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Ich möchte mich nic...
 
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Ich möchte mich nicht zerstören....

24 Beiträge
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374 Ansichten
xadrez
(@xadrez)
Mitglied
Nüchtern: 1 jahr
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 194
Topic starter  

.. aber ich bin auf dem besten Weg dorthin... Ich, Wienerin, 58 Jahre, begann meine Alkohollaufbahn relativ spät. Ich denke, eine Tendenz dazu hatte ich schon früher, aber so richtig in volle Blüte kam sie während eines Wahnsinnsjobs im gehobenen Management als Begleitung von drei Burn outs, Mobbing etc. Zu Weihnachten 2014, als ich meinen Mann in spe vollkommen zugedröhnt vom Flughafen abholte, schwor ich mir, den Job und die Trinkerei an den Nagel zu hängen. Von einer Sekunde auf die andere nichts mehr getrunken, keine Entzugserscheinungen, kein Craving. 2 Jahre habe ich es durchgehalten, dann kam der allseits bekannte Gedanke "Naja, ein Bier wird schon nicht schaden". (Bier liebe ich im Gegensatz zu den meisten Alkoholika, die nur Mittel zum Zweck sind, nämlich um mich möglichst schnell "wegzubeamen") Es kam, wie es kommen musste - bald war ich wieder bei den härteren Sachen, die Rückfälle mit Filmriss, Spitalseinlieferung mit 3 Promille etc. mehrten sich. Dazwischen immer wieder monatelange trockene Phasen. Ich war bei zig Selbsthilfegruppen, bei einem Verein für Suchtkranke, mehrmals in der Tagesklinik des Otto Wagner Spitals. Fazit: ich bin sehr kreativ darin, mich selbst zu überlisten. Ich weiss, dass 2 Flaschen Sekt am Tag zuvor das Limit sind, damit beim Alko-Test 0,0 erscheint. Ich gehe Nordic Walken - mit entsprechender "Wegzehrung". Drei Abstürze innerhalb einer Woche  - gestern hab ich mich selbst übertroffen und bin todunglücklich über meine Willensschwäche. Mein Mann - wir haben erst letztes Jahr geheiratet - fürchtet sich jeden Tag, am Abend von der Arbeit heimzukommen und mich in einem furchtbaren Zustand vorzufinden. Ich werde aggressiv, beschimpfe ihn - letzte Woche wurde ich sogar handgreiflich. Die Wohnung ist verwüstet. Es ist, als wäre ich eine gespaltene Persönlichkeit.  Ich kenne mich selbst nicht mehr. Von der Pensionsversicherungsanstalt wurde mir eine 6-wöchige Reha in einer Klinik, die auf Burn out spezialisiert ist, genehmigt, denn ich muss das Problem in seinen Wurzeln vernichten. Ich hoffe, dass ich dort meine psychische Mitte finde und dauerhaft aufrechterhalten kann. Mein Mann (der seit vielen Jahren trockener Alkoholiker ist) meint, ich würde es nicht "genug wollen". Ich bin so unendlich traurig und enttäuscht von mir selbst, dass ich mein Leben, unsere Ehe, die Hochachtung vor mir selbst so leichtsinnig aufs Spiel setze. Nächste Woche werde ich versuchen, in meiner Suchtberatung von der Ärztin Antabus verschrieben zu bekommen, denn bis dato hat nichts geholfen - offenbar muss ich vor etwas Angst haben, damit ich nicht mehr trinke. Das Buch "Alkohol adé" liegt vor mir - ich werde es heute beginnen und hart an mir arbeiten. Ich bin ein willensstarker, zielstrebiger Mensch - nur bei Alkohol versagt mein Frühwarnsystem, meine mir gegebenen Versprechungen und ich denke, gestern habe ich meinen persönlichen Tiefpunkt erreicht.



   
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(@smilla)
Mitglied
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 188
 

Ja, das kenne ich auch! Die Verbindung eines fordernden, tollen Jobs mit totaler Überlastung und schließlich Burnout! Mobbing noch dazu.

Und das Bedürfnis nach Entspannung und "Erleichterung" zuhause..........und schleichend immer mehr.............

Ich bin inzwischen raus aus dem Job, der zunehmend unerträglicher wurde für mich und am Ende nahezu unerträglich. Gottseidank. Das minimiert Stresssituationen in denen ich früher das erste Glas Wein fast nicht erwarten konnte. Und Gaba und Co tun ihr's dazu.

Viel Erfolg mit dem Buch! Ich habe es auf einer langen ICE Fahrt förmlich gefressen und schaue auch jetzt immer wieder rein. 

Ich wünsch Dir das allerbeste und viel Erfolg auf Deinem Weg!

