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.. aber ich bin auf dem besten Weg dorthin... Ich, Wienerin, 58 Jahre, begann meine Alkohollaufbahn relativ spät. Ich denke, eine Tendenz dazu hatte ich schon früher, aber so richtig in volle Blüte kam sie während eines Wahnsinnsjobs im gehobenen Management als Begleitung von drei Burn outs, Mobbing etc. Zu Weihnachten 2014, als ich meinen Mann in spe vollkommen zugedröhnt vom Flughafen abholte, schwor ich mir, den Job und die Trinkerei an den Nagel zu hängen. Von einer Sekunde auf die andere nichts mehr getrunken, keine Entzugserscheinungen, kein Craving. 2 Jahre habe ich es durchgehalten, dann kam der allseits bekannte Gedanke "Naja, ein Bier wird schon nicht schaden". (Bier liebe ich im Gegensatz zu den meisten Alkoholika, die nur Mittel zum Zweck sind, nämlich um mich möglichst schnell "wegzubeamen") Es kam, wie es kommen musste - bald war ich wieder bei den härteren Sachen, die Rückfälle mit Filmriss, Spitalseinlieferung mit 3 Promille etc. mehrten sich. Dazwischen immer wieder monatelange trockene Phasen. Ich war bei zig Selbsthilfegruppen, bei einem Verein für Suchtkranke, mehrmals in der Tagesklinik des Otto Wagner Spitals. Fazit: ich bin sehr kreativ darin, mich selbst zu überlisten. Ich weiss, dass 2 Flaschen Sekt am Tag zuvor das Limit sind, damit beim Alko-Test 0,0 erscheint. Ich gehe Nordic Walken - mit entsprechender "Wegzehrung". Drei Abstürze innerhalb einer Woche - gestern hab ich mich selbst übertroffen und bin todunglücklich über meine Willensschwäche. Mein Mann - wir haben erst letztes Jahr geheiratet - fürchtet sich jeden Tag, am Abend von der Arbeit heimzukommen und mich in einem furchtbaren Zustand vorzufinden. Ich werde aggressiv, beschimpfe ihn - letzte Woche wurde ich sogar handgreiflich. Die Wohnung ist verwüstet. Es ist, als wäre ich eine gespaltene Persönlichkeit. Ich kenne mich selbst nicht mehr. Von der Pensionsversicherungsanstalt wurde mir eine 6-wöchige Reha in einer Klinik, die auf Burn out spezialisiert ist, genehmigt, denn ich muss das Problem in seinen Wurzeln vernichten. Ich hoffe, dass ich dort meine psychische Mitte finde und dauerhaft aufrechterhalten kann. Mein Mann (der seit vielen Jahren trockener Alkoholiker ist) meint, ich würde es nicht "genug wollen". Ich bin so unendlich traurig und enttäuscht von mir selbst, dass ich mein Leben, unsere Ehe, die Hochachtung vor mir selbst so leichtsinnig aufs Spiel setze. Nächste Woche werde ich versuchen, in meiner Suchtberatung von der Ärztin Antabus verschrieben zu bekommen, denn bis dato hat nichts geholfen - offenbar muss ich vor etwas Angst haben, damit ich nicht mehr trinke. Das Buch "Alkohol adé" liegt vor mir - ich werde es heute beginnen und hart an mir arbeiten. Ich bin ein willensstarker, zielstrebiger Mensch - nur bei Alkohol versagt mein Frühwarnsystem, meine mir gegebenen Versprechungen und ich denke, gestern habe ich meinen persönlichen Tiefpunkt erreicht.
Warst Du jetzt schon bei Pass - wen hast Du als Therapeut?
Liebe Xadrez, auch ich wünsche dir alles Gute! Du bist stark! ich hoffe, dass du das wahrnimmst, auch wenn du dich mal schwach fühlst!
Liebe Grüße
Sonnengrau
Danke Euch!
lg
Uschi
Danke Euch!
lg
Uschi





