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Ich bin müde

58 Beiträge
8 Mitglieder
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275 Ansichten
(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
Topic starter  

ich bin so dermassen ermüdet von dieser krankheit, dass ich oft hoffe, einschlafen zu können, und einfach nicht mehr aufwachen zu müssen. 

seit 3 jahren versuche ich, mit hilfe von aussen, aus diesem teufelskreis - depression - alkohol als medikation - noch mehr depression - auszubrechen. 

habe praktisch das ganze jahr 2022 in kliniken verbracht. fühlte mich im oktober bei austritt aus langzeittherapie richtig gut. kam nachhause und begann gleich wieder zu trinken. 

habe dann eure site gefunden und mir gleich alle NEMs gekauft. die schmeiss ich mir seit wochen rein. sie helfen auch echt. aber auf alk-0 schaff ich es einfach nicht. 

hab nächtlich und morgendlich furchtbare ängste, mein leben nie mehr auf ein nüchternes, funktionierendes level zu bringen.

bin 58 und kann leider noch nicht aufhören zu arbeiten. 

habe jetzt wieder bereits 1 jahr arbeitsunfähigkeit hinter mir. und der mut, irgendwie wieder in die arbeitswelt zurückzufinden, fehlt mir oft. 

ich arbeite daran, war jahrzehnte lang selbständig und konnte mein einkommen generieren. jetzt hat die angst mich im nacken, dass ich das nicht mehr schaffe



   
1
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kkopp
(@kkopp)
Mitglied
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 344
 

@gaby_guzek Du hast Recht. @trini Fühle Dich bitte nicht durch meine Worte angegriffen oder verurteilt; ich war etwas zu schnell beim Schreiben. Meine Bitte bleibt: Teile Deine Gedanken mit uns und wir teilen unsere gerne mit Dir.
LG, Kris

 


Dieser Beitrag wurde geändert Vor 3 Jahren durch kkopp

   
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cairni
(@cairni)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2352
 

@trini Nein, das schaffst Du nur ohne Alkohol. Sorry, ich widerspreche Dir vehement. Alles was Du von der Tagesstruktur beschreibst kannst Du auch im "normalen" Leben umsetzen. Wenn Du es willst. Und wenn Du das Buch kennst, weißt Du genau, was Du alles unternehmen kannst, bzw. solltest, wenn Du erfolgreich abstinent leben möchtest. DAs Leben ist kein Ponyhof, das ist so. Einfach die Alkwolke über sich ziehen zu lassen ist keine Lösung, denn es verschlimmert die Sorgen und Nöte noch mehr. Es ist anstrengend, Ja. Wenn jedoch die Situationen erledigt sind, wird es leichter: Es entstehen neue Kontakte (die nicht mit alk entstehen können), Du kannst Dir ein Tagesprogramm aufbauen und Sport machen - das funktioniert NUR OHNE Alk. Vielleicht redet Dein Ex nicht mehr, wegen dem Alk? Schon mal daran gedacht?

Aber ist gut, es ist leichter sich als Opfer zu sehen... anstatt sein Leben in die Hand zu nehmen, verstehe ich.

Dumm gelaufen. Denn die einzige Person, die Dein Leben ändern kannst, bist DU. Niemand anderes nimmt Dir die Aufgaben ab.

Und wenn es Dir in der Klinik so gut ergangen ist, dann stelle ich die These in den Raum, dass Du eine Alkoholdepression hast: Du bist nur depressiv, weil Du Alk trinkst.

Und ich weiß wovon ich rede: Habe ich selber alles durch.

Also darfst Du Dich entscheiden. Willste weg vom Alkohol, ein gutes Leben führen mit all dem, was Dir in der Langzeittherapie so gut getan hat? Mit Menschenkontakten, Spaß, Lachen? Dann lese das Buch nochmal, und fange mit den NEMS an Deinem Tag X an - OHNE Alkohol.

Du darfst Dich auch für weitersaufen entscheiden. Für ein freudloses trauriges Leben mit dem einzigen Kumpel Alkohol.

It´s up to you.

 



   
2
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cairni
(@cairni)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2352
 

@trini Widerspruch: Alkohol ist das schlimmste Selbstmedikament bei Depression und verschlimmert die Lage.



   
1
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gaby_guzek
(@gaby_guzek)
Illustrious Member Admin
Beigetreten: Vor 7 Jahren
Beiträge: 4314
 

Verfasst von: @cairni

Aber ist gut, es ist leichter sich als Opfer zu sehen... anstatt sein Leben in die Hand zu nehmen, verstehe ich.

