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Hallo an alle 🙂
Ich bin seit langem stille Mitleserin. Gabys Buch habe ich gelesen und die NEMs seit ca 5 Monaten hier, aber den Absprung noch immer nicht geschafft. Sporadisch haben mein Partner und ich die NEMs mal 3 Tage genommen und dann zum Wochenende (zum Trinken ) wieder aufgehört.
Ich denke, ich hatte schon immer ein kritisches Verhältnis zum Alkohol. Die Geschichte dazu wäre jetzt für den Einstieg viel zu lang. Um es kurz zu halten, ich merke seit ca 3 Jahren, quasi seit Corona, wie es immer mehr bergab geht. Seit einer völlig unerwarteten Panikattacke vor 1 ½ Jahren beim Autofahren schaffe ich es nicht mehr zu fahren. Ich bin mir sicher, dass das durch meinen Alkoholkonsum ausgelöst wurde. Das belastet mich sehr.
Mein Freund und sind seit 7 Jahren ein Paar und haben von Anfang an immer mal wieder am Wochenende zusammen zuhause getrunken. Mittlerweile ist es täglich der Fall, er hat schon länger auch in der Woche nach Feierabend seine obligatorischen Feierabendbierchen konsumiert, von anfangs mal 2 oder 3 auf heutzutage 6 oder mehr. Oftmals war mir das schon zuviel und ich habe dann ebenfalls getrunken, weil ich ihn angetrunken nicht ertragen konnte.
Bei mir wurde es dann richtig schlimm durch Corona und dadurch ca ein Jahr am Stück Spätschicht in Kombination mit ziemlich schlimmem Stress mit meiner damaligen Chefin. Abends zuhause lag mein Freund bereits selig beduselt im Bett und ich habe dann angefangen, allein zu trinken. Vor 2 Jahren ist dann ist meine Chefin in Rente gegangen und die Spätschicht war für mich vorbei. Von da an sollte mein Leben eigentlich wieder schön werden...So war mein Plan zumindest!!! Ganz großer Irrtum!!!
Mittlerweile liegt mein Pensum bei einer halben Flasche Rum am Tag. Immer nach Feierabend gemeinsam mit meinem Partner, der weiterhin seine 6 oder mehr Biere trinkt. Trotzdem sind wir beide am nächsten Tag NOCH fähig zu arbeiten. Wir haben uns schon oft über das Thema Alkohol unterhalten, immer von meiner Seite aus, da ich merke, dass es mir so schlecht damit geht. Er hat zugegeben, dass es ihm ähnlich geht. Die ganze Hausarbeit bleibt liegen, weil wir beide nach Feierabend eigentlich nur noch zusammen vorm TV sitzen und gemeinsam trinken. Dann machen wir große Pläne, was wir alles schaffen wollen und ab morgen dann.. und natürlich passiert nichts! Denn wer kennt es nicht... Der Tag danach ist immer wieder hart und man wartet auf Feierabend und den Nachschub an Alkohol zum „ Entspannen“ . Mich belastet das alles mehr als ihn, so ist zumindest mein Eindruck , und ich weiß einfach nicht, wie ich den Start mit den NEMs für die ersten 30 Tage alleine schaffen soll. Trennung ist für mich keine Option. Allerdings stelle ich immer öfter fest, dass ich mich frage, wohin das alles noch führen soll. Schaffe ich es alleine und ziehe ihn irgendwie mit durch? Kann ich das und will ich das überhaupt?
Ich wäre dankbar für einen Austausch und evtl auch Tips, wie ich das Thema mit meinem Partner regeln kann.
Herzlich willkommen!
Guten Morgen 🙂
Nun habe ich 5 Tage hinter mir und es geht mir gut. Die NEMS nehme ich konsequent und bis auf Bauchgrummeln und die ersten 2 Abende ein Kribbeln am ganzen Körper nach dem Schlaftrunk ist alles ok. Ich habe die letzten 5 Nächte zwar extrem viel geschwitzt, aber richtig lang ( mindestens 10 Stunden) und gut geschlafen!! Davor bin ich jede Nacht mehrmals wach geworden. Jetzt habe ich ein bischen Angst vor diesem Wochenende, da wir hier die letzten 3 Jahre eigentlich immer zusammen getrunken haben. Aber eigentlich bin ich auch da zuversichtlich, da es mir bisher ohne Alkohol schon viel viel besser geht. Die nächste " Herausforderung" ist dann die kommende Woche, wenn ab Dienstag die Arbeit wieder los geht. Da ich ja zu Feierabend auch zu den typischen Entspannungstrinkern gehöre... Aber ich will es schaffen!!!
Ein schönes Wochenende Euch allen
@milchmaedchenm Tolle Leistung, schön, dass es dir schon so gut geht!
Was die Arbeitswoche angeht: Mir hat es damals geholfen, mich abends gezielt anderweitig zu beschäftigen, also entweder durch Aufräumen/Putzen/Entrümpeln oder aber Sport, Spazieren, Sauna - gleichzeitig habe ich entweder Musik gehört oder aber Podcasts/Sendungen zum Thema "ohne Alkohol leben". Ich hatte ja auch auf einmal viel mehr Zeit, weil ich mich nicht mehr mit Alkohol beduselte. Fürs Wochenende würde ich mir zB gute Ersatzgetränke besorgen wie Bionade, Schweppes oder einfach was Besonderes, das du gerne magst, damit du nicht nur Mineralwasser trinken musst.
