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Ich bin nun eine Weile hier und stille Leserin.
Nebenher habe ich meinen Prozess beschritten und Momente aufgeschrieben. Insgesamt kann ich sagen: die letzten Monate waren nicht einfach, aber ich bin mir selbst sehr dankbar, dass ich den Weg beschritten habe.
Das war mein Prozess bis heute:
06.01.2024
Mir ist schon wieder schlecht. Jeden Morgen diese beschissene Übelkeit – schön selbst herbeigeführt. Wie blöd kann man sein? Ich lese derzeit ein Buch (die Bestie schläft nie). Schön wieder zu lesen und mich an manchen Stellen in dem Buch selbst zu erkennen…Hoffentlich schaffe ich diese 12 Wochen. Und was, wenn nicht? Das letze Mal waren es immerhin 5 Wochen. Habe ich ja auch geschafft. Jetzt stell dich nicht so an! Wird schon werden!!!
07.01.24
Fühle mich nach dem Aufwachen, als hätte jemand mir ein Brett vor den Kopf geschlagen. Aber nüchtern aufzuwachen und n Brett vorm Kopf ist besser als verkatert und Übelkeit. Ich habe doll geschwitzt und musste das T-Shirt wechseln. Freue mich aber auf weitere Tage und weiß, dass es gut für mich sein wird.
10.01.24
Heute Nacht habe ich besser geschlafen als die anderen Nächte und der Druck etwas abends zu trinken war gestern besser als vorgestern. Vorgestern (der Arbeitstag nach dem Urlaub) habe ich kaum ausgehalten. Heute geht es mir schon morgens besser als sonst. Ich fühle mich mental klar, bin trotzdem noch müde. Aber eben nicht auch noch verkatert dazu. Gut, dass ich die Kurve wieder bekommen habe!
12.01.24
Ich habe zwar gut geschlafen, aber heute Migräne 😧. Kopfschmerzen haben sich gestern im Laufe des Tages schon bemerkbar gemacht, abends wurde es dann schlimmer…Ich habe in der letzten Nacht auch kein T-Shirt in der Nacht wechseln müssen. Geträumt habe ich. Wie verrückt von meiner Familie, es ging um das Gefühl von Einsamkeit und Trauer. Kein schöner Traum. Mal sehen, was der Tag bringt… Morgen ist Wochenende…
08.02.24
Ich gewöhne mich langsam daran abends keinen Alkohol zu trinken. Ich scheine abends den Durst mit Alkohol zu löschen. Mir schmeckt auch Schorle sehr gut, Hauptsache kalt. Manchmal habe ich Verlangen nach Wein und war kurz davor dem nachzugeben – Craving… das geht aber nach Schorle und einer Weile wieder weg und ich bin dann sehr sehr froh, dem kurzen Gefühl von Verlangen nicht nachgegeben zu haben. Am nächsten Tag bin ich fitter, mental wacher, insgesamt im Geist klarer. Wofür lohnt es sich das wieder zu verändern? Ich bin gespannt ob ich die (ersten) drei Monate schaffe…und noch gespannter was wohl passiert, wer ich bin, was sich öffnet, wenn ich „einfach“ so weitermache… was passiert, wenn ich wieder wie vorher weitermache – das weiß ich!
10.02.24
Ich habe mich für morgen zu einem Webinar (was tun gegen Craving) angemeldet. Ich bin gespannt! Mein Tipp: etwas anderes Kaltes trinken 😅. Ich bin sehr froh, dass ich es geschafft habe, der gestrigen Versuchung („ach, naja EINMAL – wird nicht so schlimm sein“) nicht nachgegeben zu haben. Jetzt aufstehen, putzen, einkaufen – laaaangweilig… okay, vielleicht Sport. Mal sehen, ob ich mich aufraffen kann…
22.02.2024
Mich nervt es, dass ich mich immer Lust habe am Abend etwas zu trinken. Tagsüber wie zuvor kein Thema, aber dass ich immer noch an Alkohol denken muss, nervt mich einfach! Ich fühle mich damit nicht frei und möchte es genauso gerne loswerden, wie ich ein Glas Weißwein hätte. Im Moment siegt der Wille. Mal sehen, wie es weiter geht. Eigentlich ist es alternativlos, aber so ganz sehe ich es nicht ein. Der Scheiß nervt!
10.03.24
Dieser Beitrag hat mich sehr berührt:
Ich halte nach wie vor durch und es fällt mir unterschiedlich schwer. Das Fazit fällt eindeutig aus. Nicht trinken und nüchtern ins Bett zu gehen, klar aufzuwachen und ohne schlechtes Körpergefühl und geschwächten Geist aufzuwachen ist ein Geschenk! Wozu zurück? Und dann kommt ab und zu ein anderer Gedanke auf („ach was! Nicht so schlimm, man lebt nur einmal, Sterben müssen wir alle…“ und soń bla bla), den ich aktiv zurückdrücken muss. Danach folgt IMMER der Stolz. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis.