 



   
3
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xadrez
(@xadrez)
Mitglied
Nüchtern: 1 jahr
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 194
Topic starter  

Danke, Smilla, für Deine netten und aufmunternden Worte. Ich bin gerade ganz unten auf der Talsohle - und dazu noch ziemlich verkatert - über Letzteres bin ich fast "froh", denn ich hatte fast immer das Glück, ohne Nachwehen davonzukommen, was das Teuferl in meinem Kopf dazu animierte, munter weiterzumachen... Während dieses Teufelsjobs war ich teilweise noch Single, musste also niemandem Rechenschaft ablegen (ausser mir selbst) - ich habe es ziemlich weit getrieben und es unterbewusst sogar angelegt, rausgeschmissen zu werden (was sie aber erst taten, als ich drei Monate mit Burn out im Krankenstand war) Bin besoffen zu einer Akkreditierung erschienen, hatte die Rumflasche in der Schublade, wusste teilweise nicht mehr, wie ich vom Büro nach Hause gekommen bin. Aber seltsamerweise passierten mir nie Fehler.... aber es fiel eine Riesenlast von meinen Schultern, als ich am 24. Dez. 2014 beschloss, auszusteigen. Seitdem ich vorletztes Jahr aus blauem Himmel an Krebs erkrankte, habe ich mir geschworen, dass ich nur mehr das tue, was mir Spass macht und meinen vertrottelten Perfektionismus hinten anstelle.

 

lg aus Wien

Uschi



   
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gaby_guzek
(@gaby_guzek)
Illustrious Member Admin
Beigetreten: Vor 7 Jahren
Beiträge: 4316
 

@xadrez

Liebe Uschi,

ganz herzlich Willkommen bei uns, schön, dass Du zu uns gefunden hast. Super, dass Du das Buch schon vor Dir liegen hast. Achtung, Spoiler-Alert:

Verfasst von: @xadrez

über meine Willensschwäche.

Es ist keine Willensschwäche. Es ist eine Hirn-Biochemie, die außer Rand und Band ist, die der Alkohol zerschossen hat. Genau das steht im Buch.

Bitte hör auf, Dich zu zerfleischen und zu beschimpfen. Lies Dich in Ruhe ein, ich bin sicher, in ein oder zwei Tagen sind Dir so einige Lichter aufgegangen.

Wenn Du Fragen hast während des Lesens: Wir sind gerne für Dich da.

Liebe Grüße

Gaby



   
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xadrez
(@xadrez)
Mitglied
Nüchtern: 1 jahr
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 194
Topic starter  

@gaby_guzek, vielen Dank für das herzliche Willkommenheissen - es geht mir gleich um einiges besser. Es werden sicher während der Lektüre des Buches Fragen auftauchen und ich werde gerne das freundliche Angebot annehmen, da "weiterzubohren". Der heutige Tag war furchtbar - irre Gewissensbisse, vor allem auch gegenüber meinem Mann. Er ist Deutscher und hat in Deutschland alles aufgegeben, um zu mir nach Wien zu kommen - und jetzt mache ich ihm das Leben mit meiner Trinkerei zur Hölle und er stellt in Frage, ob seine Entscheidung die richtige war - was mir natürlich wiederum das Herz bricht. Bis vor kurzem habe ich NIE getrunken, wenn wir zusammen waren (wir führten 7 Jahre eine Fernbeziehung), aber irgendwann ist auch diese letzte Festung gefallen und ich kaufe heimlich Alkohol, trinke ihn im Park wie ein Obdachloser. Wie tief kann man eigentlich fallen? Im Oktober bin ich fast an einer Alkoholvergiftung gestorben, Stephan hat im letzten Moment von Deutschland aus die Rettung verständigt - ich hatte stolze 3 Promille, bin fast erstickt - und Stephan hat das alles live am Telefon mit angehört. Man sollte denken, das hätte Nachhaltigkeit zur Folge gehabt - nein, offenbar habe ich den Ehrgeiz, dieses Event noch zu toppen. Ich war immer so stolz auf meine Ratio-Dominanz - aber hier lässt der Verstand vollkommen aus. Das Kapitel mit der Biochemie werde ich mir heute noch zu Gemüte führen - aber ich will keinen Sündenbock suchen. ICH bin diejenige, die zur Flasche greift, das ist kein Determinismus, sondern mein freier Wille!



   
3
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gaby_guzek
(@gaby_guzek)
Illustrious Member Admin
Beigetreten: Vor 7 Jahren
Beiträge: 4316
 

@xadrez

Lies das Buch bitte von vorne bis hinten, nicht springen. Es baut alles aufeinander auf.

Und: Hör bitte auf, Dich zu geißeln. Es ist eben NICHT Dein freier Wille zu trinken. Lies, liebe Uschi, lies, lies, lies ...

