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Ich bin eine 43 jährige „Alice im Wunderland“ ( Kollegen nennen mich gerne so😉) die der Droge Alkohol von der Schippe springen will! Meine Geschichte ist nicht spektakulär . Es gab kein Drama, keine besonders schlimmen Umstände die mich zum trinken geführt haben. Wie viele Menschen bin ich „mit Alkohol“ groß geworden. Zu jeder Feier, wenn Besuch kam, beim Abendessen,… Von Kind an war Alkohol für mich völlig normal, gehörte dazu, unbedenklich. Was aber nicht heißen soll das ich von Kind an getrunken habe! Nicht falsch verstehen. Also begleitete er mich die ganze Zeit. Mit 24 hatte ich allerdings eine Phase in der mich der Konsum abgestoßen hat. Ca. 4 Jahre lang war ich der Spielverderber auf den Feiern, in meiner damaligen Beziehung, in meiner Familie. Dann, Schritt für Schritt, wurde er wieder Teil meines Lebens. Nicht täglich, am Wochenende, ein Glas zum Essen 1-2 mal pro Woche. Das was man wohl den gesellschaftlich völlig normalen Trinker nennt.
In den nächsten 2 Beziehungen wurde der Konsum mehr. Weil meine Partner tranken und ich das nie als Problem sah. Trennungen. Seit meinem 37 Lebensjahr dann Single. Wie viele wahrscheinlich kann ich den Zeitpunkt nicht bestimmen wann die Sache dann kippte. Aber sie kippte, und zwar gewaltig. Ich trank nur die besten Whiskys, guten Rum, nen schönen Gin, teuren Rotwein. Gerne auch eine Flasche des Guten Vino am Abend.und zum abrunden noch 1-2 Gläser des hochprozentigen Gins,… dazu.Es war ja Genuss! Und ich eine kultivierte Genießerin! Oh man…
In 2019 habe ich mir dann eingestanden, was mein Innerstes schon lange wusste: Du hast ein ganz gewaltiges Problem, Madame! Dann habe ich 7 Monate aufgehört. Eins kam zum anderen, ich hab mich zu sicher gefühlt und Zack… Ging das ganze Spiel von vorne los. Teilweise noch schlimmer. Zumindest wusste ich in dieser Rückfallphase genau das das nicht gut ist und ich hab nie unbesorgt getrunken. Zumindest nicht das erste Glas.
Nachdem ich erfolgreich im betrunkenen Zustand 2 Menschen, die ich sehr mochte, vergrault habe. Auf emails, die Arbeit betreffend, sehr überschwänglich emotional geantwortet habe ( und zwar der ganzen Abteilung) mehrfach auf allen 4 die Treppe hochgekrochen und Heilig Abend mit der Familie „gesprengt“ habe ( um nur ein paar Dinge zu nennen) Habe ich jetzt 30 Tage ohne Alkohol geschafft!
Ich war die Person die nie getrunken hat wenn es ihr schlecht ging. Ich habe getrunken wenn ich etwas Positives noch positiver machen wollte. Einen guten Tag an der Arbeit, eine Nachricht über die ich mich sehr gefreut habe, ein Lied das schöne Erinnerungen geweckt hat, selbst ein Anruf einer lieben Person,… Nur das dann nichts mehr positiv war. Ach ja, und wenn ich Hunger hatte. Vor dem kochen ein Glas Wein.Gekocht habe ich dann meistens nichts mehr. Dafür dann gek…
Begleitend mache ich Psychotherapie. Eigentlich wegen akutem Erschöpfungssyndrom Mitte letztes Jahr. Aber es passt jetzt natürlich ganz gut.
Ich selbst möchte mich nicht als tödlich krank ansehen, oder schwach, nicht stark genug. Diese ganzen Vorurteile mit denen man behaftet ist wenn man der Droge Alkohol in die Falle gegangen ist. Weiterhin bezeichne ich mich selbst bewusst als Jemanden mit einem Drogensucht Problem. Bewusst. Alkohol ist für mich eine Droge und ich möchte es genauso benennen. Sagst Du jemand hat ein Drogenproblem denken die Meisten nur an Heroin, Koks,… Alkohol wird überhaupt nicht als Droge wahrgenommen und völlig verharmlost! Nicht falsch verstehen, ich möchte Niemandem in meinem Umfeld „missionieren“ oder zum Überdenken zwingen. Das ist einfach nur meine Einstellung!
So, dass war lang! Danke Allen die bis hierhin durchgehalten haben!
@pulpo43 😄😄, schöne Assoziation - mein "Avatar Name" ist tatsächlich mein Spitzname, den mir meine Kolleginnen gegeben haben 😉. Schon witzig - die wissen nix von meiner Alkoholthemstik und ich verwende hier diesen Namen 🤔😊
Du sagst es : Erst gut überlegen und mit gutem Bauchgefühl entscheiden 👍
Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft auf Deinem Weg und gute Menschen, die Dich begleiten.
Wir schreiben uns ja bestimmt noch öfter mal 😊
Liebe Grüße Krimhilde
@pulpo43 Herzlich willkommen im Forum. 🙂
Vieles von dem was Du schreibst hätte auch von mir kommen können. Das unbesorgte Trinken, die Ansicht das Alkohol völlig normal ist und immer dazugehört wie selbstverständlich, das "ich trinke nur aus Genuß und nicht weil ich Ärger habe, depressiv bin" und so weiter.
Freut mich das Du es geschafft hast trocken zu werden.
@mmlbe Ich danke Dir! Da ich leider, als ich den Entschluss gefasst hatte nicht mehr zu trinken, Gabys und Bernds Buch noch nicht kannte, habe ich diverse andere Bücher gelesen oder teilweise angefangen. Eins hat mir immens geholfen das System hinter der Droge Alkohol zu verstehen. Das man nicht krank, schwach oder nicht willensstark genug ist um unbesorgt, kontrolliert dieses „tolle“ Getränk genießen zu können! Anders wie 2019 habe ich jetzt das Gefühl frei zu sein und nicht auf etwas tolles verzichten zu müssen. Toi toi toi, dass es so bleibt! Bis jetzt bin ich sehr zuversichtlich und freue mich an meinem klaren Leben!





