Du bist nicht angemeldet als Gast hier –
und kannst deshalb nur einen kleinen Teil des Forums sehen.
Hier kannst Du Dich kostenlos und anonym anmelden!
Ob ich Alkoholikerin bin? Tja.
Ich habe in den letzten 40 Jahren wohl fast täglich Alkohol konsumiert. Erst ein Bier, dann drei, dann zu Wein gewechselt. Erst ein Glas, mittlerweile eine Flasche.
Ich trinke jetzt seit ein paar Tagen nichts mehr, leide auch nicht furchtbar. Aber lustig ist es ja schon: Da überlege ich mir, welche Vorteile das Nüchternsein hat und stoße neben Gesundheit und so auf die Geldersparnis. Fange an zu rechnen: Wenn ich so und so lange nichts trinke, dann habe ich genug Geld für eine besondere Ausgabe. Und was fällt mir ein, was ich mir leisten könnte? Ein ganz besonders toller teurer Weißwein.
Ob ich Alkoholikerin bin? Jedenfalls bin ich total daran gewöhnt ist, dass Alkohol die beste Belohnung aller Zeiten ist. Und das will ich gerade ändern. Mich erinnert es sehr an die Zeit, als ich das Rauchen aufgegeben habe. Ich rauche seitdem nicht mehr, aber es gibt immer mal wieder Situationen, in denen mich der Wunsch nach einer Kippe überfällt.
Das Buch habe ich noch nicht durchgelesen, erstmal habe ich mir GABA-Sticks bestellt. Falls ich abends mal so ein Verlangen nach einem Glas habe. Passt das so?
Nun, ich war als Kind nicht besonders behütet. Wohlgefühlt habe ich mich nicht so sehr zu Hause, sondern eher bei einer Nachbarin, die viel Zeit hatte, mit mir auf ihrem Sofa zu sitzen, Musik zu hören und zu rauchen. Dass sie Alkoholikerin war, wusste ich natürlich nicht. Der Geruch von Rauch und ihrem klarem Getränk war für mich tröstlich und angenehm.
@wasserlilie spannend was du da an Zusammenhang beobachtet hast 😎. Also geht es im Grunde um das Bedürfnis von Geborgenheit, Vertrauen, Kontakt usw. Und das hat sich in deiner Erfahrung als Kind an diese Gerüche gekoppelt. Die Psychotante in mir stellt dann die Frage wie du dich heute als Erwachsene um genau diese Bedürfnisse kümmerst 😉?
Konzert
Das war bestimmt ein Schreibfehler, aber das ist eine wundervolle Umschreibung wie ich finde! Ein Konzert mit verschiedenen Stücken, manche langsam und leise, manche laut und schrill. Der Prolog am Anfang, der break even point in der Mitte...
In meinem Kopf ergibt das gerade total Sinn, ich hoffe es ist verständlich, was ich meine - danke für dieses schöne Bild!
Hm, das könnte eine gute Frage sein.
Später, ja?
@wasserlilie meintest du meine Frage 😉? Wenn ja lass sie wirken und melde dich dann wenn du tatsächlich das Bedürfnis hast! Happy day Angela
So, die erste trockene Woche ist rum. Das Buch habe ich immer noch nicht ganz und Wort für Wort gelesen. Als Unterstützung habe ich eine Kiste alkoholfreier Getränke gekauft, die mehr oder weniger gut schmecken. Und GABA, das ich nachmittags nehme. Ich fühle mich dadurch weniger getrieben, wenn ihr wisst, was ich meine.
Die Wohnung steht nach wie vor voller Weinflaschen. Es stört mich nicht. Wenn mal wieder Gäste kommen, sollen sie ruhig Wein trinken. Ich hoffe, dass ich diese Herausforderung überstehe. Aber ich will den Freunden das Trinken nicht verbieten oder um einen alkoholfreien Abend bitten. Ich will lieber stark sein.
Ganz ok, mutig oder verrückt?
