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(@trinkerin0907)
Mitglied
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 9
Topic starter  

Auch ich möchte mich vorstellen.

Ich bin die Trinkerin (im wahrsten Sinne des Wortes) und habe es leider noch nicht geschafft, abstinent zu sein und zu bleiben. 

Vor 6 Jahren habe ich mich in einen Mann (16 Jahre älter als ich) verliebt - so wie ich mich noch niemals zuvor in jemanden verliebt hatte - und habe für diesen Mann meine damalige Ehe aufgegeben; mit meinen zwei kleinen Kindern meinen damaligen Ehemann verlassen, mit dem ich zuvor 17 Jahre zusammen gewesen bin.

Was ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht wusste und was mein Herz auch bis heute noch nicht recht wahrhaben will, dass es sich um eine toxische Verbindung und Liebe zu einem sehr selbst bezogenen Menschen handelt. All die Wünsche, Erwartungen, Hoffnungen, die ich in Bezug auf diese Beziehung hatte (miteinander leben, sich gegenseitig unterstützen...) haben sich bis heute nicht erfüllt. Gelernt habe ich von klein auf immer: Wenn du geliebt werden willst, dann musst du etwas dafür tun; du bist nicht um deiner selbst Willen liebenswert, sondern nur wenn du Leistung bringst. Und in dieses unbewusste Fahrwasser bin ich leider geraten. Ich arbeite(te) mich ab an der Beziehung, glaub(t)e, dass wenn ich immer noch mehr tue (ihn umsorge, bekoche, beschenke, noch spektakulärere Urlaube buche, noch schlanker werde, noch besser aussehe usw.), dann würde sich irgendwann der Traum eines gemeinsamen Lebens erfüllen.  

Nichts hat sich davon erfüllt. Bis heute nicht. Aus dem zweisamen Wein zum guten Essen, dem Wein beim geselligen Beisammensein wurde nach und nach für mich auch der heimlich bzw. alleine getrunkene Wein gegen den Frust, der Wein um den Hunger besser auszuhalten, der Wein um den Stress alleine mit zwei kleinen Kindern besser bewältigen zu können. 

Kurze Phasen erlebten Paar-Glücks (etwa Freizeit am Wochenende) wechselten sich permanent ab mit Phasen heftiger Streitereien, in denen es immer wieder um die Frage ging und geht, warum wir nicht einfach miteinander leben und gut sein können; was ich noch alles dafür tun müsse.

Mitte 2019 erkrankte meine Mutter dann von heute auf morgen sehr schwer. Eine große emotionale Belastung für mich. Anfang 2020 dann der erste Lockdown. Mit einer sehr anspruchsvollen Arbeit und zwei kleinen Kindern zu Hause. Teilweise habe ich Videokonferenzen mit beiden Kids auf dem Schoß verbracht. Oft saß ich abends auf der Couch und weinte, weil ich gar nicht wusste, wie es am nächsten Tag weitergehen, wie ich das alles schaffen sollte. Kontakt-/Besuchsverbot zu meiner Mutter, die mittlerweile im Heim lebte, weil sie so schwer erkrankt war, dass sie zu Hause nicht mehr betreut werden konnte. Da fing es dann an, dass ich morgens schon anfing zu trinken, der erlebte Frust und die Auseinandersetzungen mit meinem Partner heftiger wurden.

Zwei, zweieinhalb Flaschen Wein über den Tag verteilt. 

Meine Mutter starb im März des letzten Jahres. Ein Schock für mich. Doch ich fing mich nach einiger Zeit wieder und schaffte es, ein paar Monate trotz Beziehungsfrust nichts mehr zu trinken. Dann, im September 2021, wurde bei meiner kleinen Tochter (damals 5, mittlerweile 6 Jahre) eine schwere chronische Krankheit diagnostiziert. Ich war mit ihr mehrere Wochen im Krankenhaus, die Therapie ist emotional sehr anstrengend und zeitaufwändig. Oft muss ich nachts raus um bei ihr bestimmte Werte zu kontrollieren. Da bin ich wieder in die Sauferei gerutscht und bis jetzt auch nicht mehr herausgekommen.

Der/die eine oder andere werden sich jetzt sicherlich beim Lesen fragen, warum ich mich denn nicht schon längst von diesem Mann getrennt habe. Das ist auch sicherlich für Menschen, die nur Erfahrungen mit "gesunden" Beziehungen gemacht haben, nicht leicht nachvollziehbar. Eine toxische Dynamik und die starke Bindung kann man vielleicht nur erahnen, wenn man sich selbst schon einmal in einer solchen Beziehung befunden hat.

