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Hallo zusammen,
ich gehöre einer der im Buch genannten Berufsgruppen an und man kann sagen, dass ich lange als funktionierender Alkoholiker klassifiziert werden konnte.
Bis zum August dieses Jahres. Ich konnte meine Fassade nicht mehr aufrechthalten und es war mir auch nicht mehr möglich zur Arbeit zu gehen (mittelschwere bis schwere Depressionen). Ich leide seit meiner Kindheit neben einer dysthymischen (immer vorhandenen) Störung an rezidivierenden Depressionen (tauchen in Episoden dann noch stärker auf); so wurde es diagnostiziert. Mit dem Jugendalter wurden diese Symptome immer ausgeprägter. Angeblich der Griff zum Alkohol als Selbstmedikation wobei diese während meiner Studienzeit auch durch THC erfolgte.
Während meiner Sozialisation spielte Alkohol im Familienumfeld immer eine große Rolle, wobei meine Eltern sowie die Verwandten und Bekannten anscheinend kein größeres dauerhaftes Suchtproblem hatten. Zumindest kann ich im Nachhinein keine typischen Symptome erinnern. Dennoch gehörte Alkohol immer dazu und ich trinke seit meinem 14. Lebensjahr.
Nach dem Abitur und dem Studium steigerte sich der Konsum bis zum jetzigen Zeitpunkt kontinuierlich. Ich bin nun 41 Jahre alt und habe zuletzt täglich (ausschließlich abends; meistens alleine) zwischen 8 und 11 Flaschen Bier (0,5l) konsumiert. Bis zum Juni waren es ca. 6.
Ich trinke noch und arbeite momentan gedanklich daran, dass ich dem Leben komplett ohne Alkohol etwas abgewinnen kann. Schließlich habe ich mich auch über den Alkohol definiert, und natürlich einen primären Freundeskreis aufgebaut, der hier ähnliche Vorlieben hat (wobei mein Konsum sogar hier auffällig und zum Gesprächsthema wurde). Diesem bin ich mengenmäßig inzwischen weit voraus.
Ich bin aber schon relativ weit mit meiner Gedankenarbeit. Hilfe habe ich von meiner Frau, einer Therapeutin und einer guten Suchtberaterin aber auch von jenen Freunden.
Ich habe mich in den letzten Monaten intensiv mit dem Thema beschäftigt, verschiedene Autoren gelesen sowie Hörbücher und Podcasts gehört. Letztlich bin ich auch bei dem Buch zu diesem Forum gelandet. Es ist gut geschrieben, verständlich und irgendwie scheint es mir plausibel zu sein. Außerdem habe ich auf Anhieb keine Rechtschreibfehler gefunden 🙂 Ich habe die Inhalte mit Freunden (u.a. ein Arzt, ein Psychologe), mit meiner Frau und Eltern geteilt und darüber diskutiert, ob diese Herangehensweise eine Möglichkeit ist.
Im Oktober kannte ich dieses Buch noch nicht. Da habe ich einen ersten Selbstversuch gemacht, wie es sich anfühlt für eine Woche abstinent zu sein. Schön ist anders. Craving war vorhanden, der Schlaf eher weniger aber die meisten Situationen waren einigermaßen handlebar. Zittern, etc. waren nicht vorhanden. Da mein Ziel lediglich diese Testphase war, habe ich im Anschluss direkt wieder getrunken (Sinn?).
Ich weiß nicht, ob das jemand hier kennt: Ich fange abends auch an zu trinken, wenn ich gar keine Lust habe! Das bedeutet, dass ich mich zu den ersten 1-3 Bier teilweise zwinge. Erst dann sind die Schranken offen. Das kommt mir selbst komisch vor…
Viele Grüße und danke für das Forum!
@twist Guten Morgen und herzlich willkommen. Ich lese aus deinem Bericht heraus, dass du es inzwischen auch satt hast, dass dein Leben vom Alkohol bestimmt wird. Ich war oft auch wie gesteuert, musste immer planen, dass genug Alkohol da war. Kann mich auch noch an den dicken Kopf am nächsten Morgen erinnern, die Ängste, die depressiven Verstimmungen ... Jedenfalls genieße ich heute meine gewonnene Freiheit, meinen klaren Kopf, meine bessere Befindlichkeit und bin dankbar, den Fängen des Nervengifts entkommen zu sein. Alles Gute und viel Erfolg für dich!
@twist hallo und herzlich willkommen hier. Ich werde mich bemühen, auch keine Rechtschreibfehler zu machen 😉
Es ist schon erstaunlich, wieviel Energie du in die "Prüfung " dieses Konzeptes steckst, mit wem du das alles ausdiskutierst etc. (Wenn man mal den Alkoholkonsum vorher so auf Herz und Nieren gepfüft hätte...) Und ich hoffe, dass, wenn du alles für plausibel befunden hast, du den Mut findest, es einfach durchzuziehen.
Um deine letzte Frage zu beantworten: ja das kennen viele hier. Ich habe schon vor dem Weinregal schlimmes Sodbrennen gehabt, mich geekelt und den Wein verteufelt. Ich wusste, wie schlecht es mir morgens wieder gehen würde. Und das erste Glas Wein war widerlich.. aber dann gings. 1 bis 2 Flaschen. Täglich. Mit Ausnahme der "Testwoche", die mir belegen (vorgaukeln) sollte, dass mein Problem ja garnicht so groß ist.
Nach der Lektüre von Gabys Buch war mir klar warum ich so handle. Alles hat Sinn ergeben. Gerade wir hochfunktionalen Alkoholiker müssen VERSTEHEN. Und trotzdem hat es noch einen Rückfall benötigt, um eine wirkliche Entscheidung zu treffen (kannst du gern in meinem Thread nachlesen).
