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Hallo zusammen und danke, das hier sein darf.
Ich bin 50 und habe innerlich schon oft zu mir selbst gesagt, du bist Alkoholikerin. Dann wieder ganz weit weg geschoben. Erst jetzt beziehe ich wirklich Stellung zu mir selbst und ja, ich bin es definitiv- Alkoholikerin.Ich bin vor 22 Jahren angefangen immer öfters Alkohol zu trinken. Eigentlich so die "üblichen Feier Biere, mal nen kurzen". Dann kam eine Zeit, wo ich gefühlte Einsamkeit betäubt habe und das immer öfters, intensiver und vor allem heimlich. Als das heimliche kam, da wusste ich schon- oh mein Gott, das ist nicht gesund. Trotzdem konnte ich es nicht lassen und Streits waren in der Ehe vorprogrammiert. Ich hatte vorher schon mit Panikattacken zutun. Aber eines Tages kam eine ganz massiv als ich betrunken war, ab da an habe ich keinen Tropfen mehr getrunken. Und ich dachte, hey du scheiss Angst- Du bist ja mein Freund und willst mich nur beschützen.
Das hielt ca. 1Jahr an. Dann schlich es sich wieder ein, Feste kamen und gingen. Ich war oft auffällig, so ekelhaft gemein zu werden, wenn ich betrunken war - genau den Menschen gegenüber, die ich extrem liebe.
Zum Glück haben die wichtigsten Menschen es mir verziehen, aber sie merkten zunehmend, zuviel Alk im Spiel. Meine Schwester sprach mich auch direkt an und fragte, ob ich ein Alkoholproblem habe, immer dann wenn ich mich weinerlich entschuldigte, für meine unkontrollierbaren Beleidigungen.
Ich???? Alkoholikerin....auf gar keinen Fall. Aber allein ihre Frage durchbohrte meinen Körper und es klebte in mir fest. Also gab ich mir extrem Mühe mich im Griff zu haben, Zeit vergehen zu lassen, aber meine Ekelhafttaten wiederholten sich über die Jahre immer wieder.
Es war mal mehr Alkohol und mal weniger im Spiel. Meinen Altag habe ich natürlich immer geschafft, depressive Zeiten haben mich aber seid meiner Angsterkrankung 1999 immer immer begleitet.
Dann lief alles wieder normal, mal hier Bierchen, mal Wein.
Als ich dann vor 10 Jahren eine Mädelstruppe hatte, wurde immer Prosecco getrunken, wie Wasser, immer öfters, immer mehr. Es wurde zu unserem Standart Getränk. Ich selber konnte mit der Zeit locker 1-2Flaschen alleine vernichten.
Und dann hatte man natürlich immer reichlich Prosecco da, könnte ja immer jemand zu Besuch kommen und wenn nicht, dann ist da ja noch mein bester Alkfreund-das Arschloch in mir.
Leergutentsorgung war schon immer ein Spiel mit dem Feuer. Hoffentlich sieht mich niemand. Ich kannte Alkoholiker, in der Nachbarschaft, Freunde, Familie. Gibt ja nun reichlich davon auf dem Markt....Aber ICH....nein niemals.
Ich hab es immer wieder geschafft, auch unbewusste Zeiten ein normales Trinkverhalten zu haben. ( was ist schon normal????)
Naja der oberkluh ist, ich arbeite auch noch in einem Wohnheim für Suchtkranke Menschen....ich sollte es doch besser wissen. Ich ....der Klugscheisser. Oft hatte ich das Gefühl, ich muss dort weg, die Menschen saugen mich dort aus. Dann abends natürlich etwas betäuben. Manchmal schlug ich über die Strenge und dachte Morgens scheisse, hoffentlich hast du keine Fahne. Zudem den Restalkohol mit Promille Rechner um 5 Uhr gecheckt. Wahnsinnig.
Was tue ich mir nur an. In all den Jahren habe ich weiter ekelhaft ausgeteilt....hab förmlich nach Liebe geschrieben, aber sie mit Springerstiefeln getreten. Dumm, verrückt so dermaßen danach zu schreien, das die Menschen die einen lieben verlassen sollen bzw. irgendwann es tun, weil sie es leid sind mit dir besoffenes Stück.
Ich bin dann angefangen und habe meinen Prosecco konsum fast eingestellt, also nur noch an einem Geburtstag oder besondere Feste getrunken. Meine Leute sagten mir, das Zeug macht dich rösig, also musste ich was verändern, bevor sie mir entgültig den Rücken zudrehen. Tja was soll ich sagen, habe dann alternativ Bier getrunken. Aber zuviel ,4-5 halbe Liter gingen. Habe dann angefangen statt täglich nur noch jeden 2 Tag zu trinken, dann statt 4 auch nur mal 1-2 Bier. Das war für mich schon eine deutliche Verbesserung. Doch wenn es mich packte, trank ich auch schon vormittags wenn ich frei hatte. Ich dachte belohne dich, du hast frei. Immer öfters kamen die Gedanken in mir auf, Mensch du bist voll abhängig. Immer wieder kleine Versuche gestartet abstinent zu sein oder auch kontrolliert zu trinken.
Das aller schlimmste ist eigentlich, das ich zunehmend durch den Alkoholkonsum nicht nur ekelhaft gemein wurde, beleidigent und anschließend meine Sätze nicht mehr auf die Reihe kriegte( das Gehirn gibt auch irgendwann auf, bei dem ganzen gelaber), sondern auch massiv Gedanken kamen ( und die haben mir nüchtern extrem Angst gemacht) ach ist doch scheiss egal, mach dich wech, brauchst doch nur die Pulsadern anritzen. Wie furchtbar, dabei liebe ich das Leben. Ich hatte immer den Alkteufel dann in mir. Das ist gruselig. Ich habe es schon bei meinem Menschen angesprochen, das ich manchmal so übel Gedanken habe und sie haben sich grösse Sorgen gemacht.
