Dachte glaube ich das es normal ist Wein zu trinken aber das es ihr nicht gut tat habe ich schon gemerkt. Als ich 15 war hat sie einen Entzug gemacht und ich war dann in so einer angehörigen Gruppe auf Rat meiner Tante. Das fand ich schrecklich damals...
@irreviel Und jetzt, wo du erwachsen bist, hast du ihr gesagt, wie es bei dir ist?
Mein Vater trinkt immer noch „heimlich“ meine Mom und ich merken und wissen das und sie verabscheut es und für mich war es immer normal, dass im Keller die Bierdosen zischen und er war und ist ja auch immer „normal“. Aber er versteckt die leeren Dosen und Flaschen und ich merke, dass wir uns oft in dem Verhalten ähnlich sind. Habe überlegt, ob ich ihn mal darauf anspreche, also mit meiner Geschichte, ohne seine zu „enttarnen“. Aber dazu fehlt mir der Mut. Er reagiert auf Suchtkrankheiten immer so, als sei es ein einziges Disziplinproblem und da er ja eigentlich keines hat, denke ich auch, dass ihm da einiges an Verständnis fehlt.
Lass es. Kümmer Dich erstmal um Dich. Mehr ist im Moment überhaupt nicht wichtig.
Liebe Grüße
Gaby
@smilla Gut, es war erstmal ein Gedanke, um ihm auch eine Brücke zu bauen und um ihm zu zeigen, was es anrichtet und dass man auch wahrnehmen kann, dass man ein Problem hat.
Aber ich freue mich über das Feedback und lass es lieber.
Ich glaube, darum ist es auch gut, nicht nur im eigenen Saft zu schmoren, sondern Gedanken zu teilen und neu zu empfangen.
Danke
@ricarda Hast du Gabys Buch gelesen? Also ich habe meine Mutter irgendwann darauf angesprochen und auch heute noch (sie trinkt immer noch bzw hat wieder angefangen) predige ich sie solle aufhören obwohl ich nun selber Alkoholkrank bin. Ich würde es auch erstmal lassen und mich um mich kümmern. Habe mir so vor kurzem gesagt, dass wenn ich es schaffe dann werde ich ihr danach daraus helfen. So wie es jetzt ist triggert mich sowas nur wenn ich merke sie ist betrunken.