06.04.24
Der Frühling, naht und damit auch die nächste Challenge. Sonne, Strand, Meer, draußen sein… alles ohne „das ultimative Getränk am Abend“? Noch ist es für mich genauso unvorstellbar wie die Vorstellung „nie wieder Alkohol“ – das war ja eigentlich auch nicht der Plan und dennoch scheint es in diesem Fall (zumindest für mich) nur entweder oder zu geben … Genauso unvorstellbar war es allerdings auch, einen längeren Zeitraum abends überhaupt nicht zu trinken und jetzt sind es schon drei Monate! Ich kann nur Tag für Tag schauen. Es geht mir seit ein paar Tagen mental nicht so gut – warum kann ich nicht mal sagen. Ich habe mir jetzt Nahrungsergänzungsmittel (NEM) bestellt. Eins davon soll stimmungsaufhellend sein… mal sehen. Im Fazit bleibt aber: wenn es mir nüchtern nicht so gut geht, ist es besser auszuhalten als noch zusätzlich den Kater und die Übelkeit… Was nach wie vor da ist, ist zwischendurch eine bleierne Müdigkeit… nach wie vor eine Reise, die ins Unbekannte führt. Ich bin mir sicher, da kommt noch etwas, wofür es sich noch mehr lohnt, weiterzumachen. Wozu sollte ich sonst weiter machen? Schon klar, für meine Gesundheit und weil, ich mir selbst etwas wert sein sollte… Noch bin ich motiviert weiterzumachen… ich überlege, ob ich mich einer online-Gruppe anschließen soll. Was mich abhält? In der Tat die Scham, mich mit „dem Thema“ öffentlich zu zeigen. Dabei kann ich eigentlich stolz sein…. Mal sehen, wohin meine Reise geht…
21.04.2024 -
Heute ist der 107. Tag nüchtern. Ich vermisse das Glas Wein ab und zu – insbesondere am Abend, nach getaner „Arbeit“, kann aber auch sehr gut darauf verzichten. Mal sehen, wie es im Urlaub wird – ob ich die abendliche Nüchternheit auch dann und darüberhinaus erhalten kann? Bei mir steht eventuell eine OP an. Medikamente und Alkohol sind ja bekanntlich keine gute Koppelung. Hat mich bisher nicht davon abgehalten, es trotzdem zu mischen. Bin gespannt, wie es weitergeht. Ist jetzt eine Weiche gestellt? Geht es jetzt so weiter? Ich höre mich an, als hätte ich es nicht in der Hand, dabei bin ich es, die den Weg bestimmt. Ich fühle mich jedenfalls sehr wohl mit der Nüchternheit und weiß nicht, warum ich es ändern sollte. Schön, dass ich diese Entscheidung getroffen habe! Ich habe einen tollen Mann an meiner Seite, der bereit und in der Lage ist, auch unkomfortable Wege mit mir zu gehen, der auch unangenehme Entscheidungen treffen kann, der schwierige Situationen auszuhalten und sich mitzuteilen kann. Das ist für mich kostbar und ich bin sehr dankbar dafür.
24.04.24
Tag 111. Ich schlafe nach wie vor wie ein Stein und Wache morgens auf, als hätte ich ein Brett vor dem Kopf. Erstmalig habe ich im Forum Alkohol ade einen Post geschrieben und tatsächlich 4 Antworten gelesen. Es ist hilfreich zu wissen mit diesen Erfahrungen nicht allein zu sein Ich bedaure nicht einen Tag diesen Schritt gegangen zu sein. Danke an meinen Mann, der an meiner Seite ist, der mich stärkt, mich zwischendurch anruft und mir damit zeigt, dass er an meiner Seite ist und an mich denkt.
30.04.2024
Heute ist überall Tanz in den Mai. Ich hab schon am Freitag krasses craving gehabt und heute auch wieder – morgen ist frei… gestern war ich doch tatsächlich in einem online Treffen von Sober- Menschen. Ich fühlte mich gut aufgehoben. Alle sind sich fremd und doch gibt es ein gemeinsames Thema und eine schonungslose Ehrlichkeit. Heute oder besser jetzt lässt der Saufdruck nach- habe zwei große Getränke getrunken. Ich hoffe ich bleibe weiter dran bis sich mein Gehirn nicht mehr erinnert!