Ich weiss nüchtern würde ich das nicht mal denken. Ich war wie ferngesteuert.
Und jetzt ist Schluss.....es ist genug-ich habe die Schnauze voll.
Ich will mich weder umbringen, noch meine liebsten Menschen durch meine Suffart verlieren.
Ich will leben und das klar, nüchtern, gesund und gut!!!!
Heute ist Tag 4 , das Buch müsste heut per Post kommen und die NEM die nächsten Tage.
Ich freue mich sogar auf diese Zeit, ich spüre Willenskraft in mir. Ich mache jeden Morgen ein Selfie und halte meine Vetänderung fest und ich kann es kaum abwarten nicht mehr dieses aufgequollene Gesicht und Augen zu haben, den Bauchumfang zu reduzieren.
Endlich wieder verstärkt in die schöne Welt jederzeit rauszufahren und nicht zu sagen. Ach heute kann ich nicht. NEIN, damit ist jetzt Schluss.
Ich erzähle es keinem, das ich angefangen bin und jetzt durchstarte, sie sollen meine Veränderungen erleben.
Danke das ihr mir alle zugehört habt und ich bin unendlich dankbar das es euch gibt.
Keiner ist alleine!!!!
Danke
Oh, wow, liebe Tanja, danke für diesen ehrlichen Bericht, in dem sich viele von uns nur allzu gut wieder erkennen. Du kannst das - du wirst das schaffen, wie so viele hier. Schau mich an: 40 Jahre getrunken, seit 23 Monaten alkoholfrei. Es geht, man muss sich nur entschieden auf den Weg machen. Ich drück dir beide Daumen.
Liebe Grüße
Isabel
@tanjahuhna Auch von mir ein herzliches willkommen, die Schnauze voll zu haben ist ein guter Ansatzpunkt.
Liebe Tanja, herzlich Willkommen hier. Wow. Was für ein wuchtiges, mitreißendes Vorstellungsposting. Da steckt so viel drin. Für uns - und für Dich. Schonungslose Ehrlichkeit - ein, nein: DER, Grundpfeiler für die Abstinenz. Was das betrifft: Check.
Wenn Du das Buch in den Händen hältst, wirst Du all das, was Du beschreibst auch verstehen. Wie es kommt, dass Du depressiv bis suzidal geworden bist durch den Alk. Und noch vieles mehr. Es wird Dir einen Schlüssel an die Hand geben.
Schön, dass Du hier bist, fühl Dich wohl - und bei Fragen sind wir alle hier gerne für Dich da.
Liebe Grüße
Gaby
@tanjahuhna super schilderung - erkennt man sich in teilen wieder ...! du packst das, JETZT bist du soweit! alles gute!
Von mir auch ein herzliches Willkommen auf diesem Boot^^
Suizidgedanken bei genügend Promille kenne ich auch sehr gut.
Ich habe eine Freundin, die wirklich nicht abhängig ist, aber wenn sie mal was getrunken hat, will sie regelmäßig vom Balkon springen..
GLG, Josefin.
Herzlich willkommen. Auch ich erkenne mich in deiner Schilderung wieder. Du bist damit sowas von NICHT ALLEIN! Berichte bitte, wie es dir geht.
Liebe Grüße
Die Mermaid 🧜♀️
Guten Morgen, vielen dank@mermaid.
Heute fängt bei mir Tag 9 an. Gestern der erste Tag mit den NEM. Wie viele hier schon beschrieben haben, sind es eine ganze Menge Tabletten und ich bin froh über das Handy, welches immer den passenden Alarm auslöst.
Durchfall hatte ich keinen, wohl ein wenig Völlegefühl mit Blähungen. Aber irgendwie doch auch ganz schön ko. Der Schlaf war die ersten Anfangstage besser, zwar viele Träume, aber ok. Jetzt die letzten 4 Nächte schlafe ich schlecht, viele wachphasen und gestern kamen dann Kopfschmerzen dazu.
Trotzdem sage ich mir, lass laufen....der Körper arbeitet auf Hochtouren und bekommt jetzt eine Menge zugeführt.
Ich mache jeden Morgen direkt nachdem aufstehen ein Selfie um meine Veränderung im Gesicht festzuhalten und ich bin überrascht auch wenn es erst der 9te Morgen ist, wie das aufgedunsene sich verändert und sich verbessert. Zudem hab ich das Gefühl, der Bauch wird oder wirkt flacher.
Darüber freue ich mich so sehr.
Gedanklich kreist der Alkohol die ganze Zeit in meinen Gedanken, nicht als Suchtdruck, sondern weil ich mich damit ganz bewusst auseinandersetze. Ich habe das Glück Zuhause zu sein und kann mich mit allem voll und ganz drauf einlassen und auch entspannen, wenn der Körper danach ruft. Ich bin schon irgendwie aber auch die ganze Zeit etwas hibbelig oder besser gesagt aktiv, schön aktiv, wach vor allem.
Hier und da gab es kleine Momente wo ich etwas suchtdruck hatte, aber nicht so schlimm, das ich in Versuchung gekommen wäre.
Ich bin weiter so gespannt, wie mein Körper reagiert, sich verändert.
Und was ganz toll ist, ich war nicht einmal schlecht drauf oder gereizt. Zuhause ist total friedliche Stimmung und mein Partner bemerkt an mir meine Gelssrnheit und Freude. Ich mache viele Witze, lache und bin fröhlich und das im klaren, wachen Kopf -DAS IST EINFACH WUNDERBAR.
Ich bin so froh, das ich dem JETZT über dem Weg gelaufen bin.
Liebe Grüße
Tanja 👋