@wasserlilie Wieso willst Du Dich dem Stress aussetzen? Ist es Dir ernst mit Deiner Abstinenz? Was bringt Dir ein Rückfall? Oder magst Du Dich noch nicht dafür entscheiden, ohne Alkohol weiterzuleben, fühlst Du Dich hin und her gerissen?Was geschieht, wenn Du die Herausforderung nicht überstehst?
Alle Antworten sind DEINE Entscheidungen, für Dich und Dein Leben.
Klarheit macht manchmal Angst, Angst vor dem, was kommen könnte. Was könnte geschehen? Das Freunde sich gar nicht als Freunde enttarnen? Das ein "Nein" Grenzen setzt, wo ich noch nicht sicher bin, ob ich das überhaupt will?
Es ist genau mit dem Buch noch nicht eindeutig zu Ende gelesen. Oder Deine Frage, ob das ok ist..
Die Frage ist eher: Was ist Dein Ziel?
Liebe cairni,
ist das wirklich ein zusätzlicher Stress? Ich will nicht trinken, aber die Welt geht weiter und um mich herum wird getrunken. Natürlich kann ich die Wohnung zur trockenen Zone erklären, notfalls ausziehen, um nicht mit eventuellen Getränken des Mannes konfrontiert zu sein. Aber dann lauert der Stress doch beim Spaziergang (der Eisladen hat nicht nur Eis), im Supermarkt oder der Oper.
Ich kann nur dann langfristig trocken sein, wenn ich das Trinken um mich herum aushalte, so denke ich gerade.
Mit dem Buch ist es nochmal was ganz anderes. Ich prüfe manche Aussagen, lese Studien oder andere Artikel zu einzelnen Aspekten. Und ich muss viele Aussagen, die ich auf mich beziehe, verdauen. Das braucht halt Zeit.
Geduld!
Liebe Wasserlilie,
sehe ich genau so. Vielleicht kann man das auch nicht pauschal werten. Sicher ist es ein Unterschied, ob man täglich getrunken hat oder "nur" zu bestimmten Zeiten. Hätte ich alleine gelebt, hätte ich allen Alkohol entsorgt. So ist mein Mann noch da, der noch immer trinkt. Sicher ist es so schwieriger und die Gefahr, sich verleiten zu lassen, größer.
Aber wie Du schon schreibst, lauert der Alkohol doch überall. ich dürfte keine Einladung mehr annehmen, nicht mehr ins Restaurant gehen, nicht mehr in den Supemarkt, nicht mehr zur Tankstelle.
Unser Ziel sollte es sein, in einer Welt, in der es normal ist, Alkohol zu konsumieren, ohne Alkohol klar zu kommen bzw. das Leben ohne Alkohol zu genießen.
Sicher kann ein alkoholfreies Zuhause am Anfang helfen. Aber dauerhaft können wir uns auch nicht überall zurückziehen.
Dir aber herzliche Glückwünsche zu Deiner ersten überstandenen alkoholfreien Woche.
Alle Gute
Katniss
@wasserlilie hallo!
Das mit den alkoholischen Getränken im Haushalt war mir auch "gleich". Mein Partner trank in der Anfangszeit auch keinen Tropfen; es war aber klar, dass er nicht gänzlich verzichten wird - er hat halt auch kein Problem mit Alkohol.
Aaaaaber: mir wäre in den ersten Wochen kein Freund / Bekannter / Nachbar ins Haus gekommen um etwas zu trinken. Da musste ich eine klare Grenze setzen, das wäre mir zu heikel gewesen.
Stichwort alkfreie Getränke: meinst du alkoholfreien Wein / Bier oder Limonaden etc.? Getränke, "die so tun als ob" würde ich vor allem anfangs sein lassen. Nach ein paar Monaten hatte ich alkoholfreien Gin probiert, sehr lecker - aber hat mich sehr derbe getriggert. Ich bin komplett auf stilles Wasser gewechselt zuhause (habe ich bis heute beibehalten, der Mensch ist ein Gewohnheitstier) und gönne mir beim Essen gehen mal eine Cola oder Schorle. Anfangs ungewohnt, aber da stellte sich der Kopf schnell um und so war / ist so ein Getränk bis heute etwas besonderes für mich.
Liebe Grüße
Der Alex





