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Hallo, ich bin attrice und trinke schon seit Jahren zuviel. Nun möchte ich diese Abwärtsspirale verlassen und hoffe, dass ich das mit dem Coachingprogramm hinbekomme. Ich möchte wieder mehr Lebensqualität und das Leben auch ohne Alkohol wieder genießen können. Denn der Mensch, der ich heute bin, möchte ich nicht mehr sein...
@attrice Das wirst Du und wenn nicht: Die nächste Nacht wird besser... Toll, dass Du Dich auf den Weg gemacht hast. Herzlichen Glückwunsch. Bleib dabei, es lohnt sich. Wenn auch keine rosa Wolken, dafür mehr Bodenhaftung - für mich die beste Entscheidung beim Rückfall irgendwann zu sagen: Nein, ich will nicht mehr.
Lieben Gruß
Sandra
Hallo, hier eine kleine Rückmeldung von mir: Ich bin jetzt bei Tag 19 und es geht mir soweit super. Die anfängliche schlechte Laune und Traurigkeit habe ich mit den NEMs ganz gut in den Griff bekommen. Mein Schlaf ist sage und schreibe sogar besser als vorher-ich wache zwar mehrmals pro Nacht auf, um zur Toilette zu gehen (da ich Unmengen trinke), schlafe danach aber sofort wieder ein.
Mein einziges Problem ist der unglaubliche Geifer auf Milka Luflée-Schokolade und die Angewohnheit abends vorm Schlafengehen im Bett einen großen Kakao samt Beilagenschokolade zu verspeisen. Ich habe eigentlich null Appettit auf normales Essen-könnte mich nur von Lufflé und Kakao ernähren.
Da ich ohnehin recht dünn war, war es anfangs kein Problem, doch mein Gewicht steigt nun stetig und gesund und ausgewogen ist das ja schlichtweg überhaupt nicht. Habt Ihr Tipps?
LG
@attrice .. ich kenne das was du beschreibst ..allerdings hat mir der Wein diese orale und emotionale Befriedigung verschafft, darum wollte ich auch lange nicht ans aufhören denken. Ich war sozusagen ein "ungestilltes Kind". Als ich das als solches erkannte konnte ich mich damit auseinander setzen und wider Erwarten jetzt vor 3 Wochen aufhören und brauche auch keine Alternativen. Vielleicht ist in dir auch noch ein bedürftiges Kind !?
Liebe Grüsse Birgit
Hallo, @attrice, dein Problem ist nachvollziehbar. Aus eigener Erfahrung kann ich dir folgende Tipps geben, die sich vorweg in einer "Binsenweisheit" zusammenfassen lassen:
Ziel sollte es also sein, die Ampel dauerhaft von Rot auf Grün umzustellen.
Versuche eine schrittweise Umstellung:
- Kaufe die Milka-Schokolade gar nicht erst, dann gibt es zu Hause auch keine, wenn du "Zugreifen" willst. Stattdessen wirst Du aber Alternativen brauchen. Kaufe daher zunächst eine andere Schokolade mit einem etwas höheren Kakao-Anteil (und gleichzeitig etwas weniger Zucker). Lass Dir Zeit und genieße es, entdecke neue Geschmacksnuancen und erhöhe mit der Zeit den Kakao-Anteil immer weiter. Irgendwann wirst Du Zartbitterschokolade mit einem Kakao-Anteil von über 80% lieben, auch wenn Du Dir das heute noch nicht vorstellen kannst.
- Beim Kakao mache es ähnlich: Bereite den Kakao selbst zu mit Rohkakao und einer Zucker-Alternative, z.B. Honig oder Lukuma-Pulver (keine Süßungsmittel!). Rohkakao und Honig sind gesund! Füge vielleicht etwas Zimt hinzu, schon hast Du eine neue Geschmacksnuance und auch Zimt ist gesund.
- Versuche weiterhin, dein "Snack-Angebot" zu erweitern: Datteln, Erdnüsse, Mandeln. So erreichst Du schrittweise eine größere Vielfalt. Achte dabei darauf, möglichst nichts hinzuzufügen, was raffinierten "Industriezucker" enthält.
Ein schrittweiser Plan könnte z.B. so aussehen:
1. Ersetze Milka Milka Luflée zunächst durch z.B. Rittersport Voll-Nuss (enthält 10g weniger Zucker + Haselnüsse als "gesündere" Zutat)
2. Ersetze Rittesport Voll-Nuss durch Rittersport Dunkle Voll-Nuss (5g weniger Zucker und mehr Kakao)
3. Ersetzte Rittersport Dunkle Voll-Nuss durch: Eine Handvoll Haselnüsse und eine halbe Tafel Schokolade mit 50% Kakaoanteil.