Liebe Grüße

Gaby



   
4
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cairni
(@cairni)
Mitglied
Nüchtern: 4 jahre
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2352
 

Liebe Uschi,

ich fühle direkt, wie schlecht es Dir im Moment geht... Glaube mir: Vielen geht es so wie Dir hier.

Fang an zu lesen, heule, putze die Nase, und lese weiter.

Alles kann gut werden. Ganz bestimmt.

Schön, dass Du da bist 🙂



   
3
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xadrez
(@xadrez)
Mitglied
Nüchtern: 1 jahr
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 194
Topic starter  

Hallo,

nochmals danke für Eure lieben Worte! Ich habe gestern bereits die Hälfte des Buchs gelesen und ein Aha-Erlebnis nach dem anderen gehabt. Einige Sachen muss ich einwirken lassen und verdauen bzw. bei Bedarf nochmals lesen. Ich finde es einfach nur faszinierend und verstehe jetzt langsam, was sich in meinem Oberstübchen abspielt! Heute bin ich den ersten Tag seit einiger Zeit vollkommen nüchtern und klar aufgewacht, ohne latente Gewissensbisse und ohne die latente Panik, ich "müsse sofort nachschauen, wo meine Schlüsseln, der Pass, die Kreditkarten, mein Handy etc." sind, weil ich sie uU bei meinem letzten Ausflug verloren habe. Ich habe keine neuen blauen Flecken, von denen ich nicht weiss, woher sie kommen. Ich habe keine blöden SMS geschrieben oder Anrufe getätigt, während ich im Paralleluniversum war. Klingt pathetisch - aber ist schon mal ein Anfang. Heute gebe ich Nachhilfestunden - und die Sektflasche wird nicht daneben stehen. Ich fühle mich wohl hier unter Euch - und denke, dass ich es diesmal dauerhaft schaffen werde. Denn ich möchte leben und wieder glücklich sein.

 

lg

Uschi



   
5
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gaby_guzek
(@gaby_guzek)
Illustrious Member Admin
Beigetreten: Vor 7 Jahren
Beiträge: 4316
 

@xadrez

Liebe Uschi,

deshalb schrieb ich Dir: Lies, lies, lies. Wenn Du den Schlüssel in der Hand hast, macht einfach alles Sinn. Und Du kannst eine Strategie entwickeln.

Zerfetz Dich nicht. Auch Du kommst da raus!

Herzliche Grüße

Gaby



   
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(@trosinette)
Mitglied
Beigetreten: Vor 6 Jahren
Beiträge: 550
 

Hallo,

Verfasst von: @xadrez

Ich war immer so stolz auf meine Ratio-Dominanz - aber hier lässt der Verstand vollkommen aus. Das Kapitel mit der Biochemie werde ich mir heute noch zu Gemüte führen - aber ich will keinen Sündenbock suchen. ICH bin diejenige, die zur Flasche greift, das ist kein Determinismus, sondern mein freier Wille!

Vergiss die Ratio-Dominanz - ist nur ein Klotz am Bein.

Ich habe keinen freien Willen und Hirnwissenschaftlich gibt es nach meinem Wissen auch zurzeit keinen handfesten Grund einen freien Willen anzunehmen.

Mir gefällt es gut, keinen freien Willen zu haben. Es erhöht meine Aufmerksam- und Dankbarkeit für die vielen kleinen profanen Selbstverständlichkeiten wie z.B. „ich kann gehen“ und es stärkt meine Gelassenheit gegenüber allen schwerwiegenden Misslichkeiten, die das Leben bereithält. Das Bewusstsein über meinen unfreien Willens wirkt sich damit direkt auf mein Wohlbefinden aus.

Keine Ahnung, ob ich es schon erwähnte, aber Theodor Fontane lies es Effi Briest in dem gleichnamigen Roman in etwa wie folgt in Worte fassen „Wir erringen uns nichts, alles ist Gnade“

Klingt etwas schwülstig, is aber so.

Verfasst von: @xadrez

Man sollte denken, das hätte Nachhaltigkeit zur Folge gehabt - nein, offenbar habe ich den Ehrgeiz, dieses Event noch zu toppen.

Nun wurde Dir zumindest mal die Gnade zuteil, hier angespült zu werden und Gabys Buch zwischen die Finger zu bekommen, das ist ja schonmal gut. Vielleicht kommt sogar noch mehr Gnade auf Dich zu, wobei: Vielmehr Gnade als einfach morgens aufstehen und in die Küche gehen zu können um einen Kaffee zu Kochen, geht eigentlich nicht. Warum mir das meine Ratio nicht laufend um die Ohren haut, sondern immer nur viel viel mehr von mir und meinem Leben erwartet, weiß ich leider auch nicht so genau.

Gruß

Matthias 


Dieser Beitrag wurde geändert Vor 5 Jahren durch trosinette

   
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