Liebe Sandra, was ich gestern @kkopp schon schrieb: Ich finde es ein wenig arg "mutig" so über sie zu schreiben. Wenn tatsächlich, wie sie schreibt, hinter dem Alkohol eine manifeste, klinische aber unbehandelte Depression steht und sie diesen als "Selbstmedikation" hernimmt, ist das alles leider nicht umsetzbar. 

Das ist dann so, als würdest Du eine Farbenblinden sagen: Nun streng Dich mal an, grün zu sehen. Oder rot. 

Generell hast Du Recht, aber vielleicht nicht in diesem Fall. Wenn es nämlich nicht so ist, dann ist das, was Du schriebst für sie ungefähr so, als hätte man uns früher gesagt: "Du willst doch gar nicht aufhören, Du willst ja saufen."

Mehr "Ich-Botschaften" (und Du hast da einiges zu bieten 😀 ) weniger "Du."

Ok?

Liebe Grüße

Gaby

 



   
2
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cairni
(@cairni)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2352
 

@gaby_guzek Gerade heute morgen habe ich erfahren, dass ein Mann, der noch gar nicht die 40 erreicht hat, mit ähnlichen Aussagen in puncto Alkohol, frisch die Erde sich von unten anschauen darf. Und es widerstrebt mir sehr, in einem Anti-Alkoholforum Alkohol angepriesen zu bekommen als "einzige" Lösung. Ich habe es auf mich bezogen: In dem ich schrieb, ich habe das alles auch durch, besonders das Thema Depri.Und ich schrieb "These".

Vielleicht weckt das auf? Für eine Diskussion, die zum Denken anregt?

Und ich bin gerne auch der Buhmann, bad cop/good cop..

 

 



   
1
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harley
(@harley)
Ich unterstütze Alkohol adé
Beigetreten: Vor 6 Jahren
Beiträge: 2661
 

@cairni So ist es. Ohne die Erkenntnis kommt man nicht vom Nervengift weg.



   
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(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
Topic starter  

liebe alle, danke für euer willkommen heissen. 

nun, ich habe gestern einfach mal einen schritt gewagz, mich hier überhaupt mal zu äussern. natürlich hab ich nicht grad viel über mich berichtet, einfach mein gefühl des moments beschrieben.

auf keinen falll wollte ich alkohol als nützliches antidepressivum anpreisen. ich dachte eigentlich, das sei hier klar.

dennoch IST alkohol angstlösend und stimmungsaufhellend, vorübergehend. 

während meinen klinikaufenthalten habe ich so viele suchterkrankte kennengelernt. und sehr viele von ihnen haben irgendwann ihre, für sie persönlich "nützliche" substanz gefunden, die als vermeintliche problemlösung für einige zeit funktioniert hat. (das ist individuell, kann alkohol, kokain, cannabis, tabletten, irgendwas sein) das enstandene suchtgedächtnis weiss das und besteht dann natürlich während des wachsens der sucht auf dieser tief eingeprägten erkenntnis.

und ja, inzwischen ist meine depression alkoholbedingt. war sie aber nicht immer, denn ich bin ihr bereits als kind begegnet.

die einnahme der NEMs mit alkohol finde ich nicht sinnfrei. ich kann damit meinen konsum viel besser regulieren. wie gesagt, bin ich leider noch nicht ganz auf 0, aber immerhin schon auf einem sehr tiefen niveau



   
1
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(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
Topic starter  

@trini Wenn du das hinbekommst mit dem regulieren,  dann ist es was anderes. Natürlich kann man Alkohol auch abdosieren, ich habe das früher auch gemacht, das ist sehr schwierig und klappt auch nur in wenigen Fällen. Mit den NEMs und ohne Alkohol klappt es besser, ich weiß wovon ich spreche. Wieviel trinkst du momentan noch?



   
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(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
Topic starter  

@soberrebel momentan sind es zwischen 1 und 3 liter bier im tag



   
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(@ausgeschiedenes-mitglied)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 5128
Topic starter  

@gaby_guzek da ich die blutkrankheit Polycythämie habe, muss ich alle 2 - 3 monate zur blutkontrolle. vitamin d nehm ich seit längerem. eine festgestellte schilddrüsenunterfunktion wird unterdessen auch erfolgreich behandelt. die werte sind inzwischen im "normalen" bereich. die polycythämie macht leider auch oft müde und antriebslos. ich darf auch kein eisen zufügen, da sonst der zu hohe hämatokrit ansteigt, welchen ich zur zeit grad wieder mit aderlass zu verringern versuche. hat vor ein paar jahren super funktioniert, macht aber halt auch eher müde



   
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