4. Ersetze die Haselnüsse durch eine Nussmischung (pur oder geröstet, ohne Zucker, ohne Salz oder sonstige Zusätze). Erhöhe den Kakaogehalt auf 60% in der Schokolade. Achte zunehmend auf gute Kakao-Qualität in der Schokolade (Bio, Fairtrade, Herkunft bekannt).
5. Weitere Schritte: Erhöhe den Kakaogehalt der Schokolade schrittweise weiter. Lasse sie langsamer und genussvoll im Mund zergehen. Experimentiere mit weiteren "Snacks", wie z.B. Datteln. Versuche "Deine" Schokolade mit deinen Lieblingszutaten (Zucker ist nicht dabei!) selbst herzustellen, vielleicht auch als Creme, Mousse o.ä.. Kombiniere mit Obst: Bananen gehen bei mir immer, aber Beeren sind noch gesünder. Werde kreativ mit z.B. Minze, Pfeffer, Chilli, Limette. Versuche Abwechslung reinzubringen und nicht täglich das gleiche zu naschen.
- Übernimm diese "Maßnahmen" langfristig auch auf Dein gesamtes Essens-Verhalten. Überlege Dir: Welche leicht gesündere und trotzdem leckere Alternative es gibt: z.B. anstelle einen der fertigen Fruchtjogurts lieber ein Naturjogurt mit frischem Obst. Probier zwischendurch mal Kefir oder Skyr statt Jogurt, aber immer in der Natur-Variante ohne weitere Zusätze! Oder der Klassiker: Vollkorn- statt helles Brot.
- Versuch es mal mit sogenannten "Glukose-Tricks", die gerade allerorten gehyped werden, aber meines Erachtens durchaus Sinn machen.
- Versuche so, nach und nach, den Zucker aus deiner Ernährung zu verbannen.
- Mir hat es zudem sehr geholfen, zu hinterfragen, WARUM ich Alkohol trinke, rauche oder Süßes esse. Es triggert das Belohnungszentrum und löst "Feelgood" - Stimmungen aus. Mit dem Wissen ist es mir letztlich viel leichter gefallen, von den schlimmsten Dingen wegzukommen. Wenn es mir in Entzugs-Situationen nicht so gut ging, die Laune im Keller und der Schmerz groß war, dann: "Aha, das ist die erwartete Wirkung. Sieh es positiv, da musst du jetzt durch, aber danach wird es dir so viel besser gehen, dass es sich lohnt, jetzt nicht nach der Flasche, Kippe oder Schokolade zu greifen."
- Sieh die aktuelle Situation nicht als Problem, eher als Herausforderung. Mach dir auch hier klar, wie es dazu kommt, dass du so gerne Schokoladiges willst. Du hast etwas ganz Schlechtes (Alkohol) durch etwas viel weniger Schlechtes (Schokolade) ersetzt? Sehr gut! Weiter so! Ersetze nun nach und nach die gute Alternative durch noch bessere!
- Belohnst Du dich vielleicht und durchaus zurecht dafür, dass du es geschafft hast, vom Alkohol wegzukommen? Bei mir war das der Fall. Und es war / ist gut so. Gleichzeitig hat mich mein Erfolg ermutigt, nicht beim Status Quo der Alkoholabstinenz stehen zu bleiben, sondern schrittweise weiterzugehen und meine Ernährung und mein Essverhalten zu optimieren. Dabei habe ich mir gesagt: Was beim Alkohol geklappt hat, klappt auch bei Schokolade. Dabei verzichte ich (im Gegensatz zu Alkohol) nicht komplett darauf, sondern konsumiere nur anders: selbst gemachte, gesunde Leckereien auf Basis von Rohkakao und ohne raffinierten Zucker.
- Stress dich nicht, sondern nimm die Herausforderung mit Spaß und Freude an, Spaß am Ausprobieren, Experimentieren. Freude an positiver, spürbarer Veränderung.
Noch ein Disclaimer: Alles Geschriebene resultiert aus meinen Erfahrungen verbunden mit Wissen, dass ich mir angeeignet habe. Ich bin kein Experte in Gesundheits- und Ernährungsthemen und gebe hier nur wieder was mir in einer ähnlichen Situation geholfen hat.