Am Donnerstag habe ich mich "mal wieder" getrennt. Seitdem Nachrichten, Briefe, Anrufe, vor der Tür stehen Tag und Nacht. Für mich als Alkohol kranker labiler Mensch nicht ganz einfach da standhaft und stark und klar zu sein.

Ich weiß noch nicht, wie ich es schaffen kann, abstinent zu werden und auf Dauer zu bleiben. Manchmal habe ich das Gefühl, notwendige Bedingung dafür ist die Trennung von diesem Mann.

Seit einem Jahr bin ich in Suchtberatung, aber das hat leider auch noch nicht richtig geholfen.

Ich gebe den Wunsch nicht auf, dass ich es nicht doch noch irgendwann schaffen kann. Allein um meiner Kinder willen.

Danke fürs Lesen meiner Zeilen. Meiner Abhängigkeits-Geschichte.



   
9
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mermaid
(@mermaid)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1230
 

@trinkerin0907 ich wünschte, ich könnte dich mal in den Arm nehmen. Und dir ein bisschen von meinem aktuellen Gefühl mitgeben. Aus meiner toxischen Beziehung und dem anschließenden jahrelangen Rosenkrieg war vermeintlich eine nicht liebenswerte, nicht schöne, zu moppelige, zu laute, zu emotionale und zu allem Überfluss noch alkoholsüchtige Frau hervor gegangen. Erst die Wahrnehmung von anderen Menschen,  die eine Kriegerin sehen, die kämft, parallel 2 Kinder groß gezogen hat, Karriere noch zusätzlich und die dabei die Emphatie nie verloren hat - das hat mir erst den Weg geebnet, mich selbst anzunehmen. Jetzt in Woche 11 nüchtern sehe ich die Kriegerin,  mag mich immer mehr selbst, versuche nicht mehr "toll" zu sein, weil ich toll bin. Ich wünnsch dir so sehr, dass du dorthin kommst. Es ist friedlich und erholsam. 

Du bist so reflektiert, so stark, du schreibst großartig,  ich weiß genau, du wirst das schaffen!

Liebste Grüße von der Mermaid 🧜‍♀️ 



   
5
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(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
 

@pflanze Herzlich willkommen! Ich kenne auch keine solche App, aber mich motivieren die Berichte hier im Forum und die Tatsache, wie gut es mir ohne Alkohol geht. Und erinnern kann ich mich noch sehr gut so, wie erbärmlich mein Leben als Sklavin des Alkohols war - das lässt alle Gedanken an ein Glas Wein oder Bier schnell wieder verstummen 😉 Alles Gute für dich!



   
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(@pflanze)
Mitglied
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 22
 

@rosine123

liebe Rosine! Danke dir für deine Antwort! Ja ich lese mir auch die Erzählungen anderer durch und finde es so unglaublich schön wie jeder einzelne offen schreibt und ich denke es tut uns allen gut darüber zu schreiben! Ich dachte nur das es eine Hilfe währe eine App zu haben da wir alle  in der  Früh bis am Abend mit unseren Händy beschäftigt sind! 
DIE INNERE KRAFT und ÜBERZEUGUNG das Alkohol ein Gift ist und uns kaputt macht ist der richtige Weg! Sich immer erinnern wie schlecht es mir gegangen ist (Krankheits-  Gefühl)!täglich war unerträglich! 
Nicht im Vorraus denken sondern jeden Tag aufs Neue mit Kraft Liebe und positiven Gedanken beginnen! 
wir schaffen das und bleiben dran! Lg Pflanze
Der Benutzername soll mich an die Fleischfressende Pflanze erinnern! 😀👍



   
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toscanelly
(@toscanelly)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 36
 

@pflanze @harley @rosine123

ihr Lieben,

ich nutze die App  I am Sober.

Ich verwende sie täglich und finde sie sehr motivierend.

Mit Nüchternheits-Tagestracker, um zu visualisieren, wie lange ich schon nüchtern bin. Mit täglichem Versprechen morgens, für den Tag nüchtern zu bleiben und abends mit Rückschau. Man kann Fotos hochladen und Freitext, um sich selbst zu motivieren, warum man täglich nüchtern bleiben will. Ich lade immer mal wieder neue Fotos hoch, ergänze meine Gründe etc. Dazu gibt es einen Meilenstein-Tracker. Ich freue mich immer schon auf meinen nächsten erreichten Meilenstein. Und sehr viele Motivationssprüche. Ich habe zum Beispiel gerade 5 verschiedene Themenkreise angewählt und erhalte daraus täglich morgens, wenn ich mein Versprechen abgebe, daraus je einen Motivationsspruch. Sehr variationsreich. Kann ich also nur empfehlen.