@rosine123 Das mit dem anderweitig beschäftigen habe ich tatsächlich auch auf dem Plan. Ich habe diese Woche schon angefangen, hier zuhause endlich mal auszumisten, vieles wegzuwerfen und aufzuräumen, was die letzten Wochen und Monate viel zu kurz gekommen ist!! Das pusht dann auch nochmal zusätzlich, wobei ich gemerkt habe, dass wenn ich mir zuviel auf einmal zumute, die Gedanken an den Alkohol hochkommen. Also mache ich jetzt jeden Tag ein bischen und nehme mir dann Auszeiten. Podcasts und Videos höre ich mir seit letztem Wochenende auch täglich an 🙂
@milchmaedchenm 😊 ja genau, Achtsamkeit ist auch ein wichtiges Stichwort, auf sich selbst hören und nicht ständig seine eigenen Grenzen überschreiten. Wünsche dir ein schönes Wochenende und viel Erfolg!
@milchmaedchenm du machst das genau richtig, hörst auf deine innere Stimme. Und du setzt dich mit dem Thema auseinander. Und wenn es zuviel wird, machst du eben langsam. Diese Ruhepausen haben hier viele gebraucht in den ersten Monaten. Das wird wieder besser.
Mir haben Bücher 📚 geholfen. Catherine Gray "vom unerwarteten Vergnügen nüchtern zu sein " , Craig Beck "Alkohol hat mich belogen " und Clare Pooley "Chianti zum Frühstück "
Gerade die Bücher der Damen.. ich hab mit ihnen gelitten und gelacht, mich immer wieder selbst erkannt, mir ihre Strategien zu eigen gemacht. Und immer wenn sie ihre positiven Veränderungen beschrieben haben, wollte ich die auch. Unbedingt! Und Craig Beck ist ein echter Augenöffner!
Hier ist mal mein Thread der letzten 14 Monate. Vielleicht hilft er dir.
Ach ja.. auch von mir herzlich willkommen und mach weiter so!
Die Mermaid 🧜♀️
Denn wer kennt es nicht...
Ja, du hängst da ganz schön drinnen, eben weil der Partner auch trinkt (ist bei mir auch so, und meiner gibts auch nicht auf) - ABER: Geh du deinen Weg und mach das zügig. Nach Konzept, mit den NEMs und mit uns hier. Es wird dir gelingen. Denk jetzt mal nicht an ihn, denk von ihm unabhängig, denk nur an dich! DU wirst sehen, du kommst raus aus diesem täglichen Couch-Gammeln ... du findest dir was! Alles Gute!
UPDATE:
Mai 2023 habe ich es 7 Wochen geschafft, nüchtern zu bleiben. Es ging mir so gut mit den NEMs. Ich bin dann wieder in alte Muster gefallen, nachdem mein Freund an einem Wochende auswärts zum Fußball gefahren ist. Ich war mir meiner Sache so sicher nach diesen 7 Wochen, dass ich dachte, hey einen Abend allein was trinken wird schon nicht schaden. Natürlich war das dann doch der Fall und es hat dann wieder 11 Monate gedauert, bis ich erneut aufgehört habe. Dieses Mal noch motivierter und nach 3 Tagen fiel es mir dermassen leicht, ich war geradezu euphorisch. Da habe ich es 3 Monate geschafft. Erneut ging es mir nach wenigen Tagen viel besser. Ich war fit auf der Arbeit, habe nach Feierabend zuhause richtig viel im Haushalt geschafft...Der Gedanke an Alkohol war mir zuwider, ich war so stolz auf mich, schwierige Situationen nüchtern gemeistert zu haben. Situationen in denen ich früher aus Stress zum Alkohol gegriffen hätte!! Dann kam der Tag, an dem eine Firmenfeier geplant war. Mir grauste eigentlich schon 1 Monat vorher davor, da ich nicht wusste, wie ich das nüchtern überstehen soll. Ich bin von Natur aus ein sehr schüchterner Mensch und wenn ich an die letzten Jahre zurück denke, habe ich oftmals nur getrunken, um meine Schüchternheit zu überspielen und aufgeschlossener zu werden. Für mich war es aber auch unvorstellbar, nicht zu der Feier zu gehen. An besagtem Abend ist es natürlich eskaliert und obwohl ich mich vor dem Trinken bzw dem Geschmack geradezu geekelt habe, habe ich mitgetrunken, um geselliger zu sein. Mir ging es 2 Tage danach richtig schlecht. Ich konnte mich nur mit Kontertrinken aufraffen und seitdem hänge ich wieder voll drin seit 2 1/2 Monaten. Ich habe mir nun erneut alle NEMs bestellt und möchte so gern wieder von vorne anfangen. Ich frage mich, wie ich es schaffen kann, diese Schüchternheit oder auch soziale Phobie zu ertragen. Dieses Thema belastet mich irgendwie seit Jahren. Ich glaube, mein Problem ist, dass ich mich so zurückhaltend oft selber nicht leiden kann, obwohl ich gute Freunde habe, die mich so mögen. Ich habe hier im Forum gesucht, kann aber nicht viel zu dem Thema finden. Ich würde mich freuen, wenn jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat und mir evtl Tips geben kann. Mir ist selber bewusst, dass kontrolliertes Trinken für 1 oder 2 Abende in meinem Fall NICHT funktioniert.





