Du bist nicht angemeldet als Gast hier –
und kannst deshalb nur einen kleinen Teil des Forums sehen.
Hier kannst Du Dich kostenlos und anonym anmelden!
Hallo zusammen,
ich, w, 55 verheiratet, 2 erw. Kinder, voll berufstätig im herausfordernd pädagogischen Bereich bin alkoholabhängig. Wow, das aufzuschreiben ist heftig.
Ich habe schon immer sehr gerne Alkohol getrunken und war ab 12-13 Jahren auf Feiern und Partys und allen möglichen Gelegenheiten gerne dabei. Mir hat es sehr gut geschmeckt zunächst mit süßen Komponenten dann schnell auch pur. Mit 14 hatte ich einen Filmriss und habe danach immer soweit gestoppt, dass mir das dann nicht mehr passiert ist.
In einer Lebensphase Mitte 20 habe ich angefangen jeden Abend Wein zu trinken. Von einem Glas bis zu einer Flasche waren es nur wenige Wochen. Als ich mich dann selbst dabei erwischt habe, spätabends bei strömenden Regen noch zur Tanke so wollen, weil ich keinen Wein im Haus hatte, ist es mir wie der Blitz klar geworden: Das geht ja gar nicht. Ich habe damals sofort aufgehört, Alkohol zu trinken. Nach einem dreiviertel Jahr habe ich dann zu Festen etc. wieder Alkohol, meist in Maßen getrunken.
Während der Schwangerschaften und langen Stiilzeiten habe ich insgesamt vier Jahre gar nichts Alkoholisches zu mir genommen.
In den letzten Jahren habe ich jedes Wochenende und dann auch mal in der Woche Wein zur Gemütlichkeit zu mir genommen und zum Grillen gerne Bier etc. Ehrlich gesagt habe ich mich immer schon auf Einladungen, Besuche von Weihnachtsmarkt oder Kirmes gefreut, weil es da was zum Trinken gab.
Vor drei Jahren habe ich das Selberherstellen von Cocktails entdeckt. Zunächst gab es die nur zu besonderen Anlässen, dann auch am Wochenende. Hinzu kamen verschiedene Brände und andere härteren Sachen.
Mein dauernder extrem hoher Stresspegel ließ sich am Wochenende zunächst gut mit Flüssigem runterfahren. Ich nahm deutlich zu, was mich noch mehr stresste und hatte immer häufiger Durchschlafsrörungen. Ich fing an, auch in der Woche abends ein Gläschen zu mir zu nehmen. Dann wurden es zwei. Dann kamen Cocktails dazu. Heimlich habe ich dann zusätzlich noch ein Schluck Hartes genommen. Ich fing an den Konsum vor meiner Familie zu verstecken.
Schließlich fing ich immer früher an, zunächst 19 Uhr, dann 18 Uhr und kämpfte dagegen, bereits um 16 Uhr zum Schrank zu gehen, wenn ich besonders gestresst war.
Als ich in einem Podcast "sucht und süchtig" gehört habe, dass der gezielte Konsum bedenklich ist, um einen Effekt zu erzielen, fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
Ich erklärte mich meinem Mann und rührte keinen Tropfen mehr an. Zwei bis drei Wochen meldete sich an stressigen Tagen oder auch nach Situationen stark das Bedürfnis, Entspannung durch Alkohol zu bekommen.
Danach war das kein Thema mehr. Das war im August 2023. Meinen Freunden und einigen Bekannten hatte ich gesagt, dass ich nun auf Alkohol verzichte, weil ich zu viel getrunken hatte. Die Reaktionen waren unterschiedlich.
Auch der Urlaub im Oktober 23 und Juli 24 war kein Problem.
Nun sind wir gerade wieder im Urlaub. Am zweiten Abend hatte ich Lust einen Cocktail zu trinken. Daraus wurden drei. Die irren Kopfschmerzen am nächsten Morgen habe ich verdrängt. Ich freute mich schon auf das Mittagessen, weil ich dann einen Wein bestellen konnte, abends gab es dann Cocktails und Harte Sachen. Ich war total betrunken und mir ging es in der Nacht und am nächsten Tag sehr schlecht.
Wie der Zufall es wollte, hörte ich an dem Tag die neue Folge des Podcasts von Julia Tulipan, in der Gaby zu Gast war und genau über das Thema sprach...
Ich habe mir das eBook runtergeladen und verschlungen.
Dieser krasse Rückfall hat mir so sehr vor Augen geführt, wie sehr ich dem Alkohol verfallen bin.
Seit 5 Tagen bin ich nun nüchtern.
Ich freue mich sehr, dass ich in diesem Forum weitere Infos und gegenseitige Unterstützung erhalten kann. Ich habe die Sache total unterschätzt und bin gespannt, wie die Nährstoffe mir helfen können.
Sobald ich wieder zu Hause bin, werde ich, nachdem ich mich noch weiter eingelesen habe, die Dinge bestellen, die ich benötige.
Liebe Grüße
@kiwi69 Herzlich willkommen im Forum! Ja, das Eingeständnis gegenüber sich selbst ist heftig, das ging mit ähnlich. Damit hat man aber einen wesentlichen Schritt zur Genesung gemacht ...
Alles Gute und viel Erfolg!
- Schön, daß du auch hier bist! Ja,der 1. Schritt ist ,sich einzugestehen, daß der Alkohol die Macht über einen hat und man nicht mehr "man selbst" ist. Und dann den Entschluss zu fassen, keinen nächsten Drink mehr zu nehmen, kleine Schritte,NEMs zur Unterstützung des ja ziemlich runter gewirtschafteten Körpers zu nehmen,Mut und Zuversicht zu haben..und vor allem Geduld mit sich selbst zu haben!! Und tolle Unterstützung gibt's hier im Forum!! Alles Gute für dich,du schaffst das!💪🏼 Lg!☺️
@kiwi69 schön, das Du da bist. Ein großer Schritt, viele von uns können das sehr gut nachvollziehen. Ich auch.
Mund was den Stress angeht: Jupp, auch da bin ich sehr im Bilde.
wie er entsteht, wie wir uns hineinsteigern und wie gefühlt verlockend der Alkohol als Entspannungshilfe ist.
komm erst mal an hier im Forum, es gibt viel zu lesen.
Gesunde Grüsse
Sandra
@kiwi69 Hallo und herzlich willkommen! Den ersten Baustein aus der Sucht hast Du gelegt indem Du Dir eingestanden hast, dass Dein Trinkverhalten problematisch ist. Der Austausch hier im Forum zusammen mit Buch und NEM’S sind äusserst hilfreich und motivierend um den Weg aus der Sucht zu gehen. Auch Du kannst das schaffen! Liebe Grüsse 🙋♀️🍂 Mina