Liebe Grüße, Toscanelly



   
1
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(@pflanze)
Mitglied
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 22
 

Vielen Dank für eure Hilfe ! 😀



   
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mermaid
(@mermaid)
Mitglied
Nüchtern: 3 jahre
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1230
 

@trinkerin0907 wie geht es dir? 



   
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(@pflanze)
Mitglied
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 22
 

@mermaid Guten Morgen! 😀 danke es geht mir gut! 😀 ein neuer spannender Tag! 😀



   
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(@trinkerin0907)
Mitglied
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 9
Topic starter  

@mermaid Danke für deine Anteilnahme und Frage! 😘 

Es geht mir im Moment nicht besonders gut. Ich komme gerade von meinem Therapeuten, fühle mich wieder etwas stabilisiert - aber das ist noch weit weg von gut. Wir haben eben viel über Abgrenzung, Abschottung, Übergriffigkeiten, Verstrickungen gesprochen und woher ich diese Dinge schon längst kenne (nicht erst seit dieser Beziehung). Ein zentraler Gedanke war, dass es wichtig sei, von anderen konsequent einzufordern, meine Grenzen einzuhalten, und diese Grenzen auch notfalls gegen Übergriffigkeiten zu verteidigen. Gar nicht so einfach, wenn der Partner mich unbewusst als "Eigentum" bzw. uns beide nicht als unterschiedliche Personen begreift - aber absolut notwendig. Eine große Aufgabe für mich.

Dein letzter Beitrag, in dem du etwas über dich und deinen Weg berichtest, hat mich sehr berührt. Du schreibst, du versuchest nicht mehr "toll" zu sein, weil du es seist. Wow! Tolles Selbstverständnis! Das meine ich sehr ernst. Nur: Da bin ich leider noch lange nicht. Wenn ich daran denke, wie viel Energie ich am Tag aufwende, um ein perfektes Bild von mir zu erzeugen, wie außerordentlich gut mir das gegenüber meinem Umfeld (Nachbarn, Arbeitskolleg:innen usw.) gelingt, wie klein und kümmerlich und ängstlich und zerbrechlich ich jedoch hinter dieser Fassade bin (professionalisiertes Außen - verkümmertes, bedürftiges Innen), hab' ich noch einen längeren Weg vor mir. Das spüre ich ganz klar.

Im Moment ist auch mein Alltag sehr stressig: viele anspruchsvolle Arbeitstermine, Schulveranstaltungen meiner Großen (neben Lernen, Hausaufgaben, Lernzielkontrollen); Veranstaltungen, Feste oder tageweise Schließungen der KiTa bei meiner Kleinen; die Krankheit meiner Kleinen (sehr aufwendig schon am Tag, aber dann zusätzlich noch jede Nacht drei, vier Mal aufstehen. Morgens beim Klingeln des Weckers fühle ich mich da oft nicht mehr lebens- und alltagstauglich...) Haushalt, Wäsche, Einkaufen... (das übliche Programm), ein despotisch-selbst bezogen-bedürftiger Vater, der mir viel Energie raubt. Und dann noch dieser Partner... Fühlt sich gerade alles nach "Kopf-über-Wasser-halten" in meinem Leben an.

Tut mir sehr Leid, dass ich nichts Positiveres berichten kann! Wie gerne würde ich von mir behaupten - wie es etwa eure Profile anzeigen - : seit 2 oder 7 Monaten nüchtern, oder sogar über ein Jahr. Ich wäre so unendlich (!) glücklich. Fühle mich dagegen und deswegen gerade wie ein Versager. Aber ich möchte hier auch nicht irgendetwas vorgeben, was nicht stimmt. Ich erzeuge im realen Leben schon immer eine so perfekte, verlogene Fassade; das möchte ich hier nicht tun.

So geht es mir gerade, liebe Mermaid. Ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht verschreckt; hab' mich sehr gefreut, dass du an mich gedacht und gefragt hast.

 

 

 



   
AntwortZitat
(@trinkerin0907)
Mitglied
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 9
Topic starter  

@isabel Du Liebe, du hast Recht! Ich muss noch mal schauen, wie ich meinen Namen hier verändern kann oder ob ich mich dafür neu anmelden muss...

Im realen Leben bedeutet mein Name übrigens "Die Glückliche" 😊 Wäre schön, wenn sich davon mal etwas bewahrheitete 😉 

Liebe Grüße!



   
1
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(@pflanze)
Mitglied
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 22
 

@trinkerin0907 danke Dir für deine Antwort! Ich melde mich wenn ich mehr Zeit habe! 😀 freue mich immer wenn ich von dir lese!!! Werde dir auch von mir erzählen! 👍😀



   
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