Tag 201. Niiieeemals hätte ich gedacht, dass ich jemals so lange ohne meinen geliebten Wein sein kann. Und doch! ES GEHT. Gut sogar. Gott sei Dank. Ich bin jetzt montags in eine Sobergruppe eingestiegen und lerne dort online sehr nette Menschen kennen. Ich lese noch immer täglich mehrfach in Forum Alkohole adé - rund um das Thema Abstinenz. Das interessiert mich, hält das Thema hoch – obwohl es ohnehin obenauf ist. Insgesamt geht es mir gut, ich schlafe fest und gut. Morgens fühle ich mich noch immer sehr „belämmert“. Ein zwei Wochen Urlaub auf der Insel ist auch ohne Alkohol sehr gut gewesen. Eine lange Radtour mit eiskaltem Sekt belohnen – geht super! Mal sehen, wie es weiter geht. Ich kann jetzt nicht sagen, dass das Leben sich spektakulär verändert hat – dafür habe ich vermutlich nicht „hart genug“ getrunken (Gott sei Dank), aber es fühlt sich gut an, zu wissen, dass ich kein hohes gesundheitliches Risiko mehr eingehe. Mir reicht das im Moment als Motivation. Der Moment „jetzt n schönes Glas Wein“ wird immer immer seltener. Gut so und schön, es zu beobachten. Stolz? JA 👍
24.07.24 17:35 Uhr)
Ein alkoholfreier Martini auf Eis- lecker! Gerade habe ich gemerkt, dass ich Lust auf Wein bekommen habe. Ich sollte kochen gehen, das lenkt mich ab. Hans wird sich darüber freuen. schon verrückt, dass der Alkohol eine so große Rolle im Leben spielt und wieviel Millionen Menschen es gibt, den ist genauso und noch viel schlimmer ergeht. Teufelszeug…..
17.08.24
Sieben Monate nun – ich fühle mich frei. Frei von den Gedanken an Alkohol, frei etwas Neues zu entdecken, bin neugierig mich neu kennenlernen. Das Beste an der Nüchternheit ist für mich, dass ich mich innerlich gestärkt fühle. Ich bin stabiler, entspannter und stärker. Ich bin dankbar, dass es mir gut geht, dass ich körperlich gesund geblieben bin und - zumindest scheint es so- die Kurve gekriegt habe. Wenn ich gewusst hätte, dass es doch so leicht geht, hätte ich es vermutlich schon eher getan. Es ist nicht immer einfach und es ist auch nicht so, dass ich ein völlig anderer Mensch bin, aber ich habe mir selbst die Chance gegeben, mich wieder wahrzunehmen und meiner Gesundheit Gutes zu tun. Ich bereue diesen Schritt nicht und hoffe, dass ich dabei bleibe.
@hamburgerin Es hat für alle den Tag 1 gegeben und alle haben sich mehr oder weniger anstrengen müssen, dem Alkohol adé zu sagen, manche mit bisschen Wehmut, andere ohne Blick zurück auf den Sonnenuntergang mit dem Glas Wein o.ä. In der Hand. Am Ende ist das egal, wichtig ist das erreichen eines Zieles, ein erfülltes Leben ohne Promille. Ich wünsche dir und allen hier einen wunderschönen Sommerabend 🌄
@hamburgerin Liebe Hamburgerin, ich gratuliere auch herzlich! Für mich war es spannend Deinen Weg zu lesen. Wie gut Du durchgehalten hast, trotz der vielen Stellen an denen Dir Zweifel kamen.
Auch lerne ich, wie unterschiedlich unser alle Wege sind. Ein Thema und sooo viele unterschiedliche Charaktere und Vorgehensweisen. Ich freue mich sehr, dass Du ihn geteilt hast. Viele Grüsse 🤗
@birgitta vielen Dank für die Rückmeldung. Ich habe wirklich lange überlegt, ob ich meine Aufzeichnung hier teilen sollte - auch habe ich mich nach meinen inneren Stimmen nach den Beweggründen (das zu tun oder zu lassen) zugehört. Einerseits empfand ich es als einen sehr intimen und persönlichen Einblick in meinen ganz persönlichen Prozess, anderseits dachte ich es könnte für andere Menschen (die genauso „frisch“ wie ich hier unterwegs sind auf diesem neuen Terrain) vielleicht interessant zu sein zu lesen, dass auch ich hin und her schwanken im Erleben.
Mir hat es jedenfalls auf meinem Weg geholfen von anderen zu lesen, ein bisschen dabei zu sein - und dann habe ich mich auch getraut…
Euch allen eine gute Nacht!
@hamburgerin Vielen Dank für Deinen Beitrag,der so ausführlich ist und mir momentan aus der Seele spricht.Ich wache auch fast jeden Morgen verkatert auf....trinke jeden Abend Bier. Habe mir jetzt das Buch "Alkohol ade" bestellt und heute ist Tag 1💪😉
@sternchen75 ich hoffe du hast das Buch gelesen und bist den NEMen versorgt. Ich habe erst nach sechs Wochen damit angefangen. Es hat das Durchhalten immens erleichtert! Ich wünsche dir Geduld mit dir und dem Prozess
Toll zu lesen! Gratulation für Deinen Weg. Du schaffst es auch ein "alter Hase" zu werden 🙂
Liebe Grüße
@cairni vielen lieben Dank für deine Rückmeldung. Ich bin gespannt wie es weiter geht und werde mich weiterhin mit dem Thema und mir auseinandersetzen.