Eine Bitte: es gibt hier im Forum einen Thread mit Medienempfehlungen. Magst du da mal reinschauen und ggf ergänzen. Vielleicht ist ja auch was neues für dich dabei.. 📚🎧
Ansonsten lies dich ein (du wirst dich so oft wieder erkennen..), schreib dir alles von der Seele und vor allem: FREU DICH AUF DEINE NÜCHTERNE ZUKUNFT!
Alles Liebe von der Mermaid 🧜♀️
Ein herzliches Willkommen auch von mir! Schön, dass Du den Weg zu uns gefunden hast.
Nun, wenn mir ein Deutschlehrer (Schuss ins Blaue, musst nicht drauf reagieren 😎 ) die augenscheinliche Fehlerfreiheit unseres Buches attestiert, so freut mich das. Ich hasse es ebenso, über solche Dinge beim Lesen zu stolpern. Kleine Eitelkeit der Autorin am Rande 😀
Ansonsten hast Du es von anderen schon gehört: Nichts von dem, was Du beschreibst, ist selten oder unnormal. Im Gegenteil, es ist - wie Du hier in vielen Beiträgen lesen kannst - sogar die Regel.
Es ist genau diese Regelhaftigkeit, die geradezu manchmal gespenstische Parallelität unserer Geschichten, die Suchthilfe möglich und erfolgreich macht. Und auch dieses Forum. Wir sind hier alle Experten, sozusagen. Hörst Du übrigens auch von - ehrlichen - Suchthelfern und Ärzten: Die echten Profis sind da selber durch, die wissen, wovon sie reden (oder schreiben).
Darf ich fragen, was - außer der Selbstmedikation THC und Alk - Du in Sachen Deiner Depressionen aktuell tust oder wie Du in Behandlung bist? Wir hatten hier mal einen sehr interessanten Thread zum Thema "drunterliegende Krankheiten", vielleicht magst Du da auch mal stöbern.
Fühl Dich wohl bei uns, ich wünsche Dir einen erfolgreichen Start!
Liebe Grüße
Gaby
@twist Herzlich willkommen und viel Erfolg! Ich bin vor rund 2,5 Jahren mit Gabys Konzept auf Anhieb aus dem Nervengift raus, nachdem ich zuvor mehrere vergebliche, konventionelle Versuche (wortreiche Suchtberatung) gemacht hatte. Es geht, und es lohnt sich, für mich war GABA dann der Bringer, weil ich damit jeden Ansatz eines Cravings zuverlässig abwürgen konnte. Das scheint aber für jeden etwas anders zu sein, wenn ich das Forum so lese.
Meinen damaligen "Freundeskreis" habe ich in der Form nicht mehr, die meisten waren nur Saufkumpane, die mich nur mit Alkohol akzeptierten. Na dann, so long, Jungs.
@gaby_guzek Die Profession ist nicht ganz richtig, allerdings fällt es mit schwer fehlergeschwängerte Texte ernstzunehmen. Das häuft sich leider immer mehr, sogar bei Tageszeitungen...
1. Ich habe einige Beiträge hier bereits gelesen. Da bin ich über die Aussage gestolpert, dass sich aktuell Trinkende nicht an den Gesprächen beteiligen und eine passive Rolle einnehmen sollten. Ist das eine generelle Regel? Darf ich hier jetzt schreiben oder soll ich lieber warten?
2. Momentan nehme ich Duloxetin, hatte seit dem Studium wechselnde Antidepressiva; beinahe durchgehend. Ich habe im August eine Verhaltenstherapie begonnen, nach Rücksprache mit Therapeutin und Suchtberatung aber ausgesetzt, da zuerst eine Abstinenz hergestellt sein sollte, bevor an Depressionen gearbeitet wird. Das ist für mich plausibel und das Lesen dieses Buches hat es noch einmal aus anderer Perspektive bestätigt.
3. Danke für den Threadvorschlag
Liebe Grüße
Vielen Dank euch!
Darf ich hier jetzt schreiben oder soll ich lieber warten?
Aber ja darfst Du das! Das ist anders gemeint: Wir bitten darum, hier nicht zu schreiben, wenn man bereits getrunken hat (vulgo: Gerade voll ist). Da schreibt man komische Dinge (wissen wir alle), schwört noch seltsamere Schwüre (been there, seen that), ist tief gerührt - und erzählt einfach oft genug schlicht Mist.
Das triggert andere potenziell. Außerdem geben sich dann viele Leute manchmal sehr viel Mühe mit Antworten, die den Betreffenden (da betrunken) gar nicht wirklich erreichen.
Alles unschön, deshalb hier unerwünscht.
Wenn dies ein Forum nur für bereits Abstinente wäre, könnten wir hier glaube ich mit einer Handvoll Leuten verstecken spielen 😀
Hau in die Tasten so viel und so of Du willst, ich freu mich drauf!
Liebe Grüße
Gaby
@twist Was genau meinst Du denn mit "aktuell Trinkende"? Die Hausordnung ist dazu recht eindeutig:
"Wer erkennbar betrunken schreibt muss damit rechnen, dass ihm zum eigenen Schutz vorübergehend die Schreibrechte entzogen werden."
Das man schon trocken sein muss steht da nicht. Sonst wäre das ja wohl auch ziemlich sinnlos. Nur mit klar betrunkenen Menschen zu diskutieren bringt niemanden voran, ich habe das hier im Laufe der Zeit 2-3 mal mitbekommen, die Regel macht schon Sinn.
Danke für die ausführliche Antwort. Dies leuchtet ein. Und ich hätte vorher tatsächlich die "Hausregeln" lesen sollen! Sorry





