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Hallo, ich möchte mich heute vorstellen. Ich bin weiblich und 61 Jahre. Habe meinen 16. Lebensjahr immer Alkohol getrunken. Ab Mitte 20 täglich, mit Schwangerschaftsunterbrechung. Bei meinem Bekanntenkreis ringsrum war dies ähnlich. Das wird mir zu der Zeit auch keine Sorgen bereitet. Mit Anfang 50 hörte ich wegen Krankheit auf zu arbeiten, und da steigerte ich meinen Konsum auf 1-2 Flaschen Sekt/Wein pro Tag. Durch eine schwere Krankheit habe ich mein geliebtes Joggen aufgeben müssen. Dies trug natürlich auch dazu bei, sowie diverse Schicksalsschläge. Immer mal wieder habe ich Trinkpausen eingelegt, mit dem Bewusstsein dass ich noch mal Alkohol trinken werde, aber auf jeden Fall weniger. Hat aber nie geklappt. Seit circa einem Jahr, ist mein Mann ständig hinter mir her, dass ich zu viel trinke. Er selbst trinkt auch Alkohol, verträgt allerdings auch wesentlich mehr und trinkt weniger. Das lasse ich jetzt mal so im Raum stehen. Seit 1,5 Jahren bin ich glückliche Großmutter von Zwillingen, und versorge die auch zeitweise. Letztendlich hat das mir geholfen. Mein Mann hat mir gedroht, meinem Sohn zu erzählen wie viel ich trinke. Und es wäre unverantwortlich, bei diesem Pensum Kinder zu versorgen. Das hat mir sehr zu denken geben, vorher ging’s ja nur um mich, das hat mich nicht gejuckt. Irgendwie hat sich bei mir im Kopf ein Schalter umgelegt. Ich habe mir gesagt, ich darf nie wieder trinken. Dabei hatte ich die erste Woche ein sehr mulmiges Gefühl, ich habe mir selbst nicht getraut. Zur Stärkung ging ich zu einer Suchtberatung. So langsam wurde mir klar, dass ich tatsächlich eine Alkoholikerin bin und habe mich mit dem Thema befasst. Die Suchtberatung, das Forum hier und auch das Buch von Gaby haben mir sehr geholfen, dass ich nicht mehr zurück zum Alkohol möchte. Ich denke, ich bin auf einem guten Weg.
@nicotenner vielen Dank, mir geht es richtig gut, besonders auch psychisch. Ich bin mittlerweile überzeugt davon, dass zu viel Alkohol mit Depressionen einhergeht. Man fühlt sich befreit von dem Gift und hat wieder mehr Freude am Leben. Es ist schwer, dies alles so niederzuschreiben, dass es auch wie von mir gewünscht ankommt. Ich hoffe, dass es vielleicht dem ein oder Anderen weiterhilft. Einen schönen Sonntag!
@sonnenklarjoggen das ist prima beschrieben, finde ich. Manchmal macht es einfach "Klick" und man weiss, was man zu tun hat. Ein kurzer Blitz, der die lügenschleier, mit denen wir uns den alkkonsum bagatellisiert haben, durchbricht! Das ist ein Geschenk, das man nicht mehr aufs Spiel setzen sollte😉
Dir auch einen schönen Sonntagabend🙋sabine
@sachake danke, genau so war es bei mir. Und dieses Geschenk werde ich hüten. Lg Doris
@sonnenklarjoggen das hört sich aber motivierend an. Da ich mich damit beschäftige: inwiefern haben sich Deine psychischen Probleme denn gewandelt ?
@kkopp Mein Drang Alkohol zu trinken hat mich sehr belastet. Ich wollte das nicht mehr, und war unzufrieden mit mir selbst. Es ist eine Riesenlast von mir abgefallen, und ich bin wesentlich gelassener geworden. Ich fühle mich wieder wohl in meiner Haut.





